| 1801 |
14. Oktober Nachdem das Provisorium im Langacker nicht genügt, wird der ehemalige Marstall zum Theater umgebaut. Zur Premiere des ersten St. Gallertheaters führt die Deutsche Löhlein'sche Theatergesellschaft "Die Silberne Hochzeit oder das Glück des zufriedenen Landmanns" von Kotzebue auf. |
| 1801 |
23. Dezember Erstmals erscheint das neue "St. Gallische Wochenblatt". Es gilt als eigentliche Vorgängerin des "Tagblatts der Stadt St. Gallen", dem heutigen "Tagblatt". |
| 1801 |
Der Abt erlaubt der ersten professionellen Theatergruppe, jener von Löhlein aus Deutschland in einer Scheune im Langacker aufzutreten. |
| 1801 |
Freigabe der Stadtmauer, sie kann jetzt in Privatbesitz übergehen. Häuserbesitzer an der Mauer dürfen nun Fenster einbauen oder unter Umständen sogar Mauerstücke abtragen. |
| 1801 |
Der Waadtländer Marc-Antoine Pellis führt in der Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen die ersten Spinnmaschinen der Schweiz ein, es handelt sich um englische Spinnmaschinen mit Mules und Göpelantrieb. Die Spinnerei wird im aufgehobenen Kloster installiert. |
| 1802 |
Caspar Zylis Sohn erwirbt für die Bank Zyli das Haus zum Nothveststein (Notenstein). |
| 1803 |
15. April Ausrufung des Cantons St. Gallen durch den ehemaligen äbtischen Obervogt Karl Müller-Friedberg. Dieses Datum wird als eigentlicher Gründungstag des Kantons St. Gallen bezeichnet. Die Stadt St. Gallen wird Kantonshauptort. |
| 1803 |
29. Dezember Ernennung des in königlich-spanischen Diensten gewesenen Josef Stierli aus St. Fiden zum ersten Kommandanten des neu gegründeten St. Gallischen Landjägerkorps. |
1803 1814 |
Kaspar Steinlin wird Syndicus, bis 1814. |
| 1803 |
Rotmonten wird zusammen mit St. Georgen der Gemeinde Tablat zugeteilt. |
| 1803 |
Die Druckerei Johannes Zollikofer übernimmt das St. Gallische Wochenblatt. |
| 1803 |
Unter der Leitung von Hauptmann Wipf aus Schaffausen kämpfen 600 Schweizersoldaten darunter viele Stadt St. Galler auf Saint Domingue für den französischen Konsul der die seit 1797 verbotene Sklaverei wieder einführen will. Ergänzung
|
| 1803 |
Karl Müller-Friedberg, ehemaliger Statthalter auf Oberberg, erhält von Napoleon den Auftrag eine konstituierende Versammlung einzuberufen. |
1803 1848 |
In dieser Zeit werden 27 Todesurteile gefällt, 17 davon werden auf der Leimat vollstreckt. |
| 1804 |
18. Mai Die kantonale Militärorganisation hält an der bisherigen Verpflichtung fest, Wehrmänner müssen sich die Waffen und die Bekleidung weiterhin selber beschaffen. |
| 1805 |
8. Mai Der Grosse Rat beschliesst das Kloster aufzuheben. Die Regierungsmehrheit war der Auffassung, dass das Kloster schon 1798 aufgehoben worden sei, demnach war es eher eine Bestätigung als ein Beschluss. Kommentar |
| 1805 |
An den Häusern der Stadt werden, um das Auffinden von Personen zu erleichtern, Assekuranznummern angebracht. Ergänzung |
| 1805 |
Der erste Landammann des neuen Kantons St. Gallen, Karl Müller-Friedberg, gründet die "Theater-Actionnairs-Gesellschaft", aus dem schliesslich das Theater St. Gallen wird. |
| 1806 |
25. September Gründung der Heimatschutzsektion St. Gallen. |
| 1806 |
Karl Müller-Friedberg, Mitbegründer des Kantons St. Gallen und Gallus Jakob Baumgartner "Kantonsrat" aus Altstätten gründen die Zeitung "Der Erzähler". |
| 1806 |
Dammbruch am mittleren Burgweiher, dieser muss mit Erde und Lehm neu befestigt werden. |
| 1806 |
Der Rat lässt zwischen Multertor, via Kugelmoos nach Platten die Blattenstrasse anlegen. |
| 1806 |
Mit der Klosteraufhebung wird unter anderem auch das bis dahin in dessen Besitz gewesene Schloss Roggwil an Güterhändler verschachert. |
| 1807 |
8. Mai Liquidation des Klosters und seines Besitzes, die Besitztümer und Vermögenswerte der Abtei werden zwischen dem Kanton und den Katholiken aufgeteilt. |
| 1807 |
31. Juli Obwohl die Behörden den Einsturz der sich kurz vor ihrem Abbruch befindenden Holzbrücke in Kräzern befürchteten, kann ein Glockentransport von über neun Tonnen, gezogen von 18 Pferden die Brücke passieren und zur protestantischen Kirche in Herisau weitergeführt werden. Ergänzung |
| 1807 |
Die barocke Schutzengelkapelle vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche wird nach nur 41 Jahren wieder abgerissen. |
| 1807 |
Bruggen erhält eine eigene, katholische Pfarrei (St. Martin-Bruggen). |
1808 1810 |
Bau des heutigen Hochaltars im Kloster. |
| 1808 |
Baubeginn für das Bleicheliquartier. |
1808  |
Der klösterliche Herrschaftssitz, die Rehburg an der Rorschacherstrasse, wird gebaut. |
