| 1751/52 |
Der Klosterbruder Gabriel Loser fertigt mit einem kostbaren Baummodell die künftige barocke Kathedrale. |
| 1751 |
Der Steinmetz Sebastian Gerung ersetzt die alte Spisertor-Fallbrücke mit einer neuen aus Stein. |
| 1752 |
Die städtische Milizgesellschaft errichtet ein eigenes Handelshaus. |
| 1752 |
Gründung der obrigkeitlichen Leinwandcassa. Sie gewährte gegen Hinterlegung von Leinwandballen mittelfristige Kredite. |
| 1752/53 |
Das Tafelzimmer im östlichen Hofteil der Pfalz, wo der Fürstabt hochgestellte Mitarbeiter und Gäste bewirtet, wird mit Stuckmarmor und Deckenstuck ausgeschmückt. |
1752 1764 |
Bürgermeister: Kaspar Bernet, aus der Weberzunft. |
| 1753 |
Dieses Jahr wird als Geburtsjahr der Stickerei bezeichnet. Die Firma Gonzenbach, Schlumpf und Söhne sendet erstmals Mousselinestücke zum Besticken ins Vorarlberg hinaus.. |
1753 1754 |
Bürgermeister: Johannes Vonwiller, aus der Pfisterzunft. |
| 1754 |
Das Rathaus an der Marktgasse wird umfassend renoviert. Die reichhaltige Fassadenmalerei, vom Maler Heinrich Tanner, auf der Südseite wird weiss überkalkt. |
1754 1784 |
Bürgermeister: Daniel Högger, aus der Schmiedezunft. |
1755 - 1836 |
Karl Müller von Friedberg, der gegen den Willen von Fürstabt Pankraz Vorster die Landschaft Toggenburg in die Unabhängigkeit entliess, erster Landamnann des Kantons. |
1755 - 1833 |
Ildefons von Arx, Schriftsteller und Mönch und des Klosters St. Gallen. Ergänzung |
| 1755 |
Leonhard Hochreutiner eröffnet in der Stadt einen Eisenwarenladen, daraus wächst die heute noch bestehende Debrunner AG. |
| 1755 |
Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach bestätigt die Gemeindeordnung von Gaissau (A) aus dem Jahr 1680, Gemeindebeschlüsse müssen von diesem jedoch weiterhin genehmigt werden. |
| 1755 |
Schloss Zuckenriet wird Eigentum des Klosters St. Gallen. |
| 1755 |
Eine nach Cantharidin benannte Affäre der Stadtmilizgesellschaft erschüttert die Stadt. Skandalöse, freiheitliche Exzesse mit genötigten Damen der städtischen Oberschicht in den geheimen Gewölben des Gesellschaftsgebäudes kommen ans Tageslicht. |
1755 1767 |
Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach veranlasst den Bau der barocken Klosteranlage mit der Kathedrale, durch den Vorarlberger Baumeister Johann Michael Beer. |
| 1756 |
Eine Untersuchungskommission, die die Ausschweifungen der Milizgesellschaft vom Vorjahr unter die Lupe nimmt, entdeckt eine geheime Pulver- und Waffenkammer mit einer Kanone. Spekulationen den siebenjährigen Krieg betreffend sind darauf hin in aller Munde. |
| 1756 |
Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach auf offiziellem Staatsbesuch in der Stadt, die hierfür ein grosses Bankett aufstellt. Ergänzung |
1756 1760 |
Bürgermeister: Christoph Wegelin, aus der Schmiedezunft. |
| 1757 |
17. Juni Fürstabt Cölestin Gugger vergibt dem Freiburger Bildhauer Christian Wenzinger die künstlerische Ausstattung von Schiff und Rotunde der neuen Klosterkirche. |
| 1757 |
Das Kloster St. Gallen kauft für 12000 Gulden das Schloss Wartensee. |
| 1757 |
Zu aller Vergnügen ist zwischen Stadt- und Klosterrepublik ein Zollvertrag zustande gekommen. |
| 1758 |
