St.Galler
 Stadtgeschichte
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 Donnerstag, 2. September, 20:19 Uhr 
   Noch Tage bis zum Beginn des Gallusjubiläums vom 20. April 2012, Dauer bis zum Gallustag vom 16. Oktober 2012

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bis 610
401 Die römische Provinz, Raetia und damit der Arbonerforst wird von den römischen Grenz-Truppen verlassen. Zum Arbonerforst der sich über Waldchirichum bis über Wald Appenzell hinzieht, zählt auch das Gebiet der Stadt St. Gallen und weite Teile des Fürstenlandes. Zurück bleibt eine Bilingualistische, Gallorömische und Räthische Bevölkerung. Ein im Kastell Arbon stationierter tribunus dem dux untersteht der Provinz Raetia.
Ergänzung
610 Eine Gallus-Theorie: (kaum beachtet)
Ein rätischer Einsiedler namens «Gallo» ist Ursprung für die Legendenbildung aus der im laufe der Zeit der Mythos von Gallus aus dem fernen Irland erwuchs.

Neuere Gallus-Theorie: (nicht unbestritten)
Gallus stammte aus der Gegend der
Vogesen, wo er als Priester im Kloster Luxeuil in Frankreich waltete, hier schloss er sich der dort kurz verweilenden irischen Gruppe um Columban dem jüngeren an.

Traditionelle Gallus-Überlieferung:
Gallus wurde im Auftrag seiner adligen Eltern im Kloster
Bangor in Irland ausgebildet, wo er auch zum Priester geweiht wurde. Unter Führung von Columban dem jüngeren und weiteren Gefährten machte er sich um 590 auf nach Luxeuil in Frankreich.
610 Der mit König Theuderich zerstrittene, aus Irland stammende Columban der jüngere verlässt mit seinen Gefährten, darunter Gallus, das Burgund um nach Alemannien zu gelangen. Das Missionieren bringt Probleme mit sich, Gallus versenkt im Zürichsee in Tuccinia, wo sie sich niederlassen, heidnische Kultgegenstände. Durch die Wut der Bevölkerung bedroht müssen sie fliehen und erreichen schliesslich Brigantia am Bodensee. Nach dreijährigem Wirken, Gallus wirft erneut Kultgegenstände in den See, werden sie wiederum vertrieben. Differenzen, möglicherweise auf die Vertreibungen zurückzuführen, trennen die Wege von Columban und dem inzwischen erkrankten Gallus. Ersterer reist nach Italien weiter, der Weg von Gallus führt nach Arbon zu Priester Willimarus, dessen geistliches Oberhaupt wohl der Bischof von Konstanz war. Der Diakon Hiltibald ein getreuer von Priester Willimarus weiss einen für Gallus idealen Ort im Forestum Arbonense für eine Einsiedelei. Erneut macht sich Gallus vom Lacus Brigantinus aus auf den Weg der Steinach entlang und erreicht den beschriebenen Ort, dieser Ort wird in der Folge Ursprung der Stadt St. Gallen.


601 bis 700
612/13 Gallus erbaut am Wasserfall an der Steinach eine Zelle, die er Maria und den Burgunderheiligen Desiderius und Mauritius weiht. Daraus entsteht in der Folge eine Eremitensiedlung und später unter Otmar das Kloster St. Gallen. Das Jahr 612 gilt als Geburtsjahr der Stadt St. Gallen.
615 Gallus hält die Totenmesse für Kolumban, der sich kurz zuvor mit ihm versöhnt hatte.
620 16. Oktober
Gallus stirbt in Arbon, bei einem Besuch des dortigen
Leutpriesters
Ergänzung
629 Gallus wird als Nachfolger von Abt Eustasius vom Kloster Luxeuil vorgeschlagen, er lehnt ab.
650 In Hofen (Wittenbach) übernehmen die Klosterbrüder von St. Gallen den Leichnam des in Arbon verstorbenen Gallus.
670 In einer fragmentarisch erhaltenen Vita wird von einem unbekannten Autor erstmals das leben von Gallus beschrieben.
690 Der Alemanne Audomar wurde nach seiner Priesterweihe zum Vorsteher der Zelle des Gallus ernannt, er ersetzt das Eremitentum durch ein geregeltes Zönobitentum.
690 Aus der Gallusvita des Reichenauer Mönches, Walahfrid Strabo ist zu entnehmen, dass das Erdgrab von Gallus durch ein Hochgrab mit einem Sarkophag ersetzt wurde.
695 Eine alemannische Räuber- und Mörderbande unter Führung des Fürsten Otwin und seines Präfekten Erchanold wütet in der südlichen Bodeseegegend, die Menschen von Arbon fliehen zur Galluszelle wo sie Ihre Habe vergraben. Die Verfolger, im Oratorium eingedrungen, scheuen vor der Schändung des Gallusgrabes nicht zurück.
700 Eine Kirche zu Ehren von Gallus ist urkundlich bezeugt, der Priester nennt sich Magulfus.
700 Der alemannischer Herzog, Gottfried schenkt der Mönchsgemeinde in St. Gallen, vertreten durch Magulfus, ein ganzes Dorf, nämlich Biberburg bei Stuttgart.


701 bis 800
710 Soldaten des fränkischen Hausmeiers Pippin des Mittleren fallen im Forestum Arbonense ein. Menschen die in die Kirche bei der Galluszelle flüchteten werden als Sklaven verschleppt.
719 Unter Abt Audomar wird nordwestlich vom Klosterdorf das St. Otmar-Spital eingerichtet, dass als ältestes Leprosenspital im Gebiet der heutigen Schweiz gilt.
719 759 Audomar lässt sich als Abt bestätigen.
720 Die strenge irisch kolumbanischen-Regel beeinflusst die Bildung einer Mönchsgemeinschaft.
720 Im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster, wird Ahornineswanc zum erstenmal urkundlich erwähnt.
728 In einer Urkunde wird St. Gallen als Monasterium genannt.
737 Gaulichsbüren wird dem Kloster geschenkt.
744 Die führende alemannische Familie des Landolt und der Beate verkauft dem Kloster St. Gallen ihre Besitzungen auf der Insel Lützelau. Gleichzeitig schenkt sie dem Kloster grosse Teile von Uznach.
744 Beata, die Tochter Rachinberts und Gemahlin Landoalts, verkauft dem Kloster St. Gallen ihre Besitzungen auf der Insel Lützelau.
747 Das Kloster wechselt unter Abt Audomar auf Anweisung des fränkischen Hausmeiers und späteren Königs Pippin von der strengen irisch kolumbanischen-Regel zur benediktinischen Regel.
747 Ein Missionstrupp aus St. Gallen nimmt seine Arbeit in Kempten auf.
750 Der fränkische Hausmeier, Pippin III. schenkt dem Kloster zinspflichtige Leute aus dem Thur- und aus dem Preisgau.
752 St. Galler Mönche bauen das Kloster in Kempten, es ist das erste im Allgäu.
753 Ein Bauer verpflichtet sich, dem Galluskloster und namentlich seinem Abt Audomar jährlich eine bestimmte Menge Bier abzuliefern.
754 Der Alemanne Rothpald von Aninauva schenkt, Abt Omar, Güter in Rickenbach, Wila und Züberwangen. Auszug aus der sogenannten Henauer-Urkunde: Im heiligen Herrn Christus, dem ehrwürdigen Manne, Vater Othmar, Abt im Thurgau, des heiligen Klosters St. Gallen. Ich, Rothpald, - wir schenken an Euer Kloster zum Lohn für meine Seele meine Vermögensstücklein: Ihr sollt sie nach meinem Hinschied erhalten.
754 6. August
Im Stiftsarchiv St. Gallen befindet sich eine zu diesem Datum in
Aninauva erstellte Urkunde in der zum erstenmal schriftlich Bier erwähnt wird.
757 Priester Lazarus schenkt dem Kloster St. Gallen seinen Weiler Deozincova.
759 782 Abt Johannes.
759 Die relative Unabhängigkeit des Klosters war den fränkischen Grafen Warin und Ruthard ein Dorn im Auge. Dazu kamen Herrschaftsansprüche des Bischofs Sidonius von Konstanz, der nach Reichenau auch das Kloster St. Gallen inkorporieren wollte. Abt Audomar wurde unter üblen falschen Anklagen als Sittlichkeitsverbrecher verurteilt, auf der Königspfalz Bodman am Überlingersee gefangen gehalten und bald darauf auf die Klosterinsel Werd verbannt.
759 16. November
Einsamer Tode des auf die
Klosterinsel Werd verbannten Abt Audomar.
759 Das Kloster besitzt in Heidinhova bei Donaueschingen etliche Güter.
759 854 Das Kloster St. Gallen ist in dieser Zeit der Konstanzer Bischofskirche einverleibt.
761 775 Winithar der erste bekannte Schreiber vom Kloster St. Gallen ist bezeugt.
763 Eine Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt erstmals die Brache.
765 22. Dezember
Diotfried aus Stammheim schenkt dem Kloster, sein Seelenheil oder den ewigen Lohn bedenkend, Teile seiner Güter.
769 Nachdem Mönche kurz vor ihrem Tode ein Komplott gegen Abt Audomar und die damit zusammenhängende Verleumdung gebeichtet hatten, wurden die sterblichen Überreste des auf der Klosterinsel Werd in der Verbannung verstorbenen, durch 11 Mönche via Seeweg nach Villa Steinaha und von dort nach St. Gallen in die Abteikirche überführt.
770 Im Kloster sind archivarische Tätigkeiten nachgewiesen.
771 12. April
Ein gewisser Chunibert und seine Gattin Otswinda übergeben ihren Besitz in
Chuniperteswilari um des Seelenheils willen dem Kloster St. Gallen.
775 Alemanne Cundhoh und seine Frau Boazilane schenken dem Kloster das Dorf Esghibach in der Linthebene.
779 Der Ort qui dizitur Rumanishorn wird samt Kirche, weiteren Besitztümern, den Leibeigenen und zwei Mägden dem Kloster St. Gallen geschenkt.
782 Abt Ratbert.
782 Ein dem Hochadel angehöriger Wolfhart schenkt dem Kloster seinen Besitz in Britihaim, heute ein Stadtteil von Rosenfeld (D).
782 Dhanco und seine Gattin Svabin schenken dem Kloster in Villa Steinaha 7 Juchart Land.
782 Das Kloster St. Gallen ist Besitzer der Kirchenfestung wazzarburuc am Bodensee (D).
782 784 Abt Waldo.
784 812 Abt Werdo.
786 Eine Isanbirg aus Nordhovun, schenkt dem Kloster drei Jauchert Acker.
786 27. Februar
Ein gewisser Ercanbert schenkt seinen Anteil an der Kirche von
Willa dem Kloster St. Gallen.
786 Deilingen, Siedlung im süddeutschen Raum, wird dem Kloster St. Gallen übereignet.
789 In den Urkunden wird Tanninchova als zur Abtei St. Gallen gehörender Ort aufgeführt.
790 Das Abrogans genannte Buch wird erstellt, es ist das erste lateinisch-, althochdeutsche Wörterbuch und gleichzeitig das älteste erhaltene Sprachdenkmal der deutschen Sprache überhaupt und gehört zum Bestand der Stiftsbibliothek.
793 Besitznahme Endingens (D) durch das Kloster St. Gallen.
795 Urkunden bezeugen in Langatun einen beträchtlichen klösterlichen Grundbesitz.
797 Ein Warin übereignet seine Güter in Gunningen (D) dem Kloster St. Gallen.
799 Ein Lütprant verschenkt dem Kloster St. Gallen seine Güter in Amalgeriswilare.


801 bis 900
802 12. November
Frau Reginsind schenkt nach dem Tode ihres Mannes die Besitzungen in
Papinhaim (D) dem Kloster St. Gallen.
802 Die Peterskirche in Rangendingen, Baden-Württemberg, kommt in die Verfügungsgewalt des Klosters St. Gallen.
802 15. Mai
Ein Priester aus
Brigantia unterschreibt eine Schenkungsurkunde (Landbesitz) zugunsten des Klosters St. Gallen, als Gegenleistung wird für das Seelenheil des schenkenden gebetet. Diese Urkunde, im Besitz der Stiftsarchivs erwähnt zum ersten mal eine Ortschaft, eben Bregenz, im heutigen Österreich.
803 9. Juli
Ein Mann namens Nidhart übergibt seine Güter in der Ausnanger Mark an das Kloster St. Gallen.
804 Der alamannische Adlige Morand schenkt dem Kloster den Hof Magden aus dem später die Gemeinde Magden im Aargauischen hervorgeht.
807 Nanzo, ein Gutsherr, schenkt dem Kloster seine Güter in Fakisesvilari, Dorfteil von Rüti ZH).
808 Scrozzinga wird dem Kloster St. Gallen geschenkt.
811 Adalhart vermacht dem Kloster seinen Besitz in Maurini vilare, es sind dies Gebäude, Leibeigene und Land. Er verpflichtet das Kloster urkundlich, ihm auf Lebzeiten gegen einen jährlichen Zins diesen Besitz zur Verfügung zu stellen.
812 816 Abt Wolfleoz.
815 Das Kloster kommt in den Besitz von Gütern in Wangen im Allgäu wo es das Kirchenpatronat bis 1608 ausübt.
816 Das Kloster erhält das bischöfliche Privileg der freien Abtwahl.
816 Anno überträgt seinen Besitz zu Hounfirst dem Kloster St. Gallen.
816 837 Abt Gozbert.
817 Markdorf (D), erste urkundliche Erwähnung in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ludwigs des Frommen an das Kloster St. Gallen.
817 Büren (Oberbüren) wird dem Kloster geschenkt.
817 Perahtramnilvillare kommt in den Besitz des Klosters St. Gallen.
818 Kaiser Ludwig der Fromme erteilt dem Kloster die Immunität, es wird dabei zur eigenständigen Reichsabtei, wird also nicht mehr von Konstanz verwaltet, dies ermöglicht dem Kloster die weltliche Herrschaft auszuüben.
818 Eine Schenkung von Besitztümern aus dem Dorf Thanchinga (D) an das Kloster St. Gallen ist verbrieft.
820 Der berühmte Klosterplan wird geschaffen, er wurde vermutlich im Auftrag von Abt Gozbert von St. Gallen im Kloster Reichenau hergestellt. Der Klosterplan sieht drei Brauereien mit drei Biersorten vor, eine war für den Konvent, eine für die Armen und Pilger und die dritte für die gut zahlende Kundschaft im Gästehaus bestimmt.
820 Der erste schriftlich belegte Kamin befindet sich im Kloster St. Gallen.
820 Der Reichenauer Mönch Wetti schreibt die Gallusvita. Als Vorlage dient eine diesbezügliche Vita aus den Jahren um 670.
820 Rihhoh und Roadhoh schenken ihren Grundbesitz in Suweinberac dem Kloster St. Gallen, sie bleiben aber Nutzniesser und zahlen dem Kloster eine Pacht. Ein Prekarienvertrag verpflichtet das Kloster über den Tod der Schenkenden und ihrer Angehöriger hinaus für deren Seelenheil zu beten.
824 26. Oktober
Ein Heirih überträgt seinen Besitz in
Cozeasauva dem Kloster St. Gallen.
827 Eine der Bestimmungen bei Güterübertragungen auf die Brüder Adalram und Hato lautet, dass die beiden im vierspännigen Ochsenkarren jährlich eine Ladung Wein aus Berg sowie ein Fuder Getreide aus Villa Steinaha ins Kloster St. Gallen transportieren müssen.
827 Der reiche Alemanne Immo schenkt einen Teil seiner Güter samt Hörigen dem Kloster St. Gallen.
830 Juni
Uato schenkt dem Kloster einen Weinberg zu Egringen und Wald zu Maugenhardt in Baden-Württemberg.
830 837 Erstellung der neuen karolingischen Klosterkirche (Gozbertkirche).
833 König Ludwig der Deutsche bestätigt das Reichsprivileg und gewährt dem Kloster St. Gallen die freie Abtwahl.
835 Berengar und seine Gattin Imma vermachen ihren Besitz in fundo Campesias dem Kloster St. Gallen.
840/41 Abt Engilbert.
840 - 912 6. April
Notker I. aus Jonschwil, auch
Notker Balbulus, Benediktinermönch, bedeutender Gelehrter und Dichter im Kloster St. Gallen.
841 872 Abt Grimald, er war zuvor Kanzler und wichtigster Ratgeber König Ludwig des Deutschen, führt das Kloster wirtschaftlich und kulturell zur Hochblüte.
847 Heilram, erster beurkundeter Wittenbacher, schenkt dem Kloster St. Gallen den Hof Cummarisvilare.
850 Es steht fest, dass Bergkirchlein in sub rotundo monte, Petrus und Paulus geweiht, ist bereits existent.
854 22. Juli
Ein leidiger Streit zwischen dem Kloster St. Gallen und dem Bistum Konstanz wird geschlichtet. Das Kloster wird vom Bistum Konstanz unabhängig.
854 Abt Grimald wird zustätzlich Kanzler und wichtiger Ratgeber König Ludwig des Deutschen, dieses Amt vertrat er bis 870.
854 Ein gemeinsamer Grenzgang von Abgesandten der beiden Kontrahenten, des Bischof von Konstanz und des Fürstabtes von St. Gallen, legt die Grenzmarken fest. Jene Vereinbarung hält als Kantonsgrenze zwischen Thurgau und St. Gallen im Wesentlichen bis zum heutigen Tag.
860 Mönch Notker der Stammler komponiert kirchliche Gesänge.
861 Das Kloster ist in Dielsdorf im Besitz verschiedener Güter.
864 Die Rekognition der Reliquien und damit die Heiligsprechung des verstorbenen Audomar, Abt von St. Gallen, durch den Bischof von Konstanz.
867 Die Gebeine des hl. Audomar werden neu bestattet.
870 Der Mönch und Buchmaler Folchart schafft sein berühmtes Psalter.
872 883 Abt Hartmut.
880 Die berühmte Klosterschule wird von 300 Studierenden aus der weiteren Umgebung besucht.
883 Kaiser Karl III. der Dicke besucht als erster Kaiser das Gallus-Kloster und überträgt Cutaningin als Eigentum dem Kloster St. Gallen.
883 Erste Urkunde, die die Abtei als Gallus- und Otmarkloster nennt.
883 890 Abt Bernhard.
884 Mönch Notker der Stammler verfasst sein «Liber ymnorum» schreibt eine Biographie Karls des Grossen.
884 Die Casus sancti Galli wird durch seinen Schreiber Ratbert vollendet.
885 Salomo von Ramschwag, der spätere Abt von St. Gallen, entsagt der Welt und legt das Gelübte als Benediktinermönch ab.
888 Oft sind es schreibkundige Mönche die Handelsverträge überhaupt erst ermöglichen. Auf diese Zeit ist eine Mustervorlage für Handelsverträge datiert.
890 Erster bekannter Zusammenstoss des an Grundbesitz mächtig gewordene Klosters St. Gallen mit den Brigantia Grafen. Besitzansprüche im Rheingau und im Königshof Lustenau waren due Ursache.
890 Im Kloster entsteht das Psalterium Psalter Aureum, eine prachtvoll illustrierte Handschrift in dessen Inhalt die Psalmen König Davids aufgeführt sind.
890 Abt Salomon weiht im Zirrental bei Sant Görgen eine Kapelle ein, die dem heiligen Georg gewidmet ist, sie ist mit einer kleinen Zelle versehen die man Salomonszelle nennt.
890 Urkundlich werden die Rechte des Klosters an der Holznutzung und der Schweinemast im Gebiet von Eichberg festgelegt.
890 919 Abt Salomon III., er wird im gleichen Jahr auch Bischof von Konstanz.
894 10. Januar
Durch eine Schenkung erhält das Kloster St. Gallen in
Pichelense Dienstleute, Häuser, Zugtiere, Wiesen etc.
896 Im Martyrolog beschreibt Notker von St. Gallen das Wirken von Apostel Jakobus in Nordspanien. Es sind die ältesten, vorhandenen, Aufzeichnungen über den Apostel.
898 13. Oktober
Abtbischof Salomo von Konstanz bestätigt auf dem Irahügel neben seinem Haus den Bau einer
Hofkirche (St. Mangen).
898 Salomo III., Bischof von Konstanz, schenkt dem neugegründeten Chorherrenstift St. Mangen zu St. Gallen den Ort Bernhardzell.
898 Tegerunouva gehört zum Besitz der St. Mangenkirche.
900 Die Buchbestände des Klosters werden in einem Fluchtturm (Hartmut-Turm) gelagert.


