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1801 bis 1850
1801 14. Oktober
Nachdem das Provisorium im Langacker nicht genügt, wird der ehemalige
Marstall zum Theater umgebaut. Zur Premiere des ersten St. Gallertheaters führt die Deutsche Löhlein'sche Theatergesellschaft "Die Silberne Hochzeit oder das Glück des zufriedenen Landmanns" von Kotzebue auf.
1801 23. Dezember
Erstmals erscheint das neue "St. Gallische Wochenblatt". Es gilt als eigentliche Vorgängerin des "Tagblatts der Stadt St. Gallen", dem heutigen "Tagblatt".
1801 Der Abt erlaubt der ersten professionellen Theatergruppe, jener von Löhlein aus Deutschland in einer Scheune im Langacker aufzutreten.
1801 Freigabe der Stadtmauer, sie kann jetzt in Privatbesitz übergehen. Häuserbesitzer an der Mauer dürfen nun Fenster einbauen oder unter Umständen sogar Mauerstücke abtragen.
1801 Der Waadtländer Marc-Antoine Pellis führt in der Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen die ersten Spinnmaschinen der Schweiz ein, es handelt sich um englische Spinnmaschinen mit Mules und Göpelantrieb. Die Spinnerei wird im aufgehobenen Kloster installiert.
1802 Caspar Zylis Sohn erwirbt für die Bank Zyli das Haus zum Nothveststein (Notenstein).
1803 15. April
Ausrufung des Cantons St. Gallen durch den ehemaligen äbtischen Obervogt Karl Müller-Friedberg. Dieses Datum wird als eigentlicher Gründungstag des Kantons St. Gallen bezeichnet. Die Stadt St. Gallen wird Kantonshauptort.
1803 29. Dezember
Ernennung des in königlich-spanischen Diensten gewesenen Josef Stierli aus St. Fiden zum ersten Kommandanten des neu gegründeten St. Gallischen Landjägerkorps.
18031814 Kaspar Steinlin wird Syndicus, bis 1814.
1803 Rotmonten wird zusammen mit St. Georgen der Gemeinde Tablat zugeteilt.
1803 Die Druckerei Johannes Zollikofer übernimmt das St. Gallische Wochenblatt.
1803 Unter der Leitung von Hauptmann Wipf aus Schaffausen kämpfen 600 Schweizersoldaten darunter viele Stadt St. Galler auf Saint Domingue für den französischen Konsul der die seit 1797 verbotene Sklaverei wieder einführen will.
Ergänzung
1803 Karl Müller-Friedberg, ehemaliger Statthalter auf Oberberg, erhält von Napoleon den Auftrag eine konstituierende Versammlung einzuberufen.
18031848 In dieser Zeit werden 27 Todesurteile gefällt, 17 davon werden auf der Leimat vollstreckt.
1804 18. Mai
Die kantonale Militärorganisation hält an der bisherigen Verpflichtung fest, Wehrmänner müssen sich die Waffen und die Bekleidung weiterhin selber beschaffen.
1805 8. Mai
Der Grosse Rat beschliesst das Kloster aufzuheben. Die Regierungsmehrheit war der Auffassung, dass das Kloster schon 1798 aufgehoben worden sei, demnach war es eher eine Bestätigung als ein Beschluss.
Kommentar
1805 An den Häusern der Stadt werden, um das Auffinden von Personen zu erleichtern, Assekuranznummern angebracht.
Ergänzung
1805 Der erste Landammann des neuen Kantons St. Gallen, Karl Müller-Friedberg, gründet die "Theater-Actionnairs-Gesellschaft", aus dem schliesslich das Theater St. Gallen wird.
1806 25. September
Gründung der Heimatschutzsektion St. Gallen.
1806 Karl Müller-Friedberg, Mitbegründer des Kantons St. Gallen und Gallus Jakob Baumgartner "Kantonsrat" aus Altstätten gründen die Zeitung "Der Erzähler".
1806 Dammbruch am mittleren Burgweiher, dieser muss mit Erde und Lehm neu befestigt werden.
1806 Der Rat lässt zwischen Multertor, via Kugelmoos nach Platten die Blattenstrasse anlegen.
1806 Mit der Klosteraufhebung wird unter anderem auch das bis dahin in dessen Besitz gewesene Schloss Roggwil an Güterhändler verschachert.
1807 8. Mai
Liquidation des Klosters und seines Besitzes, die Besitztümer und Vermögenswerte der Abtei werden zwischen dem Kanton und den Katholiken aufgeteilt.
1807 31. Juli
Obwohl die Behörden den Einsturz der sich kurz vor ihrem Abbruch befindenden Holzbrücke in Kräzern befürchteten, kann ein Glockentransport von über neun Tonnen, gezogen von 18 Pferden die Brücke passieren und zur protestantischen Kirche in Herisau weitergeführt werden.
Ergänzung
1807 Die barocke Schutzengelkapelle vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche wird nach nur 41 Jahren wieder abgerissen.
1807 Bruggen erhält eine eigene, katholische Pfarrei (St. Martin-Bruggen).
18081810 Bau des heutigen Hochaltars im Kloster.
1808 Baubeginn für das Bleicheliquartier.
1808 Der klösterliche Herrschaftssitz, die Rehburg an der Rorschacherstrasse, wird gebaut.
1808 Der Pulver- oder Ladererturm bei St. Mangen, sowie der Harzturm oben an der Metzgergasse und grosse Mauerteile werden geschleift, die Steine werden für den Bau des neuen Waisenhauses an der Rosenbergstrasse verwendet.