21. Juli Im Ratsprotokoll steht geschrieben, sofern die Waisenkinder in Gesundheit aufwachsen und zu einer rechten Taille kommen sollen, ist ihnen eine Recreationszeit zur Bewegung und Erlustung zu gestatten. |
| 1758 |
Die Renaissance-Bibliothek des Klosters wird abgebrochen, im Lapidarium des Klosters können 12 polychrome Schlusssteine der besagten Bibliothek besichtigt werden. |
1758 1767 |
Abt Cölestin Gugger von Staudach erstellt die neue Stiftsbibliothek. |
| 1759 |
Der 24jährige Kaufmann Ulrich de Gaspard Vonwiler gründet in unserer Stadt das erste Stickereiunternehmen der Welt. Ergänzung |
| 1760 |
Unter der Leitung von Pater Iso Walser vom Kloster St. Gallen wird anstelle eines wundertätigen Wegkreuzes die erste Wallfahrtskapelle Heiligkreuz erbaut. |
1760 1792 |
Bürgermeister: Hans Joachim Steinmann, aus der Weberzunft. |
| 1762 |
In St. Laurenzen übernimmt nun eine Orgel den Kirchgesang, sie löst die seit 1722 tätigen Posaunen- und Zinkenbläser ab. |
| 1762 |
Die vier Turmwächter der Stadt werden ihres Dienstes enthoben, keiner von ihnen hat einen in Herisau entstandenen grösseren Brand wahrgenommen und Alarm geschlagen. |
1763 - 1836 |
 Michael Georg Weniger, Fabrikant. Ergänzung |
1764 1828 |
 Georg Leonhard Hartmann, er machte sich mit seiner "Geschichte der Stadt St. Gallen", als Publizist und Archivar einen Namen. |
1764 1783 |
Bürgermeister: Heinrich Schlumpf, aus der Schneiderzunft. |
| 1765 |
Das Bedahaus an der Grossackerstrasse, ein barockes äbtisches Landhaus wird erstellt. Bedahaus genannt weil Abt Beda es später als Sommerresidenz benützte. |
| 1766 |
Einweihung des neuen Klosters mit der eigentlich am Kloster angebauten Schutzengelkapelle, die Kapelle stand nur durch einen kleinen Durchgang getrennt unmittelbar vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche. |
| 1766 |
Das prächtige Amts und Schützenhaus, später Gemeindehaus, in St. Fiden wird eingeweiht. |
| 1766 |
Johann Heinrich Ernst aus Lindau giesst für die Stiftskirche die 1202 kg schwere Schutzengelglocke mit Schlagton f°. |
| 1767 |
Abt Beda Angehrn, Abt bis 1796. |
| 1767 |
Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 5400 kg schwere Herz Jesu-Glocke mit Schlagton g° und die 1950 kg schwere Michaels- oder Ave Maria-Glocke mit Schlagton cis'. |
| 1767 |
Das kunstvolle und sehr wertvolle Wappenschild von Abt Beda Angehrn wird geschaffen, es ist mit Zeichen der kirchlichen und weltlichen Macht geschmückt. Ergänzung |
| 1767 |
Abt Beda Angehrn beginnt seinen Amtsantritt mit der "Begnadigung" einer zum Tode verurteilten Frau. Sie wird vom Galgenplatz ins Wirtshaus zu St. Fiden zurückgeführt, darf dort eine Suppe essen, dann werden ihr die Adern geöffnet. |
1767/68 |
Johann Ferdinand Beer, Baumeister aus dem Bregenzerwald, erstellt an der westlichen Ecke Greith- Rorschacherstrasse den prachtvollen Verwaltungssitz der Klosterrepublik. Ergänzung |
| 1768 |
Aus dem Nachlass des Schweizer Historikers und Staatsmanns Aegidius Tschudi gelangt der um 1260 geschaffener Codex 857 in den Besitz der Stiftsbibliothek. |
| 1768 |
Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 8100 kg schwere Dreifaltigkeitsglocke mit Schlagton e°. |