901 bis 1000
907 Abt und Bischof Salomo führt in der Aue des Herin die Kirchhöri ein.
908 Aus dieser Zeit ist verbrieft, dass die Mönche des Klosters jährlich fünfmal badeten und sich alle 14 Tage einmal rasierten. Bischof Adalbero von Konstanz überreicht anlässlich eines Besuches allen St. Galler Mönchen Handtücher und Kämme.
909 Salomo III. Abt von St. Gallen und Bischof von Konstanz wird Leiter der königlichen Kanzlei des Ostfrankenreiches.
911 28. Dezember
Der deutsche König Konrad I. besucht das Kloster St. Gallen. Aus eigenen Beständen bessert er die kärgliche Kost der Mönche auf.
912 Bau einer neuen Kapelle in Sant Görgen, sie bildet den Kern des Weilers.
912 Gestorben, Notker Balbulus, Benediktiner und mittellateinischer Dichter.
916 Pfingsten
Wiborada bezieht die Zelle bei St. Mangen.
916 Herzog Burkhard von Schwaben durch die überlegene Macht des Königs Heinrich gedemütigt, plant einen Kriegszug nach Italien. Die Kosten für die Reise verlangt er vom Kloster, dass dieses Ansinnen aber ablehnt. Darauf fällt er über das Kloster her und beraubt es seiner Güter.
922 925 Abt Hartmann.
925 933 Abt Engilbert.
926 Villa Sancti Galli wird als Siedlung erwähnt, es handelte sich um eine Handwerker- und Marktsiedlung vor dem Kloster.
926 Die Mönche des Klosters verstecken ihre Kirchenschätze und die Bibliothek vor den Horden der Hunnen. Die Orte wo die Schätze versteckt wurden, sind das Kloster Reichenau, Wasserburg und die kurzfristig errichtete Fluchtburg in einer Flussschleife der Sitter, Hitto, der Bruder der Inklusin Wiborada, Priester in der St. Mangenkirche, versteckt sich hoch über der Stadt im Unterholz der Bärenegg.
926 1. Mai
Die später Heilig gesprochene Eremitin
Wiborada wird von plündernden Hunnen in ihrer Zelle bei der Kirche St. Mangen umgebracht. Sie war eine beliebte Beraterin für die Stadtbewohner.
930 König Heinrich I. besucht das Kloster.
933 942 Abt Thieto.
935 Schwerer Rückschlag der Abtei durch den Einfall der Sarazenen.
937 26. April
Das
Gozbertkloster mit seiner Siedlung wird durch Brandstiftung zerstört.
942 Nach einem Streit mit dem Dekan und späteren Abt Craloh unternimmt der aufsässige junge Mönch Victor Retanius einen Fluchtversuch zu seinen Verwandten nach Pfäfers. Victor wird jedoch von den Häschern Cralohs gefangen genommen, geblendet und nach St. Gallen zurückgebracht. Zwischen 965 und 971 wird der blinde Mönch nach Strassburg als Lehrer an die Domschule berufen und brachte diese zu hoher Blüte.
942 958 Abt Craloh.
947 12. Juni
König Otto I. verleiht Abt Craloh das Münz- und Marktrecht, dass Kloster durfte ab sofort eigene Münzen prägen.
950 Dem Kloster kommt, vermutlich als Folge zahlreicher Ungarneinfälle, eine Reliquien des hl.  Magnus abhanden.
953 954 Nach der Flucht von Abt Craloh anlässlich des rudolfinischen Aufstandes wählten die Mönche Anno zum Gegenabt.
954 974 Die Äbte Anno und Notker errichten um die Siedlung, später Stadt St. Gallen, einen Mauerring mit 13 Türmen.
954 Die Wetti auf dem Gallusplatz ist auf einem Plan belegt.
958 971 Abt Purchart (I).
971 975 Abt Notker, er vollendet während seiner Amtszeit die erste Ringmauer um die Stadt.
972 Der römisch-deutsche Kaiser Otto I. der Grosse besucht mit seiner Gemahlin Adelheid und dem Thronfolger Otto II. das Kloster St. Gallen.
973 Der St. Gallermönch Ekkehard II. wird von Hadwig, Witwe von Herzog Burchard III. von Schwaben, auf den Hohentwiel berufen um sie in Latein zu unterrichten. Hadwig ebnete Ekkehard später den Weg an den kaiserlichen Hof. Anmerkung
976 984 Abt Ymmo.
980 Der Doppelhof am Rhein, St. Johann–Höchst und St. Margrethen–Höchst, wird gemäss einer Urkunde durch Kaiser Otto II. in den Besitz des Klosters von St. Gallen übergeben.
981 Ein Verzeichnis bestimmt die Anzahl der Panzerreiter , die die Reichskirchen dem Kaiser Otto II. für seine Kriegszüge zur Verfügung stellen müssen. St. Gallen hat deren 40 zu stellen.
984 990 Abt Ulrich (I).
990 1001 Abt Kerhart.
993 Hungersnot in St. Gallen, die Stadt Arbon und der Konstanzer Bischof, dem Arbon unterstellt ist, hilft mit Lebensmittellieferungen.


1001 bis 1100
1001 1022 Abt Purchart (II.).
1004 Der deutsche König Heinrich II. bestätigt in Zürich die Privilege des Klosters St. Gallen.
1006 Abt Purchart lässt einen Erd- und Himmelsglobus machen, dieser geht im Laufe der Geschichte verloren.
1006 1. Mai
St. Galler Mönche beobachten ab diesem Datum auf einem Hügel oberhalb der Stadt während rund drei Monaten eine
Supernova.
1022 Die aus Süditalien zurückkehrenden Truppen Kaiser Heinrichs schleppen die Pest oder einen anderen Virus ein, dem etliche Konventualen und der Abt zum Opfer fallen. Eines der Opfer ist Notker III., er starb am 29. Juni.
1022 1034 Abt Thietpald.
1034 1072 Abt Nortpert.
1047 Wiborada wird als erste Frau durch Papst Clemens II. Heilig gesprochen. Wiborada war die Tochter eines adeligen Mannes aus dem Aargau. Anno 915 zog sie auf den Irahügel zur Kirche des heiligen Magnus und liess sich in eine Zelle einmauern, dort wurde sie um 926 von den Ungaren ermordet.
1057 Ekkehard IV verfasst die Geschichte des Klosters.
1061 Abt Norbert von St. Gallen stiftet im neu gegründeten Ort Abbacella eine Kirche und verleiht ihr beträchtlichen Grundbesitz, der in etwa den heutigen Halbkanton Appenzell Innerrhoden ausmacht.
1070 In Schriften werden Kaufleute und Bürger erwähnt.
1071 Abt Norbert stattet die von ihm gegründete Kirche in Abbacella mit Zehnten und anderen Einkünften aus.
1072 1076 Abt Ulrich II.
1077 1121 Abt Ulrich III. von Eppenstein, er führt das Schwert zumindest so gut wie das Kreuz, wenn nicht gar besser.
1077 Abt Ulrich von Eppenstein errichtet auf den Grundmauern eines verfallenen römischen Kastells in Heerbrugg eine Festung, Herburch oder Herrenburg genannt. Die Festung beherrschte die Heerstrasse vom Rheingau nach Rätien.
1077 1083 Gegenabt Lutold.
1079 Der seit 1075 tobende Investiturstreit hat die Zerstörung von Brigantia durch die Truppen Abt Ulrichs von St. Gallen zur Folge.
1079 Äbtische Truppen erobern die Abtei Reichenau.
1079 Durch die Truppen von Abt Ulrich wird die Kyburg erobert und eingeäschert.
1080 Abt Eccard von Reichenau überfällt die Stadt, bemächtigt sich des Klosters und errichtet hoch über der Stadt die Burg Bärenegg mit doppelten Graben.
1080 In St. Fiden wird die erste Kirche gebaut.
1081 Abt Ulrich III. erobert hoch über der Stadt die Burg Bärenegg zurück und vernichtet diese bis auf die Grundmauern, die Besatzung wird erschlagen, dabei findet Volknand I von Toggenburg den Tod.
1083 Nach Rache sinnend will Diethelm II. von Toggenburg zusammen mit dem Abt von Reichenau das Kloster überfallen, bei Kräzern an der Sitter, wo sie von dem für sie unvorteilhaften strategischen Aufmarsch durch das Herr des St. Galler Abtes erfahren, treten sie wieder den Rückzug an.
1083 1086 Gegenabt Werinhar.
1084 Bei den Kämpfen zwischen Abt Urlrich III. und Gegenabt Werinhar wird Aue des Herin verwüstet.
1085 In Abwesenheit von Diethelm II. von Toggenburg, erobert Abt Ulrich III. mit einem städtischen Heer dessen Burg, die Alt Toggenburg, und zerstört diese.
1086 Abt Ulrich übernimmt das Patriarchat von Aquileia und lebt nun hauptsächlich in Italien.
1086 Abt Ulrich übernimmt im Investiturstreit kurzfristig die Herrschaft über Hohentwiel.
1086 Pestilenz vergrössert das ungeheure Elend der von den Kriegen gezeichneten Bevölkerung.
1100 Die St. Mangenkirche wird erbaut.


1101 bis 1200
1117 Kaiser Heinrich V. gewährt dem Ort St. Gallen das Recht, alljährlich zwei Jahrmärkte abzuhalten und dessen Bewohnern sich fortan Burger nennen zu dürfen, dies erhebt St. Gallen nun offiziell zur Stadt.
1120 Abt Ulrich von Eppenstein gründet in Moggio (I) das Benediktinerkloster San Gallo.
1121 1133 Abt Manegold von Mammern.
1121 1122 Von einem Teil der St. Gallermönche wird Heinrich von Twiel zum Gegenabt gewählt.
1122 1133 Bei Wangen wird für den Verwaltungsmittelpunkt des Klosterbesitzes die Feste Prassberg gebaut.
1129 Der deutsche König Friedrich schenkt dem Kloster St. Gallen den Hof Thiotpoldesouva.
1133 1167 Abt Werinher.
1153 Abt Werinher stiftet zu Ehren der Heiligen Egidius und Leonhard weit draussen vor der Stadt, auf dem Büchel, eine Kirche (St. Leonhardskirche). Sie diente als Pfarreikirche mit einem Einzugsgebiet bis nach Huntwilare.
1162 Herzog Welfo von Ravensburg übereignet dem Kloster St. Gallen das Kloster Ittingen und die Kirche Uesslingen.
1162 In St. Gallen ist erstmals die Leinwandweberei nachweisbar.
1166 Erste Erwähnung von Sancte Fidis.
1166 Erste urkundliche Erwähnung von St. Laurenzen, die bei den späteren Stadtbränden von 1215, 1314 und 1418 vermutlich jedesmal neu aufgebaut werden musste, gesichert ist allerdings nur der Neubau nach dem Stadtbrand von 1314.
1167 1199 Abt Ulrich von Tegerfeld.
1170 Urkundlich Erwähnung der Stadt mit Marktrecht.
1170 Urkundlich wird ein äbtischer Dienstmann, Walter von Strubuncello erwähnt.
1180 Die Stadt erlangt die Reichsfreiheit.
1191 Ulrich IV. stiftet unter Mithilfe eines Pfarrers von Waldchirichum die St. Jakobskapelle.
1199 1200 Abt Ulrich von Veringen.
1200 1204 Abt Heinrich von Klingen.
1200 Heinrich von Sacco reorganisiert als Prior und Dekan die Verwaltung des Klosters St. Gallen.
1200 Im Kloster werden Münz-Brakteaten mit dem Bild des Klosterpatrons Gallus, durch einen Bären abgelöst. Aufgrund von Urkunden und Siegeln kann zweifelsfrei festgestellt werden, dass der Appenzeller- vom St. Gallerbären abstammt.


1201 bis 1250
1204 1220 Abt Ulrich von Sax.
1205 Abt Ulrich von Sax baut die Burg Forstegg in Sennwald.
1207 Unter Heinrich von Sax, dem Bruder des Abtes kämpft eine Heerschar von Reisigen aus St. Gallen, in Spanien gegen die Sarazenen.
1207 Der Abt von St. Gallen wird Reichsfürst (Fürstabt).
1207 Zur Sicherung der fürstäbtischen Herrschaft St. Gallen bauen Abt Ulrich und Heinrich von Sax die Feste Clanx bei Meistersrüti.
1208 Abt Urlich VI. zieht mit seinen Truppen nach Bischofszell und verwüstet die Besitzungen des Bischofs von Konstanz.
1208 Der Anspruch beider Kontrahenten auf die Feste Rheineck bewirkt, dass es auf dem Breitfeld zwischen den Truppen des Bischofs von Konstanz (Werner von Staufen) und des Abts von St. Gallen (Ulrich VI. von Sax) zu einer Schlacht kommt, die nicht zuletzt durch die Beihilfe des Grafen von Kyburg mit der Niederlage des letzteren endet.
1209 Zur Erinnerung an die Schlacht vom Breitfeld, von 1208, zwischen den Truppen des Bischofs von Konstanz (Werner von Staufen) und des Abts von St. Gallen (Ulrich VI. von Sax) wird ein Bildstock errichtet.
1210 Die Herren von Rorschach, Ministerialen der Abtei St. Gallen, erbauen St. Annaschloss.
1210 In der Spiservorstadt wird das Seelhaus gestiftet.
1212 Auf seiner Reise von Sizilien nach Deutschland besucht der Neue Kaiser, Friedrich von Stauffen die Stadt St. Gallen und ernennt diese zur freien Reichsstadt.
1215 Bau des Glocken- oder Ulrichturms am Kloster.
1215 2. Mai
Grosser Stadtbrand, innerhalb der Stadtmauern brennen, sechs Häuser und das KLoster ausgenommen, alle Häuser ab.
1219 Zum erstenmal wird in Schriften Bruccon bezeichnet.
1219 Auf dem steinigen Hügel Linsinböl, an der Reichsstrasse nach Wien, wird erstmals ein Siechenhaus erwähnt. Der Truchsess Ulrich von Singenberg leistete die erste Vergabung an dasselbe.
1220 1226 Abt Rudolf von Güttingen.
1225 An der stark frequentierten Reichsstrasse beim Tempelacker auf dem steinigen Hügel Linsinböl erstellt Abt Rudolf von Güttingen für die Aussätzigen eine dem hl. Martin geweihte Kapelle, vermutlich Vorgängerin der späteren Linsebühlkirchen.
1225 Urkundlich wird die St. Laurenzenkirche beiläufig erwähnt, dabei wird festgestellt, sie besass an Stelle eines Turmes einen Dachreiter.
1226 1239 Abt Konrad von Bussnang.
1226 Das Schloss Wil fällt an die Äbte von St. Gallen, die es bis zur Aufhebung des Klosters St. Gallen 1798 als Aussenresidenz nutzen.
1227 Nach dem Scheitern des Kreuzzuges von Friedrich II. kehrt Rudolf von Hagenwil zurück und verschenkt dem Kloster grosse Teile seines Besitzes.
1228 Abt Konrad von Bussnang bestätigt die Vergabung der Hofstadt bei St. Mangen durch Berthold Kuchimeister und Ulrich Blarer an eine fromme Frauengemeinschaft von Beginen. Der Zins beträgt jährlich ein Pfund Wachs. Der Grundstein zum Katharinenkloster ist somit gelegt.
1228 Das Heiliggeistspital an der Markt-, Kugelgasse übernimmt seine Aufgabe. Gründer sind der Truchsess Ulrich von Singenberg und der Bürger Ulrich Blarer, in der Gründungsurkunde steht (als Obhut für die Kranken und als Zuflucht für die Armen). Das Siegel des Heiliggeist-Spitals zeigt einen halb liegenden kranken Menschen, die linke Hand an der Brust und die rechte Hand auf der Stirne.
1228 Das Palatium abbatis wird zum erstenmal erwähnt.
1228 Der frühere Rindermarkt wird in den Büchern erstmals als Marktplatz erwähnt.
1229 Der deutsche König schenkt dem Kloster den Hof Kriessern.
1229 Die im Dienste des Abtes stehenden Herren von Bernegg bewohnen das Schloss gleichen Namens bei Hinwil.
1229 Das Kloster kauft Herrschaft und Burg Grüningen.
1230 Die Herren von Iberg, Dienstleute des Fürstabts von St. Gallen, erbauen auf einem Abtlehen die Burg Iberg ob Wattwil.
1235 Die hohe Belastung durch Abgaben an den Abt führt zum Aufruhr. Abt Konrad von Busnang bricht mit seiner Streitmacht in die Stadt ein und brennt den fünf Anstiftern die Häuser nieder.
1238 Die Gesellschaft der Notvesten, wird erstmals erwähnt. Sie entsprach in etwa dem heutigen kaufmännischen Verein.
1239 Nur dem Umstand der feierlichen Versicherung, dass keine Genesung von seiner Krankheit mehr möglich sei, ist zu verdanken, dass der sehr unbeliebte Abt Konrad nicht ermordet wird.
1239 1244 Abt Walter von Trauchburg.
1240 Die Stadt schliesst mit den Bodenseestädten eine Münzkonvention.
1244 Unter der Leitung der Meisterin Adelheid zieht ein Teil der Beginen aus dem Katharinenkloster aus nach Magdenau.
1244 1272 Abt Bertold von Falkenstein.
1247 15. Mai
Das Konzil von Lyon erteilt dem Abt das Recht
Pontifikalien zu gebrauchen.
1249/50 Die Herren von Mammertshofen, ergreifen im Krieg Partei für den Bischof von Konstanz. Die Rache des Abtes lässt nicht lange auf sich warten, er belagert und erobert die Burg seiner abtrünnigen Dienstherren mit seinen Truppen in deren Reihen sich auch Schwyzersöldner befinden.