1808- 1868
Johann Jacob Rietmann, Zeichner und Kupferstecher.
Ergänzung
1808- 1897
Arnold Otto Aepli, Politiker.
Ergänzung
1808 Das um 1150 herum entstandene romanische Kreuz des Klosters St. Gallen bekommt im Kreuzgang des Klosters Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg einen neuen Platz.
1809 Georg Leonhard Hartmann schafft eine Kupferplatte mit den Grundrissen der Stadt St. Gallen, wobei sich die Genauigkeit hauptsächlich auf das Abschreiten des zu skizzierenden Teils beschränkt. Das Original ist im Besitze des Vermessungsamtes.
1809 Abbruch des Michaelturmes zwischen Brühl- und Pletztor (die Neuzeit machte es zum Platztor).
1809 In der Stadt werden 7388 Reformierte und 730 Katholiken, insgesamt also 8118 Personen gezählt.
1809 Das Gymnasium Katholischer Fundation, später Katholische Kantons Realschule, öffnet im ehemaligen Klostergebäude seine Tore.
1810 Aus einem Bauernhaus auf dem vormals Studegüggi oder Chrützberg genannten Stadthügel, wird das erste Restaurant Freudenberg. Der Name des Restaurants wird von grossen Teilen der Bevölkerung nach und nach für den ganzen Hügel übernommen, so das die Stadtoberen den Hügel schliesslich offiziell in Freudenberg umbenennen.
Ergänzung
1810 Der Holzerker, Metzgergasse 7, wird erstellt.
18101980 Der um ca. 1518 erstellte Runde Turm neben dem Karlstor, einst Teil der Befestigungsanlagen, wird als Gefängnis genutzt.
1811 12. Juli
Das neue Waisenhaus am Fusse des Rosenbergs, später Verkehrsschule, östlich vom Haus Washington, kann bezogen werden. Das Fundamentmaterial stammt aus dem abgebrochenen Pulverturm bei St. Mangen und dem Harzturm oben an der Metzgergasse.
1811 16. Oktober
Die Kräzernbrücke wird eingeweiht, es handelt sich hiermit um die erste Vollsteinbrücke die in derartig enormer Höhe (Zeitchronik), 25m einen Fluss, die Sitter überspannt. Für den Bau, der vier statt zwei Jahre dauerte und fünfmal mehr Kosten verursachte als veranschlagt, wurden auch Sträflinge eingesetzt.
Anekdote
1811 Der Turm des Karlstores wird zum Kantonalen Untersuchungsgefängnis umgebaut.
1811 Michale Weniger und Johann Rieter bauen am Standort der einstigen oberen Klostermühle und späteren Maestrani Schokoladenfabrik eine Spinnerei.
Ergänzung
1811 Gründung der Zinstragenden Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen.
1811 Das Restaurant der Brauerei Stocken wird eingeweiht.
1812 15. August
Dämme, Brücken, Stege werden zum Spielball der hochgehenden Steinach, in der Abraham Hofmann mit Holzfischen beschäftigt, sein Leben lassen muss.
1812 Das Kaufmännische Direktorium (Handelskammer) stellt in einer Eingabe an die Kantonsregierung fest, dass wegen der französischen Zollpolitik mehrere tausend Menschen bitterste Not erleiden müssen.
1812 Bartholome Rheiner eröffnet in der Spiservorstadt das momentan einzige öffentliche Bad der Stadt.
1812 In der Stadt sind vier Pflastermeister für den Unterhalt von Strassen und Plätzen zuständig.
1812 Neun Lohnkutschereien unterhalten den Verkehr in der Stadt und der Umgebung.
1812 Die Stadt St. Gallen hat 8900 Einwohner.
1812 Die Buchdruckerei Zollikofer und Züblin an der Neugasse geben das erste Adressbuch von St. Gallen heraus.
1812 Die Klosterfrauen des St. Wiboradaklosters in St. Georgen werden angewiesen keine Novizinnen mehr aufzunehmen, dass Verdikt führt zum Untergang des kleinen Klosters.
1812 Die Besitzer des Geländes, auf dem später der Stadtpark entstehen wird, die Familie Scherer, erbaut einen Pavillon, heute Stadtpark-Pavillon genannt. Vorab die städtische Oberschicht frönt dort dem Badevergnügen.
1812 Eröffnung der Landstrasse vom Schibenertor bis Zürich.
1813- 1898
Johann Christoph Kunkler, Architekt, Erbauer des Bürgerspitals, des Stadttheaters am Bohl, des Alten Museums und des alten Helvetiagebäudes am Helvetiaplatz.
1813 Die Verwaltung der katholischen Kirchengüter wird dem Kath.- Administrationsrat als Rechtsnachfolger der Abtei anvertraut.
1814 31. August
Katholischer und Evangelischer Konfessionsteil erlangen öffentlich-rechtliche Anerkennung.
1814 Teilweise mit Waffengewalt schafft es Karl Müller-Friedberg, den Mediationskanton St. Gallen gegen partikulare Interessen zu verteidigen.