1768 1770 |
Die Orgelbauer Victor Ferdinant und Karl Joseph Marta Bossard bauen im Kloster auf beiden Seiten des Chores je eine Orgel, sie gehören zu den wichtigsten historischen Chororgeln der Schweiz. |
| 1769 |
Die Verwaltung des Stiftsgebietes erstellt ein Inventar über alles was in ihrem Gebiet lebt und steht, wie Pfarreien, Kirchen, Gemeinschaften und Institutionen. |
| 1770 |
Das an einen Galgen erinnernde Bildstöcklein am Gottshusweiher wird durch eine kleine Kapelle ersetzt, sie bekommt den Namen (Maria Einsiedeln) und enthält eine Kopie des Einsiedler Gnadenbildes. |
1770 1783 |
Zollstreitigkeiten zwischen dem Abt und Appenzell, den Transit nach Rorschach betreffend. |
| 1770/71 |
Die Hungersnot veranlasst den Abt für die Bevölkerung seiner Klosterrepublik in Wien ungarisches Korn und in Venedig ägyptischen Weizen zu kaufen. |
| 1771 |
Das den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Kirchlein auf Rotmonten wird abgerissen. Ergänzung |
| 1771 |
In der Stadt lebende Hintersassen können nun auch verbilligtes Korn beziehen, allerdings ist der Preis höher als für die Bürger und die Menge ist beschränkt. |
| 1771 |
Hinrichtung der jungen aus der Bahn geworfenen Veronika Schmid aus Wasserburg, sie war Magd in der "Krone" Rorschach, sie tötete das von ihr verheimlichte Kind unmittelbar nach der Geburt. |
| 1771 |
Die schwere Hungersnot veranlasst das Handelshaus Gonzenbach, Schlumpf und Comp. einen Betrag zur Verfügung zu stellen und unter hochherzigen Mitbürgern für die Ärmsten zu sammeln. 160 Bürger können wöchentlich ein Gemüse aus Erdäpfeln, Rüben und Brot gratis entgegen nehmen. |
| 1771 |
Um der Hungersnot entgegen zu wirken, lässt die Mitbürgerin, Baronesse Locher von Coppet, eine grosse Menge Reis und Geld verteilen. |
| 1772 |
18. Oktober Das heilige Kreuz, etwas oberhalb der neuen Kirche im Heiligkreuz stehend, wird in Gegenwart von Fürstabt Beda und zahlreichen Mönchen aus dem Kloster, von vier Männern in die Kirche verbracht. |
| 1772 |
Johann Leonhard IV. Rosenlächer aus Konstanz giesst für die Stiftskirche die 552 kg schwere Heiligkreuzglocke mit Schlagton a'. |
| 1772 |
Das Schlössli auf dem Rosenberg kommt in den Besitz der Stadt und dient als Sommersitz für einen der drei Bürgermeister. |
| 1772 |
Errichtung einer Anstalt unter dem Namen Arbeitskommission, von welcher der unschuldig Arbeitslose in Tätigkeit versetzt wurde und sich Müssiggänger sichtbar als solche bezeichnen mussten. |
| 1773 |
Im erst kürzlich fertiggestellten Kloster muss die bautechnisch und statisch schlecht ausgeführte Kuppelkonstruktion mit dem Einbau eines Gerüstes gesichert werden. |
1774 1778 |
Abt Beda erbaut die Fürstenlandstrasse. |
| 1774 |
Ein Erdbeben macht die Renovation der St. Mangenkirche nötig. |
| 1774 |
Abt Beda, erhört die Bitten des Gemeindeammans von Untereggen, Franz Hädener, und lässt eine Mühle bauen (Lochmühle). |
| 1774 |
Die übergehende Steinach reisst auf Ihrem Weg von der Mühleck bis zum Lämmlisbrunnen sieben Brücken und Stege mit. |
| 1775 |
16. März Der zuvor zum Tode verurteilte Mörder und Leichenschänder, Josef Antoni Egger, ein Bauer aus Tablat, wird durch Abt Beda begnadigt und zur Galeerenstrafe nach Frankreich geschafft. |