1251 bis 1300
1252 Innerschweizer Söldner kämpfen für die Abtei St. Gallen gegen die Toggenburger Grafen.
1255 Estmals wird ein Hof tabulatum urkundlich erwähnt.
1256 Verbrieft sind Klosterbesitzungen in Rudolfstetten (AG).
1260 Der Abt erbaut an der Steinach eine Walche.
1262 Erster Beleg für städtischen Fernhandel.
1262 Urkundliche festgehalten ist, dass das Schloss Oberberg, im Besitz der Meier von Oberberg, zur Sicherung des fürstäbtischen Gebietes gegen den Bischof von Konstanz und die Grafen von Toggenburg dient.
1262 Der Sittergraben bei Bruggen, Kubel, wird seiner Mühlenbetriebe wegen Mulinon genannt.
1264 Rudolf von Hagenwil vermacht das Schloss Hagenwil dem Kloster.
1266 Die Feldnonnen oder Beginen der Hofstatt am Irabach entscheiden sich für die Ordensregel des Augustinus.
1268 Abt Bertold von Falkenstein baut die Burg Blatten bei Oberried.
1268 An der Augustinergasse wird ein Haus erstellt, in dem seit 1537 ein Restaurant besteht, seit 1887 nennt es sich (Alt St. Gallen). Das Haus beherbergte anno 1799 auch die napoleanische Präfektur.
1268 Erstmalige, schriftliche Erwähnung von Juden in St. Gallen.
1270 Abt Berchtold gibt an Pfingsten ein glanzvolles Ritterfest, anwesend sind ca. 900 Ritter.
1271 Die Toggenburger, in finanziellen Nöten steckend, verpfänden dem Abt das Städtchen Lichtensteig.
1272 10. Juni
Der Tod des ungeliebten Abt Berthold von Falkenstein löst in den Gassen von
Abbatiscella und St. Gallen wahre Freudentänze aus.
1272 1277 Abt Ulrich von Güttingen.
1272 Die Palatium abbatis wird erstmals in deutscher Sprache als Pfalz erwähnt.
1272 1274 Gegenabt Heinrich von Wartenberg, genannt Wildenstein.
1274 Abt Ruom von Eschach, auch von Ramstein genannt.
1275 Der Brühl, also die Gegend der Tonhalle und der Kantonsschule, wird in Urkunden als Brule erwähnt.
1277 Papst Johannes XXI. erlässt ein Verbot für Forderungen gegenüber dem Kloster St. Gallen um sich an dessen Klostergütern schadlos zu halten.
1277 Dem Heiliggeist-Spital wird ein Besitz aus Wilen bei Bischofszell überschrieben.
1281 König Rudolf I. überreicht der Stadt einen Freiheitsbrief, in diesem wird ihr Schutz gegen fremdes Gericht zusichert. Ab dato dürfen keine Stadtbürger mehr für den Abt verpfändet oder für den König versetzt werden.
1281 1301 Abt Wilhelm von Montfort.
1281 Die Burg im Martinstobel, später Burg Rappenstein genannt, wird Wohnsitz von Abt Wilhelm von Montfort. Die Burg dürfte zu Anfang der Appenzellerkriege, um 1401, zerstört worden sein.
1282 Ein Schreiben hält die Zinsen und Gefälle verschiedener Örtlichkeiten von Aichilberch an das Kloster St. Gallen fest.
1282 1291 Blutiger Konflikt zwischen Abt Wilhelm I. und König Rudolf von Habsburg.
1287 Der Zwist zwischen Abt Wilhelm von Montfort und König Rudolf führt dazu, dass äbtische Truppen das Burgstädtchen Svarzanbach bei Wil stürmen und niederbrennen.
1288 1291 Abt Konrad von Gundelfingen.
1289 In einer Fehde zwischen Abt Wilhelm von Montfort und König Rudolf von Habsburg wird die Burg Clanx ob Appenzell zerstört.
1290 Die Abtei St. Gallen kauft aus der Hand der Familie Behem das Schloss Rosenberg bei Berneck.
1291 31. Juli
Abt Wilhelm von Montfort stellt der Stadt die erste
Handfeste aus, er anerkennt damit, dass alle Bürger völlig gleichgestellt sind, freies Erbrecht sowie die freie Verfügung über ihren Grundbesitz haben. Infolgedessen wird das Stadtgebiet entsprechend den Himmelsrichtungen durch vier Fried-Kreuze gekennzeichnet, im Westen an der Zürcher Strasse, im Norden an der Langgasse und im Osten an der Hagenbuchstrasse und im Süden beim Nestweiher.
1291 Der Abt und die Konventualen gestehen in einem offiziellen Aktenschreiben, dass sie des Schreibens unkundig sind, sie sind nicht in der Lage eine Verleihungsurkunde zu unterschreiben.
1292 25. Februar
Ulrich von Ramschwag, ehemaliger verhasster Reichsvogt kann seine Niederlage nicht akzeptieren. Heinrich von Wartensee, sein Nachfolger, mit Gefolge auf dem Weg nach St Gallen, wird von ihm und seinen Reisigen im verschneiten Riederenholz (am Ostrand der heutigen Stadt) überfallen. Wehrhafte und beherzte Stadtbürger unterstützen letzteren in einem blutigen Gefecht und schlagen die Angreifer zurück.
1292 Hinter der Brotlaube sind jetzt Juden wohnhaft, deshalb wird die Gasse bald Judengass genannt.
1292 Ein Handstreich der Habsburger bringt das Kloster St. Gallen um den Besitz der Stadt Wil, die in Flammen aufgeht.
1298 Abt Wilhelm zieht an der Seite von König Rudolf gegen Herzog Albrecht von Habsburg ins Feld.
1294 Der erste städtische Rat wird gebildet.
1300 Die Kollatur von Menzenowa geht an das Kloster St. Gallen über.
1300 Das Kloster St. Gallen schenkt dem Heiliggeistspital die Güter in Almensberg und Umgebung (Amriswil).
1300 Der Abt lässt die 1289 zerstörte Burg Clanx ob Appenzell wieder aufbauen.


1301 bis 1350
1301 Ein gütlicher Vergleich mit den Habsburgern ermöglicht die Rückgabe der 1292 durch die Habsburger eroberten Stadt Wil an das Kloster St. Gallen.
1301 1318 Abt Heinrich von Ramstein.
1302 Der Abt verleiht die Vogtei Bernhardzell an die Freiherren von Griessenberg.
1303 In der Nähe des Kirchlihauses östlich von Rotmonten wohnt eine Closnerrun nach der Art der Hl. Wiborada in einer Zelle beim Kirchlein St. Peter (später Peter und Paul) eingemauert .
1303 Eine Urkunde bestätigt das Meieramt eines Ulrich Meldeli über Klosterhöfe in «Witebach». Meldeli hat seinen Posten wieder verloren, weil er sich am Meieramt bereichert hat.
1308 In der Kluft bei der Bernegg (Mühlenenschlucht) ist eine einzelne Mühle beurkundet.
1312 Erstmals wird eine Art Stadtrat erwähnt.
1314 23. Oktober
Stadt und Klosterbrand, nahezu alle Häuser werden zum Raub der Flammen.
1315 Ludwig von Bayern, eben zum deutschen König aufgerufen worden, erlässt der Stadt, damit sich diese von der Brandkatastrophe vom 23. Oktober 1314 erholen kann, für fünf Jahre die Reichssteuer.
1315 Nachdem die Ritter auf dem Schlachtfeld von Morgarten auf der Seite der Habsburger kämpfend den Tod fanden, erhält der Abt von St. Gallen deren Burg Alt-Landenberg bei Bauma als Erblehen zurück und verleiht sie an die Freiherren von Bürglen im Thurgau.
1318 Bei der St. Jakobskapelle wird eine Inklusin erwähnt.
1318 1329 Abt Hiltpold von Wertstein.
1319 Erstmalige Erwähnung des Spisertores.
1322 Die Bürgerschaft von Wangen im Allgäu verweigert dem Abt von St. Gallen den Treueeid.
1327 Für die Fehde zwischen Abt Hiltbold von Wertstein und dem Grafen Friedrich von Toggenburg mussten wie immer die Stadtbürger zu den Waffen greifen. Dies war allerdings das letzte Mal wo Bürger auf Befehl des Abtes und für Ihn zu Felde ziehen mussten.
1329 St. Gallen schliesst mit Zürich einen Landfriedensbund.
1330 1333 Abt Rudolf von Montfort.
1330 Der gebannte Kaiser (Ludwig der Bayer) verpfändet die Stadt.
1331 Der gebannte Kaiser (Ludwig der Bayer) entlässt die Stadt wieder aus der Verpfändung.
1333 Es ist verbrieft, Rutmunten gehört zur Vogtei St. Gallen.
1333 1360 Abt Hermann von Bonstetten.
1334 Erstmals ist der aufrecht stehende Bär als Wappen der Fürstabtei verbürgt, Abt Hermann von Bonstetten benützte ihn als Siegel.
1336 Erstmalige Erwähnung von Leinwand-Fernhandel.
1336 Dem Armenhaus auf dem steinigen Hügel Linsinböl wird der Weiler Hub (Wittenbach) geschenkt.
1338 Eine Fehde zwischen Rudolf und Walter von Altstätten und den Städten St. Gallen, Konstanz und Lindau veranlasst den Abt die Burgen Alt- und Nieder-Altstätten zu zerstören.
1345 Der Abt von St. Gallen, Hermann von Bonstetten, erwirbt als Pfand die Reichsvogtei über die Dörfer Appenzell, Huntwilare, Tiuffen und Urnasca .
1345 Rückkauf der hohen Gerichtsbarkeit über Rotmonten von Hans von Andwil durch das Kloster St. Gallen.
1348 Beginn eines Pestzuges der schliesslich bis zu 30% der Bevölkerung dahinrafft.
1349 Die Stadt schliesst sich dem Bund an, den 25 Reichsstätte unter Führung von Ulm und Augsburg gründen.
1349 Im Zusammenhang mit dem schwarzer Tod werden die Juden beschuldigt, die herrschende Epidemie durch Brunnenvergiftung verursacht zu haben. Die jüdische Gemeinde der Stadt wird verbrannt, dass Pogrom wird auch «Judenbrand» genannt. Die von den Juden bewohnten Häuser in der im Volksmund Judengasse genannten Hinterlauben, werden abgebrochen.
Ergänzung
1350 Einführung des Zunftwesens. Die Zünfter sind, Weber, Schmiede, Schneider, Schuster, Bäcker und Metzger, sie sind später massgeblich an der Regierung beteiligt.
1350 Eine städtische Streitmacht hilft den Zürchern die Stadt Rapperswil und die March zu erobern. Es ist zugleich das erste Mal das sie nicht auf Weisung des Abtes und mit eigenem Banner ins Feld zogen.


1351 bis 1400
1353 König Karl der IV., 1346 -1376, auch Kaiser des römischen Reiches mit Sitz in Prag, bestätigt bei einem Besuch des Klosters dem Abt das Münz, Zoll- und Marktregal sowie das Recht selber den Stadtammann und andere Amtsträger einzusetzen. Er nimmt aber auch Reliquien nach Prag mit, darunter ist der Schädel des hl. Otmar sowie Schädelteile und Knochen vom hl. Gallus.
1354 Es wird zum ersten Mal die Existenz eines Bürgermeisters erwähnt, es ist dies Bilgeri Spiser.
1360 1379 Abt Georg von Wildenstein.
1361 Die Stadt verweigert dem neuen Abt, Georg von Wildenstein, die Huldigung und wird daraufhin vom Kaiser zum Gehorsam aufgerufen.
1362 Die Zunftverfassung wird erlassen.
1362 Erstmals wird eine Metzg aktenkundig.
1364 Erste Satzung für das Leinwandgewerbe wird erlassen.
1368 Die klösterliche Frauengemeinschaft der Hofstatt am Irabach, die Beginen, übernehmen die Dominikanerinnenregel und erhalten eine eigene Kirche, zur Patronin wird die Heilige Katharina von Alexandrien gewählt.
1368 Das Multertor wird erstellt.
1368 Stadtbrand, betroffen ist die südliche Altstadt vom Gallustor, auch Gallitor genannt, bis zum neuen Bad.
1368 An der Einmündung der Gallusstrasse in den Oberen Graben wird an Stelle des beim Stadtbrand mitgenommenen Gallustores der Grüne Turm, ohne Tor, errichtet.
1368 Errichtung des Müllertores.
1369 Erstmals wird die Existenz eines Rathauses erwähnt, es stand auch wie sein Nachfolgebau aus dem 16. Jahrhundert auf der Stelle wo heute das Vadiandenkmal steht.
1373 1405 Aus dieser Zeit sind kleine Münzen aus der Stadt bekannt.
1376 Die Klosterfrauen zu St. Katharinen erwerben das Stadtbürgerrecht.
1376 14. Juli
Zusammen mit diversen Städten am Nordufer des Bodesees bis hinauf nach Ulm gründet St. Gallen den schwäbischen Städtebund.
1377 Um die Spiservorstadt wird eine Tül gebaut.
1377 Erstmals seit den Pogromen mit der Vernichtung der jüdischen Gemeinde (1349) sind wieder Juden ansässig.
1378 22. Mai
Die Schwäbischen Reichsstädte legen die Stellung der Appenzeller im Bündnis fest. Die Appenzeller werden unter die Obhut von St. Gallen und Konstanz gestellt.
1378 Erstmals wird urkundlich die Existenz der Multergasse erwähnt.
1378 Erstmals wird in den Büchern das Irertor erwähnt.
1378 25. Juli
Die Bürgerschaft muss entscheiden ob sie zur Verteidigung der Stadt eine Söldnertruppe unter Vertrag nehmen will, oder mit einer allgemeinen Wehrpflicht auf die eigene Kraft vertrauen soll. Das zweite wird angenommen und gleichzeitig wird die militärische Verteidigung angewiesen, die Brandbekämpfung der vier Stadtquartiere zu übernehmen (eigentliche Geburt der Feuerwehr).
1379 1411 Abt Kuno von Stoffeln.
1380 Der Abt sendet im geheimen seinen Dienstmann Lutz von Landau nach Prag um die Stadt beim Kaiser zu verklagen. Klagepunkte sind, fehlende Huldigung, fehlende Zinszahlungen und Unterlassung anderer rechtmässiger Verpflichtungen. Infolgedessen wird der Stadt ein Ermahnungsschreiben zugestellt, künftig ihre Verpflichtungen wahrzunehmen.
1381 Die Trogner kommen unter die Herrschaft des Klosters.
1381 Die Gebrüder Stäbiner, klein Hans ab dem Kapf und sein Bruder Heinrich vermachen den ehrsamen Schwestern Ursula Brunner aus Rheintal, Elsbeth Schnider aus Berg und Anna Frig aus Utwil (ein Hofstatt in dem Tan gelegen nebent Nöggersegge mit Garten und Boumgarten) die als Frauenklösterchen Tann in die Stadtgeschichte eingeht. Dieses kleine Kloster ist Vorgänger des Kapuzinerinnenklosters Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg.
1381 Abt Kuno von Stoffeln beschenkt einige Waldschwestern mit einer Hofstatt aus der in der Folge das Kloster Wonnenstein, eine Exklave von Innerhoden, hervor geht.
1382 Ab diesem Jahr wird in der Stadt ein Netz von Gassenbächen erstellt.
1384 Erstmals wird von einem Kanal berichtet, der von einem Nagelfluhfelsen oberhalb des Hustores herausgebrochen war. Er diente zur Speisung der Wetti, später als Rosswetti benützt, sie diente der Flutung der Wasserkanäle in den Gassen.
1384 Drei Mühlen werden erwähnt, zwei sind in der Mühlenenschlucht und die andere beim Spisertor. Mit letzterer ist vermutlich die Muosmühle gleich oberhalb des späteren Karlstores gemeint, zu der eine Brücke, die Muosbrücke, hinführte. Fantasielos wurde die Muesbruggstrasse nach der Steinachüberdeckung zur Moosbrückestrasse, heute Moosbruggstrasse.
1384 2. Juni
St. Gallen, Wil, 35 Reichstädte in Schwaben sowie die freie Reichsstadt Regensburg schliessen mit dem Bischof von Basel, dem Hochstift und der Stadt Basel einen Bund, dieser dient vor allem der Erhaltung des Landfriedens.
1385 Das Spitalgut Guggayen wird erstmals erwähnt.
1387 Die Stadt vereinbart mit Nürnberg die gegenseitige Zollfreiheit.
1388 Der die Kirche St. Mangen umgebende Friedhof wird erweitert.
1388 Das Kloster St. Gallen ersteht von den Gielen von Glattbrugg die Burg Helfenberg ob der Glatt bei Cozeasauva.
1390 Eine Schar diebischer Gesellen veranlasst die Stadt, bei Branthoch von Sax und Hänni Bäbi von Frümsen um Hilfe anzuhalten, die für einen Monat den Dienst antreten. Für jeden getöteten Gesetzesbrecher erhalten sie 15 Pfund.
1390 Die Insassen vom Siechenhaus Linsebühl werden, arme elende und verschmähte Siechlin, genannt.
1396 17. August
Abt Kuno von Stoffeln bestätigt das
Klösterchen Tann und nennt Ursula Brunner als (Meisterin) der Beginen.
1396 Die Ritter von Rorschach verkaufen die um 1150 erbaute Rosenburg in Herisau, im Volksmund auch Ramsenburg genannt, an die Fürstabtei St. Gallen.
1396 Die Gegend vom Bild (Breitfeld) trägt den Namen Watte.


1401 bis 1450
1401 17. Januar
Der
Volksbund ob dem See wird gegründet, das Resultat der harten und unklugen Amtsführung von Abt Kuno von Stoffeln.
1401 Die Appenzeller zerstören das Bollwerk der St. Galler Äbte, die anno 1300 wieder aufgebaute Burg Clanx endgültig, was den Beginn der Appenzellerkriege bedeutet.
1401 Das unkluge Regiment des gewalttätigen Abtes Kuno von Stoffeln bewirkt den Bund der Appenzeller mit der Stadt St. Gallen gegen das Kloster.
1402 Aus Angst vor einer Belagerung durch die Appenzeller wird der strategisch wichtige Hügel des Berneggwaldes komplett gerodet und auf dem höchsten Punkt, dort wo ab 1080 für kurze Zeit eine Burg stand, eine Hochwacht erstellt, daher rührt auch der Name Hochwacht für ein Stadtquartier.
1402 Vornächtigen Rin untersteht als sogenannter Klosterhof mit seiner ganzen Umgebung der Abtei St. Gallen.
1403 Die Appenzellerkriege veranlassen die Stadt, die Befestigungsanlagen zu reparieren und zu verstärken.
1403 15. Mai
Äbtische und städtische Truppen werden in einer ersten Schlacht beim
Loch (Rank) von den Appenzellern vernichtend geschlagen. Anschliessend verfolgen die Appenzeller die Unterlegenen bis vor die Tore der Stadt, wo sie dann die Mühlen anzünden. Zu den Gefallenen zählen unter anderen auch die beiden Bürgermeister, Konrad von Watt und Walter Schürpf.
1403 Die für den Abt wichtige Burg Rosenberg (Herisau) wird von aufständischen Appenzellern in Brand gesteckt.
1403 Die Burg Rosenburg in Herisau, im Volksmund auch Ramsenburg genannt, wird von aufständischen Appenzellern zerstört.
1403 Abt Kuno von Stoffeln will die Appenzeller züchtigen und scheitert schon in der Planungsphase, weil er den Ort Appenzell mit seinen Reiterscharen unmöglich via Hundwilerleiter erreichen kann.
1404 Winter, Appenzeller zünden in Hofstätten und Riethüsli Häuser an. Städtische Krieger brandschatzen daraufhin auf dem zu Abtei gehörenden tabulatum diverse Höfe.
1404 April
Die Bürger der Stadt setzen sich endlich mit den Appenzellern an einen Tisch und beschliessen mit diesen zusammen gegen die Habsburger vorzugehen.
1404/05 Um gegen mögliche österreichische Angriffen gewappnet zu sein werden im Säckelamtsbuch erhebliche Ausgaben für das Giessen von Büchsen, das Fällen von Bäumen vor der Stadt und das Herstellen von Steinkugeln festgehalten.
1405 September
St. Galler, die grosse Büchse mitführend, ziehen gemeinsam mit den Appenzellern nach Feldkirch und belagern die Habsburger-Stadt und die Schattenburg. Die Stadt ergibt sich nach wenigen Tagen, die Burg kapituliert erst 1406.
1405 8. Juni
Die Bürger der Stadt erfahren, dass der habsburg-österreichische Herzog Friedrich IV plant, den Stadt St. Gallern eine Lektion zu erteilen, da sie doch dem Kloster gegenüber eine nicht tolerierbare Haltung eingenommen hätten.
1405 16./17. Juni
Herzog Friedrich IV wird mit seinem Heer bei der "
vergessenen" Schlacht vom Hauptlisberg von den Städtern geschlagen und von diesen anschliessend via Kappel, wo es weitere kleinere Gemezel gibt, bis nach Arbon verfolgt. Die Städter erobern bei diesem Feldzug das Banner der Habsburgerstadt Schaffhausen.
1405 Burkart Schenk, Alleinbesitzer der Herrschaft Mammertshofen, schädigt mehrere Male die mit den Appenzellern verbündeten St. Galler Bürger, diese ziehen erbost vor die Burg Mammertshofen und erzwingen die Übergabe der Feste.
1405 Das Kloster St. Gallen und seine mit ihm verbündeten süddeutschen Städte müssen nach der Niederlage bei Vögelinsegg den Appenzellern die Reichsfreiheit zurück geben.
1405 11. November
Die vom
Freiherr und Ritter Wilhelm von Henne bewohnte Burg Grimmenstein in St. Margrethen, wird im Strudel der Kriegswirren von St. Gallern und Appenzellen niedergebrannt.
1406 6. Juli
Die St. Galler schliessen mit Herzog Friedrich von Österreich einen Waffenstillstand.
1406 Ab diesem Jahr wird jährlich der Gefallenen der Schlacht vom Hauptlisberg, die sich bis hinunter zum Kappel ausdehnte, mit einer Wallfahrt gedacht. Hierfür wird die am 9. August 1380 erstmals bezeugte «kylchen ze Cappelle», die dem Kappelhof seinen Namen gegeben hatte, aufgesucht.
1407 Die dem Kloster St. Gallen gehörende Burg Helfenberg ob der Glatt in Gossau wird von den Appenzellern zerstört.
1408 13. Januar
Nach monatelanger, vergeblicher Belagerung von Bregenz erleidet der
Volksbund ob dem See überraschend eine Niederlage durch die Rittergesellschaft vom Sankt Jörgenschild.
1408 Trotz Waffenstillstand mit Herzog Friedrich erobern städtische Krieger die Burg Oberberg und brennen sie nieder.
1408 4. April
König Ruprecht löst per Schiedsspruch den
Volksbund ob dem See auf. Er untersagt den Betroffenen, sich künftig ohne seine Erlaubnis mit anderen Reichsstädten zu verbünden.
1408 14. Mai
König Ruprecht widerruft sein
Verdikt vom 4. April und erlaubt den St. Gallern, sich mit sechs Reichstädten rund um den Bodensee zu verbinden.
1409 Der deutsche König Ruprecht von der Pfalz entscheidet, dass die Appenzeller wieder dem Abt von St. Gallen unterstellt werden.
1411 Die Benediktinerabtei St. Gallen besteht noch aus zwei Klosterherren und steht kurz vor dessen Auflösung.
1411 1418 Abt Heinrich von Gundelfingen.
1412 Die Stadt wird in das Burg- und Landrecht der sieben Orte (alte Eidgenossenschaft) aufgenommen. Der Bund wird im speziellen gegen das Kloster St. Gallen geschlossen.
1413 Das Kloster St. Gallen verkauft Ahadorf an das Frauenkloster Tänikon.
1413