| 1808 |
Der Pulver- oder Ladererturm bei St. Mangen, sowie der Harzturm oben an der Metzgergasse und grosse Mauerteile werden geschleift, die Steine werden für den Bau des neuen Waisenhauses an der Rosenbergstrasse verwendet. |
1808 - 1868 |
 Johann Jacob Rietmann, Zeichner und Kupferstecher. Ergänzung |
1808 - 1897 |
 Arnold Otto Aepli, Politiker. Ergänzung |
| 1808 |
Das um 1150 herum entstandene romanische Kreuz des Klosters St. Gallen bekommt im Kreuzgang des Klosters Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg einen neuen Platz. |
| 1809 |
Georg Leonhard Hartmann schafft eine Kupferplatte mit den Grundrissen der Stadt St. Gallen, wobei sich die Genauigkeit hauptsächlich auf das Abschreiten des zu skizzierenden Teils beschränkt. Das Original ist im Besitze des Vermessungsamtes. |
| 1809 |
Abbruch des Michaelturmes zwischen Brühl- und Pletztor (die Neuzeit machte es zum Platztor). |
| 1809 |
In der Stadt werden 7388 Reformierte und 730 Katholiken, insgesamt also 8118 Personen gezählt. |
| 1809 |
Das Gymnasium Katholischer Fundation, später Katholische Kantons Realschule, öffnet im ehemaligen Klostergebäude seine Tore. |
| 1810 |
Aus einem Bauernhaus auf dem vormals Studegüggi oder Chrützberg genannten Stadthügel, wird das erste Restaurant Freudenberg. Der Name des Restaurants wird von grossen Teilen der Bevölkerung nach und nach für den ganzen Hügel übernommen, so das die Stadtoberen den Hügel schliesslich offiziell in Freudenberg umbenennen. Ergänzung |
1810  |
Der Holzerker, Metzgergasse 7, wird erstellt. |
1810 1980 |
Der um ca. 1518 erstellte Runde Turm neben dem Karlstor, einst Teil der Befestigungsanlagen, wird als Gefängnis genutzt. |
| 1811 |
12. Juli Das neue Waisenhaus am Fusse des Rosenbergs, später Verkehrsschule, östlich vom Haus Washington, kann bezogen werden. Das Fundamentmaterial stammt aus dem abgebrochenen Pulverturm bei St. Mangen und dem Harzturm oben an der Metzgergasse. |
| 1811 |
16. Oktober Die Kräzernbrücke wird eingeweiht, es handelt sich hiermit um die erste Vollsteinbrücke die in derartig enormer Höhe (Zeitchronik), 25m einen Fluss, die Sitter überspannt. Für den Bau, der vier statt zwei Jahre dauerte und fünfmal mehr Kosten verursachte als veranschlagt, wurden auch Sträflinge eingesetzt. Anekdote |
| 1811 |
Der Turm des Karlstores wird zum Kantonalen Untersuchungsgefängnis umgebaut. |
| 1811 |
Michale Weniger und Johann Rieter bauen am Standort der einstigen oberen Klostermühle und späteren Maestrani Schokoladenfabrik eine Spinnerei. Ergänzung |
| 1811 |
Gründung der Zinstragenden Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen. |
| 1811 |
Das Restaurant der Brauerei Stocken wird eingeweiht. |
| 1812 |
15. August Dämme, Brücken, Stege werden zum Spielball der hochgehenden Steinach, in der Abraham Hofmann mit Holzfischen beschäftigt, sein Leben lassen muss. |
| 1812 |
Das Kaufmännische Direktorium (Handelskammer) stellt in einer Eingabe an die Kantonsregierung fest, dass wegen der französischen Zollpolitik mehrere tausend Menschen bitterste Not erleiden müssen. |
| 1812 |
Bartholome Rheiner eröffnet in der Spiservorstadt das momentan einzige öffentliche Bad der Stadt. |
| 1812 |
In der Stadt sind vier Pflastermeister für den Unterhalt von Strassen und Plätzen zuständig. |
| 1812 |
Neun Lohnkutschereien unterhalten den Verkehr in der Stadt und der Umgebung. |
| 1812 |
Die Stadt St. Gallen hat 8900 Einwohner. |
| 1812 |
Die Buchdruckerei Zollikofer und Züblin an der Neugasse geben das erste Adressbuch von St. Gallen heraus. |
| 1812 |
Die Klosterfrauen des St. Wiboradaklosters in St. Georgen werden angewiesen keine Novizinnen mehr aufzunehmen, dass Verdikt führt zum Untergang des kleinen Klosters. |
| 1812 |
Die Besitzer des Geländes, auf dem später der Stadtpark entstehen wird, die Familie Scherer, erbaut einen Pavillon, heute Stadtpark-Pavillon genannt. Vorab die städtische Oberschicht frönt dort dem Badevergnügen. |
| 1812 |
Eröffnung der Landstrasse vom Schibenertor bis Zürich. |
1813 - 1898 |
 Johann Christoph Kunkler, Architekt, Erbauer des Bürgerspitals, des Stadttheaters am Bohl, des Alten Museums und des alten Helvetiagebäudes am Helvetiaplatz. |
| 1813 |
Die Verwaltung der katholischen Kirchengüter wird dem Kath.- Administrationsrat als Rechtsnachfolger der Abtei anvertraut. |
| 1814 |
31. August Katholischer und Evangelischer Konfessionsteil erlangen öffentlich-rechtliche Anerkennung. |
| 1814 |