| 1775 |
Der Stadtrat erstellt auf Stadtgebiet die Rorschacherstrasse neu, sie führt nun direkt von St. Fiden westwärts zum Brühltor. Ergänzung |
| 1775 |
14. September In einer grossen und feierlichen Prozession werden die Gebeine des Katakombenheiligen Pius in die Heiligkreuzkirche verbracht. |
1776 1778 |
Neubau der Kirche St. Fidelis in St. Fiden. |
1776 1778 |
Im Auftrag von Abt Beda wird in Rorschach ein Kornspeicher "Kornhaus" errichten, er prägt noch heute das Stadtbild von Rorschach. Ergänzung
|
| 1777 |
Die Stadt unterzeichnet zusammen mit sämtlichen Eidgenossen einen Schutzvertrag mit Frankreich. |
| 1778 |
Ein Hochwasser zerstört alle Brücken und Stege längs der Urnäsch, darunter auch den wichtigen Übergang im Kubel. |
| 1778 |
Fürstabt Beda reist als erster mit einer sechsspännigen Kutsche bis nach Wil. Das berittene Pferd und die Litière für den Verkehr wird langsam aber sicher abgelöst. Ergänzung |
1778 |
Abt Beda erstellt bei Kräzern eine Hüslibrücke mit Zollhaus, Bedabrücke genannt. |
| 1778 |
Der Arzt Kaspar Wetter und der Bankier Daniel Girtanner rufen den Verein "Die Freunde des Guten" ins Leben, der ein Jahr später eine Lesebibliothek für die Jugend einrichtet. |
| 1778 |
Schloss Bergsteig in St. Margrethen kommt in den Besitz des Schaffneramtes der Stadt St. Gallen. |
| 1779 |
Johann Ulrich Schefer von Rotmonten, Bauwart des Klosters, erstellt die Hüslibrücke in der Spisegg. |
| 1779 |
Nachdem der (wohledle und wohlvornehme Conrad Fehr dem ehrsamen und bescheidenen Meister Johann Ulrich Tobler) einen Acker samt Haus verkauft hat, erstellt der letztere eine Biersiederei, denn späteren (Schützengarten). |
| 1780 |
Nachdem zwei Jahre zuvor ein Hochwasser sämtliche Brücken über die Urnäsch zerstört hatte baut Hans Ulrich Grubenmann eine neue gedeckte Holzbrücke. Infolge der Inschriften an den Querbalken wird sie (Sprechende Brücke) genannt. |
1780 1792 |
In nur 12 Jahren ist unter Abt Beda der Bestand der Stiftsbibliothek um über 4000 Bände angewachsen. |
| 1781 |
Der Fürstabt lässt im ehemaligen Siechenhaus in Bruggen ein Zuchthaus errichten. |
| 1781 |
Abt Beda Angehrn, stellt den Benediktinerinnen vom Hlst. Sakrament das dem Stift St. Gallen gehörende Schloss Glattburg bei Oberbüren als Kloster St. Gallenberg zur Verfügung. |
| 1781 |
Der Rat erlässt ein Verbot für das an Sonn- und Feiertagen so höchstärgerliche als unnötige übers Land gehen (Sonntagsspaziergang). |
1783 1795 |
Bürgermeister: Julius Hironymus Zollikofer von Altenklingen, aus der Gesellschaft zum Notenstein. |
| 1784 |
Josef Moser gründet und eröffnet die Brauerei Stocken. |
| 1784 |
In Bruggen wird die erste St. Martinskirche erbaut. |
| 1784 |
Das Stadthaus geht an das
Kaufmännische Directorium über, das dort gleich die bis dahin im Tiger sich befundene Postanstalt einrichtet. |
1784 1785 |
Bürgermeister: Hans Albrecht Schirmer, aus der Schneiderzunft. |
1785 1794 |
Bürgermeister: Hans Joachim Bernet, aus der Weberzunft. |
| 1786 |
30. März Karl von Schenk, Landvogt von Bregenz, schenkt Fürstabt Beda Angehrn die Gallusglocke aus der Bregenzer St. Gallus Pfarrkirche. Ergänzung |