1814 Stadtsyndicus: Johann Jakob Mayer, bis 1816.
1815 Für die Stadt sind vier Polizeidiener angestellt.
1815 Die ehemaligen Bleichen werden als Pflanzplätze an die Bürger vermietet.
1816 Die von den Winterthurer Unternehmer Hans Ulrich Graf und Johann Jacob Rieter erbaute Spinnerei Buchenthal nimmt mit 36 Spinnstühlen den Betrieb auf.
1816/17 Mit dem Ziel, der Hungersnot etwas entgegen zu wirken, wird die "bürgerliche Kuhweide" am Bernegghang in zahlreiche Bödenen (Pflanzplätze) aufgeteilt und günstig verpachtet.
1816/17 Das letzte Mal wo Leute aus unserer Stadt den Hungertod erleiden müssen, aus einer Textilkrise entstanden vordert sie ca. 2000 Tote.
1816 Präsident des Stadtrates: Hermann Fels, bis 1829.
1816 Die Hungersnot mit gegen 2000 Toten bewirkt, dass die Hülfsgesellschaft der Stadt St. Gallen wieder ins Leben gerufen wird.
1816 Gemüts- und Geisteskranke Menschen bekommen im Näfenacker eine abgesonderte Unterkunft "Tollhaus".
Ergänzung
1816 Präsident des Stadtrates: Joachim Steinmann, bis 1831.
1817 17. September
Christoph, der eine Sohn von Anna Maria Högger, fällt in der Neugasse, etwa auf der Höhe von Gerber Scheitlin, an der tiefsten Stelle in den Wasserkanal. Ein anderer Knabe, armer Bursche genannt, rettet ihm das Leben.
1817 Die Zahl der Polizeidiener wird um eine Person erhöht, es sind jetzt insgesamt deren fünf Mann.
18171819 Um die Rissbildung und deren Verbreiterung in den Mauern des Klosters zu eliminieren, werden in den Wänden Balken und Klammern zur statische Sicherungen eingebaut.
1818 15. Mai
Eine Verordnung des kleinen Rates über Aufenthalt und Verkehr der Juden, erweitert etwas deren Bewegungsfreitheit.
1818 Stillegung der Spinnereibetriebe im aufgehobenen Kloster.
1819 Der Gefängnisturm auf der Hinterseite des Rest. Hirschen in St. Fiden wird abgebrochen.
1819 Christian Fischbacher aus dem St. Gallischen Toggenburg legt als 16jähriger den Grundstein für eine Textilfirma in St. Gallen die heute weltweit bekannt ist.
1820 Der Rat ersteht das Rietmännische Haus zu St. Gallibrunn (Wassergasse) um das neue Fremdenspital einzurichten, es befand sich zuvor unter dem Namen Seelhaus (Fremdenspital und Pilgerherberge) vor dem Spisertor.
1820 Der Holzerker zur (Klarheit), Webergasse 20, wird erstellt.
1821 Michael Weniger aus Sigmaringen (D) eröffnet in St. Georgen (Schlipf) am Bach eine kleine Giesserei.
1822 Die in der Stadt niedergelassenen Katholiken gründen eine eigene Schulgemeinde.
1823 Die Bulle von Pius VII. bestätigen nun auch die kirchliche Aufhebung des Klosters.
1823 Zwecks Nutzung der Wasserkraft, erstellt Michael Weniger im Philosophental einen Stauweiher (Wenigerweiher).
1823 Die Torbogen der äusseren Vorwerke des Müller- und des Spisertores werden abgerissen.
1824 27. September
Gründung des Doppelbistums von St. Gallen und Chur, Bischof wird Karl Rudolf von Buol-Schauenstein und die Stiftskirche St. Gallen wird Kathedrale. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1833.
1824 Das Gregoriusfest wird erstmals Jugendfest genannt, heute Kinderfest. Vorläufer waren die Maifeiern oder die Rutenfeste, wo im Wald die Züchtigungsruten für die Schüler geschnitten wurden.
1824 Der Stadtrat erachtet es als notwendig den Polizeiverwalter anzuweisen, den Harschieren rund um unsere Hauptkirche (St. Laurenzen) ein besseres Benehmen beizubringen.
18241841 Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird die Bürgerliche Knabenrealschule eingerichtet.
1825 20. April
Die Finanzkommission im Regierungsgebäude in St. Gallen versteigert die dem Kanton gehörende "Burg Waldegg". Neuer Besitzer ist der St. Galler Kaufmann Johann Jakob Täschler, der darin eine Rotfärberei einrichtet.
1825 Die Stadt zählt, Straubenzell und Tablat einberechnet, 177 Quellen und Brunnenstuben. Von Ausnahmen abgesehen werden diese von einem Brunnenmeister, einem Unterbrunnenmeister, vier Brunnenknechten und drei Handlangern unterhalten.
1826 In der Multergasse werden die ersten Gaslaternen aufgestellt.
1826 Der Metzger und Wirt Johann Jakob Müller wird Besitzer des einstigen Zunfthauses der Metzger in der Metzgergasse. Er nennt es Restaurant zum goldenen Lamm, 60 Jahre später wird erstmals der Name zum goldenen Schäfli genannt.
