| 802 |
15. Mai Ein Priester aus Brigantia unterschreibt eine Schenkungsurkunde (Landbesitz) zugunsten des Klosters St. Gallen, als Gegenleistung wird für das Seelenheil des schenkenden gebetet. Diese Urkunde, im Besitz der Stiftsarchivs erwähnt zum ersten mal eine Ortschaft, eben Bregenz, im heutigen Österreich. |
| 802 |
12. November Frau Reginsind schenkt nach dem Tode ihres Mannes die Besitzungen in Papinhaim (D) dem Kloster St. Gallen. |
| 802 |
Die Peterskirche in Rangendingen, Baden-Württemberg, kommt in die Verfügungsgewalt des Klosters St. Gallen. |
| 802 |
Das Kloster St. Gallen legt sich ein Professbuch an. |
| 803 |
9. Juli Ein Mann namens Nidhart übergibt seine Güter in der Ausnanger Mark an das Kloster St. Gallen. |
| 804 |
Der alamannische Adlige Morand schenkt dem Kloster curte magaduninse im Aargauischen. |
| 807 |
Nanzo, ein Gutsherr, schenkt dem Kloster seine Güter in Fakisesvilari, Dorfteil von Rüti ZH). |
| 808 |
Scrozzinga wird dem Kloster St. Gallen geschenkt. |
| 811 |
Adalhart vermacht dem Kloster seinen Besitz in Maurini vilare, es sind dies Gebäude, Leibeigene und Land. Er verpflichtet das Kloster urkundlich, ihm auf Lebzeiten gegen einen jährlichen Zins diesen Besitz zur Verfügung zu stellen. |
| 812 |
Als Bischof von Konstanz übernimmt Wolfleoz nach dem Tod von Abt Werdo, selbstherrlich gleich selbt die Abtswürde, Abt bis 816. |
| 815 |
Das Kloster kommt in den Besitz von Gütern in Wangen im Allgäu wo es das Kirchenpatronat bis 1608 ausübt. |
| 816 |
Das Kloster erhält das bischöfliche Privileg der freien Abtwahl. |
| 816 |
Anno überträgt seinen Besitz zu Hounfirst dem Kloster St. Gallen. |
| 816 |
Abt Gozbert, Abt bis 837. |
| 817 |
Markdorf (D), erste urkundliche Erwähnung in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ludwigs des Frommen an das Kloster St. Gallen. |
| 817 |
Büren (Oberbüren) wird dem Kloster geschenkt. |
| 817 |
Perahtramnilvillare kommt in den Besitz des Klosters St. Gallen. |
| 818 |
Kaiser Ludwig der Fromme erteilt dem Kloster die Immunität, es wird dabei zur eigenständigen Reichsabtei, wird also nicht mehr von Konstanz verwaltet, dies ermöglicht dem Kloster die weltliche Herrschaft auszuüben. |
| 818 |
Eine Schenkung von Besitztümern aus dem Dorf Thanchinga (D) an das Kloster St. Gallen ist verbrieft. |
| 820 |
Der berühmte Klosterplan wird geschaffen, er wurde vermutlich im Auftrag von Abt Gozbert von St. Gallen im Kloster Reichenau hergestellt. Der Klosterplan sieht drei Brauereien mit drei Biersorten vor, eine war für den Konvent, eine für die Armen und Pilger und die dritte für die gut zahlende Kundschaft im Gästehaus bestimmt. |
| 820 |
Der erste schriftlich belegte Kamin befindet sich im Kloster St. Gallen. |
820  |
Der Reichenauer Mönch Wetti schreibt die Gallusvita. Als Vorlage dient eine diesbezügliche Vita aus den Jahren um 670. |
| 820 |
Rihhoh und Roadhoh schenken ihren Grundbesitz in Suweinberac dem Kloster St. Gallen, sie bleiben aber Nutzniesser und zahlen dem Kloster eine Pacht. Ein Prekarienvertrag verpflichtet das Kloster über den Tod der Schenkenden und ihrer Angehöriger hinaus für deren Seelenheil zu beten. |
| 824 |
26. Oktober Ein Heirih überträgt seinen Besitz in Cozeasauva dem Kloster St. Gallen. |
| 827 |
Eine der Bestimmungen bei Güterübertragungen auf die Brüder Adalram und Hato lautet, dass die beiden im vierspännigen Ochsenkarren jährlich eine Ladung Wein aus Berg sowie ein Fuder Getreide aus Villa Steinaha ins Kloster St. Gallen transportieren müssen. |
| 827 |
Der reiche Alemanne Immo schenkt einen Teil seiner Güter samt Hörigen dem Kloster St. Gallen. |
| 830 |
Juni Uato schenkt dem Kloster einen Weinberg zu Egringen und Wald zu Maugenhardt in Baden-Württemberg. |
830 837 |
Erstellung der neuen karolingischen Klosterkirche (Gozbertkirche). |
| 833 |
König Ludwig der Deutsche bestätigt das Reichsprivileg und gewährt dem Kloster St. Gallen die freie Abtwahl. |
| 835 |
Berengar und seine Gattin Imma vermachen ihren Besitz in fundo Campesias dem Kloster St. Gallen. |
| 837 |
Abt Bernwig, Abt bis 840/41. |
| 840/41 |
Abt Engilbert (I.) |
840  - 912 | Notker I. aus Jonschwil, auch Notker Balbulus, Benediktinermönch, bedeutender Gelehrter und Dichter im Kloster St. Gallen. |
| 840 |
Der St. Galler Klosterkäse wird zum ersten mal erwähnt, er gehörte zu den Abgaben die von Bauern an das Kloster geleistet werden mussten, so konnten sich die Benediktinermönche trotz Fastenzeit genussvoll verpflegen. Ergänzung |