| 1787 |
An Stelle der erst 1710 erstellten Brücke über die Sitter bei der Nordmühle erbaut Jörg Altherr aus Speicher eine neue 8 m lange und 3.60 m breite Hüslibrücke. |
| 1787 |
Der Gassenbettel wird nun endgültig verboten. |
| 1787 |
Johann Martin Reutiner, der 1780 den ersten Buchladen der Stadt mit einer Lesebibliothek eröffnete ist zum katholischen Glauben übergetreten und muss deshalb auf das Bürgerrecht der protestantischen Stadt St. Gallen verzichten. Grund genug, damit auch sein Geschäft aufgeben zu müssen. Ergänzung |
| 1787 |
Der Kleine und der Grosse Rat beschliessen, die Holzbrücke zum Brühltor durch eine steinerne Brücke mit Quaderstücken und einem gewölbten Bogen zu ersetzen. |
| 1788 |
Ein Hausbrand hat zur Folge, dass etwa in der Mitte der Spisergasse, dort wo die Turmgasse einmündet, der heute noch bestehend Platz entsteht. |
| 1788 |
Der Abt verbannt den Mönch Ildefons von Arx ins süddeutsche Ebringen, dieser hatte es gewagt, seine Schuldenwirtschaft zu kritisieren. |
| 1788 |
Gründung der Mousselinecassa, Vorschusskasse für Baumwollwaren, ab 1800 Mousseline- und Leinwandcassa, 1824 Leinwand- und Anlehenscassa. |
| 1789 |
Fürstabt Beda Angehrn erbaut in Gossau, Verzweigung Flawil - Wil, das immer noch bestehende Zoll- und Lagerhaus. |
| 1789 |
Gründung der "Literarischen Gesellschaft" mit dem Ziel der Anschaffung und Besprechung von Büchern, dies "zur Ausbildung des Verstandes und zur Veredelung des Herzens gegenseitig beizutragen und ächte Aufklärung zu fördern". |
1789 |
Die Obervögte des Fürstabtes wohnen auf Schloss Oberberg und halten dort auch Gericht. |
| 1789 |
Auf dem Salzmarkt, vermutlich am heutigen Bärenplatz, wird der erste öffentliche Briefeinwurf aufgestellt. |
| 1790 |
Der Scheitlinsbüchel wird bis dato immer noch Linsebühlerweid genannt, sie gehört zum Besitz des Siechenhauses im Linsebühl. |
| 1790 |
Die letzte St. Gallermünze wird geprägt, es ist ein Sechskreuzerstück. |
| 1790 |
Das lange bewährte (G), ein Qualitätszeichen der Stadt für beste Tücher, wird vom Rat abgeschafft. |
| 1791 |
Der Altstätter Baumeister Johann Ulrich Haltiner, von Abt Beda beauftragt, kann die Thur-Brücke bei Lütisburg ihrer Bestimmung übergeben. |
| 1791 |
Das darniederliegende Leinwandgewerbe erlaubt dem Rat erstmals Bleicheboden als Bauland zu vergeben. |
| 1791 |
Ein als erster behördlicher, im modernen Sinn bewilligter, Überbauungsplan ermöglicht den Bau der Biedermeierhäuser an der Rorschacher Strasse 1 - 25. |
| 1792 |
Dreikönigstag Unter dem Motto, Zahl nünt, du bist nünt scholdig, bezahlen die Gossauer dem Abt von St. Gallen keine Steuern mehr. |
| 1792 |
Mai Das revolutionäre Frankreich erklärt den Monarchien Österreich und Preussen den Krieg, die an der Nordwestgrenzen der Eidgenossenschaft durch das Kriegsgeschehen bedrohte Eidgenossenschaft beschliesst die Entsendung von Truppen zum Grenzschutz nach Basel. Die Stadt und der Fürstabt entsenden je ein Kontingent. Ergänzung |
| 1792 |
Die Stadt verkauft dem Pächter Jakob Ebneter das Löchlebad. Das Restaurant nennt sich nach einem Umbau "Löchlebad Restaurant, Cafe du Pavillon und Mineralbade-Anstalt", der Badebetrieb als solcher muss allerdings wegen mangelndem Besuch bald wieder geschlossen werden. |