Teilweise mit Waffengewalt schafft es Karl Müller-Friedberg, den Mediationskanton St. Gallen gegen partikulare Interessen zu verteidigen. |
| 1814 |
Stadtsyndicus: Johann Jakob Mayer, bis 1816. |
| 1815 |
Für die Stadt sind vier Polizeidiener angestellt. |
1815  |
Die ehemaligen Bleichen werden als Pflanzplätze an die Bürger vermietet. |
| 1816 |
Die von den Winterthurer Unternehmer Hans Ulrich Graf und Johann Jacob Rieter erbaute Spinnerei Buchenthal nimmt mit 36 Spinnstühlen den Betrieb auf. |
| 1816/17 |
Mit dem Ziel, der Hungersnot etwas entgegen zu wirken, wird die "bürgerliche Kuhweide" am Bernegghang in zahlreiche Bödenen (Pflanzplätze) aufgeteilt und günstig verpachtet. |
| 1816/17 |
Das letzte Mal wo Leute aus unserer Stadt den Hungertod erleiden müssen, aus einer Textilkrise entstanden vordert sie ca. 2000 Tote. |
| 1816 |
Präsident des Stadtrates: Hermann Fels, bis 1829. |
| 1816 |
Die Hungersnot mit gegen 2000 Toten bewirkt, dass die Hülfsgesellschaft der Stadt St. Gallen wieder ins Leben gerufen wird. |
| 1816 |
Gemüts- und Geisteskranke Menschen bekommen im Näfenacker eine abgesonderte Unterkunft "Tollhaus". Ergänzung |
| 1816 |
Präsident des Stadtrates: Joachim Steinmann, bis 1831. |
| 1817 |
17. September Christoph, der eine Sohn von Anna Maria Högger, fällt in der Neugasse, etwa auf der Höhe von Gerber Scheitlin, an der tiefsten Stelle in den Wasserkanal. Ein anderer Knabe, armer Bursche genannt, rettet ihm das Leben. |
| 1817 |
Die Zahl der Polizeidiener wird um eine Person erhöht, es sind jetzt insgesamt deren fünf Mann. |
1817 1819 |
Um die Rissbildung und deren Verbreiterung in den Mauern des Klosters zu eliminieren, werden in den Wänden Balken und Klammern zur statische Sicherungen eingebaut. |
| 1818 |
15. Mai Eine Verordnung des kleinen Rates über Aufenthalt und Verkehr der Juden, erweitert etwas deren Bewegungsfreitheit. |
| 1818 |
Stillegung der Spinnereibetriebe im aufgehobenen Kloster. |
| 1819 |
Der Gefängnisturm auf der Hinterseite des Rest. Hirschen in St. Fiden wird abgebrochen. |
| 1819 |
Christian Fischbacher aus dem St. Gallischen Toggenburg legt als 16jähriger den Grundstein für eine Textilfirma in St. Gallen die heute weltweit bekannt ist. |
| 1820 |
Der Rat ersteht das Rietmännische Haus zu St. Gallibrunn (Wassergasse) um das neue Fremdenspital einzurichten, es befand sich zuvor unter dem Namen Seelhaus (Fremdenspital und Pilgerherberge) vor dem Spisertor. |
1820  |
Der Holzerker zur (Klarheit), Webergasse 20, wird erstellt. |
| 1821 |
Michael Weniger aus Sigmaringen (D) eröffnet in St. Georgen (Schlipf) am Bach eine kleine Giesserei. |
| 1822 |
Die in der Stadt niedergelassenen Katholiken gründen eine eigene Schulgemeinde. |
| 1823 |
Die Bulle von Pius VII. bestätigen nun auch die kirchliche Aufhebung des Klosters. |
| 1823 |
Zwecks Nutzung der Wasserkraft, erstellt Michael Weniger im Philosophental einen Stauweiher (Wenigerweiher). |
| 1823 |
Die Torbogen der äusseren Vorwerke des Müller- und des Spisertores werden abgerissen. |
| 1824 |
27. September Gründung des Doppelbistums von St. Gallen und Chur, Bischof wird Karl Rudolf von Buol-Schauenstein und die Stiftskirche St. Gallen wird Kathedrale. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1833. |
| 1824 |
Das Gregoriusfest wird erstmals Jugendfest genannt, heute Kinderfest. Vorläufer waren die Maifeiern oder die Rutenfeste, wo im Wald die Züchtigungsruten für die Schüler geschnitten wurden. |
| 1824 |
Der Stadtrat erachtet es als notwendig den Polizeiverwalter anzuweisen, den Harschieren rund um unsere Hauptkirche (St. Laurenzen) ein besseres Benehmen beizubringen. |
1824 1841 |
Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird die Bürgerliche Knabenrealschule eingerichtet. |
| 1825 |
20. April Die Finanzkommission im Regierungsgebäude in St. Gallen versteigert die dem Kanton gehörende "Burg Waldegg". Neuer Besitzer ist der St. Galler Kaufmann Johann Jakob Täschler, der darin eine Rotfärberei einrichtet. |
| 1825 |
Die Stadt zählt, Straubenzell und Tablat einberechnet, 177 Quellen und Brunnenstuben. Von Ausnahmen abgesehen werden diese von einem Brunnenmeister, einem Unterbrunnenmeister, vier Brunnenknechten und drei Handlangern unterhalten. |
| 1826 |
In der Multergasse werden die ersten Gaslaternen aufgestellt. |
| 1826 |
Der Metzger und Wirt Johann Jakob Müller wird Besitzer des einstigen Zunfthauses der Metzger in der Metzgergasse. Er nennt es Restaurant zum goldenen Lamm, 60 Jahre später wird erstmals der Name zum goldenen Schäfli genannt. |
| 1826 |