1826 Beim Schützengarten wird eine neue Schiessanlage eröffnet.
1827 Der Kunstverein wird gegründet.
1827 Die Durchfahrt beim Spisertor wird erweitert.
1827 Die Leinwandschau, eine einst für die Qualitätstücher unserer Stadt sehr wichtige Kontrolle, wird aufgehoben.
1828 31. März
Im Protokoll der Baukomission heisst es, der Wasserkanal im
Gängli ist in sehr schlechtem Zustand und bedarf dringend einer Wiederherstellung.
1828 Michael Weniger gründet die Maschinenfabrik St. Georgen, die in der Folge bis zu 420 Arbeiter beschäftigt.
1828 Zum Trocknen von gefärbten Stoffbahnen wird der Tröckneturm errichtet, er gehört zu einer Rotfärberei die nach Aufhebung des Klosters in der Burg Waldegg eingerichtet wurde.
1828 Das Schuh- und Schmalzhaus an der Marktgasse oben bei der Schiedmauer, wird abgerissen. Im Erdgeschoss wurde Butter und Käse gehandelt und im ersten Stock verkauften die Schuster ihre Schuhe.
1828 Johann Zuber erstellt den ersten trigonometrisch vermessenen Stadtplan.
1829 Der Teil der Schiedmauer südlich vom Schlössli wird abgebrochen, damit wird der direkte Zugang zum Klosterhof möglich.
1829 Teile der Schiedmauer werden abgerissen.
1829 Über das frühere St. Fiden steht im (Neujahrsblatt) unter anderem folgende Beschreibung: Dieses Dörfchen liegt auf einer schönen Ebene, eine Viertelstunde nordöstlich von St. Gallen, für dessen katholische Bevölkerung es der Begräbnisort ist.
1829 Karl Müller-Friedberg, bittet den einstigen Abt Pankraz Vorster um Verzeihung. Er hatte aus Sicht des Klosters im Toggenburg die Interessen des Klosters verraten. Der ehemalige Abt vergibt ihm mittels eines Briefes.
1829 Bankraz Vorster, der letzte Abt von St. Gallen, stirbt im Kloster Muri AG.
1829 Präsident des Stadtrates: Dr. med. Bernhard Wild, bis 1830.
1830 27. Januar
Während 6 Tagen wütet an der St. Magnihalde ein Grossbrand dem acht Menschen zum Opfer fallen und 12 Gebäude zerstört werden.
1830 Der Brunnen auf dem Brunnenplatz vor der Hexenburg in der Hinteren Lauben wird durch einen neuen aus Eichenholz ersetzt.
1830 Ein junger Mann wird wegen öffentlichem Karessieren einer Jungfrau ins Gefängnis gebracht.
1830 Präsident des Stadtrates: Karl August Gonzenbach, bis 1831.
1831 12. Januar
Der kantonale Verfassungsrat wird unter Druck gesetzt. Zahlreiche Demokraten aus Altstätten sorgen vor der Türe des Verfassungsrates im Regierungsgebäude für Unruhe, damit dieser das Referendum bejahe, was er unter dem Druck auch macht.
Ergänzung
1831 9. Oktober
Die Stadt sieht sich veranlasst, die archivarische Trennung zwischen Ortsbürger- und politischer Gemeinde einzuleiten.
1831 Dezember
Der Gemeinderat setzt die Poizeiorganisation fest, da ein eigentlicher Gründungstag offiziell nicht beschrieben ist, wird dies aus heutiger Sicht als Gründungszeit der Stadtpolizei genannt.
1831 Gemeindeammann: Karl August Gonzenbach, bis 1835.
18311833 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Johann Jacob Zollikofer.
1831 Eine neue Zeitung kommt auf den St. Galler Pressemarkt. Sie nennt sich "St. Galler Zeitung". Im Jahre 1874 stellt sie ihr Erscheinen aber wieder ein.
1831 Sein autoritärer, diktatorisch wirkender Führungsstiel macht Karl Müller-Friedberg zum Feindbild der radikal-liberalen Opposition, die im Zug der Regeneration seinen Sturz herbeiführt. Karl Müller-Friedberg zieht sich verbittert nach Konstanz zurück.
1832 2. April
Die Polizeikommission stellt fest, dass die Brunnensäule des am Tag zuvor neu erstellten Brunnens beim Rathaus an der Marktgasse zu niedrig und zu geschmacklos ist. Die Kommission beantragt dem zustimmenden Gemeinderat die Erhöhung der Säule mittels eines Aufsatzes von zwei bis drei Schuh, so das die Proportionen einigermassen stimmen.
1832 26. Juli
Eine Vereinbahrung regelt die Rechte und Pflichten der Stadtpolizei und der Feuerwehr in dem zu
Tablat gehörenden Stiftsumfang.
1832 Die "Kranken-, Invaliden und Sterbekasse der Typographen" wird gegründet.
1832 An der Kunst- und Industrie-Ausstellung, die im Spätherbst im Saal "Zum Antlitz" an der Neugasse stattfindet, sind unter anderem auch Radierungen von Jacob Rietmann zu sehen. Jacob Rietmann ist es zu verdanken, dass das Aussehen der Stadttore in die Gegenwart herüber gerettet werden konnte.
1832 Eine Pedition von 102 Bürgern verlangt den Abbruch des Multertores.
1832 Die Steinach betreibt zur Zeit 14 Mühlen, 3 Spinnereien, 5 Sägen, 6 Appretierereien, 2 Schleifmühlen, 2 Bleichen und 3 andere mechanische Einrichtungen.