* einer der 10 Neubeiträge
Kriesenzeit im Kloster, zur Zeit leben gerade noch zwei Mönche hier.
1413 Der St. Galler Kaufmann Georg Blarer und Heinrich Zwick aus Ravensburg werden in der Nähe von Eger vom berüchtigten Raubritter, Landgraf Leupold von Leuchtenberg, überfallen und ihrer 53 Stück weisser Leinwand im Wert von 160 Gulden beraubt.
1413 Der der Stadt wohlgesonnene Abt, Heinrich von Gundelfingen bewilligt die Städtische Verwaltung der Laurentiuskirche und schenkt zudem den Boden zur Vergrösserung derselben. Die Steine zum Ausbau werden von den Gebrüder Bürke, einem Appenzeller und seinem in der Stadt verbürgerten Bruder, Steinbruchbesitzer auf dem Kamelenberg, um des Seelenheils willen gespendet.
1415 12. April
Eine Delegation ersucht den in Konstanz verweilenden Kaiser Sigismund um das Recht, kleine Münzen, Heller, Pfennige mit dem Gepräge der Stadt schlagen zu dürfen. Eine Erlaubnis mit Widerrufsrecht können sie mit nach Hause nehmen.
1415 Das Kloster kauft den einst schon mal in seinem Besitz gewesenen Hof Marbach wieder zurück.
1415 Das Heiliggeistspital bekommt von der reichen Witwe des Bürgermeisters Johannes Blarer um ihres seelenheils Willen 40 Rheinische Goldgulden mit der Bedingnis, dass der Spital täglich ein Viertelmass seines Weines als Messwein nach St. Laurenzen liefert.
1418 Der Hätlernbrückle ist in einem Dokument als ältester Übergang zwischen der Stadt und Engeburg aufgeführt. Der Steg war etwa 300 Meter weiter unten als der heutige, beim Hof Rüti.
1418 20. April
Grosser Stadtbrand, nur 17 Häuser, alle im Loch, überstehen den Feuersturm, 26 Menschen sterben in den Flammen.
1418 Um die Beseitigung der gefährlichen Schindeldächer zu fördern, erhält jeder Bürger die Dachziegel für sein Haus vom Bauamt geschenkt.
1418 Nach dem Stadtbrand wird beim Wiederaufbau nun auch die Irervorstadt, auch mindere oder untere Stadt genannt, nördliche Altstadt, in den Mauerring der Stadtbefestigung einbezogen.
1418 Das Schibenertor wird erstellt.
1418 Der Magistrat erbaut nach dem Stadtbrand den Portnerhof und benützt ihn als Rathaus.
1418 Die Stadt zählt 3000 Einwohner.
1418 Das Brühltor wird erstellt.
1418 1419 Abt Konrad von Pegau.
1418 Bau des Platztores (Bletztor)
1419 Die Bauarbeiten für das neue Irertor, dass alte war dem Stadtbrand von 1418 zum Opfer gefallen, werden in Angriff genommen.
1419 Erste Erwähnung eines Kornhauses in der Stadt.
1419 1426 Abt Heinrich von Mansdorf.
1419 Das Tuchhaus, auch Mange genannt, wird nach dem grossen Stadtbrand von 1418 teilweise wieder in Betrieb genommen. Hier wurde die Leinwand geglättet und gefaltet und zum Abtransport hergerichtet.
1420 Der heutige Freudenberg wird erstmals als Studegüggi urkundlich erwähnt.
1420 Februar
Erste urkundliche Nennung von Lämmlisbrunnen. Othmar Ortwin verkauft der Familie Cunz, das Gärtli vor Spisertor, samt Sommerhaus das darinne stat. Die Liegenschaft grenzt an den Weg der gen Lemlis Brunnen gat.
1421 Februar
Die Abtei vergibt das Gebiet von Hahnberg in der Gemeinde Berg SG als Lehen an die Hör, eine reiche und bekannte St. Galler Familie.
1424 Das Bistum St. Gallen ruft eine Währungsunion ins Leben, die immerhin vom Zürichsee bis zur Donau reicht. Der innovativen Idee ist allerdings kein Erfolg beschieden und bald wieder werden die Münzen eingeschmolzen.
1424 Die St. Gallermünze, dass erste europäische Geldstück mit arabischen Ziffern, wird geprägt.
1424 In der Stadtrechnung ist vermerkt, dass Hochgericht auf der Laimat sei (neüw gebauwen) worden.
1425 Die Eltern der Stadtbürgerin Margret Rutegger stiften bei St Leonhard die untere Klause.
1426 Abt Heinrich von Mansdorf belegt St. Galler Gotteshausleute mit Bann und Interdikt, weil sie keine Abgaben an das Kloster bezahlen.
1426 Weisung an die Bürger, wer sich ohne Vorwissen des Rats einem neuen Abt in irgend einem Fall eidlich verpflichtet, dem wird für fünf Jahre Verweisung angedroht.
1426 Bei Bedarf können Ratsboten geliehen werden, so heisst es, wer einen oder mehrere Boten vom Rat ausleihe, solle (den oder die mit Geld aufbringen) und den Boten ihre Verpflegung und ihren Lohn ausrichten, ohne Schaden für den Rat.
1426 1442 Abt Eglolf Blarer, er übernimmt die Abtei in schlechtem Zustand.
1429 Das Gebiet westlich der Kreuzbleiche wird erstmals als Vonbuel erwähnt.
1429 Der Friedensschluss zu Konstanz verpflichtet die Appenzeller, 1000 Pfund Pfennige an das Kloster St. Gallen zu zahlen. Dafür werden sie von Bann und Interdikt befreit.
1429/30 Abt Eglolf Blarer beruft Mönche der Bursfelder Kongregation zur Reform des Gallusklosters.
1430 An der Engenfurth auf der Halbinsel im Rechen bei Bruggen übernimmt eine Walche zur Filzherstellung ihren Betrieb.
1430 Das Haus an der Bankgasse Nr.6, in dem sich das Restaurant Neubad befindet, wird erstellt.
1430 Die grösste Glocke des Laurenzenturms wird von Hans Schnabelburger einem Stadtbürger gegossen.
1431 Die Fürstabtei St. Gallen erwirbt von den Herren von Rorschach Güter und Rechte in Egglinsriet.
1434 Durch kaiserliche Vermittlung kommt es zwischen dem Kloster und tabulatum zu einem Vergleich, denn nebst der Stadt, hat sich während der Appenzellerkriege auch das zu Wittenbach gehörende tabulatum vom Kloster abgewendet und diesem über viele Jahre die Steuern und Abgaben verweigert.
1436 Die heutige Neugasse nennt sich Gerber- und auch Ledergerbergasse.
1437 Der Schwyzer Landammann Ital Reding d.Ä. schliesst in St. Gallen ein 20jähriges Landrecht zwischen Schwyz und dem St. Galler Abt Egloff Blarer von Wartensee.
1437 Ein Teil des heutigen Restaurant Papagei ist auf diese Zeit verbrieft.
1438 Das Rezept der St. Galler-Bratwurst wo nur Schweinefleisch und -därme verwendet wurde, wird geändert. In den Satzungen der Metzgerzunft wird in einem neuen Rezept die Zugabe von Kalbfleisch festgehalten.
1438 Verfassung einer Zunftsatzung, welche die Grundlagen eines gesetzlichen Anteils der Handwerker an dem Stadtregimente enthält.
1440 Das Heiliggeist-Spital erhält eine eigene Kapelle.
1440/41 Riesige Schneemengen lassen in der Stadt etliche Häuser einstürzen.
1442 Schoranshuoba, eine der grössten Getreidehöfe des Heiliggeistspitals, muss laut Zinsbuch dem Spital, 24 Malter Hafer und Dinkel abliefern.
1442 29. Dezember
Die Krönungsreise des Habsburgers Friedrich III. führt ihn auch nach St. Gallen wo er von Bürgern und Priestern ehrenvoll empfangen wird.
1442 1463 Abt Kaspar von Breitenlandenberg.
1442 Abt Kaspar von Breitenlandenberg anerkennt die von der Stadt St. Gallen errungenen Rechte und Freiheiten nicht, worauf ihm die Stadt den Huldigungseid verweigert.
1443 Ratsherr Caspar Wirt, Leiter der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft aus St. Gallen wird auf dem Weg nach Leibzig von Raubrittern, den Gebrüder von Waldenfels, überfallen, zwölf Scheiben Wachs wurden ihm gestohlen.
1443 Aus Protest gegen die Misswirtschaft des Abtes verlassen sechs Mönche den Konvent.
1448 Die Juden der Judescheit werden wieder des Ritualmords beschuldigt und aus der Stadt St. Gallen ausgewiesen.
1449 St. Annaschloss kommt in den Besitz der Fürstabtei und wird Sitz des St. Galler Klostervogtes.
1449 Das nach dem Brand von 1418 zerstörte und provisorisch im Portnerhof untergebrachte Rathaus wird nach seinem Wiederaufbau an der Marktgasse wieder seiner Bestimmung übergeben. Der Portnerhof kommt in den Besitz der Beginen.