Beim Schützengarten wird eine neue Schiessanlage eröffnet. |
| 1827 |
Der Kunstverein wird gegründet. |
| 1827 |
Die Durchfahrt beim Spisertor wird erweitert. |
| 1827 |
Die Leinwandschau, eine einst für die Qualitätstücher unserer Stadt sehr wichtige Kontrolle, wird aufgehoben. |
| 1828 |
31. März Im Protokoll der Baukomission heisst es, der Wasserkanal im Gängli ist in sehr schlechtem Zustand und bedarf dringend einer Wiederherstellung. |
| 1828 |
Michael Weniger gründet die Maschinenfabrik St. Georgen, die in der Folge bis zu 420 Arbeiter beschäftigt. |
| 1828 |
Zum Trocknen von gefärbten Stoffbahnen wird der Tröckneturm errichtet, er gehört zu einer Rotfärberei die nach Aufhebung des Klosters in der Burg Waldegg eingerichtet wurde. |
| 1828 |
Das Schuh- und Schmalzhaus an der Marktgasse oben bei der Schiedmauer, wird abgerissen. Im Erdgeschoss wurde Butter und Käse gehandelt und im ersten Stock verkauften die Schuster ihre Schuhe. |
| 1828 |
Johann Zuber erstellt den ersten trigonometrisch vermessenen Stadtplan. |
| 1829 |
Der Teil der Schiedmauer südlich vom Schlössli wird abgebrochen, damit wird der direkte Zugang zum Klosterhof möglich. |
| 1829 |
Teile der Schiedmauer werden abgerissen. |
| 1829 |
Über das frühere St. Fiden steht im (Neujahrsblatt) unter anderem folgende Beschreibung: Dieses Dörfchen liegt auf einer schönen Ebene, eine Viertelstunde nordöstlich von St. Gallen, für dessen katholische Bevölkerung es der Begräbnisort ist. |
| 1829 |
Karl Müller-Friedberg, bittet den einstigen Abt Pankraz Vorster um Verzeihung. Er hatte aus Sicht des Klosters im Toggenburg die Interessen des Klosters verraten. Der ehemalige Abt vergibt ihm mittels eines Briefes. |
| 1829 |
Bankraz Vorster, der letzte Abt von St. Gallen, stirbt im Kloster Muri AG. |
| 1829 |
Präsident des Stadtrates: Dr. med. Bernhard Wild, bis 1830. |
| 1830 |
27. Januar Während 6 Tagen wütet an der St. Magnihalde ein Grossbrand dem acht Menschen zum Opfer fallen und 12 Gebäude zerstört werden. |
| 1830 |
Der Brunnen auf dem Brunnenplatz vor der Hexenburg in der Hinteren Lauben wird durch einen neuen aus Eichenholz ersetzt. |
| 1830 |
Ein junger Mann wird wegen öffentlichem Karessieren einer Jungfrau ins Gefängnis gebracht. |
| 1830 |
Präsident des Stadtrates: Karl August Gonzenbach, bis 1831. |
| 1831 |
12. Januar Der kantonale Verfassungsrat wird unter Druck gesetzt. Zahlreiche Demokraten aus Altstätten sorgen vor der Türe des Verfassungsrates im Regierungsgebäude für Unruhe, damit dieser das Referendum bejahe, was er unter dem Druck auch macht. Ergänzung |
| 1831 |
9. Oktober Die Stadt sieht sich veranlasst, die archivarische Trennung zwischen Ortsbürger- und politischer Gemeinde einzuleiten. |
| 1831 |
Dezember Der Gemeinderat setzt die Poizeiorganisation fest, da ein eigentlicher Gründungstag offiziell nicht beschrieben ist, wird dies aus heutiger Sicht als Gründungszeit der Stadtpolizei genannt. |
| 1831 |
Gemeindeammann: Karl August Gonzenbach, bis 1835. |
1831 1833 |
Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Johann Jacob Zollikofer. |
| 1831 |
Eine neue Zeitung kommt auf den St. Galler Pressemarkt. Sie nennt sich "St. Galler Zeitung". Im Jahre 1874 stellt sie ihr Erscheinen aber wieder ein. |
| 1831 |
Sein autoritärer, diktatorisch wirkender Führungsstiel macht Karl Müller-Friedberg zum Feindbild der radikal-liberalen Opposition, die im Zug der Regeneration seinen Sturz herbeiführt. Karl Müller-Friedberg zieht sich verbittert nach Konstanz zurück. |
| 1832 |
2. April Die Polizeikommission stellt fest, dass die Brunnensäule des am Tag zuvor neu erstellten Brunnens beim Rathaus an der Marktgasse zu niedrig und zu geschmacklos ist. Die Kommission beantragt dem zustimmenden Gemeinderat die Erhöhung der Säule mittels eines Aufsatzes von zwei bis drei Schuh, so das die Proportionen einigermassen stimmen. |
| 1832 |
26. Juli Eine Vereinbahrung regelt die Rechte und Pflichten der Stadtpolizei und der Feuerwehr in dem zu Tablat gehörenden Stiftsumfang. |
| 1832 |
Die "Kranken-, Invaliden und Sterbekasse der Typographen" wird gegründet. |
| 1832 |
An der Kunst- und Industrie-Ausstellung, die im Spätherbst im Saal "Zum Antlitz" an der Neugasse stattfindet, sind unter anderem auch Radierungen von Jacob Rietmann zu sehen. Jacob Rietmann ist es zu verdanken, dass das Aussehen der Stadttore in die Gegenwart herüber gerettet werden konnte. |
| 1832 |
Eine Pedition von 102 Bürgern verlangt den Abbruch des Multertores. |
| 1832 |