| 1792 |
Die Familie Orlandi aus Bevers (GR) kann mit dem Einverständnis von Abt Beda Angehrn die Burg Mammertshofen erwerben. |
1792 1798 |
Bürgermeister: Paul Züblin, aus der Schneiderzunft. |
| 1793 |
12. August Die letzte Hinrichtung auf dem äbtischen Richtplatz, dort wo heute die reform. Heiligkreuzkirche steht, gilt dem Tiroler Anton Raschbüheler. |
| 1793/94 |
Der Girtannersche Kalender, der schon im 16. Jahrhundert existierte, wird als St. Gallischer neueingerichteter allgemeiner Kalender weitergeführt. Aus diesem erwuchs das "St. Gallische Wochenblatt", das "Tagblatt der Stadt St. Gallen und der Cantone St. Gallen und Appenzell" und schliesslich via "St. Galler Tagblatt" schliesslich das "Tagblatt". |
1794 1798 |
Bürgermeister: Kaspar Steinlin, aus der Weberzunft. |
| 1795 |
Recht unter revolutionärem Druck stehend, hebt Fürstabt Beda Angehrn, entgegen der Meinung des Konvents, im gütlichen Vertrag von Gossau die Leibeigenschaft und sonstige Rechte auf. |
| 1795 |
In seinem Manuskript zur Geschichte der Stadt St. Gallen schreibt der Sadtarzt Dr. Bernhard Wartmann, "Jedes Stadtquartier stellt eine Bürgerkompanie mit je einem Hauptmann, Leutnant, Fähnrich, Quartiermeister sowie vier Wachtmeistern und vier Korporalen." |
| 1795 |
Der Ratsherr und Stadtarzt Bernhard Wartmann schreibt über das Brühltor: Wenige Strassen in der Welt werden so stark gebraucht wie die Strasse von St. Gallen bis Rorschach; Tag und Nacht findet man immer auf derselben Menschen, Pferde, Kutschen und Wagen. |
| 1795 |
In der Mühlenenschlucht werden neun Mühlbetriebe gezählt. |
1795 1798 |
Bürgermeister: Daniel Girtanner, aus der Schneiderzunft. |
| 1796 |
18. Januar Der Konvent des Klosters stimmt dem von Abt Beda gütlich beschlossenen Vertrag von Gossau, betreffs Auflösung der Leibeigenschaft, endlich ebenfalls zu. |
| 1796 |
Abt Pankraz Vorster (letzter St. Galler Abt), Abt bis 1805. Ergänzung |
| 1796 |
Um gegen die aus Süddeutschland heranrückenden Franzosen gewappnet zu sein, lässt der Feldkircher Stadtrat das weniger wertvoll eingestufte Kirchensilber Kistenweise zum einschmelzen in die Münzwerkstätte der Stadt St. Gllen transportieren, mit dem Erlös kauft er Kriegsmaterial. |
| 1796 |
Der Rat untersagt das Tanzen, egal ob Privat oder in Wirtshäusern. |
| 1797 |
Abt Pankraz Vorster vollendet die neue Pfalz. |
| 1797 |
Februar Bauern aus Straubenzell, Gaiserwald und Gossau stossen nach St. Gallen vor, sie wollen zwei durch äbtische Richter verurteilte Volksführer befreien. Das misslingt, den die Tore zum Kloster werden rechtzeitig geschlossen, nach mehrstündigem Ausharren ziehen sie sich wieder zurück. |
| 1797 |
Der täglich am Mittag zu hörende Auftritt der Turmbläser zu St. Mangen und St. Laurenzen wird eingestellt. |
| 1798 |
21. März Das Stift St. Gallen entsagt allen seinen weltlichen Rechten im Thurgau |
| 1798 |
29. April In der St. Laurenzenkirche findet die letzte Burgerversammlung der alten Stadtrepublik statt. Unter dem Zwang der Verhältnisse nehmen sie die Helvetische Konstitution an. Ergänzung |
| 1798 |