Ergänzung
1832 Eine Ausscheidungsurkunde regelt zwischen der Politischen und der Genossengemeinde den Besitz der Ortsbürgergemeinde. Das Stadtarchiv wird letzterer übereignet.
1833 Im Hl. Geistspital können arme Menschen eine Nacht gratis übernachten, wer länger bleibt wird aus der Stadt gebracht, Armen- oder Bettelschub genannt.
18331834 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Peter Ehrenzeller.
1833 Das Restaurant Freudenberg wird mit einem Turm versehen, was einen burgähnlichen Anblick ergibt.
1833 Franz Saurer aus Sigmaringen tritt in die Maschinenwerkstätte St. Georgen von Michael Weniger ein, wo er bald in die Geschäftsleitung aufsteigt. Ergänzung.
1833 Die bischöfliche Kurie enthebt den Pfarrer und Professor Alois Fuchs wegen seines Eintretens für eine demokratische Kirchenverfassung aller seiner Ämter.
1833 Das Gesetz über die Einteilung des Kantons in Ortsgemeinden tritt in Kraft und bestimmt welches Territorium die Ortsbürgergemeinde St. Gallen ausmacht. Dies sind Altstadt, Kreuzbleiche, St. Leonhard, Nest, Bernegg, Mühlegg, Harfenberg, Linsebühl, St. Jakob, Leimat, Rosenberg. Der Gemeinderat mit fünfzehn Mitgliedern und 11 Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat der Ortsbürgergemeinde sind fortan für die Gemeinde zuständig.
1834 18. Mai
Obwohl an vielen Stellen bereits keine Stadtmauer mehr zu sehen ist, sind des Nachts bis zu diesem Datum noch immer sämtliche Tore geschlossen. Die Stadt macht es sich schwer auf die einträglichen Torzölle zu verzichten.
1834 9. November
Bischof von St. Gallen und Chur, Johann Georg Bossi. Sein Amt als Bischof bekleidet er bis 1836.
1834 Der 1809 abgesetzte König von Schweden, Gustav der IV. kommt nach vielen Jahren unsteter Herumreiserei unter dem pseudonym Oberst G.A. Gustavsson nach St. Gallen wo er im Gasthaus zum "Weissen Rössli" beim Multertor Wohnsitz nimmt und 1837 stirbt.
1834 Das Frauenkloster St. Wiborada in St. Georgen wird aufgehoben und an dessen Stelle ein katholisches Lehrerseminar eingerichtet.
1834 Der Würtemberger Matthäus Hipp, entwirft in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren, englisch und französisch.
1834 Das Metzgertor, auch Kutzer-, Koster-, Lainbühler- oder Frankentor genannt, wird abgerissen.
1834 Katholisch-Tablat gründet eine Schulgemeinde.
1834 Gegen den Willen der städtischen Obrigkeit, die den Verlust des Aus- und Einlasslohns geltend macht, verfügt der kleine Rat des Kantons St. Gallen, dass das nächtliche Sperren der Stadttore aufgehoben wird.
18331839 Verwaltungsratspräsident (Bürgerrat): Hironymus Wegelin.
1835 23. April
Das kantonale Gesetz betreffs Einbürgerung der geduldeten Heimatlosen, bescherrt der Stadt auf Anhieb 13 reformierte Erwachsene und zwei Kinder, sowie 18 katholische Erwachsene mit acht Kindern.
Ergänzung
1835 Gemeindeammann: Dr. jur. Christian Friedrich Fels, bis 1839.
1835 "Der St. Gallische Wahrheitsfreund", eine neue Wochenzeitung in der Stadt, erblickt das Licht der Welt.
1835 Die den Warenverkehr behindernden Flügel der Stadttore werden allesamt an einem einzigen Tag ausgehängt.
1835 Auf Peter und Paul wird das Gasthaus Frohe Aussicht erstellt, heute Restaurant Peter und Paul.
1835 Das Kind eines Wiedertäufers wird gegen seinen Willen mit der Polizei zur Kirche gebracht und dort getauft.
1835 Nördlich des Eichweihers am östlichen Waldrand wird der Buchwaldweiher, Totenweiher genannt, angelegt.
1835 Gründung der "Ersparnisanstalt des Kaufmännischen Directoriums", ab 1966 "Bank des Kaufmännischen Direktoriums".
1835 An Stelle des ehemaligen Schwitz- und Wasserbades Lämmlisbrunn eröffnet die Brauerei Bierhof an der Kreuzung Lämmlisbrunnen- Rorschacherstrasse, zwischen Steinach und Sägebach, seine Pforten.
1836 Das vermutlich nach dem Stadtbrand von 1368 erbaute Müllertor wird abgerissen, und jubelnd wird verkündet, dass nur für Sonne und Licht freier Zugang herrsche.
1836 Karl Müller-Friedberg stirbt verbittert in Konstanz, wo er seine Erinnerungen zu Papier brachte.
1836 9. Dezember
In der Zeitschrift "Erzähler" ist zu lesen; Auf der Hauptstrasse zwischen Bodensee und Zürich ist endlich das eine der alten unnützen Bollwerke, das Brühltor, ganz abgetragen worden, statt einer unsichern und gefährlichen Schlucht erfreut sich der Verkehr nun einer sehr bequemen und breiten Einfahrt.