Die Steinach betreibt zur Zeit 14 Mühlen, 3 Spinnereien, 5 Sägen, 6 Appretierereien, 2 Schleifmühlen, 2 Bleichen und 3 andere mechanische Einrichtungen. Ergänzung |
| 1832 |
Eine Ausscheidungsurkunde regelt zwischen der Politischen und der Genossengemeinde den Besitz der Ortsbürgergemeinde. Das Stadtarchiv wird letzterer übereignet. |
1833 |
Im Hl. Geistspital können arme Menschen eine Nacht gratis übernachten, wer länger bleibt wird aus der Stadt gebracht, Armen- oder Bettelschub genannt. |
1833 1834 |
Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Peter Ehrenzeller. |
| 1833 |
Das Restaurant Freudenberg wird mit einem Turm versehen, was einen burgähnlichen Anblick ergibt. |
| 1833 |
Franz Saurer aus Sigmaringen tritt in die Maschinenwerkstätte St. Georgen von Michael Weniger ein, wo er bald in die Geschäftsleitung aufsteigt. Ergänzung. |
| 1833 |
Die bischöfliche Kurie enthebt den Pfarrer und Professor Alois Fuchs wegen seines Eintretens für eine demokratische Kirchenverfassung aller seiner Ämter. |
| 1833 |
Das Gesetz über die Einteilung des Kantons in Ortsgemeinden tritt in Kraft und bestimmt welches Territorium die Ortsbürgergemeinde St. Gallen ausmacht. Dies sind Altstadt, Kreuzbleiche, St. Leonhard, Nest, Bernegg, Mühlegg, Harfenberg, Linsebühl, St. Jakob, Leimat, Rosenberg. Der Gemeinderat mit fünfzehn Mitgliedern und 11 Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat der Ortsbürgergemeinde sind fortan für die Gemeinde zuständig. |
1834 |
18. Mai Obwohl an vielen Stellen bereits keine Stadtmauer mehr zu sehen ist, sind des Nachts bis zu diesem Datum noch immer sämtliche Tore geschlossen. Die Stadt macht es sich schwer auf die einträglichen Torzölle zu verzichten. |
| 1834 |
9. November Bischof von St. Gallen und Chur, Johann Georg Bossi. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1836. |
| 1834 |
Der 1809 abgesetzte König von Schweden, Gustav der IV. kommt nach vielen Jahren unsteter Herumreiserei unter dem pseudonym Oberst G.A. Gustavsson nach St. Gallen wo er im Gasthaus zum "Weissen Rössli" beim Multertor Wohnsitz nimmt und 1837 stirbt. |
| 1834 |
Das Frauenkloster St. Wiborada in St. Georgen wird aufgehoben und an dessen Stelle ein katholisches Lehrerseminar eingerichtet. |
| 1834 |
Der Würtemberger Matthäus Hipp, entwirft in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren, englisch und französisch. |
| 1834 |
Das Metzgertor, auch Kutzer-, Koster-, Lainbühler- oder Frankentor genannt, wird abgerissen. |
| 1834 |
Katholisch-Tablat gründet eine Schulgemeinde. |
| 1834 |
Gegen den Willen der städtischen Obrigkeit, die den Verlust des Aus- und Einlasslohns geltend macht, verfügt der kleine Rat des Kantons St. Gallen, dass das nächtliche Sperren der Stadttore aufgehoben wird. |
1833 1839 |
Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Hironymus Wegelin. |
| 1835 |
23. April Das kantonale Gesetz betreffs Einbürgerung der geduldeten Heimatlosen, bescherrt der Stadt auf Anhieb 13 reformierte Erwachsene und zwei Kinder, sowie 18 katholische Erwachsene mit acht Kindern. Ergänzung |
| 1835 |
Gemeindeammann: Dr. jur. Christian Friedrich Fels, bis 1839. |
| 1835 |
"Der St. Gallische Wahrheitsfreund", eine neue Wochenzeitung in der Stadt, erblickt das Licht der Welt. |
| 1835 |
Die den Warenverkehr behindernden Flügel der Stadttore werden allesamt an einem einzigen Tag ausgehängt. |
| 1835 |
Auf Peter und Paul wird das Gasthaus Frohe Aussicht erstellt, heute Restaurant Peter und Paul. |
| 1835 |
Das Kind eines Wiedertäufers wird gegen seinen Willen mit der Polizei zur Kirche gebracht und dort getauft. |
| 1835 |
Nördlich des Eichweihers am östlichen Waldrand wird der Buchwaldweiher, Totenweiher genannt, angelegt. |
| 1835 |
Gründung der "Ersparnisanstalt des Kaufmännischen Directoriums", ab 1966 "Bank des Kaufmännischen Direktoriums". |
| 1835 |
An Stelle des ehemaligen Schwitz- und Wasserbades Lämmlisbrunn eröffnet die Brauerei Bierhof an der Kreuzung Lämmlisbrunnen- Rorschacherstrasse, zwischen Steinach und Sägebach, seine Pforten. |
| 1836 |
Das vermutlich nach dem Stadtbrand von 1368 erbaute Müllertor wird abgerissen, und jubelnd wird verkündet, dass nur für Sonne und Licht freier Zugang herrsche. |
1836 |
Karl Müller-Friedberg stirbt verbittert in Konstanz, wo er seine Erinnerungen zu Papier brachte. |
| 1836 |
9. Dezember In der Zeitschrift "Erzähler" ist zu lesen; Auf der Hauptstrasse zwischen Bodensee und Zürich ist endlich das eine der alten unnützen Bollwerke, das Brühltor, ganz abgetragen worden, statt einer unsichern und gefährlichen Schlucht erfreut sich der Verkehr nun einer sehr bequemen und breiten Einfahrt. |