1451 bis 1500
1451 Das Stift St. Gallen tritt der Eidgenossenschaft als zugewandter Ort bei.
1452 Das Kloster St. Gallen erlangt die Landesherrschaft über das Gebiet der nachmaligen politischen Gemeinde.
1452 Das Heiliggeistspital kauft von Hans dem jüngeren von Andwil für 4000 rheinische Gulden das nach einer Brandschatzung wieder aufgebaute Schloss Oberberg ab.
1452 12. Mai
Bürgermeister und Rat zu Wangen im Allgäu warnen in einem Brief die St. Galler, dass auf ihrem Handelsweg auf der Ruckburg bei Bregenz Knechte liegen, die Kaufleute überfallen wollen.
1452 Der Schenken- oder Freihof, am Multertor angebaut, wird erstmals urkundlich erwähnt. Das Haus, eine stattliche Stadtvilla, stand dort wo heute die UBS ihren Sitz hat.
1452 Auf Sant Görgen wird erstmals ein eigener Friedhof erwähnt.
1452 Die Leinwandschau, eine Qualitätskontrollstelle wird eingeführt.
1453 Beim Klösterchen Tann wird eine Kapelle geweiht.
1453 30. August
Eine Kältewelle bewirkt Schneefall bis zur Notkersegg.
1454 St. Gallen schliesst mit sechs eidgenössischen Orten einen ewigen Bund.
1454 Ulrich Zidler ermöglicht durch Vergabe, dass die Siechen vom Linsinböl wöchentlich einmal Weissbrot erhalten. Alljährlich am Todestag des Stifters sogar eine Mass Wein.
1454 Trogen kauft sich vom Kloster frei.
1455 Die Stadt ist bestrebt, die verbliebenen weltlichen Güter des Klosters zu übernehmen. Dieses Ansinnen scheitert aber am Widerstand des Klosterpflegers Ulrich Rösch und den Untertanen des Klosters.
1457 5. Februar
Der Berner Schiedsspruch bekräftigt die freie Wahl des Rates und Ammanns sowie das Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit. Der Schiedsspruch ermöglicht der Stadt sich mit 7000 Gulden politisch vom Kloster frei zu kaufen, was den Aufstieg zur Reichsstadt bedeutet.
1458 22. August
Nach vielen Bemühungen des Abtes werden die Grenzen zwischen dem Gotteshaus und den Appenzellern festgelegt. Die Eidgenossen versammeln sich zu diesem Zweck in Einsiedeln.
1458 Tablat wird von Wittenbach getrennt und zu einem eigenen Gericht erhoben.
1459 Die Stadt erwirbt, gezwungen durch die starke Handelsentwicklung am Bodensee, die Herrschaft Steinach mit dem Handelshafen, der nun als Haupthafen und Lagerplatz dient.
1459 16. Juli
Ein grosser Wolkenbruch lässt den Irabach dermassen anschwellen, dass dieser über den Damm in den Stadtgraben fliesst. Die Stadtbürger müssen auf den Bleichen die Leinwand einsammeln damit diese von der auch hochgehenden Steinach nicht fortgeschwemmt wird.
1459 Auf der Westseite des Hauses zum Pelikan wird eine eingeschossige Mange erstellt.
1460 Ein zum Heiliggeistspital gehörendes und jetzt noch bestehendes Haus an der Kugelgasse wird gebaut.
1460 Das Heiliggeistspital erwirbt über seine Besitzungen in Almensberg (Amriswil) die Gerichtsbarkeit (Spitalgericht).
1460 Um seinen Fischbestand zu mehren erstellt das Kloster St. Gallen zwischen Bettenau und Oberuzwil die Bettenauerweiher.
1460 Den Stadtbürgern wird verboten, in Trinkstuben und auf den Gassen bevorstehende Wahlen zu besprechen.
1460 Ein Grenzvertrag zwischen der Stadt und der Abtei führt dazu, dass die Stadt zu den vier vorhandenen Hauptgrenzsteinen (Friedkreuze) einen 5. hinzufügen kann, er muss zwischen den Häusern 43 und 47 an der Wiesenstrasse gestanden haben. Die vorhandenen, dort wo heute die Dufourstrasse von der Zürcherstrasse abzweigt, an der St. Jakobstrasse 105, am südöstlichen Rand des Knaben- oder Hüsliweihers und ein weiterer an der nordwestlichen Ecke des Nestweiherweges (noch immer zu sehen), wurden bestätigt.
1463 1491 Ulrich Rösch, ein Bäckerssohn aus Wangen im Allgäu, wird erster nicht adliger Abt von St. Gallen.
1463 8. September
Der Bischof von Konstanz erklärt sich bereit, die Vereinbarung die Abt Ulrich Rösch und die Besitzer von Schloss
Sulzberg, Hans und Aberhans Gnaepser zuvor festlegten, anzuerkennen. Somit erhält das Kloster St. Gallen die Gerichtsherrlichkeit über Obergoldach.
1463 Kaiser Friedrich III. erteilt der Stadt die Bewilligung bei Bedarf Kauf- und Gredhäuser bauen zu dürfen.
1466 25. August
Eine Urkunde Kaiser Friedrich III. berichtet über ein städtisches
Gredhaus.
1466 Die Notvesten, geben sich Satzungen und führen einen Matrikel ein. (gilt als Vorgängerin des kaufmännischen Vereins). Ihr Lokal, die Trinkstube zum Antlitz, wird mit Wappen verziert.
1467 Die Stadt errichtet (bei Martinsbrücke) durch Baumeister Anton Falk eine gedeckte Holzbrücke, die erste Brücke die die Stadt mit Untereggen und Eggersriet verbindet.
1468 Abt Ulrich Rösch erwirbt von den Herren von Raron das Toggenburg, gründet einen st. gallischen Territorialstaat und kauft sich den Fürstentitel. Er gilt als zweiter Klostergründer.
1468 Die Luzerner, unter eidgenössischem Bündnis im Schwarzwald gegen Herzog Sigismund von Österreich kämpfend, ermahnen die Stadt zur Beihilfe, die dann eine Kompanie rot gekleideter Mannen entsendet. Mit diesen 160 Mann zusammen schädigen sie den Feind bis sich dieser mit der Abtretung vom Thurgau den Frieden erkauft.
1468 Das Unteramt der Grafschaft Toggenburg kommt inklusive Degersheim unter die Herrschaft des Klosters St. Gallen.
1468 Die Abtei St. Gallen erwirbt die Vogtei Niederbüren.
1469 Abt Ulrich Rösch erlässt für die Dörfer Gossau und Mörschwil eine Öffnung, eine Art Gemeindeverfassung, die Hof- und Dorfrecht, sowie die Rechte und Pflichten der bäuerlichen Einwohner regelt.
1469 Neben dem Siechenhaus auf dem Linsinböl wird eine Kirche erstellt. Die Kranken können über einen gedeckten Steg direkt zur Kirchenempore gelangen, somit sind sie von den anderen Kirchgängern im Erdgeschoss getrennt. Dort müssen sie zweimal täglich 50 Paternoster und Ave Maria sprechen.
1470 Die Juden werden aus der Stadt ausgewiesen.
1470 Unterhalb des Frauenklosters St. Leonhard, dass auf dem Büchel steht, ist eine Kapelle verbürgt.
1470 Abt Ulrich Rösch lässt in St. Fiden ein Wirts-, Gemeinde- und Gerichtshaus bauen, dessen Mauern noch heute das Restaurant Hirschen beherbergen.
1470 Andwil wird samt Vogtei an das Heiliggeistspital verkauft.
1471 Kloster und Stadt erstellen die erste gemeinsame Wasserleitung mittels Teuchel von Quellen auf Hofstetten und St. Leonhardshölzli bis zum Loch (Gallusplatz) von wo das Wasser in verschiedene Brunnen der Stadt weitergeleitet wird.
1471 Vertreter der Stadt St. Gallen setzen mit den vier Höfen Altstätten, Marbach, Berneck und Balgach einen Rebbrief auf, der Aufwand und Ertrag zwischen städtischen Grundbesitzern und Rebbauern regelt.
1472 - 1551 25. August
Christoph Schappeler, (Sertorius), Schulmeister und Reformator, war
Vadians Mitstreiter.
1472 Die Stadt erstellt in Steinach das Gredhaus, das dort noch immer zu bewundern ist.
1473 Die Stadt beschliesst, an der Nüwengassen, kein neues Gerbhaus mehr bauen zu lassen.
1473 Das Kloster kauft das einst schon mal in seinem Besitz gewesene Rebstein wieder zurück.
1473 Ein heisser Sommer bewirkt einen Wassermangel, dies zwingt die Stadtleute das Wasser stundenweit von Flüssen herzuholen.
1474 Abt Ulrich Rösch kauft dem Bischof von Konstanz die noch nicht zur Abtei gehörenden Teile von Eggersriet und Umgebung ab.
1474 Die Burg Waldegg an der Burgstrasse wird erbaut, sie ist Sitz des Landeshofmeisters.
1474 Hauptmann Willhelm Ringgli eilt mit einer kleinen städtischen Truppe in den Burgunderkrieg um Kaiser Karl Friedrich III. gegen den Herzog Karl der Kühne zu unterstützen.
1475 5. Juli
Die getreuen Dienste im Burgunderkrieg ehrend, verleiht Kaiser Friedrich III. der Stadt St. Gallen mittels Wappenbrief eine besondere Gnade. Der St. Galler Bär, im Stadtwappen mit goldenen Ohrmuscheln, Augenbrauen und Krallen versehen, darf ab sofort auch ein goldenes Halsband tragen.
Ergänzung
1475 Auf dem Marktplatz wird die Metzg erstellt, in dem auf der ersten Etage auch ein Saal für verschiedene Anlässe integriert ist.
1476 Engel Varnbühler, Schwester des Ulrich (Bürgermeister der Stadt) wird zur Klostervorsteherin des Klosters St. Katharinen gewählt.
1476 Ulrich Varnbühler befehligt die St. Gallertruppen bei Grandson und Murten.
1477 An der Frankfurter-Messe wird ein Arboner überführt, der mit einem (G) gefälschtes Leinengewebe anbot. Das (G) war Zeichen der Qualitätssicherung der Stadt St. Gallen.
1478 Ein ungeheurer Platzregen bringt der Steinach soviel Wasser, das mehrere Mühlen, kleine Häuser und Städel sowie Brücken und Stege weggerissen werden.
1478 In St. Katharinen wird der Kreuzgang erstellt.
1479 Ulrich Varnbühler, Bürgermeister der Stadt St. Gallen, als Feldhauptmann soeben mit reicher Beute aus den Burgunderkriegen zurückgekehrt, baut das Schloss Weinstein in Marbach aus.
1479 Die Schwestern im Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg sind als Franziskaner-Terziarinnen bezeugt.
1479 Zum Preis von 590 Pfund Pfennig verkauft Ulrich Brändler der Stadt die Berneck als Gemeindeweide.
1479 Die Hüslibrücke im Sittertal, auch Schmidlinsbrücke genannt wird erstmals erwähnt.
1479 Erwähnung des Burgstalls auf der Bernegg, der nur Befestigungszwecken dient.
1480 St. Gallen entwickelt sich zu einem Zentrum der Textilindustrie.
1480 Die zu dieser Zeit grösste Münze, der Madonnen-Plappart, wird mit dem Motiv des Wallfahrtsbildes im Kloster herausgegeben.
1481 Konstanz ersucht erfolglos um die Bewilligung, auf seiner Leinwand das St. Gallerzeichen setzen zu dürfen.
1481 Abt Ulrich Rösch schreibt die kurze Chronik des Gotzhaus St. Gallen mit der Begründung der Verlegung des Klosters nach Rorschach.
1481 Fürstabt Ulrich Rösch baut den Hof zu Wil.
1481 1521 In dieser Zeitperiode werden von den frommen Frauen in St. Katharinen 111 Bücher hergestellt.
1482 Im Klösterchen St. Katharinen wird die Klausur eingeführt, ab sofort dürfen sich die Nonnen nur noch innerhalb der Klostermauern bewegen, müssen sich der Umwelt für ihr ganzes Leben entsagen.
1483 1805 Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St. Gallen und wird Sitz ihrer Obervögte.
1483 Der Konvent stimmt der Aussiedlung des Klosters St. Gallen nach dem Kloster Mariaberg in Rorschach zu.
1483 Im St. Katharinenkloster können sich Mädchen schulisch Ausbilden lassen.
1483 Das Schloss Schwarzenbach kommt in den Besitz der Äbte von St. Gallen.
1484 - 1551 29. November / 6. April
Joachim von Watt, später Vadian genannt, Spross einer St. Galler Kaufmannsfamilie, die im Namen der Diesbach-Watt'schen Gesellschaft einen weltweit regen Leinwandhandel betrieb.
1484 30 Metzger kaufen sich Haus, Hofstatt und Garten an der Hintergasse, für 300 Taler. Hier werden Versammlungen und geselligen Treffen abgehalten, kurz, es wird als Zunfthaus genutzt, heute Restaurant Zum Goldenen Schäfli.
1485 Am Irertor wird auf der Nordseite ein Wappenrelief angebracht.
1485 In den Büchern wird ein Kaplan erwähnt, der in der Armsünderkapelle nahe beim Hochgericht zur Laimat seines Amtes waltet.
1485 Abt Ulrich Rösch bekommt die kaiserliche Einwilligung zur Errichtung einer ausgedehnten neuen Klosteranlage in Rorschach, die Kirche, Glockenturm, Schlafraum, Kreuzgang, Mühle, Weiher usf. umfassen sollte.
1485 19. Juli bis 12. August
Grosses Schützenfest.
1486 Die Abtei muss nach langen Rechtsstreitereien seine Vogtei Rheintal an Appenzell abtreten.
1487 21. März
Abt Ulrich Rösch legt den Grundstein für ein neues Kloster in Rorschach.
1487 Kaiser Friedrich III. erteilt der Stadt das Privileg, Fälscher die sich im Zusammenhang mit der Leinwand schuldig gemacht haben, auf dem Gebiet des Klosters verhaften zu können. Abt Ulrich, natürlich nicht einverstanden und betreibt die Kraftloserklärung des Privilegs, was ihm schlussendlich auch gelingt.
1488 11. August
Ein Blitzschlag zerstört den
Dachreiter von St. Mangen.
1489 Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner verlangen in Wil vom Fürstabt Ulrich Rösch die sofortige Einstellung des Klosterbaus in Rorschach, der aber weigert sich auf die Forderung einzugehen.
1489 An der Urnäscher-Chilbi beschliessen St. Galler- und Appenzellerbürger, kriegerisch gegen das sich im Bau befindende Kloster von Abt Ulrich Rösch in Rorschach vorzugehen.
1489 28. Juli
Klosterbruch zu Rorschach. Der schon fertig gestellte Kreuzgang, 80 Zellen und der Kapitelsaal werden unter Führung des Bürgermeisters der Stadt St. Gallen, Ulrich Varnbühler, von Stadtbürgern, Appenzellern und Rheintalern zerstört.
1489 21. Oktober
In Waldkirch vereinigen sich Stadt St. Galler, Appenzeller und Gotteshausleute zu einem Bund (Waldkircher-Bund) um gemeinsam gegen die mit dem Kloster verbündeten eidgenössischen Truppen vorzugehen.
1489 Vor der Belagerung der Stadt durch Truppen der Eidgenossen werden vor den Stadttoren aus strategischen Gründen etliche Häuser niedergebrannt und Bäume gefällt. Vor dem Platztor (Bletztor) wird gar eine hübsche Vorstadt vernichtet.
1489/90 Februar
Eidgenössische Truppen (8000 Mann) belagern die Stadt, dies weil die Stadt sich an der Zerstörung des Klosters in Rorschach beteiligte. Heinrich Zili organisiert die Verteidigung der Stadt (400 Mann). Über der Glockenstube der St. Laurenzenkirche wird aus einem Wachraum mit einer Kanone auf die Belagerer geschossen.
1490 19. Januar
Der
Waldkircher-Bund eröffnet mit der Besetzung des äbtischen Schlosses Romanshorn und der Belagerung von St. Annaschloss in Rorschach die Kampfhandlungen.
1490 Die Burg Oberberg kommt in den Besitz der Fürstabtei St. Gallen und erhält die Bezeichnung Schloss.
1490 Der Friede von St. Fiden beendet den St. Gallerkrieg. Der St. Galler Bürgermeister Ulrich Varnbühler und der Appenzeller Landamann Hermann Schwendiner werden verbannt und ihre Vermögen eingezogen. Die Abtei muss aber auf eine Klosterverlegung verzichten.
1490 Die Stadt, die einst den Hafen Steinach dem Kloster abgekauft hatte, muss diesen als Strafe für den Klosterbruch zusammen mit dem Gredhaus an das Kloster zurückgegeben.
1490 Die Schwyzer die die Stadt belagernden Eidgenossen unterstützen lagern in St. Georgen und Mühlegg. Sie plündern Häuser und Ställe und entwenden die Kirchenglocke die heute noch im Kirchturm zu Brunnen hängt.
Ergänzung
1490 Das Nebentor (Metzgertor) oben an der Metzgergasse wird zugemauert und in den Jahren bis 1540 in einen Turm (Harzturm) umgebaut.
1491 Eine Urkunde erwähnt die Existenz eines Frauenhauses an der Statt Graben (Irervorstadt).
1491 10. Februar
Ein von der Weber- und Schuhmacherzunft ausgehender Aufruhr gegen die Selbstherrlichkeit der gewaltigen Räte wird bald niedergeschlagen. Am 19. Februar werden die 5 Hauptanführer vor dem Rathaus hingerichtet.
1491 Abt Ulrich Rösch errichtet das Oberbergeramt, es handelt sich dabei um einen von vier neuen Verwaltungsbezirken des Klosterstaates. Das Amt umfasste die Gemeinden Gossau, Oberdorf, Niederwil, Oberarnegg, Waldkirch und Sitterdorf.
1491 1504 Abt Gotthard Giel von Glattburg.
1491 1810 Die Musketen- und Büchsenschützen haben von nun an eine Schiessstatt beim Thalgarten.
1492 Die Glattburg bei Oberbüren (später Kloster), geht als Lehen des Klosters St. Gallen an die Schenk von Kastel.
1494 Die Stadt St. Gallen liefert schon am Tag nach dem grossen Brand von Arbon Wagenladungen von Lebensmittel. Der Rachebrandstiftung fällt nahezu die ganze untere Stadt zum Opfer. Brandstifter sind die drei Söhne eines zum Tode verurteilten Diebes.
1495 Das Frowenhus in Irrer Vorstatt ist unter den Lehen und Hofgütern aufgeführt, die nach dem Tode von Abt Ulrich Rösch vom Kloster an die Stadt übergehen.
1495 Der Holzerker zum (Zitronenbaum), Schmiedgasse 1, wird erstellt.
1496 Altbürgermeister Varnbühlers Söhne und Landammann Schwendiner klagen beim Reichskammergericht. Dieses bestätigt, dass ihr Vermögen betreffs Klostersturm in Rorschach zu Unrecht beschlagnahmt worden sei. Da die St. Galler und Appenzeller die Rückgabe verweigern, verhängt König Maximilian I. die Reichsacht, damit wird rechtens, dass sich die Varnbühlers auf allen Reichsstrassen am St. Galler Leinwandhandel schadlos halten können.
1497 Ulrich Hochrütener erbaut an der Nordseite der Bernegg das damals im Volksmund genannte Hochrütener Bürgli. Es diente auch als Lusthaus.
1497 16. März
Der Abt, Gotthard Giel von Glattburg bekommt von Papst Alexander VI. die Erlaubnis, für das Dorf Mörschwil eine eigene, von den Arbonern unabhängige Pfarrei einzurichten. Arbon und Konstanz verhinderten ihrer
Pfründe wegen erfolgreich bis 1629 die Umsetzung.
1499 20. April
230 St. Galler Soldaten kämpfen im
Schwabenkrieg bei der Schlacht von Frastanz (Österreich) erfolgreich gegen die Truppen des Schwäbischen Bundes, sie verlieren dabei sechs Mann.
1499 Die Fürstabtei zu St. Gallen erwirbt vom Stift Lindau die Vogtei Balgach.
1500 Maximilian I. übergibt der Stadt das Privileg selber grössere Silbermünzen prägen zu dürfen.


1501 bis 1550
1502 - 1574 6. August
Johannes Kessler (Ahenarius), Chronist der Reformation und Reformator. Das Haus (Alte Post) an der Gallusstr. 4 war sein Wohnhaus.
1502 Die Siechenhausordnung besagt, dass die Insassen 2 mal täglich zur Kirche gehen müssen. Dort müssen Sie jeweils 50 Pater noster und 50 Ave Maria beten.
1503 Die Reisläuferei wird verboten.
1503 Auf dem Rindermarkt wird ein Kornhaus erstellt.
1503 Sämtliche Bürger der Stadtrepublik St. Gallen werden verpflichtet denn sogenannten Bürgereid zu leisten.
1504 Unter der Vermittlung des deutschen Königs Maximilian I. kommt es zum Ausgleich zwischen der Stadt St. Gallen und den Söhnen des früheren Bürgermeisters Ulrich Varnbühler, ihnen müssen alle entzogenen Güter unverzüglich zurückerstattet werden.
1504 Verordnung der Metzgerzunft. Alle neun in St. Laurenzen tätigen Priester müssen die Namen der jeweils verstorbenen Zunftmitglieder mit lauter Stimme verlesen.
1504 1529 Abt Franz von Gaisberg.
1505 1508 St. Mangen, die Kirche auf dem Irahügel, bekommt den noch heute bestehenden Kirchturm.
1507 Der Stadtbürger Lienhard Keller erwirbt in Rom drei Bullen die besagen, dass künftig jede Person die in St. Laurenzen den neuen Jakobsaltar zieren, verehren, besuchen und äufnen will, für 100 Tage von Sündenstrafen befreit sei.
1507 In einem Wirtshaus am Rindermarkt bricht Feuer aus, bei dem schliesslich drei Häuser zu Asche werden. Zu beklagen ist auch, dass sich ein Mann mit einem Leintuch aus dem Haus retten wollte, aber beim Einsturz desselben ums Leben kommt.
1510 Der Bischof von Konstanz bewilligt bei St. Leonhard die Anlage eines Gottesackers.
1513 Der St. Galler, Christoph Schappeler (Sertorius), als Prediger nach Memmingen an die Martinskirche berufen, wirkt dort bereits schon mit reformatorischen Ansichten, er ist auch Mitverfasser der sogenannten Zwölf Artikel von 1524, die vermutlich als Signal für den blutigen süddeutschen Bauernaufstand wirkten.
1514 Der römisch-deutsche Kaiser krönt in Wien den St. Galler Humanisten Joachim von Watt (Vadianus) zum Poeta laureatus.
1518 Vadian wird Stadtarzt.
1518 Gais kauft sich von allen Verpflichtungen gegenüber dem Kloster St. Gallen los.
1518