1836 Am Zusammenfluss vom Rütibach und dem Nottentöbelibächli wird der Rütiweiher erstellt. Mit dem Weiher als Wasserspeicher wird sichergestellt, dass die Wasserwerkbesitzer an der Steinach für ihre Fabrikanlagen immer genügend Wasser haben.
1836 Die Siftsbibliothek kommt in den Besitz einer Mumie. Näheres
1836 Nach dem Tode des Churer Bischofs, Karl Rudolf Graf von Buol-Schauenstein, reklamiert der Kanton St. Gallen das Approbationsrecht placetum regium» für sich allein, was Papst Gregor XVI. bewegt, dass Doppelbistum Chur-St. Gallen zu zerschlagen.
1836 Die Hilfsgesellschaft stellt den unbemittelten Mitbürgern einen Armenarzt zur Verfügung, heute Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG).
1836 Das Brühltor wird abgebrochen.
1837 17. Oktober
Gallus Jakob Baumgartner, Querdenker und Visionär aus Altstätten, stellt im "Erzähler", einer zweimal pro Woche erscheinenden Zeitung fest, dass es zwischen St. Gallen und Rorschach unbedingt eine Eisenbahnlinie braucht.
1837 24. November
Der Kantonsrat geht nicht auf das von Kantonsrat Gallus Jakob Baumgartner aus Altstätten geäusserte Begehren ein, eine Eisenbahnlinie zwischen der Stadt und Rorschach zu erstellen und entscheidet sich statt dessen zu Gunsten einer neu zu erstellenden Kantonsstrasse St. Gallen - Rorschach.
1837 Das Schibenertor wird abgebrochen.
1837 Eine Zählung der Hausadressen ergibt, dass jetzt ausserhalb der Ringmauer um die Stadt mehr Häuser vorzufinden sind als in der Stadt.
1837 Die Baufälligkeit des Heiliggeistspitals als ganzes gibt zu denken. Speziell Sorge bereitet, dass sich die Dicken Aussenmauern immer mehr in Richtung Marktgasse verschieben. Eine Renovation kommt nicht mehr in Betracht, was den Bürgerrat veranlasst sich für einen Neubau auszusprechen.
1837 Gründung der "Bank in St. Gallen", sie gewährt in grossem Stil Investitionskredite.
1837 Stephan Schlatter gründet die Freie Evangelische Gemeinde St. Gallen.
1838 In der Metzgerei Rietmann an der Engelgasse wird die erste St. Galler-Bratwurst mit der heute noch geltenden Rezeptur hergestellt.
1838 Das Spitztürmchen in der Stadtmauer, dort wo heute die Augustinergasse in den Unteren Gaben mündet, wird abgebrochen.
1838 Die Blattenstrasse nun korrigiert, führt jetzt vom Kugelmoos direkt via Platten bis an die Grenze der Gemeinde Straubenzell, sie wird zur grenzgesetzlichen Gemeindestrasse erklärt
1838 Fabrikanten aus Salerno und englische Partner gründen die Spinnerei Sittertal.
1838 Eidgenössisches Schützenfest auf dem unteren Brühl.
1838/39 Die immer noch vom Erdbeben von 1774 beschädigte St. Mangenkirche wird renoviert, dabei wird die Männerempore im nördlichen Querschiff entfernt.
1839 Gemeindeammann: Albert Kunkler, bis 1860.
1839 Edmund Erpf wird Bürgerratspräsident
1839 Erstausgabe des "Tagblatts der Stadt St. Gallen", heute "St. Galler Tagblatt".
1839 Der alte Brauch des Armen- oder Bettelschubs bekommt eine neue Grundlage. Die neue Armenfuhrordnung ist fortan Sache der politischen Gemeinde.
1839 Die Bürgerschaft beschliesst zwischen Brühl- und Spisertor eine Öffnung zum Burggraben zu errichten, daraus entsteht die Glockengasse.
1839 Die Linsebühlkirche wird selbständige evang. Pfarrei.
1839 Der grüne Turm oder Gallusturm, der an Stelle des ehemaligen Gallustores auch Gallitor genannt am Eingang zur Gallusstrasse stand, wird abgebrochen.
1839 Im ehemaligen St. Wiboradakloster in St. Georgen wird ein Priesterseminar eingerichtet.
1839 Obligatorisch müssen St. Galler Postillione nun wieder das schon seit langem verstummte Posthorn blasen.
1839 Abriss des Multertores, wegen der Wirtschaft zum "Weissen Rössli" innerhalb neben dem Tor oft auch Rösslitor genannt.
1839 Auf dem Leimat wird der Galgen abgebaut.
1839 Das Zuchthaus St. Jakob wird seinem Zweck übergeben. Kriminalstrafen und Korrektionsmassnahmen werden nach dem sogenannten Silent System vollzogen.
1840 31. Oktober
Wegen einem erlegten, der Wuth verdächtigen Hunde wird in der Stadt der Hundebann ausgerufen.
Ergänzung
1840 Der Maler und Kupferstecher Johann Baptist Isenring organisiert in seinem Haus vor dem Multertor die erste je durchgeführte Kunstausstellung für Daguerreotypien.