April Das Rathaus am Markt, inzwischen zum Gemeindehaus umbenannt, beherbergt eine den Franzosen genehme provisorische Regierung, Munizipalrat. |
| 1798 |
10. Mai Stadtbesetzung durch etwa 1200 Mann der französische Truppen, dass Kloster wird zu einem grossen Teil in ein Lazarett umgewandelt. |
| 1798 |
4. Juli St. Gallen wird Hauptort des Kantons Sentis, mit Diplomatie wird Appenzell verdrängt, dass eigentlich zuerst als Hauptort vorgesehen war. Das Gebiet besteht aus der Stadt und Fürstabtei St. Gallen, der Landvogtei Rheintal und den beiden Appenzell, die Epoche der Helvetic beginnt. |
| 1798 |
30. August Die Stadtbürger nehmen nach dem Verfassungsschwur auf die Helvetic auf dem oberen oder kleinen Brühl gemeinsam ein Mal ein. |
1798 1799 |
September bis Mai Die Stadt wird verpflichtet in dieser Zeit ca. 500 Soldaten der französischen Besatzungsmacht zu unterhalten. Bemittelte Familie müssen bis zu sechs, ärmere mindestens einen Soldaten beherbergen und verpflegen |
| 1798 |
Nach etlichen Besitzerwechseln ist die Abtei St. Gallen wieder Besitzer der Burg Blatten bei Oberriet |
| 1798 |
Das Haus zum Schifflin an der Multergasse später Hotel Schiff, wird erstmals in einem Kaufschuldenbrief erwähnt. |
| 1798 |
Da Abt Pankraz Vorster dem Volk stur keine Rechte abtreten will erklärt sein Landvogt Karl Müller von Friedberg, (Müller-Friedberg genannt) die Toggenburger von sich aus für frei. |
| 1798 |
Die armen Schwestern zur Gnadenstätte der Mutter vom guten Rat und des heiligen Antonius von Padua in Notkersegg müssen den sie bedrängenden wilden französischen Soldaten den Wein in Kupfergelten und Kübeln reichen. |
| 1798 |
Nach der Schlacht von Zürich dient beim (Bild) ein Bauernhof als Unterkunft für die sich zurückziehenden Russen. |
| 1798 |
Die obrigkeitliche Leinwandcassa wird liquidiert. |
| 1798 |
Die meisten Stimmberechtigten Appenzeller wehren sich gegen den erzwungenen Bürgereid und verbrennen die noch im Frühjahr errichteten Freiheitsbäume. Der helvetische Regierungsstatthalter in St. Gallen lässt daraufhin Appenzell Innerrhoden durch helvetische Truppenverbände besetzen, was deren Widerstand bricht. |
| 1798 |
Zwischen St. Gallen und Zürich wird eine Fahrpost eingeführt, die auch Personen befördert. Eine Fahrt dauert gut acht Stunden. |
| 1798 |
Die Gesellschaft zum Notvesten, ein Zusammenschluss von Kaufleuten und anderen Personen, Standeszunft der St. Galler Kaufleute, wird offiziell aufgelöst, eine bestätigende Urkunde fehlt. |
1798 |
Zwei Ratsherren und ein Weibel müssen durch die Gassen patrouillieren um während der Predigten das unzeitige Herumschweifen zu verhindern. |
1798 1918 |
Tablat existiert als politische Gemeinde. |
1798 1803 |
Präsident des Munizipalitätsrats: Kaspar Scheitlin. |
| 1798 |
Fürstabt Pankraz Vorster flieht mit seinen Getreuen in die von der Abtei St. Gallen an die Grafen von Montfort-Tettnang verpfändete Ortschaft Neuravensburg (D). |
| 1798 |
Die Stadtbehörden überlassen dem Regierungsstatthalter des Kantons Sentis, Dr. Johann Caspar Bolt, das ehemalige Bürgermeisterhaus zur Münze, der dem Haus den Namen (Zur Freundschaft) gibt. Es stand zwischen dem Löchlebad und dem Schibenertor, also da wo später die nun auch schon wieder abgerissene Union gebaut wurde. |