* einer der 10 Neubeiträge
Der Runde Wehrturm beim Karlstor wird erstellt.
Ergänzung
1519 August
Der schlimmste
Pestmonat, täglich sind 30 und mehr Pesttote zu verzeichnen, es sind in diesem Jahr schlussendlich gegen 1700.
1519 Der Stadtarzt, Vadian flieht vor der verheerenden Pest aus der Stadt.
1519 Turm und Teile des Chores zu St. Leonhard stürzen in sich zusammen.
1520 Vadian erwirbt das Haus zum tiefen Keller an der Hinteren Lauben.
1521 Vadian wird in den kleinen Rat aufgenommen, es ist der Start zu seiner politischen Karriere, wo er sich bald als einflussreiches Mitglied etabliert.
1521 Der Jurist Hieronymus Schurff, Sohn des sehr bekannten Arztes und späteren Bürgermeisters von St. Gallen, Johann Schurff, begleitet Luther als Rechtsberater auf den Wormser Reichstag.
1522 Der jüdische Arzt Dr. Antoni Löw besitzt an der Spisergasse ein eigenes Haus, infolge der Repressalien gegen die Juden wird er fünf Jahre später ausgewiesen.
1522 Johannes Kessler (Ahenarius), eben erst von seinem Theologiestudium in der Universität Basel in die Stadt zurückgekehrt, reist mit Empfehlungen nach Wittenberg um unter Martin Luther seine Studien fortzusetzen.
1522 Die wenigen Waldenser die in St. Gallen Zuflucht gesucht und gefunden haben, rufen ihre Anhänger auf, ihre Kinder an den Abendmahlssonntagen einer Nachmittagskatechisation zuzuführen, die Eltern werden angehalten Ihre Kinder zuvor entsprechend vorzubereiten.
1523 1526 Aufständische Bauern vordern die Aufhebung der Leibeigenschaft, es kommt deshalb zu längeren Auseinandersetzungen im Klosterstaat.
1523 Der von Luthers Schriften überzeugte Waldshuter Pfarrer Dr. Balthasar Hubmaier wird von den Bürgern der Stadt zu einer Predigt aufgefordert. Diese erste evangelische Predigt in der Stadt findet in der Kirche zu St. Mangen statt. Balthasar Hubmaier erleidet 1528 als Wortführer der Täufer in Wien auf dem Scheiterhaufen den Feuertod.
1524 Der Grosse Rat verlangt von den Geistlichen hell und klar, gemäss der richtigen christlichen Auslegung zu predigen, was eigentlich für die Stadt das Startsignal zur Reformation bedeutet.
1524 Fronleichnamstag
Protestierende Bürger halten in der Webergasse ihre Ablassbriefe an Stangen über die Prozession und rufen, löset ab den Ablass, sie werden im Nachhinein mit je zwei Pfund gebüsst.
1524 Bürger verlangen von Johannes Kessler (Ahenarius) der von seinem Studium bei Martin Luther in Wittenberg zurückgekehrt ist, sie über die Schriften aus der Bibel zu unterrichten.
1524 Die St. Jakobskapelle wird in eine Ziegelei umgebaut.
1524 Januar
Joachim von Watt, Christoph Schappeler (Sertorius) und Johannes Kessler (Ahenarius) überzeugen die Bürgerschaft für das reine Evangelium. Letzterer beginnt ab Januar im Saal der
Metzg mit seinen Lesinen, sie sind in der Stadt bald sehr beliebt und gehören mit zum Ursprung der städtischen Reformation.
1524 Der Rat der Stadt bestimmt, es dürfen ab sofort nur noch Arme aus der Stadt und Umgebung von Haus zu Haus um Almosen betteln.
1524 Reformationsbedingte konfessionelle Trennung vom Kloster.
1524 August
Die Eidgenössischen Tagsatzung verbietet Johannes Kessler (dem Winkelprediger), seine
Lesinen, die er ab Oktober allerdings wieder durchführt.
1524 Der Konvent der unteren Klause von St. Leonhard, bestehend aus 12 Frauen unter Führung der Vorsteherin Frau Mutter Wiborat Mörli, wehrt sich vehement gegen den Plan Vadians, den Konvent aufzulösen.
1525 März
Gründung der
Wiedertäufer-Bewegung in der Stadt die alsbald zu einer europäischen Täuferhochburg mutiert, Konrad Grebel der aus Zürich geflüchtete Täuferführer, führt am Palmsonntag etwa 500 Taufwillige vor die Stadt zur Sitter um sie dort zu taufen.
1525 Weil nur eine einzige Treppe in den Saal der Metzg führt und für die Lesinen jeweils ein grosses Gedränge herrscht, werden diese nach St. Lauenzen verlegt.
1525 26. März
Dr. Christoph Winkler, seines Zeichens juristischer Berater der Äbte und Prozessierender gegen die Untertanen, lässt verlauten, dass er sämtliche Rädelsführer der Bauernunruhen aus den Gemeinden herausgreifen und ihnen die Köpfe abschlagen werde. Erboste Bürger stürmen sein Bürglein in St. Fiden und nehmen ihn gefangen. Später müssen sie ihm, gerichtlich festgelegt, allen Schaden vergüten und Genugtuung leisten.
1525 Vadian schützt die Nonnen des Klosters St. Leonhard vor Übergriffen der Wiedertäufer und anderer radikaler Anhänger der Reformation, indem er im Stadtrat für die Bevogtung des Kloster sorgt. Gegner von Vadians Aufruf, mit Gegnern schonungsvoll umzugehen, nennen ihn spöttisch Sankt Schonlich.
1525 Juni
Johannes Kessler beziffert die Zahl der
Wiedertäufer auf etwa 800 Personen.
1525 6. Juni
Der Grosse Rat beschliesst, den
Täufer die Tauf- und Abendmahlsfeiern zu verbieten, Lesungen hingegen zuzulassen.
1525 Mit Hilfe von Glarus und Zürich wird das Kloster aufgehoben.
1525 9. Juni
Aus Furcht vor einem Aufstand der
Täufer veranlasst der Rat, aus verlässlichen Männern eine Bürgerwehr zu bilden.
1525 Nachdem sich die Wiedertäufer in der Folge grober Ausschweifungen schuldig gemacht hatten und zum Teil martialisch bestraft wurden, ebbte die Bewegung wieder ab. Der Hilfslehrer Hans Krüsi, der zum Pfarrer gewählt in Tablat eine täuferische Reformation durchführte, ermutigte die Bevölkerung zur Verweigerung des Zehnten. Obwohl sich die Bevölkerung zum Schutz ihres Predigers verpflichtete und dessen Gefangennahme zuvor auch einige Male verhindern konnte, entging er seinen Häschern nicht, er starb Ende Juli auf dem Scheiterhaufen.
1526 Vadian wird Bürgermeister.
1526 Die Stadtbevölkerung zählt ca. 4500 Personen.
1526 Zwinglianische Prädikanten und Täufer treffen sich zu einer Disputation über die Taufe.
1526 Februar
Sporadisch machten die
Täufer immer wieder von sich reden, ihrem fanatischen Eifer war kaum bei zu kommen. Thomas Rüscher vom Möslengut, genannt Schugger, köpfte vor den Augen der ganzen Familie und im Einverständnis des achtzigjährigen Vaters im religiösen Wahn seinen Bruder Leonhard, der selber auch damit einverstanden war. Der Täter wurde eine Woche später hingerichtet.
1526 Erstmals wird in der Linsebühlkirche ein reformierter Gottesdienst abgehalten.
1526 Weite Ausschnitte bei Frauen mit sichtbarer Haut und entblösstem Busen (Pfudich oder Schand) sind untersagt.
1526 Dezember
Aus St. Laurenzen werden infolge der Reformation die Götzen und Bilder entfernt.
1527 Ostersonntag
In St. Laurenzen besiegelt das erste evangelische Abendmahl die Annahme der Reformation.
1527 Einführung des Taufbuches.
1527 18. Juni
Auf Anordnung des Rates werden "al taflen und bilder zu St. Katrina umgeworfen und zerbrochen".
1527 Die Stadt bringt einen «Batzen» mit dem Bild des heiligen St. Laurentius in Umlauf.
Ergänzung
1527 Der Rat der Stadt St. Gallen verbietet den Frauen weisse Schuhe zu tragen, da dies nicht zur Zucht der Reformation passe.
1527 Die Stadt vertreibt den Abt, hebt das Kloster auf und übernimmt die Schirmhoheit über die (Alte Landschaft), deren Bevölkerung hat zum grössten Teil den neuen Glauben angenommen.
1527 Die Stände Zürich, Bern und St. Gallen beschliessen gemeinsam, renitente Wiedertäufer hart zu bestrafen.
1528 Das Katharinenkloster wird infolge der Reformationsturbulenzen aufgehoben und das Glockentürmchen herunter gerissen.
1528 Einführung des Ehebuches.
1528 Die immer stärker werdende Konkurrenz des Leinwandgewerbes durch Konstanz zwingt betreffs Qualität zu hartem Durchgreifen, betroffen sind alle Produkte die mit der Leinwand zu tun haben. Auf dem Marktplatz sind Menschen in Not zu finden die weinend um den Kauf ihres Garnes bitten. Das sich nach und nach für St. Gallen positiv auswirkende Resultat rechtfertigt im Nachhinein die Strenge.
1529 Der erste Kappelerkrieg bewirkt, Reformationswirren, Bildersturm mit der Zerstörung der Sakralkunst und des Grossteils der Gallus-Reliquien sowie die Klosterbesetzung durch den Rat. Die verbannten Konventualen lassen sich zum Teil in Wil nieder, eine andere Gruppe bringt die Reliquien des hl. Otmar und Notker nach Einsiedeln wo sie bis 1538 verbleiben.
1529 Das Bergkirchlein St. Peter auf Rotmonten wird infolge der Reformation all seiner Zierden beraubt.
1529 Auf Joachim von Watts Initiative hin wird das Kloster St. Gallen säkularisiert.
1529 7. März
Im Dom der jetzt als Reformierte Kirche angesehen wird, wird durch Dominikus Zilli die erste Predigt im Geiste der Reform abgehalten.
1529/30 Den ganzen Winter hindurch fällt kein einziges Mal Schnee.
1529 1530 Abt Kilian Germann.
1530 Die Stadt erwirkt die käufliche Erwerbung des Stiftsbezirks.
1530 Ulrich Zwingli der sich als Gast in der Stadt aufhält wird gebeten in St. Laurenzen eine Predigt zu halten, was er dann auch macht.
1530 Die Stadt kauft von den Schwestern vom Notkersegg den von ihnen 1449 erstandenen Portnerhof wieder zurück.
1530 Die 1150 oben auf dem Büchel erbaute Kirche zu St. Leonhard wird abgerissen.
1530 1564 Abt Diethelm Blarer von Wartensee.
1531 Abt Ulrich Röschs Grab im Kreuzgang des alten St. Galler Münsters wird in den Reformationswirren (gebrochen und zerschlagen).
1531 Paracelsus, Leibeigener des Fürstabtes von Einsiedeln, beschäftigt sich in St. Gallen mit theologischen Fragen. Der etwas schwierige und nicht gerade beliebte Zeitgenosse betätigt sich auch als Leibarzt von alt Bürgermeister Christian Studer und betreibt zusammen mit Bartholomäus Schobinger alchemistischen Versuche.
1531 Vadian handelt mit den zurückgekehrten Mönchen die Bedingungen für ein Zusammenleben von Stadt und Kloster aus.
1531 Joachim von Watt, Johannes Kessler und gleichinteressierte beobachten auf der Bernegg eine, für viele Menschen beunruhigende Himmelserscheinung, nämlich den Kometen, der später nach dem Astronomen Halley benannt wird.
1532 2. März
Abt Diethelm Blarer zieht wieder in den verwahrlosten Klosterbezirk ein. Die Niederlage der reformierten eidgenössischen Orte im zweiten Kappelerkrieg von 1531 ermöglichen die Wiederherstellung der Fürstabtei St. Gallen.
1532 2. Juni
Ausserhalb von St. Jakob wird an Laimat ein neuer Galgen erstellt.
1532 Auf dem Platztor (Bletztor) ist eine Faggune stationiert.
1533 1534 In St. Gallen wird das erste Kirchengesangbuch gedruckt.
1534 Der Abt von St. Gallen (Gerichtsherr von Sommeri) weist den Prädikanten, den Pfarrer Johann Tschanul wegen seiner reformierten Gesinnung aus dem Sommerer Pfarrhaus und Gericht weg.
1535 Die Obrigkeit gibt bekannt, dass für Hochzeiten in einem Wirtshaus nicht mehr als 60 Personen eingeladen werden dürfen, zu Hause gibt es keine Beschränkung.
1535 Das in einem Schopf hinter dem Kornhaus gehaltene Wappentier, ein Bär, zerfleischt den Buben des Palis Hans, der sich unglücklicherweise Zutritt verschaffen konnte.
1535 Vadian vertritt in seiner Schrift (Aphorismorum de consideratione eucharistiae libri VI) seine reformistischen Ansichten.
1535 1542 Nach heftigen Auseinandersetzungen in den Leinwandhändeln, zur Hauptsache mit Appenzell, kann die Stadt ihr Schau- und Handelsmonopol behaupten.
1535 Unter Mitwirkung von Bürgermeister Joachim von Watt (Vadian) und diverser Schriftgelehrter wird in Basel an einer Religionsdisputation nach einem Konsens zwischen Luther- und Zwinglianern gesucht, das Resultat ist die spätere Trennung in Reformierte und Lutheraner.
1537 September
Der steinige Brunnen am
Markt wird vollendet, diesem musste zuvor der Pranger weichen.
1538 Zwischen dem Multertor und der Münz wird die Stadtmauer erneuert.
1538 11. Januar
Es wird verboten, am Bronnen am Markt Garn und anderes zu waschen.
1540 Urkundlich erwähnt ist der Besitzer des Hauses zum Strauss an der Webergasse, es handelt sich um Stadtammann Albrecht Schlumpf.
1541 Eine Pestseuche rafft etwa einen fünftel der Stadtbevölkerung dahin.
1542 Johannes Kessler bekommt von der Stadt den Auftrag, regelmässig von den Kanzeln zu Predigen.
1543 Der St. Galler, Hauptmann Studer befehligt während eines Feldzugs die Eidgenössichen Truppen bei Macon.
1545 Heinrich Vogtherr malt ein Bild der Stadt, es ist die älteste bekannte Darstellung.
1549 Die Ortsbürgergemeinde erwirbt mit einem Tauschhandel vom Kloster das untere oder grosse Brühl. Die Wiese und Parkanlage die heute unter sich die Parkgarage beherbergt diente damals als Allmend für viele Freizeitvergnügen und wurde auch vom Militär als Exerzierplatz benützt.
1549 In einem Dokument werden bereits drei Brücken über die Sitter erwähnt.
1550 Die Anschrift des Abtes lautet folgendermassen: Dem Hochwirdigen Fürsten und Herren, Herrn Diethelmen, Apte des gotzhauss Zu Sanet Gallen.


1551 bis 1600
1551 28. Januar
Vadian beruft im Bewusstsein seines nahen Todes den Bürgermeister Ambrosius Schlumpf, die Unterbürgermeister Jakob Merz und Joseph Friedrich, Tochtermann Laurenz Zollikofer, Stadtschreiber Augustin Fechter, sowie die Pfarrherren und Kirchendiener zu sich nach Hause und vermacht in deren Anwesenheit der Stadt seine 400 bändige Bibliothek, sie ist Grundstein der heutigen Vadiana.
1551 Die gesamte Vadianische Bibliothek, zusammengefasst im Index librorum, wird in der Sakristei der Kirche St. Mangen aufbewahrt.
1551 Der Besuch einer öffentlichen Bad- und Schwitzstube kostet für Männer drei Pfennige, Frauen und Kinder zwei Pfennige Badegeld (mit und ohne Schröpfen).
1551 Mit der Erweiterung des Rathauses wird gleich auch eine Wendeltreppe zum überwölbten Irabach hinunter installiert. So ist bei einem möglichen Aufruhr eine Fluchtmöglichkeit für die Stadtväter vorhanden.
1551 6. April
Der Tod von
Vadian stürzt die ganze Stadt in tiefe Trauer.
1552 18. Mai
Ein riesiger Wolkenbruch lässt die Steinach anschwellen so dass die obere Brücke beim Müllertor weggerissen wird.
1552 Das Haus in dem das Wirtshaus Alte Post (Pöstli) untergebracht ist, wird erstellt.
1553 Die Nürnberger Ordinari wird ins Leben gerufen. Immer am Montag macht sich ein berittener Bote nach Nürnberg auf den Weg, er führt Geld, Gold und Briefe mit sich.
1553 Dem Spitalmeister und Linsibühlpfleger wird obrigkeitlich befohlen, mit Käse und Schmalz machen so lange inne zu halten, bis man andere Mittel gefunden habe, dem verspürten Milchmangel abzuhelfen.
1553 Der zunehmende Bestand des Kloster-Buchschatzes wird in einer zweistöckigen Librey untergebracht.
1555 Die Fürstabtei St. Gallen unterstellt sich das Kloster St. Johann im Thurtal (Alt St. Johann).
1555 Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens, Cuius regio, eius religio, müssen die Stadtbürger den evangelischen Glauben annehmen oder ausziehen.
1555 Das Antlitz, dass ehemalige Notensteiner-Gebäude, dort wo heute an der Neugasse das Amtshaus steht, wird abgebrochen. Der nun entstandene Platz bis zum Tuchhaus wird als Obstmarkt bezeichnet.
1555 Nach nahezu dreissig Jahre langem streiten ist die Stadt am Ziel, sie kann für 24 000 Gulden das Katharinenkloster kaufen. Dies reicht den Nonnen um auf dem Nollen und danach in Wil ein Katharinen-Kloster zu bauen.
1555 Eine Anhäufung von Mordtaten in der Gegend von Untereggen bewegen den Abt Diethelm Blarer zur Klage, dass viele Bewohner der benannten Gegend religiös und sittlich verkommen seien.
1556 Grundsteinlegung für das auf der Nordseite des Bohls zu bauende Zeughaus.
1558 Vom Thal der Demut wird in einem Protokoll (des Abts Weiher hinter der Berneg) aufgeführt, daher wohl der Name Weierweid.
1558 5. August
Magdalena Brugger von Josen Schüss geschwängert, wird wegen Kindstötung zum Tode durch ertränken verurteilt. Der
Läufter befindet sich ausserhalb des Müllertors, im tiefen Wasserloch, das noch heute bei der Talstation des Mühleggliftes sichtbar ist.
1560 Das neue Spisertor wird fertig gestellt.
1560 Zwischen Müllertor und dem Grünen Turm wird die Stadtmauer erneuert.
1560 Der Leinwandhändler Laurenz Zollikofer, verheiratet mit der Dorothea von Watt, hat von seinem Schwiegervater (Vadian) als Mitgift die Ländereien am Steinernen Tisch oberhalb von Thal bekommen, er erstellt dort das schmucke Landschlösschen Greifenstein.
1562 Die Stadt kauft dem Siechenhaus Linsebühl den Steinbruch (Steingrübli) ab.
1564 Die Metzgerzunft der Stadt St. Gallen hält in einer Satzung Rezeptur- und Qualitätsvorgaben für die Bratwurst erneut fest.
1564 Dort wo heute das Vadiandenkmal steht wird an Stelle des beim Stadtbrand von 1418 abgebrannten Rathauses ein neues Rathaus seinem Zweck übergeben.
1564 1577 Abt Otmar Kunz.
1566 Eröffnung einer städtischen Badeanstalt, Neubad genannt, an der heutigen Bankgasse.
1566 St. Laurenzen erhält einen eigenen Friedhof.
1566 In St. Fiden wird ein Friedhof angelegt.
1566 Der Rorschachervertrag und der Wilerspruch trennen nun Stift und Stadt territorial vollständig.
1566 Auf dem Bürgli, ihrem Wohnsitz, wird der Bürgermeister Ambrosius Schlumpf und seine Frau durch die Pest dahingerafft.
1566 1567 Die völlige Unabhängigkeit der Stadt vom Kloster wird mit Baubeginn der Schiedmauer besiegelt.
1566 Am südlichen Ende der Brühlgasse wird in die sich im Bau befindende Schiedmauer das Hoftor mit eingebaut.
1567 Die Wiboradakapelle auf der Nordseite des Chors zu St. Mangen dient als Aufbewahrungsraum der Vadiana-Biliothek.
1567 Januar
Damit die
Schiedmauer fertig gestellt werden kann beschliesst der kleine Rat die Aufhebung des Friedhofes beim Schmalzmarkt, die Beerdigungen werden nach St. Mangen verlegt.
1567 11. September
Der Rat beschliesst (umb Sannt Kathrina) Katharinengasse einen
Marstall zu bauen, er stand in etwa dort wo heute das Jugendhaus steht. Die Gasse wurde dann Marstall und später Marstallgasse genannt und wurde in den Jahren um 1837 herum zur Katharinengasse.
1567 In der Hätteren ist am heutigen Standort ein Steg nachgewiesen.
1567 11. Oktober
Die
Schiedmauer ist fertiggestellt.
1568 Urkundlich erwähnt ist in Bruggen die Eröffnung eines Siechenhauses für Kranke und Aussätzige.
1568 Abt Otmar Kunz verzichtet im Fall Mariaberg Rorschach, auf den Bau des Südflügels und der Kirche sowie auf die Klosterverlegung.
1568 Lienhard Schmid, Mitglied einer Mörder- u. Brandstifterbande, wird mit feurigen Zangen gezwickt und dann langsam zu Tode gebraten.
1569 Der Hofmeister und der Kanzler des Klosters sprechen im Auftrag des Abtes bei der Stadt vor, Grund, von der Turmlucke des Müllertores werden dauernd verächtliche Worte und Spotgesänge zum Kloster hinüber gerufen, was dem Dekan und dem Konvent sehr missfällt.
1569 3. August
Der dankbare Bürger Ulrich Philipp von Hohensax schenkt der Stadt einen präparierten Bären der in der rechten Tatze ein Stadtfähnlein hält. Dieser Bär wird als Wahrzeichen der Stadt auf einer Konsole beim Restaurant Bären in der
Brotlaube angebracht.
1570 Das Kloster bekommt ein eigenes Tor, dass Karlstor. Der Name wird auf den Besuch des Kardinals und Erzbischofs von Mailand, Karl Borromäus zurückgeführt, er soll als erster durch das Tor geschritten sein.
1570 Von nun an werden Verstorbene gezählt und schriftlich in Totenbüchern festgehalten.
1570 Eine enorme Teuerung veranlasst die Obrigkeit den notleidenden Bürgern das Korn weit unter dem Marktpreis zu verkaufen. Spendensammlungen erlauben an Weihnachten an 1228 Personen je einen Kreuzer zu abgeben.
1570 Der Holzerker zum (Rebstock), Multergasse 6, wird erstellt.
1572 Im Linsebühl wird ein Kirchhof angelegt, dieser ist nun nicht mehr nur Leuten aus Speicher, Gesetzesbrechern, Insassen vom Siechenhaus und Selbstmördern vorbehalten, auch Leute vom Brühl-, vom Lämmlisbrunnen und aus der Spiservorstadt können nun dort begraben werden.
1571 Die Obrigkeit erlässt folgendes Dekret: Vor geendigtem Gottesdienst soll sich niemand aus der Kirche entfernen, wer aber diese nicht besuche müsse inzwischen zu Hause bleiben.
1572 Die Frühbarockkapelle St. Wolfgang, oberhalb des Schlössli Haggen wird umgebaut.
1573 Das Brühltor wird komplett neu gebaut.
1573 19. Februar
Pater Erhard Spuol, Statthalter des Klosters St. Gallen zu Mariaberg in Rorschach schreibt über die Seegfrörni; Urban Hartmann, Schulmeister in St. Gallen und sein Bruder, Johannes, Kaplan zu St. Gallen und Pfarrer zu St. Fiden schreiten über den See nach Langenargen, sie zählen 16114 Schritte, was rund 12 Kilometer ergibt.
1573 Ober- und Unterstammheim müssen dem Kloster als Zehnten 16000 Liter Wein liefern.
1575 Am Brühltor wird eine Fallbrücke installiert.
1575 Die Lyoner Ordinari wird geschafft. Alle 14 Tage wird der Weg zu Fuss zurückgelegt, nur bei schlechtem Wetter wird ein Ross zu Lehen genommen.
1575 Unterhalb der Linsebühlkirche wird ein Prestenhaus gebaut.
1576 Das Haus zur Linde an der Gallusstrasse 29, einer der zwei einzig noch erhaltenen Ständerbauten (der andere ist an der Turmgasse 6), wird in Riegelbauweise aufgestockt.
1577 St. Laurenzen wird durch den Anbau der Südlateralen vergrössert.
1577 Die Steinerburg in Obersteinach geht in den Besitz des Klosters über.
1577 1594 Mit noch nicht einmal 30 Jahren wird Joachim Opser Fürstabt von St. Gallen.
1578 Im Hopsgermoos, Gebiet zwischen Vorder- und Hintergasse (Engel- und Augustinergasse) wird das städtische Freudenhaus geschlossen.
1578 Das Frowenhuss Frauenhaus in der Irer Vorstadt an der «Statt Graben», wird geschlossen und schliesslich abgerissen.
1578 Mai
Leonhard Straub bekommt vom Magistrat die Erlaubnis für die erste Buchdruckerei. Er muss aber einen Eid schwören, dass er sämtliche Drucksachen zuvor der Bücher-Zensur zur Begutachtung vorlegt und ohne Zusage der Obrigkeit nichts drucken darf.
1578 Der Holzerker (Vier Winde), Webergasse 15, wird erstellt.
1579 Die Stadt erwirbt Schloss und Herrschaft Bürglen.
1579 Die erste Druckerei der Stadt sorgt gleich mit seiner ersten Druckauflage für diplomatische Unruhe. Drucker und Besitzer Leonhard Straub veröffentlicht einen Kalender mit den Wappen der eidgenössischen Orte. Die Appenzeller stellen erzürnt fest dass ihr Bär mangels männlicher Attribute eine Bärin darstellt, ein Affront der im Nachhinein auch die Gerichte beschäftigt.
1581 Michael Sailer, ein reicher Kaufmann, ermöglicht der Stadt durch Schenkung von viertausend Gulden denn Bau einer Schule (Knabenschule) an der Kugelgasse 19.
1582 Die Stadt lehnt zusammen mit den reformierten Orten im Deutschen Reich die Einführung des Gregorianischen Kalenders ab.
1582 Die Klosterrepublik setzt den Gregorianischen Kalender in Kraft.
1583 Erstes erwähntes Schützenfest, es wird auf mit Lehm gefüllte Körbe geschossen. Bei gleicher Gelegenheit werden auch Sportdisziplinen absolviert und zwar Weitsprung und Schnellauf.
1584 Nachdem der Leiter der Reformierten, Arzt Antoni Leu, wegen Rechtsstreitigkeiten hingerichtet wird kommt sein (Schloss Appenzell), ein Renaissance-Bau, in den Besitz des Klosters.
1584 5. Oktober
Wegen Zuwiderhandlung gegen die Auflagen der Buchzensur wird der erste Buchdrucker der Stadt mit Frau und fünf Kindern aus dieser und seiner Umgebung für immer ausgewiesen.
1584 1585 Auf dem Bohl wird das Waag- und Gredhaus erstellt.
1585 Eine Pest artige Seuche rafft 208 Personen dahin.
1586 1590 Laurenz Zollikofer baut das Schlössli an der Spisergasse, seine Mutter ist die Tochter von Vadian.
1586 Da die Stadt schon mehrmals durch verheerende Brände heimgesucht wurde, werden alle Hausbesitzer verzeigt die entgegen der amtlichen Weisungen auf ihren Häusern noch Schindeldächer haben.
1586 Junker und Ratsherr Leonhard Zollikofer aus St. Gallen baut nördlich von Märstetten an Stelle einer ehemaligen Burg das Schloss Altenklingen, noch heute im Besitz der Familie.
1587 Durch vier Grenzsteine wird beim Friedhof zu St. Laurenzen ein Asyl erstellt, in welcher den Leuten für ein Jahr und ein Tag nichts geschehen konnte (Gebiet der Zeughaus-, Kugelgasse). Eine Kopie dieser Grenzsteine ist an der Ostfassade des Restaurant Schlössli zu sehen.
1587 Der zweistöckige Mauerwerk Eckturm oder Eckerker am Schlössli, Spisergasse 42, wird erstellt, er dient als Ausguck für eine militärische Wache.
1588 17. Juli
Fürstabt Joachim Opser verbietet fremde Kriegsdienste um Kämpfe zwischen Landsmännern zu vermeiden.
1588 Unter den 15'000 Schweizern, die im Jahr 1587 zu Gunsten der Hugenotten nach Frankreich ins Felde zogen, waren trotz Verbot der Obrigkeit unter Hauptmann Studer auch deren 70 aus der Stadt St. Gallen. Am Neujahrstag nun kam er nur noch mit 20 Mann zurück. Diese Ungehorchsamen wurden in Gefangenschaft gesetzt und Studer für unbestimmte Zeit aus der Stadt verbannt.
1588 17. Juli
Der Klosterturm wird zum Raub einer Feuersbrunst, die Stadtbewohner können die fliegende Glut nur mit grosser Mühe von den Häusern am
Schmalzmarkt abhalten, sämtliche Glocken im Turm sind geschmolzen.
1589 Hans Schlumpf lässt an Stelle der St. Johanneskapelle an der Gallusstrasse, die schon seit Jahren als Lagerhaus diente, das heutige Stadthaus errichten.
1589 27. September
Zehntenvertrag und Ausmarchung zwischen den Klöstern St. Gallen und Einsiedeln.
1590 Der Holzerker, Hinteren Lauben 6, wird erstellt.
1590 Der vierstöckige Mauerwerk-Runderker zum (Falken), Kugelgasse 12, wird erstellt.
1592 Das Goldbrünneli an der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Martinsbrücke und St. Gallen, bei den Birnbäumen, ist erstmals belegt.
1592 In der Spisegg wird eine erste befahrbare Holzbrücke erstellt.
1594 1630 Abt Bernhard Müller.
1594 Ursula Burckhardt aus Biessenhofen im Kanton Thurgau wird als letzte mit dem Tode im Läufter bestraft. Der Läufter befindet sich ausserhalb des Müllertors, im tiefen Wasserloch, das noch heute bei der Talstation des Mühleggliftes sichtbar ist.
1595 Fürstabt Bernhard Müller ersteht vom Besitzer Lukas Stöckli aus Konstanz für insgesamt 552 Gulden einen Erd- und Himmelsglobus. Hergestellt wurde er vermutlich von einer Augsburger Werkstatt die die Grundlagen von Gerhard Mercator (Mercator-Karte) von 1569 auf den Globus übertragen hat, es handelt sich um denjenigen Globus der 1712 von den Zürchern gestohlen wird.
1596 1700 103 Mörder, Räuber, Diebe, Brandstifter werden hingerichtet, hinzu kommen 35 Hexenprozesse, mit insgesamt 13 zum Tode verurteilten Hexen, Folge eines kollektiven Hexenwahns.
1596 Melchior Frank ein Goldschmied hat die Stadt in den Grund gelegt und in Kupfer gestochen, und dem Rat ein Exemplar der Abkonterfeiungen verehrt.
1596 Das Löchlebad erhält bei einem Umbau ein grosse Gewölbe.
1596 Der Steinerker am Haus zur Rose, Gallusstrasse 18, wird erstellt.
1596 An der Webergasse wird das Kaufmannshaus zur grünen Thür erstellt.
1599 Die Fürstabtei konfisziert das später Fehr'sches Schlössli genannte Haus auf dem Rosenberg, Grund waren sodomistische Vorkommnisse durch den Besitzersohn.
1599 Der zweistöckige und hölzerne Halbrunderker, Schlössli Höhenweg wird erstellt.
1599 Der Südtrakt des ehemaligen Dominikanerinnenklosters St. Katharinen wird zur städtischen Knabenschule umfunktioniert, (Volksmund, Buebechloster). Die Knabenschule war zuvor an der Kugelgasse.
1599 An der Kugelgasse, dort wo bis anhin die Knaben unterrichtet wurden, ziehen jetzt die Mädchen ein (Meitlileer).
1600 In Bruggen wird neben dem Siechenhaus eine Kapelle erstellt, sie ist St. Martin, dem Schutzpatron der Bedürftigen geweiht.