| 1836 |
Am Zusammenfluss vom Rütibach und dem Nottentöbelibächli wird der Rütiweiher erstellt. Mit dem Weiher als Wasserspeicher wird sichergestellt, dass die Wasserwerkbesitzer an der Steinach für ihre Fabrikanlagen immer genügend Wasser haben. |
| 1836 |
Die Siftsbibliothek kommt in den Besitz einer Mumie. Näheres |
| 1836 |
Nach dem Tode des Churer Bischofs, Karl Rudolf Graf von Buol-Schauenstein, reklamiert der Kanton St. Gallen das Approbationsrecht placetum regium» für sich allein, was Papst Gregor XVI. bewegt, dass Doppelbistum Chur-St. Gallen zu zerschlagen. |
| 1836 |
Die Hilfsgesellschaft stellt den unbemittelten Mitbürgern einen Armenarzt zur Verfügung, heute Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG). |
| 1836 |
Das Brühltor wird abgebrochen. |
| 1837 |
17. Oktober Gallus Jakob Baumgartner, Querdenker und Visionär aus Altstätten, stellt im "Erzähler", einer zweimal pro Woche erscheinenden Zeitung fest, dass es zwischen St. Gallen und Rorschach unbedingt eine Eisenbahnlinie braucht. |
| 1837 |
24. November Der Kantonsrat geht nicht auf das von Kantonsrat Gallus Jakob Baumgartner aus Altstätten geäusserte Begehren ein, eine Eisenbahnlinie zwischen der Stadt und Rorschach zu erstellen und entscheidet sich statt dessen zu Gunsten einer neu zu erstellenden Kantonsstrasse St. Gallen - Rorschach. |
| 1837 |
Das Schibenertor wird abgebrochen. |
| 1837 |
Eine Zählung der Hausadressen ergibt, dass jetzt ausserhalb der Ringmauer um die Stadt mehr Häuser vorzufinden sind als in der Stadt. |
| 1837 |
Die Baufälligkeit des Heiliggeistspitals als ganzes gibt zu denken. Speziell Sorge bereitet, dass sich die Dicken Aussenmauern immer mehr in Richtung Marktgasse verschieben. Eine Renovation kommt nicht mehr in Betracht, was den Bürgerrat veranlasst sich für einen Neubau auszusprechen. |
| 1837 |
Gründung der "Bank in St. Gallen", sie gewährt in grossem Stil Investitionskredite. |
| 1837 |
Stephan Schlatter gründet die Freie Evangelische Gemeinde St. Gallen. |
| 1838 |
In der Metzgerei Rietmann an der Engelgasse wird die erste St. Galler-Bratwurst mit der heute noch geltenden Rezeptur hergestellt. |
| 1838 |
Das Spitztürmchen in der Stadtmauer, dort wo heute die Augustinergasse in den Unteren Gaben mündet, wird abgebrochen. |
| 1838 |
Die Blattenstrasse nun korrigiert, führt jetzt vom Kugelmoos direkt via Platten bis an die Grenze der Gemeinde Straubenzell, sie wird zur grenzgesetzlichen Gemeindestrasse erklärt |
| 1838 |
Fabrikanten aus Salerno und englische Partner gründen die Spinnerei Sittertal. |
| 1838 |
Eidgenössisches Schützenfest auf dem unteren Brühl. |
| 1838/39 |
Die immer noch vom Erdbeben von 1774 beschädigte St. Mangenkirche wird renoviert, dabei wird die Männerempore im nördlichen Querschiff entfernt. |
| 1839 |
Gemeindeammann: Albert Kunkler, bis 1860. |
| 1839 |
Edmund Erpf wird Bürgerratspräsident |
| 1839 |
Erstausgabe des "Tagblatts der Stadt St. Gallen", heute "St. Galler Tagblatt". |
| 1839 |
Der alte Brauch des Armen- oder Bettelschubs bekommt eine neue Grundlage. Die neue Armenfuhrordnung ist fortan Sache der politischen Gemeinde. |
| 1839 |
Die Bürgerschaft beschliesst zwischen Brühl- und Spisertor eine Öffnung zum Burggraben zu errichten, daraus entsteht die Glockengasse. |
| 1839 |
Die Linsebühlkirche wird selbständige evang. Pfarrei. |
| 1839 |
Der grüne Turm oder Gallusturm, der an Stelle des ehemaligen Gallustores auch Gallitor genannt am Eingang zur Gallusstrasse stand, wird abgebrochen. |
| 1839 |
Im ehemaligen St. Wiboradakloster in St. Georgen wird ein Priesterseminar eingerichtet. |
| 1839 |
Obligatorisch müssen St. Galler Postillione nun wieder das schon seit langem verstummte Posthorn blasen. |
| 1839 |
Abriss des Multertores, wegen der Wirtschaft zum "Weissen Rössli" innerhalb neben dem Tor oft auch Rösslitor genannt. |
| 1839 |
Auf dem Leimat wird der Galgen abgebaut. |
| 1839 |
Das Zuchthaus St. Jakob wird seinem Zweck übergeben. Kriminalstrafen und Korrektionsmassnahmen werden nach dem sogenannten Silent System vollzogen. |
| 1840 |
31. Oktober Wegen einem erlegten, der
Wuth verdächtigen Hunde wird in der Stadt der Hundebann ausgerufen. Ergänzung |
| 1840 |
Der Maler und Kupferstecher Johann Baptist Isenring organisiert in seinem Haus vor dem Multertor die erste je durchgeführte Kunstausstellung für Daguerreotypien. Ergänzung |
| 1840 |