| 841 |
Abt Grimald, er war zuvor Kanzler und wichtigster Ratgeber König Ludwig des Deutschen, führt das Kloster wirtschaftlich und kulturell zur Hochblüte, Abt bis 872. |
| 847 |
Heilram, erster beurkundeter Wittenbacher, schenkt dem Kloster St. Gallen den Hof Cummarisvilare. |
| 849 |
Ein Lintwin überträgt dem Kloster mehrere Güter im Unterrindal. |
850  |
Es steht fest, dass Bergkirchlein in sub rotundo monte, Petrus und Paulus geweiht, ist bereits existent. Ergänzung |
850  |
Der Abt baut für sich eine Pfalz und für die Mönche werden Werk- und Wohnhäuser erstellt. |
| 854 |
22. Juli Ein leidiger Streit zwischen dem Kloster St. Gallen und dem Bistum Konstanz wird geschlichtet. Das Kloster wird vom Bistum Konstanz unabhängig. |
| 854 |
Urkundlich festgelegt, muss das Kloster als Zeichen der Anerkennung der königlichen Herrschaft dem Königshaus jährlich zwei Pferde, zwei Schilde und zwei Lanzen abliefern. |
| 854 |
Abt Grimald wird zustätzlich Kanzler und wichtiger Ratgeber König Ludwig des Deutschen, dieses Amt vertrat er bis 870. |
| 854 |
Ein gemeinsamer Grenzgang von Abgesandten der beiden Kontrahenten, des Bischof von Konstanz und des Fürstabtes von St. Gallen, legt die Grenzmarken fest. Jene Vereinbarung hält als Kantonsgrenze zwischen Thurgau und St. Gallen im Wesentlichen bis zum heutigen Tag. |
| 860 |
Mönch Notker der Stammler komponiert kirchliche Gesänge. |
| 861 |
Das Kloster ist in Dielsdorf im Besitz verschiedener Güter. |
| 864 |
Die Rekognition der Reliquien und damit die Heiligsprechung des verstorbenen Audomar, Abt von St. Gallen, durch den Bischof von Konstanz. |
| 867 |
Die Gebeine des hl. Audomar werden neu bestattet. |
| 867 |
Durch Bischof Salomo II. von Konstanz wird ein Verbindungsbau zwischen der St. Gallus- und der Otmarskirche eingeweiht. Ergänzung |
870  |
Der Mönch und Buchmaler Folchart schafft sein berühmtes Psalter. |
| 872 |
Abt Hartmut, Abt bis 883. Ergänzung |
880  |
Die berühmte Klosterschule wird von 300 Studierenden aus der weiteren Umgebung besucht. |
| 883 |
6. Januar Abt Bernhard, Abt bis 890. |
| 883 |
Kaiser Karl III. der Dicke besucht als erster Kaiser das Gallus-Kloster und überträgt Cutaningin als Eigentum dem Kloster St. Gallen. |
| 883 |
Erste Urkunde, die die Abtei als Gallus- und Otmarkloster nennt. |
| 884 |
Mönch Notker der Stammler verfasst sein "Liber ymnorum" schreibt eine Biographie Karls des Grossen. |
| 884 |
Die Casus sancti Galli wird durch seinen Schreiber Ratbert vollendet. |
885 |
Salomo von Ramschwag, der spätere Abt von St. Gallen, entsagt der Welt und legt das Gelübte als Benediktinermönch ab. |
| 888 |
Oft sind es schreibkundige Mönche die Handelsverträge überhaupt erst ermöglichen. Auf diese Zeit ist eine Mustervorlage für Handelsverträge datiert. |
| 890 |
Abt Salomon III., er wird im gleichen Jahr auch Bischof von Konstanz, Abt bis 919. |
| 890 |
Erster bekannter Zusammenstoss des an Grundbesitz mächtig gewordene Klosters St. Gallen mit den Brigantia Grafen. Besitzansprüche im Rheingau und im Königshof Lustenau waren due Ursache. |
| 890 |
Im Kloster entsteht das Psalterium Psalter Aureum, eine prachtvoll illustrierte Handschrift in dessen Inhalt die Psalmen König Davids aufgeführt sind. |
| 890 |
Abt Salomon weiht im Zirrental bei Sant Görgen eine Kapelle ein, die dem heiligen Georg gewidmet ist, sie ist mit einer kleinen Zelle versehen und nennt sich Salomonszelle. |
| 890 |
Urkundlich werden die Rechte des Klosters an der Holznutzung und der Schweinemast im Gebiet von Eichberg festgelegt. |
| 894 |
10. Januar Durch eine Schenkung erhält das Kloster St. Gallen in Pichelense Dienstleute, Häuser, Zugtiere, Wiesen etc. |
| 895 |
Der ostfränkischen König Arnulf bestätigt dem Kloster St. Gallen den Besitz des Monasteriolums Faurndau in Göppingen (DE). |
| 896 |
Im Martyrolog beschreibt Notker von St. Gallen das Wirken von Apostel Jakobus in Nordspanien. Es sind die ältesten, vorhandenen, Aufzeichnungen über den Apostel. |
| 898 |
13. Oktober Abtbischof Salomo von Konstanz bestätigt auf dem Irahügel neben seinem Haus den Bau einer Hofkirche (St. Mangen). |
898  |
Salomo III., Bischof von Konstanz, schenkt dem neugegründeten Chorherrenstift St. Mangen zu St. Gallen den Ort Bernhardzell. |
898  |
Tegerunouva gehört zum Besitz der St. Mangenkirche. |
900  |
Die Buchbestände des Klosters werden in einem Fluchtturm (Hartmut-Turm) gelagert. |