1601 bis 1650
1601 Regula Köchin (Koch) wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
1601 Magdalena Weiblerin (Weibler) wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
1601 Der zweistöckige Holzerker zum (Sonnenhof), Gallusplatz 28, wird erstellt.
1601 Die Stadt gibt sich eine neue Satzung (exekutive Rechtsnorm) die jene von 1508 ersetzt.
1601 Straal (Vorname unbekannt) gesteht 29 Morde, er muss den Tod durch grausames Rädern erleiden.
1601 18. September, morgens etwas nach 1 Uhr
Starkes Erdbeben, in einer späteren Busspredigt wird der Völlerei, Trunkenheit, Unzucht, Hurerei und dem Ehebruch die Schuld daran zugesprochen.
1602 Mit der Weisung des Dekans von St. Gallen nehmen die Beginen vom Klösterchen Tann die Ordensregel der Kapuzinerinnen an, zu denen sie ab dem Zeitpunkt als Tertiarinnen zugehören.
1603 Armengenössige Hintersassen können jeden Freitag vor dem Schibenertor ein Almosen empfangen.
1603 Kathrin Hofstetterin (Hofstetter) wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
1603 Zwecks Abschaffung des Gassenbettels wird wöchentlich eine von Haus zu Haus Einsammlung einer Armengabe angeordnet.
1604 Auf Geheiss von Abt Bernhard II. wird am Kräzerenbach eine Papiermühle (Pope müli genannt) in Betrieb genommen. Das Haus steht heute noch an der Kräzernstrasse.
1604 Anna Weyermännin (Weyermann), Ehefrau des Spisertorwächters Heinrich Huber, wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
1604 Regula Kellerin (Keller), wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei, Ehebruch und Diebstahl hingerichtet.
1606 Streit um Kirchengesangsbuch, weil es den Gegnern zu lutherisch erscheint.
1606 Der Mauerwerk-Runderker (Grüner Hof), Gallusstrasse 26, wird erstellt.
1607 Der Turm des Brühltores wird um zwei Stockwerke erhöht.
1608 Der zweistöckige Steinerker (Tiefer Keller), Hintere Lauben 10 wird erstellt.
1608 Die Abtei kauft das Schloss Neuravensburg (D), ein Schloss das in die Geschichte eingehen wird, da es in unruhigen Zeiten den Äbten als Zufluchtsort dient.
1610 Grabung des Eich-, Knaben- und Kreuzweihers auf Dreilinden.
Ergänzung
1610 14. Juni
Die Nonnen vom
Klösterchen Tann unterstellten sich dem Schutz des Abtes von St. Gallen
1610 Die Jahresproduktion an guten Tüchern (Leinwand) erreicht über 25'000 Stück.
1610 Matthias Haubenreich, ein Vagant aus Freiburg im Breisgau, wird der Hexerei beschuldigt und enthauptet.
1611 Von einer wohlhabenden Stadtfamilie wird am Burggraben das Landhaus (Zur Hechel), auch Kleinburg genannt, mit zweistöckigem Mauerwerkerker errichtet, das Haus dient heute den Kantonsschülern als Tagesaufenthalt.
1611 In einer Verordnung die sich gegen Missbrauch bei Begräbnissen wendet, wird unter anderem festgehalten, dass wundersüchtige Leute, Weibsbilder, Töchter, Mägde und Knaben, die nicht direkt in eine Beerdigung involviert sind, sich von dieser fernzuhalten haben.
1611 Ein Edikt verbietet jegliches Beschenken, eigene Kinder, Enkelkinder und Taufpaten ausgenommen.
1611 Pestjahr
1092 Einwohner, 20% der Stadtbevölkerung werden durch die Seuche dahingerafft.
1611 Bürgermeister und Räte lassen ein 36 Seiten starkes Büchlein (Mandat und Ordnung) verteilen. Ausschnitte
1613 Das immer noch im Linsebühl pfarrgenössige Speicher im äusseren Rhoden erhält für ein Endgeld die gänzliche Befreiung.
1614 6. Juli
Ein Wolkenbruch lässt die Steinach dermassen hochgehen, dass sie die Wuhr bei der Mühleck zerreisst und zu Lämmlisbrunnen das Waschhaus neben drei Röhren (Dreiröhren-Brunnen) und weiterhin alle Mühlenwuhren und alle Stege mitreisst.
1614 Stahringen und Homburg, heute zu Radolfszell gehörend, werden dem Benediktinerkloster St. Gallen überschrieben.
1615 31. Mai
Barbara Bruggbacherin aus Waldkirch wird wegen harmlosen Diebereien, aber vor allem weil sie sich dem sogenannten bösen Feind (Hexerei) ergeben habe, auf der Laimat durch das Schwert hingerichtet.
1615 Der dreistöckige Holzerker zur (Jägerei), Gallusplatz 34, wird erstellt.
1616 Nördlich des Dorfes Berg SG. erbaut die vornehme Stadt St. Galler-Familie Zollikofer das Schloss Gross-Hahnberg.
1616 14. Juni, 5:00 Uhr
Ein Blitzschlag beschädigt recht stark das Uhrwerk der St. Laurenzenkirche.
1616 Hieronymus Gesus aus Konstanz giesst die sich in der Stiftskirche befindende 403 kg schwere Armen-Seelen-Glocke mit Schlagton dis″.
1617 Niklaus Morer wird des Diebstahls, des Mordes in 63 fällen, Brandstiftung, Sodomie und Zauberei überführt und hingerichtet.
1617 Der Holzerker zur (Waldegg), Spisergasse 32, wird erstellt.
1617 Ein Dammbruch beim Knabenweiher auf Dreilinden, verwüstet auf den Bleichen die Leinwandtücher.
1618 Ein Hochwasser reisst bei der Sitterwalche das Wuhr mit sich. Im Frohn arbeiten pro Tag bis zu 400 Stadtbürger bis alles wieder hergestellt ist.
1619 Die Stadt St. Gallen verfügt, Juden dürfen nur noch mit obrigkeitlichem Geleit in die Stadt kommen.
1619 Abt Bernhard Müller erstellt an der Hinterseite des Rest. Hirschen in St. Fiden, das unter anderem auch als Gerichtsgebäude diente, einen Gefängnisturm.
1619 Der dreistöckige, hölzerne Eckturm oder Eckerker zur (Stärke), Schmiedgasse 21, wird erstellt.
1620 Das Multertor wird mit Fallbrücke und -gatter verstärkt.
1620 Die Stadt nimmt Überlebende des berüchtigten Veltlinermordes mit christlicher Milde bei sich auf.
1620 Sieben Jünglinge gründen das (Collegium musicum) dessen Gesänge durch Bassgeige oder Orgel begleitet werden.
1621 Die Abtei kauft die Herrschaft Ebringen im Breisgau.
1622 24. April
Die
Herren von den Bäuen und die Bürgermeister beschliessen das Müllertor durch ein weiteres Tor zur Stadt hin (Doppeltor) zu verstärken.
1623 Der Stadtbibliothek, in der Knabenschule zu Katharinen untergebracht, wird ein gar greulich Thier, ein ausgestopftes Krokodil geschenkt. Die Schenkung dient dem Zweck, die Zierde der Bibliothek zu erhöhen.
1623 Ludwig Cunz erhält die Erlaubnis, an der Hinteren Lauben 4 einen Stubenerggel aus Steinwerk zu erstellen.
1623 3. September
Protokolleintrag, der Balken des
Hochgerichts auf dem Laimat sei "ganz und gar verfault" und sollte neu gemacht werden.
1624 Das Hotel Hecht am Bohl wird erstmals erwähnt.
1625 Der Steinerker zum (Vögeli), Spisergasse 25, wird erstellt.
1625 Infolge der Kriegsgreuel in Bünden und in Deutschland wird Hans Jakob Zörnli von Basel mit der Befestigung unserer Tore und Türme betraut, er bekommt in der Folge das Bürgerrecht.
1628 21. Juni
Heftiger Schneefall in der Stadt.
1629 Pestjahr
Der Abt offeriert den Mönchen die
Pest verseuchte Stadt verlassen zu können, zwei ziehen weg.
1629 Pestjahr
1536 Einwohner der Stadt fallen der Seuche zum Opfer, über ein Drittel der Stadtbevölkerung.
1629 Der zweistöckige Holzerker zur (Gerechtigkeit), Spisergasse 3, wird erstellt.
1630 1654 Abt Pius Reher.
1630 Der Holzerker, Gallusplatz 30, wird erstellt.
1630 Der Genferbote, Johannes Nüsch aus St. Gallen ist betrunken vom Ross gefallen und hat deshalb Post und Pferd verloren. Verloren hat er nachträglich auch seinen Arbeitsplatz, zudem musste er für 8 Tage bei Wasser und Brot ins Gefängnis.
1633 Das Müller-, Brühl- und das Schibenertor werden infolge des dreissigjährigen Krieges zeitweilig geschlossen.
1633 Die Schweden, Konstanz belagernd, versichern den Eidgenossen keine Gefahr solange sie sich ruhig verhalten. Die Stadt trotzdem besorgt, errichtet auf der Bernegg eine Hochwacht und hält die Tore immer verschlossen.
1633 Jean Girard aus La Mothe giesst die sich im Dom befindende 2750 kg schwere Muttergottesglocke mit Schlagton h°.
1634 Im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Krieg werden alle Juden aus der Stadt vertrieben.
1635 Pestjahr
1240 Einwohner der Stadt fallen der Seuche zum Opfer.
1635 7. April
Der künftige Befreier des Veltlins, der berühmte
Hugenottenführer Herzog Henri de Rohan weilt als Gast bei Junker Cornelius Zollikofer im Schlössli, seine Truppen übernachten in vier Zelten und in Holzverschlägen vor dem Brühltor.
1637 1638 Bartholomäus Anhorn fungiert in der Stadt als Pestprediger, er bekommt dafür das Stadtbürgerrecht geschenkt und wird Stadtpfarrer.
1637 Der Abt verbietet den 1634 vertriebenen und wieder zurückgekehrten Juden aus der Stadt St. Gallen, in Rorschach den Markt zu besuchen.
1637 Bruggen erhält einen eigenen Friedhof.
1637 Schriftlich nachgewiesen ist der Espenweiher etwas südlich von der heutigen Verzweigung Harzbüchel- Lukasstrasse. Vermutlich 1914 aufgefüllt.
1637 Die Kauf- und Ladenleute erstellen gemeinsam eine Marktordnung, dies gilt als Ursprung der Kaufmännischen Direktion.
1638 Das Schwitz- und Wasserbad Lämmlisbrunn mit seinen grossen Badegewölben wird eröffnet.
1640 Anna Huberin (Huber) wird infolge ihres Vergichts wegen Zauberei hingerichtet.
1641 Behördliche Vorschrift die männliche Haartracht betreffend. Die Haare müssen so geschnitten werden damit sie nicht mehr als (das halbe oder aufs längste das ganze Ohr damit bedecken mögen).
1641 Der Mauererker an der Ecke Turm- Marktgasse, Richtung St. Laurenzen blickend, wird erstellt.
Ergänzung
1642 1644 Hauptmann Johannes Boppart erbaut das Schlössli Haggen, es war einst von einer festen Mauer umgeben.
1642 Der Basler Matthaeus Merian zeichnet sein berühmtes Stadtbild aus der Vogelperspektive.
1642 Die Klausnerinnen zu Santjörgen unterstellen sich dem Benediktinerorden.
1643 Verordnung des Rates. Das beieinander stehen von schwatzenden Frauen und Töchtern nach dem Kirchgang wird verboten, sie sollen jede für sich heimgehen, ansonsten sie mit 1 Pfund gebüsst werden.
1644 11. Juni
Explosion der Pulvermühle am Bach (Bachstrasse).
1646 Der Abt bewilligt den Straubenzellern eine eigene Schule, sie wird bei den Nussbäumen, in der Nähe der Burg Waldegg in einem Privathaus eingerichtet.
1646 Abt Pius Reher bittet den Unterburgermeister und die Häupter beim Hof- oder Klostertor zum Augenschein. Grund, es seien sechs grosse Steine über die Mauer geworfen worden. Die Vertreter der Stadt finden aber, dass durch die Grösse der Steine bedingt, eine solche Tat nicht möglich gewesen sei.
1646 Unter dubiosen Umständen gelangen 52 Schriften, die von Vadian vor dem Klostersturm von 1529 gerettet wurden, in den Besitz der Stadt Bremen, darunter auch die berühmte Henauer-Urkunde. Nach zähen Verhandlungen können die Schriften kurz nach dem 2. Weltkrieg, als Leihgabe für 99 Jahre in die Stadt St. Gallen zurückkehren und ab 2045 in Kantonsbesitz übergehen.
1647 26. Januar
Leutnant Studer reist im Namen der Stadt St. Gallen nach Bregenz. Dort übergibt er dem schwedischen Besetzer, General Wrangel, der sich anschickt mit seinen Truppen Bregenz zu verlassen, wegen vielfältig und bezeugtem guten Willen, ein Fuder des allerbesten Rheintalerweines. Der General hatte bei der Besetzung von Bregenz einer Delegation versichert, dass er nichts gegen die Stadt St. Gallen unternehmen werde.
1647 Die Burg Anwil bei Buhwil kommt in den Besitz der Stadt St. Gallen.
1647 Neubau der St. Wolfgangkapelle, Haggen.
1648 Der Westfälische Frieden, der das Ende des Dreissigjährigen Krieges in Europa bedeutet, ermöglicht der Stadt die Loslösung von den Pflichten einer freien Reichsstadt, sie wird unabhängige Stadtrepublik.
1648 Die Nürnberger und Lindauer Boten müssen von den St. Galler Kaufherren einmal mehr zu fleissiger Verrichtung ihrer Reisen ermahnt werden.
1649 Die Abtei kauft die Glattburg bei Oberbüren (später Kloster) zurück.
1649 Um die Zunft der Wundärzte ist es so schlecht bestellt, dass der Abt seinen Untertanen verbietet Wundärzte aus der Stadt zu konsultieren.
1650 Blaues Haus, der zweistöckige Mauerwerk-Runderker, Gallusstrasse 20, wird erstellt.
1650 In einer Haberdarre in der Spiservorstadt bricht ein Feuer aus, eine Dienstmagt kommt zu Tode und neun Häuser werden zu Asche.