Die Landstrasse vom Pletztor, die Neuzeit machte es zum Platztor, bis zur Thurgauergrenze wird gebaut. |
| 1840 |
Der österreichische Eisenbahnpionier, Alois Negrelli, später Erbauer des Suezkanals, erstellt die Rorschacher Strasse neu. Bis dahin teilten sich die Wege ab St. Fiden zur Stadt. Die Hauptverbindung führte durch die Brückengasse über den Tempelacker am Linsebühlkirchlein vorbei zur Spiservorstadt und schliesslich zum Spisertor. |
| 1840 |
An der Wassergasse gründet der Appreturarbeiter Hensel eine "Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder". |
| 1840/41 |
Das Hoftor wird abgebrochen. |
| 1841 |
Christ. Hier. Girtanner wird Bürgerratspräsident. |
| 1841 |
Die Landstrasse nach Speicher wird über Tivoli und Notkersegg gebaut. |
1841 - 1920 |
 Adolf Saurer, Sohn von Franz Saurer, der in St. Georgen die Maschinenfabrik Saurer errichtet hatte und später nach Arbon umzog, übernimmt in Arbon die Firma Franz Saurer & Söhne und macht daraus kontinuierlich einen Grossbetrieb der in der Folge nebst Stickmaschinen auch Lastwagen herstellt. |
| 1841 |
Die Stadt verfügt über insgesamt 49 Gaslaternen. Zehn davon werden duch die Polizei und die übrigen durch Anwohnern besorgt. |
| 1841 |
In der Stadt wird ein Handwerkergesellenverein ins Leben gerufen. |
| 1841 |
Hauptgläubiger der Maschinenfabrik Weniger, Gottlieb Freiherr von Süsskind, übernmmt die in Schwierigkeiten geratene Fabrik. |
| 1841 |
Die Knabenschule kann seine Tätigkeit im Grabenschulhaus aufnehmen. |
| 1841 |
Dem Anbau des Zeughausflügels an die Pfalz im nördlichen Teil des Klosterhofes muss ein weiterer Teil der Schiedmauer und damit auch das Hof- oder Klostertor weichen. Ergänzung |
| 1842 |
4. August, 12:00 Uhr Das Restaurant Freudenberg fällt einem Brand zum Opfer. |
| 1842 |
In St. Gallen erscheint die erste Ausgabe der "Schweizer Zeitung", vom Alstätter, Gallus Jakob Baumgartner herausgegeben. Nach vier Jahren wird der Titel geändert in "Die Neue Schweiz". |
| 1842 |
In einem Artikel des St. Galler Tagblattes wird bauwilligen das Recht für einen Erkerbau abgesprochen. Die Strasse gehöre schliesslich der Polizei und Eigentum dürfe nicht von Dritten in der Luft überbaut werden. |
1843 |
29. November Auf der Leimat wird die letzte Hinrichtung vollzogen. Der Mörder Peter Waser wird durch den bekannten Scharfrichter Johannes Bettenmann aus Altstätten hingerichtet. Ergänzung |
| 1843 |
Joh. Mich. Scheitlin wird Bürgerratspräsident. |
| 1843 |
Das Haus Schwertgasse 22 wird gebaut, dort stand zuvor der zur Stadtbefestigung gehörende Miachelsturm. |
1843 |
Die Zinstragende Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen nennt sich neu Ersparniskasse. |
| 1843 |
Industrie- und Gewerbeausstellung, 11. Kantone beteiligen sich. |
| 1843 |
Die "Leinwand- und Anlehenscassa" wird aufgehoben. |
| 1843 |
Johann Zuber verkauft der Stadt für 25 Gulden den von ihm erstellten trigonometrischen Stadtplan. |
1843 1846 |
Beim Kloster wird an der Stelle des früheren Bruderhauses die Kinder- und Schutzengelkapelle erstellt. |
1843 1847 |
Die Ärzte Johannes Seitz und Friedrich Vonwiler betreiben an der Ecke Ilgen-, Bogenstrasse eine Nervenheilanstalt die sie Paradies nennen und vor allem Patienten aus gutbetuchten Familien aufnimmt. Nachdem in Pfäffers die kantonal psychiatrische Klinik ihre Tore öffnete, wurde die Nervenanstalt nach nur vier Jahren wieder geschlossen. |
1843 1844 |
Auf der Nordseite des Klosterplatzes entsteht nach den Plänen von Felix Wilhelm Kubly der Zeughausflügel und die katholische Schule, sowie die Kinderkapelle. |
1844 1845 |
Bau der Landstrasse nach Heiden und Rehetobel. |
| 1844 |
Die Wachthütte auf der Hochwacht auf Bernegg wird zum Abbruch verkauft. |
| 1844 |
Auf dem Freudenberg wird an Stelle des abgebrannten Gasthauses ein neues erstellt. |
| 1844 |
Franz Elysäus Rittmeyer richtet an der Webergasse mit 12 Maschinen die erste Stickfabrik ein. |
| 1845 |
Belegt ist die Hauptwache der Polizei im alten Spitalgebäude des Heiliggeistspitals. |
| 1845 |
Der die Stunde ausrufende Nachtwächter hat ausgedient, er wird durch eine Polizei-Patroullie ersetzt. |
1845 - 1923 |
 Gottfried Julius Kunkler, Architekt, Erbauer des Schulhauses Talhof und der Tonhalle. |
| 1845 |
2. Oktober Das auf der Linsebühlbleiche gebaute Bürgerspital wird eingeweiht, es dient nun an Stelle des Heiliggeistspitals an der Marktgasse. |
| 1845 |
Eine überbaute Verbindung, die vom Martplatz aus gesehen die ersten Häuser in der Spitalgasse, links die Ilge und rechts das Heiliggeist-Spital verbunden hat, wird abgebrochen. Zeitzeuge; "eine bedenkliche, tunnelartige Passage, für Leute die auf Sauberkeit hielten, nicht gerade einladend." |