| 1798 |
Bürgermeister: Hans Kaspar Girtanner. |
| 1798 |
Präsident der Municipalität: Kaspar Steinlin, bis 1803. |
| 1798 |
An der Stelle des Gesellenhauses der Notensteiner wird das Haus der Bank Wegelin erbaut. Bemerkung |
| 1799 |
4. Januar Die noch verbliebenen Konventualen des Klosters St. Gallen werden verbannt, indem sie unter militärischer Begleitung bei St. Margrethen auf dem gefrorenen Rhein ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden. Sie finden humanitäre Aufnahme in der Zisterzienserabtei Mehrerau im Vorarlbergischen. |
| 1799 |
21. Januar Städtischer Nationalfeiertag. Auf höheren Befehl hin, wird die Stadt verpflichtet, sich der Hinrichtung des Bourbonenkönigs Ludwig XVI. vom 21. Januar 1793 festlich zu gedenken. Besatzungsgeneral Lautier Xaintrailles führt mit einem Freiheitsfest und einer feierlichen Truppenparade auf dem Klosterplatz und in der Stadt der Bevölkerung die Vorzüge der neuen Republik vor Augen, er stösst dabei auf offenen Spott und Ablehnung. |
| 1799 |
15. Februar Die Munizipalität, später Gemeinderat, wird gewählt. Dieser Tag wird als Geburtstag der Einwohnergemeinde bezeichnet. |
| 1799 |
2. bis 21. Mai Koalitionskrieg, nachdem es den Österreichern gelungen ist, über den Rhein in die Schweiz vorzudringen, verlassen die Franzosen die Stadt. Die Österreicher werden herzlich willkommen geheissen. |
| 1799 |
26. Mai Fürstabt Pankraz Vorster kehrt aus seinem Exil in Neuravensburg (D) nach St. Gallen zurück, er will die Abtei wieder aufbauen, sie aus der Schweiz herauslösen und dem Heiligen Römischen Reich angliedern. Nach dem Sieg der Franzosen gegenüber der Koalition ist es aber endgültig vorbei mit seiner Herrschaft. |
| 1799 |
25./26. September Die Siege der Franzosen bei Zürich und Schänis veranlassen die Koalitionstruppen sich aus dem Raum Ostschweiz zurück zu ziehen, was natürlich das sofortige Nachrücken und die Wiederbesetzung der Stadt durch französische Truppen zur Folge hat. |
1799 |
7. Oktober Die französische Besatzungsmacht verlangt von der Stadt 150'000 Gulden, wobei die eine Hälfte bereits in 24 Std. und die zweite in vier Tagen fällig ist. Durch Mitglieder der Munizipalität wird die Kürzung des offiziell nicht als Kontribution geltenden Betrags auf 200'000 Livres erreicht. |
| 1799 |
Der helvetische Kommisär in der Ostschweiz, Johann Jakob Erlacher von Basel, beauftragt die Konfiszierung des klösterlichen Vermögens sicherzustellen, befielt unter anderem am Hofportal der Abtei den Statuen von Gallus und Otmar die Köpfe abzuschlagen und in der Stadt alle städtische Wappen zu entfernen. Ergänzung |
| 1799 |
Präsident der Interimsregierung: Daniel Bernet. |
1800  |
Der zweistöckige Holzerker zum (Feigenbaum), Webergasse 9, wird gebaut. |
1800  |
Im Kubel erstellt das Kloster St. Gallen für den Saumweg nach Herisau die Holzbrücke "Hüslibrücke" über die Sitter. |
1800  |
Der zweistöckige Holzerker (zur Engelburg), Brühlgasse 29, wird erstellt. |
1800 1839 |
Der Grüne Turm, an der Einmündung der Gallusstrasse in den Oberen Graben, dient als Zuchthaus für Kettensträflinge, diese müssen jeweils die Strassen fegen. |