Ergänzung
1840 Die Landstrasse vom Pletztor, die Neuzeit machte es zum Platztor, bis zur Thurgauergrenze wird gebaut.
1840 Der österreichische Eisenbahnpionier, Alois Negrelli, später Erbauer des Suezkanals, erstellt die Rorschacher Strasse neu. Bis dahin teilten sich die Wege ab St. Fiden zur Stadt. Die Hauptverbindung führte durch die Brückengasse über den Tempelacker am Linsebühlkirchlein vorbei zur Spiservorstadt und schliesslich zum Spisertor.
1840 An der Wassergasse gründet der Appreturarbeiter Hensel eine "Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder".
1840/41 Das Hoftor wird abgebrochen.
1841 Christ. Hier. Girtanner wird Bürgerratspräsident.
1841 Die Landstrasse nach Speicher wird über Tivoli und Notkersegg gebaut.
1841- 1920
Adolf Saurer, Sohn von Franz Saurer, der in St. Georgen die Maschinenfabrik Saurer errichtet hatte und später nach Arbon umzog, übernimmt in Arbon die Firma Franz Saurer & Söhne und macht daraus kontinuierlich einen Grossbetrieb der in der Folge nebst Stickmaschinen auch Lastwagen herstellt.
1841 Die Stadt verfügt über insgesamt 49 Gaslaternen. Zehn davon werden duch die Polizei und die übrigen durch Anwohnern besorgt.
1841 In der Stadt wird ein Handwerkergesellenverein ins Leben gerufen.
1841 Hauptgläubiger der Maschinenfabrik Weniger, Gottlieb Freiherr von Süsskind, übernmmt die in Schwierigkeiten geratene Fabrik.
1841 Die Knabenschule kann seine Tätigkeit im Grabenschulhaus aufnehmen.
1841 Dem Anbau des Zeughausflügels an die Pfalz im nördlichen Teil des Klosterhofes muss ein weiterer Teil der Schiedmauer und damit auch das Hof- oder Klostertor weichen.
Ergänzung
1842 4. August, 12:00 Uhr
Das Restaurant Freudenberg fällt einem Brand zum Opfer.
1842 In St. Gallen erscheint die erste Ausgabe der "Schweizer Zeitung", vom Alstätter, Gallus Jakob Baumgartner herausgegeben. Nach vier Jahren wird der Titel geändert in "Die Neue Schweiz".
1842 In einem Artikel des St. Galler Tagblattes wird bauwilligen das Recht für einen Erkerbau abgesprochen. Die Strasse gehöre schliesslich der Polizei und Eigentum dürfe nicht von Dritten in der Luft überbaut werden.
1843 29. November
Auf der Leimat wird die letzte Hinrichtung vollzogen. Der Mörder Peter Waser wird durch den bekannten Scharfrichter Johannes Bettenmann aus Altstätten hingerichtet.
Ergänzung
1843 Joh. Mich. Scheitlin wird Bürgerratspräsident.
1843 Das Haus Schwertgasse 22 wird gebaut, dort stand zuvor der zur Stadtbefestigung gehörende Miachelsturm.
1843 Die Zinstragende Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen nennt sich neu Ersparniskasse.
1843 Industrie- und Gewerbeausstellung, 11. Kantone beteiligen sich.
1843 Die "Leinwand- und Anlehenscassa" wird aufgehoben.
1843 Johann Zuber verkauft der Stadt für 25 Gulden den von ihm erstellten trigonometrischen Stadtplan.
18431846 Beim Kloster wird an der Stelle des früheren Bruderhauses die Kinder- und Schutzengelkapelle erstellt.
18431847 Die Ärzte Johannes Seitz und Friedrich Vonwiler betreiben an der Ecke Ilgen-, Bogenstrasse eine Nervenheilanstalt die sie Paradies nennen und vor allem Patienten aus gutbetuchten Familien aufnimmt. Nachdem in Pfäffers die kantonal psychiatrische Klinik ihre Tore öffnete, wurde die Nervenanstalt nach nur vier Jahren wieder geschlossen.
18431844 Auf der Nordseite des Klosterplatzes entsteht nach den Plänen von Felix Wilhelm Kubly der Zeughausflügel und die katholische Schule, sowie die Kinderkapelle.
18441845 Bau der Landstrasse nach Heiden und Rehetobel.
1844 Die Wachthütte auf der Hochwacht auf Bernegg wird zum Abbruch verkauft.
1844 Auf dem Freudenberg wird an Stelle des abgebrannten Gasthauses ein neues erstellt.
1844 Franz Elysäus Rittmeyer richtet an der Webergasse mit 12 Maschinen die erste Stickfabrik ein.
1845 Belegt ist die Hauptwache der Polizei im alten Spitalgebäude des Heiliggeistspitals.
1845 Der die Stunde ausrufende Nachtwächter hat ausgedient, er wird durch eine Polizei-Patroullie ersetzt.
1845- 1923
Gottfried Julius Kunkler, Architekt, Erbauer des Schulhauses Talhof und der Tonhalle.
1845 2. Oktober
Das auf der Linsebühlbleiche gebaute Bürgerspital wird eingeweiht, es dient nun an Stelle des Heiliggeistspitals an der Marktgasse.
1845 Eine überbaute Verbindung, die vom Martplatz aus gesehen die ersten Häuser in der Spitalgasse, links die Ilge und rechts das Heiliggeist-Spital verbunden hat, wird abgebrochen. Zeitzeuge; "eine bedenkliche, tunnelartige Passage, für Leute die auf Sauberkeit hielten, nicht gerade einladend."