| 1845 |
In den Spinnereien Buchental und St. Georgen kommen die ersten Dampfmaschinen zum Einsatz. |
| 1845 |
Der Springbrunnenplatz, heute Grabenpärkli, wird angelegt. |
1845  |
Im äusseren Klosterhof wird zwischen der Kinderkapelle und dem Schulhaus ein kleiner Brunnen erstellt. |
| 1846 |
25. Februar Gründung des vom Kaufmännischen Direktorium und der gemeinnützigen Gesellschaft geförderten «St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn-Vereins», mit dem Ziel die Stadt von Westen und von Osten mit einer Eisenbahn zu erschliessen. Ergänzung |
| 1846 |
15. Mai Der Steinmetz Wild kann dem Gemeinderat die Erstellung des neuen Brunnens auf dem Lindenplatz bekannt geben. |
| 1846 |
7. Juli Die Polizeiwache bezieht Räumlichkeiten im Rathaus am Markt. |
| 1846 |
22./23. August Die Steinach zu einem ausserordentlichen Wildwasser angeschwollen, reisst die Blöcher der Mühlecksägerei durch die Mühlenenschlucht wo sie die Stützmauern von den Gärten zwischen Müller- und Karlstor sowie die Brücke zur Haberdarre wegreissen. |
| 1846 |
10. Oktober Bischof Johann Peter Mirer. Er bekleidet sein Amt als Bichof bis 1862. |
| 1846 |
Die Der Biersieder Hock erstellt im Krontal das Gasthaus Krone. |
| 1846 |
Der die Ilgengasse, heute Spitalgasse, gegen die Marktgasse überspannende Schwibbogen wird entfernt. |
| 1846 |
Erwähnt wird zu St. Laurenzen eine Turmwache die Feuer und sonstige Vorkommnisse melden muss. |
| 1847 |
12. April Johann-Peter Mirer wird zum ersten Bischof von St. Gallen geweiht und waltet seines Amtes bis 1862, er nimmt Sitz im westlichen Teil des Hofflügels. Die beiden Halbkantone von Appenzell unterstehen der apostolischen Administration des Bistums St. Gallen. Ergänzung |
| 1847 |
Carl Greith der in München studierte, übernimmt die Leitung der Gesangsgesellschaft und unterrichtet Musiktheorie und Praxis an der Oberstufe. |
| 1847 |
Die Bank in St. Gallen zieht in ihren Neubau beim Portnerhof an der Bankgasse ein. |
| 1847 |
Die Bürgergarde und das Kadettenkorps der Stadt empfangen in Bruggen die vom Sonderbundskrieg heimkehrenden Appenzeller und begleiten diese in einem Triumphzug bis zur Kantonsgrenze vor Vögelinsegg. Ergänzung |
| 1847 |
Über die Steinach an der Säge, bei der Abzweigung
Rorschacher-, Lämmlisbrunnenstrasse wird eine Brücke erstellt. |
| 1847/48 |
Bau der St. Georgenstrasse. |
| 1848 |
Die Stadt übernimmt alle öffentlichen Quellen, Bäche, Brunnen, Weiher, Leitungen und Kanäle von den Ortsbürgern. Ergänzung |
1850  |
Der Musselin wird mit Stickerei veredelt, was schliesslich zum Stickereiboom führt. |
1850 |
Der Brunnen am Übergang von der Bank in die Schmiedgasse, vor der Apotheke im Neubad, wird entfernt. |
1850  |
Die städtische Textilindustrie stellt für Kaiserin Eugénie ein in Alençon-Spitze gefertigtes Ballkleid her. Ergänzung |
| 1850 |
Folgende Postkutschenverbindungen sind aufgezeichnet. Weinfelden-St. Gallen (über Gossau), Lokalkurs St. Gallen-Zürich (über Aadorf) als Tag-Eilwagenkurs St. Gallen Konstanz (über Romanshorn) St. Gallen-Feldkirch (über Trogen-Altstätten) St. Gallen-Rorschach, Lokalkurs St. Gallen Appenzell (via Teufen-Gais) St. Gallen Heiden, alle jeweils auch umgekehrt. |
1850 1854 |
Die St. Laurenzenkirche, ein niederer gedrungener Bau, wird während vier Jahren zu einer Basilika im Neugotischen Stil umgestaltet und der neue Turm mit neuem Geläut versehen, gegossen in Konstanz. |
1850 1864 |
Die Handelsniederlassung der 1798 verbotenen Milizgesellschaft der Stadt St. Gallen, beliefert in Shanghai die Truppen des blutigen Taiping-Aufstandes sowie aufständische in Mittel- und Lateinamerika. |
| 1850 |
Die Brauerei Scheitlin (später Uhler) eröffnet Ihren Betrieb. |
| 1850 |
Gründung der freien Schule von Evangelisch-Tablat. |
| 1850 |
Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 17'858 Einwohner. |
| 1850 |
Die Brauerei Schönenwegen übernimmt an der Ecke Zürcher- Rechenstrasse seinen Betrieb. |
| 1850 |
Im Restaurant Brand wird die (St. Gallische Sektion des östlichen Feldschützenvereins) gegründet. |
1850 - 1928 |
 Arnold Billwiler, Brauereiunternehmer, übernimmt 1878 von seinem Vater die Leitung der Bierbrauerei Schützengarten, die sich unter seiner Führung vom Kleinbetrieb zur Grossbrauerei mausert.
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| 1850 |
Die Stadtbevölkerung ist auf 17'858 Personen angestiegen. |