1845 In den Spinnereien Buchental und St. Georgen kommen die ersten Dampfmaschinen zum Einsatz.
1845 Der Springbrunnenplatz, heute Grabenpärkli, wird angelegt.
1845 Im äusseren Klosterhof wird zwischen der Kinderkapelle und dem Schulhaus ein kleiner Brunnen erstellt.
1846 25. Februar
Gründung des vom Kaufmännischen Direktorium und der gemeinnützigen Gesellschaft geförderten «St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn-Vereins», mit dem Ziel die Stadt von Westen und von Osten mit einer Eisenbahn zu erschliessen.
Ergänzung
1846 15. Mai
Der Steinmetz Wild kann dem Gemeinderat die Erstellung des neuen Brunnens auf dem
Lindenplatz bekannt geben.
1846 7. Juli
Die Polizeiwache bezieht Räumlichkeiten im Rathaus am Markt.
1846 22./23. August
Die Steinach zu einem ausserordentlichen Wildwasser angeschwollen, reisst die
Blöcher der Mühlecksägerei durch die Mühlenenschlucht wo sie die Stützmauern von den Gärten zwischen Müller- und Karlstor sowie die Brücke zur Haberdarre wegreissen.
1846 10. Oktober
Bischof Johann Peter Mirer. Er bekleidet sein Amt als Bichof bis 1862.
1846 Die Der Biersieder Hock erstellt im Krontal das Gasthaus Krone.
1846 Der die Ilgengasse, heute Spitalgasse, gegen die Marktgasse überspannende Schwibbogen wird entfernt.
1846 Erwähnt wird zu St. Laurenzen eine Turmwache die Feuer und sonstige Vorkommnisse melden muss.
1847 12. April
Johann-Peter Mirer wird zum ersten Bischof von St. Gallen geweiht und waltet seines Amtes bis 1862, er nimmt Sitz im westlichen Teil des Hofflügels. Die beiden Halbkantone von Appenzell unterstehen der apostolischen Administration des Bistums St. Gallen.
Ergänzung
1847 Carl Greith der in München studierte, übernimmt die Leitung der Gesangsgesellschaft und unterrichtet Musiktheorie und Praxis an der Oberstufe.
1847 Die Bank in St. Gallen zieht in ihren Neubau beim Portnerhof an der Bankgasse ein.
1847 Die Bürgergarde und das Kadettenkorps der Stadt empfangen in Bruggen die vom Sonderbundskrieg heimkehrenden Appenzeller und begleiten diese in einem Triumphzug bis zur Kantonsgrenze vor Vögelinsegg.
Ergänzung
1847 Über die Steinach an der Säge, bei der Abzweigung Rorschacher-, Lämmlisbrunnenstrasse wird eine Brücke erstellt.
1847/48 Bau der St. Georgenstrasse.
1848 Die Stadt übernimmt alle öffentlichen Quellen, Bäche, Brunnen, Weiher, Leitungen und Kanäle von den Ortsbürgern.
Ergänzung
1850 Der Musselin wird mit Stickerei veredelt, was schliesslich zum Stickereiboom führt.
1850 Der Brunnen am Übergang von der Bank in die Schmiedgasse, vor der Apotheke im Neubad, wird entfernt.
1850 Die städtische Textilindustrie stellt für Kaiserin Eugénie ein in Alençon-Spitze gefertigtes Ballkleid her.
Ergänzung
1850 Folgende Postkutschenverbindungen sind aufgezeichnet.
Weinfelden-St. Gallen (über Gossau), Lokalkurs
St. Gallen-Zürich (über Aadorf) als Tag-Eilwagenkurs
St. Gallen Konstanz (über Romanshorn)
St. Gallen-Feldkirch (über Trogen-Altstätten)
St. Gallen-Rorschach, Lokalkurs
St. Gallen Appenzell (via Teufen-Gais)
St. Gallen Heiden, alle jeweils auch umgekehrt.
18501854 Die St. Laurenzenkirche, ein niederer gedrungener Bau, wird während vier Jahren zu einer Basilika im Neugotischen Stil umgestaltet und der neue Turm mit neuem Geläut versehen, gegossen in Konstanz.
18501864 Die Handelsniederlassung der 1798 verbotenen Milizgesellschaft der Stadt St. Gallen, beliefert in Shanghai die Truppen des blutigen Taiping-Aufstandes sowie aufständische in Mittel- und Lateinamerika.
1850 Die Brauerei Scheitlin (später Uhler) eröffnet Ihren Betrieb.
1850 Gründung der freien Schule von Evangelisch-Tablat.
1850 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 17'858 Einwohner.
1850 Die Brauerei Schönenwegen übernimmt an der Ecke Zürcher- Rechenstrasse seinen Betrieb.
1850 Im Restaurant Brand wird die (St. Gallische Sektion des östlichen Feldschützenvereins) gegründet.
1850- 1928
Arnold Billwiler, Brauereiunternehmer, übernimmt 1878 von seinem Vater die Leitung der Bierbrauerei Schützengarten, die sich unter seiner Führung vom Kleinbetrieb zur Grossbrauerei mausert.
1850 Die Stadtbevölkerung ist auf 17'858 Personen angestiegen.
1801 bis 1850

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