1651 bis 1700
1652 Zum Schutz vor der lothringischen Bedrohung bei Solothurn und Basel, wird auch eine Mannschaft aus der Stadt St. Gallen als Grenzschutz eingesetzt.
1653 Kaufleute erheben Klage gegen den Boten Lorenz Ruosch, den Boten der Ordinari, der in Lindau ein Paket Briefe verloren hatte. Der Schaden war deswegen so gross, weil Standesbriefe sowie Briefe von hohen Orten und an fromme Herren fehlten. Wegen seines Fehlers und Unfleisses musste Lorenz Ruosch drei Monate lang mit seinem Ritt nach Nürnberg still stehen.
1654 1687 Abt Gallus Alt.
1654 Die Stadt kauft das Klösterchen St. Leonhard aus Privathand zurück. Zweck ist, in Pestzeiten ein Absonderungshaus zu besitzen.
1655 In alten Schriften wird eine Brugg erwähnt die in Zweibruggen gegen St. Gallen über den Wattbach führt. Danach musste über die Hundwilerleiter Haggen bei der St. Wolfgangskapelle erreicht werden.
1657 Die Hingerichteten und die Selbstmörder bekommen im Linsebühl-Friedhof einen eigenen ummauerten Platz (Schelmenfriedhof).
1657 Der heutige Festsaal des Stadthauses erhält eine kostbare Kassettendecke, erstellt durch Daniel Mader.
1657 Meinrad der sechsjährige Sohn des Nürnbergerboten Lorenz Ruosch ertrinkt im Burggraben.
1658 Zu den schon bestehenden Weihern kommt der Nellusweiher hinzu, bedingt durch das vergrössern der Brühlbleiche. Der Nellusweiher war bis 1923 dort wo heute die Liegewiese des Familienbades ist.
1658 Ein gefährlicher Bauernaufstand im Gebiet, Bern, Luzern, Solothurn und Basel veranlasst die zu Hilfe gerufene Stadt St. Gallen, unter Hauptmann Christoph Studer und Hauptmann Leonhard Laurenz Zollikofer je ein Fähnlein Volk zu entsenden, sie warfen in Mellingen die Bauern zurück.
1658 In Lindau wird die Glocke für das Spisertor gegossen, sie ziert noch heute den Dachreiter auf der Ostseite der Spisergasse.
1658 Katharina Stüdlin, Hobsgerin genannt, wird weil sie unter anderem auf dem Himmeliberg, (Freudenberg) auf dem Tanzplatz der Hexen (nach ihrem Tod Hopsgerplatz genannt) herumgetanzt sei, als Hexe zum Tode verurteilt. Dem Übernamen nach wohnte sie vermutlich im Hopsgermoos, Gebiet zwischen Vordergasse und Hintergasse.
1660 Die Burg Spisegg wird abgebrochen.
1660 Die Stadt St. Gallen kauft das Hochrütener Bürgli dessen rote Riegelbalken immer mehr zum Namen rotes Haus beitrugen. Es darf vom Bürgermeister als Sommersitz benützt werden.
1662 Mit einer feierlichen Einweihung übernehmen die evangelisch-reformierten Kirchgenossen von Winkeln das neue Kirchgemeindehaus mit Glockenturm.
1661 Abt Gallus Alt weiht die Kirche in St. Josefen ein, 1960 wurde sie abgerissen.
1661 Zum Vorläufer unseres Kinderfestes, dem Gregoriusfest, werden erstmals Mädchen zugelassen. Am auch Rutenfest genannten Fest werden im Wald die Züchtigungsruten für die Schüler geschnitten.
1663 Eröffnung des Arbeits- und Zuchthauses im ehemaligen Kloster St. Leonhard.
1664 Die Stadt wird erstmals zur Eidgenössischen Tagsatzung eingeladen.
1664 Johann Studer der sich enorm verschuldete flieht ins Ausland, wird aber gefangen genommen, nach St. Gallen ausgeliefert und hier in der Folge enthauptet.
1665 Das Collegium musicum kann sich mit Hilfe der Stadt ein eigenes Lokal, nämlich das 1931 abgebrochene Sängerhäuschen am Bohl, leisten.
1666 Die Petruskirche wird zusammen mit der Gallus- und der St. Katharinenkapelle abgebrochen um dem Bau des Hofflügels Platz zu machen.
1666 Auf dem von Abt Gallus II. im Jahr 1663 erstandenen Feld beim Hof Wiesen findet die Grundsteinlegung für das Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg statt.
1666/67 Bau des Hofflügels, südlicher und zugleich ältester Teil der Pfalz der den Klosterplatz vom kleineren Brunnenhof trennt.
1666 Die Kapelle St. Barbara im Bild wird erstellt. Sie soll wie der zuvor dort gestandene Bildstock an die von Abt Ulrich von Sax auf dem Breitfeld verlorene Schlacht gegen Bischof Wernher von Konstanz im Jahr 1208 erinnern.
1668 Die Einnahme der Grafschaft Burgund durch König Ludwig XIV. veranlasst die Eidgenossenschaft zur Schaffung einer Defensionale, die je nach Bedrohungslage einen bis zu dreifachen Auszug bereitstellen muss. Die Stadt St. Gallen musste demnach für einen einfachen Auszug 200 Mann mit einem sechspfünder groben Geschütz zur Verfügung stellen.
1668 Martin Undersee wird vom äbtischen Blutgericht in St. Fiden wegen Brandstiftung zum Feuertod verurteilt, erhält jedoch die Gnade, vor der Verbrennung erwürgt zu werden.
1669 März
Der Hofmeister und Kanzler des Abtes spricht bei Bürgermeister und Rat der Stadt vor. Grund, der restaurierte Turm des Müllertores wurde mit Schusslöchern und Guggeren versehen, die sich gegen das Kloster richten. Der Protest wurde vom Rat abgewiesen, denn es sei nur um der Luft und des Anblicks willen geschehen.
1669 Johann Conrad Scheuss errichtet im Kubel eine Papiermühle.
1670 Hans Albrecht Schobinger der es wagte zum katholischen Glauben überzutreten, hat zusammen mit seinen sonstigen Übertretungen den Bogen überspannt, er wird als ehrlos erklärt und sein Vermögen verfällt.
1671 Die Toggenburger erreichen bei Abt Gallus Alt die Absetzung des äbtische Landvogts Wolfgang Friedrich Schorno.
1672 Nachgewiesen sind Theatergastspiele, die teilweise im Garten des Katharinenklosters oder auf dem Marktplatz aufgeführt werden.
1673 In der Stadt gilt die Schulpflicht.
1673 Die Stadt verordnet für die weibliche Hutmode zuhanden von vier verschiedenen Gesellschaftsständen je eine Hutordnung, die die breite der Bräme und den jeweiligen maximal zu bezahlenden Preis betrifft.
1673 Der Mauerwerkerker zur (Hexenburg), Hintere Lauben 12, wird erstellt.
1673 An der oberen Markgasse wird am Haus zum Kamel ein einstöckiger Holzerker erstellt.
1675 Der Erker zum (Greif), Gallusstrasse 22, wird erstellt.
1676 Der Holzerker, Marktgasse 17, wird erstellt.
1676 Den Mesmern wird verboten auf dem Friedhof ihre Schafe weiden zu lassen.
1677 Cathrin Huber, des Leinwanddiebstahls angeklagt, kann wegen mangelndem Beweismaterial nicht zum Tode verurteilt werden, deshalb werden ihr gemäss Urteil "nur" die Finger abgehauen.
1678 Das baufällige Schibenertor wird renoviert.
1679 Innerhalb der Stadtmauern werden 521 Häuser gezählt.
1679 Das Rathaus an der Marktgasse bekommt einen Anbau für die Kanzlei mit Gewölben für die Aufbewahrung des Stadtarchivs.
1680 Die Stadtbürger werden unter Strafandrohung gezwungen in Fronarbeit die Weiher auf Dreilinden zu entschlammen.
1681 Tablat erhält eine Gemeindeordnung.
1681 10. Dezember
Gelehrte, wagemutige Herren aus der Stadt erreichen mit einem Innerhoder Führer als zweite den noch schneefreien Gipfel des Säntis. Dieser wurde ein Jahr zuvor Erstbestiegen.
1682 Stadtarzt Tobias Baumgartner bemerkt, dass das Barbier-Handwerk in St. Gallen ziemlich stark sei und fordert deshalb die Einführung eines Examens für Bader und Barbiere.
1682 Das Heiliggeist-Spital vermietet ausserhalb der Stadtgrenze in der eigenständigen Gemeinde Straubenzell seine Felder an städtische Bleicher.
1683 Der Klosterhofbrunnen wird erstellt. Der Brunnentrog als solcher besteht heute noch.
1684 Im Küsterhaus des Klosters bricht Feuer aus, dass zusammen mit der Weinschenke zum Raub der Flammen wird.
1684 Abt Gallus Alt kauft das einst schon mal der Abtei gehörende Schloss Hagenwil um es als Sommerresidenz für die Äbte auszubauen.
1685 Im ehemaligen St. Katharinenkloster werden evangelische Gottesdiente in französisch gehalten.
1686 5./6. November
Die zweite
Waldenserverfolgung in Frankreich, treibt 36 Flüchtlinge aus dem Val Pragela über Mailand und Graubünden in unsere Stadt. Ein Teil davon wurde von den Dragonaden zwangskatholisiert. Vier fanatisierte Bauern, Untertanen des Abtes, attackieren diese kurz vor der Stadt und verletzen zwei mit ihren Heugabeln.
1687 1. September
Auf einer Strolchenjagd, werden von den Häschern des Abtes auch
Waldenserflüchtlinge aus dem Val Pragela festgenommen und in Eisen gelegt. Sie sind vor der zweiten Verfolgungswelle des französischen Staates geflüchtet. Die Stadt erreicht ihre Herausgabe und verlangt vom äptischen Landhofmeister diese Leute künftig ungehindert passieren zu lassen.
1687 1696 Abt Coelestin Sfondrati.
1688 Der Holzerker zum (Rosenstock), Schmiedgasse 2, wird erstellt.
1689 Der Holzerker am Haus zum Scheggen, Marktgasse 19, wird erstellt.
1690 Die städtische Badeanstalt Neubad an der heutigen Bankgasse wird geschlossen.
1690 Der zweistöckige Holzerker zum (Schwan), Kugelgasse 10, wird erstellt.
1691 Ein Regelwerk gegen Überfluss, Unmass und Pracht in Kleidungen wird erlassen. Auszug
1691 Der von der Ordinari St. Gallen - Lyon, bis jetzt jeweils zu Fuss zurückgelegte Weg wird durch berittene Boten ersetzt.
1691 Elisabeth Schindolfin wird nach ihrem Vergicht als Hexe zum Tod verurteilt.
1691 Anna Hellerin (Heller) wird nach ihrem Vergicht als Hexe zum Tod verurteilt. Sie wird, nachdem ihr zuvor vor dem Rathaus eine Hand abgehackt wurde, lebendigen Leibes auf dem Leimat verbrannt. Die Anna Hellerin war die letzte Frau die diese Grausamkeiten über sich ergehen lassen musste, die Hellerstrasse erinnert an den kollektiven Hexenwahn.
1693 Karrfreitag, drei Männer der Familie Himmelberger, tragen das von ihnen restaurierte wundersame Wegkreuz, dass schon um das Jahr 1570 auf dem Espen stand wieder dorthin zurück, heute steht dort das Wallfahrtskirchlein Heiligkreuz.
1695 Die Gesandten aller katholischen Stände und des Abts von St. Gallen beschliessen gemeinsam sich Rüstungen anzuschaffen um im Notfall der unkatholischen Religion begegnen zu können.
1695 Der zweistöckige Holzerker zur (Kugel), Kugelgasse 8, wird erstellt.
1696 Der auch bei den Protestanten beliebte Abt Coelestin Sfondrati wird von Papst Inozenz XII. in die Würde eines Kardinals erhoben. Beim verlassen des Klosters erteilt ihm auch eine Abordnung der Stadt die Ehre.
1696 1717 Abt Leodegar Bürgisser.
1696 Die konfessionellen Auseinandersetzungen mit dem Abt erreichen im Toggenburg ihren Höhepunkt.
1697 St. Galler Kreuzkrieg, bei einer Prozession durch die Strassen der reformierten Stadt werden provozierend einige Kreuze aufrecht getragen, erboste Bürger greifen zu den Waffen und jagen die Wallfahrer ohne Kreuze aus der Stadt.
1697 Abt Leodegar droht mit Beschiessung der Stadt und positioniert die Drohung untermauernd seine Truppen auf dem Rosenberg. Die Differenzen werden aber, wenigstens für kurze Zeit, beigelegt.
1698 Der Stadtbürger und Handelsherr, David Schobinger, ist Eigentümer von Schloss Heerbrugg.
1699 Der Steinerker zum (Stern), Spisergasse 19, wird erstellt.
1700 Der zweistöckige Holzerker, Multergasse 41, wird erstellt.


1701 bis 1750
1701 17. Juni
Der Rat verwarnt die
Brunnensudler vor Strafe.
1702 Leodegar Bürgisser, Fürstabt von St. Gallen, schliesst ein Schirmtraktat mit Österreich, mit der Verpflichtung sich gegenseitig mit bis zu 4000 Mann zu helfen.
1702 Johann Baptist Ernst aus Lindau und Andreas Aporta aus Feldkirch giessen die sich im Kloster befindende 1700 Kg schwere Gallus- oder Konventsglocke mit Schlagton d'.
1702 Der Holzerker zum (Mohrenkopf), Spisergasse 20, wird erstellt.
1702 11. Oktober
Die Schweizerische Benediktinerkongregation feiert im Kloster St. Gallen ihr hundertjähriges Bestehen.
1709 Abt Bürgisser erhöht den pyramidenförmigen Klosterturm um 90 Fuss und versieht die Spitze mit einer Kuppel.
1705 Obrigkeitliches Dekret: Die Männer werden angehalten in einem Leichenzug das Schwatzen zu unterlassen und das Weiberklagen sei den Nächstgefreundeten vorbehalten.
1707 Winkeln wird erstmals erwähnt, dass Quartier verdankt seinen Namen einem Weiler der aus fünf Bauernhöfen bestand und sich Winkel nannte.
1707 J. B. Ernst und Andreas Aporta aus Feldkirch giessen die sich in der Stiftskirche befindende 492 kg schwere St. Johannesglocke mit Schlagton c″.
1707 Am Haus zum Pelikan an der Schmiedgasse wird ein zweigeschossiger Holzerker bewilligt.
1708 Abt Leodegar Bürgisser ernennt Hauptmann Kaspar Felber aus Kaiserstuhl zusammen mit Hauptmann Johann Hessi aus Glarus zu Oberkommandierenden der äbtischen Truppen.
1708 Der Holzerker zur (Flasche), Spisergasse 11, wird erstellt.
1708 Der Steinerker am Haus zum Bären, Spisergasse 13, wird erstellt.
1709 Der Steinerker zum (liegender Hirsch), Spisergasse 41, wird erstellt.
1709 Der zweistöckige Holzerker zum (Felsen), Webergasse 19, wird erstellt.
1710 Die mehrheitlich reformierten Toggenburger besetzten die fürstäbtischen Schlösser, Iburg (Wattwil), Lütisburg und Schwarzenbach.
1710 Der wegen wiederholtem Ehebruch, vom äbtischen Blutgericht in St. Fiden verurteilte Joseph Thaler wird begnadigt und zu 10 Jahren Galeerenstrafe verurteilt.
1710 In Bruggen (Zweibruggen), an Stelle der Hüslibrücke die 1479 urkundlich (Schmidlinsbrücke) genannt wurde, wird eine neue Brücke über die Sitter erstellt.
1711 Drei hochherzige Sponsoren schenken der Vadiana einen Himmels- und einen Erdglobus, diese finden ihren Platz im Bibliothekszimmer, damals in den Räumen von St. Katharinen.
1711 An der Fassade des Café-Restaurant Tiger an der Ecke Spiser-, Marktgasse wird ein Erker angebracht.
1712 Die im 2. Villmergerkrieg den Befreiungskampf der Toggenburger gegen den Abt von St. Gallen unterstützenden siegreichen Berner und Zürcher plündern kostbare Schätze (Globus usw.) aus dem Stiftsarchivs und der Stiftsbibliothek und bringen sie in ihre Hauptorte.
1712 Der St. Galler Abt Leodegar Bürgisser flieht mit seinem Konvent auf das Schloss Neuravensburg (D), Verwaltungssitz einer St. Galler Herrschaft nördlich von Lindau, er hat nach dem 2. Villmergerkrieg die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit den Zürchern und Bernern verweigert.
1713 Erbauung des Mannenweihers auf Dreilinden.
1713 Fürstabt Leodegar Bürgisser fordert von den Zürchern die gestohlenen Kulturgüter zurück, er weigert sich zeitlebens, den ausgehandelten Frieden zu unterzeichnen.
1714 Rekordjahr in der städtischen Leinwandindustrie, es wird die Produktion von 24'000 Tüchern erreicht.
1717 1740 Abt Joseph von Rudolfi.
1717 Der Holzerker (Blauer Himmel), Spisergasse 30, wird erstellt.
1718 Ein Grossbrand zerstört nahezu das gesamte Kapuzinerinnenkloster Notkersegg, es muss weitgehend neu erstellt werden.
1718 Die Berner- und Zürchertruppen ziehen nach sechsjähriger Besetzung aus der Fürstabtei und seinem Territorium ab.
1718 Im Friedensvertrag von Baden findet der 2. Villmergerkrieg endlich seinen definitiven Abschluss. Es folgen informelle Zusicherungen der Berner wie der Zürcher, den St. Gallern die gestohlenen Kulturgüter (Globus) wieder zurück zu erstatten.
1719 Pater Gabriel Hecht zeichnet einen Plan des Stiftsbezirks.
1719 22. November
Auf den Ruinen des Grossbrandes von 1718 kann auf Notkersegg, mehr nördlich, ein Klosterneubau
benefiziert werden.
1719 Das Baden auf Dreilinden während der Predigt wird verboten.
1719 Die von den Bernern aus dem Siftsarchiv und der Stiftsbibliothek geplünderten Schätze werden zurück gegeben.
1720 Das Restaurant Hörnli am Marktplatz wird erstmals als Taverna zum Posthorn im Grundbuch erwähnt, dass Erdgeschoss dient als Warenremise und Pferdestall.
1720 Teile der von den Zürchern aus dem Siftsarchiv und der Stiftsbibliothek geplünderten Schätze werden zurück gegeben. Abt Joseph von Rudolphi dankt den Zürchern mit einem Schreiben. Dieses Schreiben benützen die Zürcher als Beweis, dass der Abt auf den Rest der Güterrückführung verzichtet habe.
1720 An der oberen Markgasse wird am Haus zum Kamel im oberen Stock ein zweiter Holzerker erstellt, für die Verbindung zwischen beiden Erkern wird ein hölzernes Kamel-Relief eingeschoben, was schlussendlich optisch einen Doppelerker ergibt.
1721 Peter Bion stellt Barchent her.
1724 Die Stadt übernimmt nach langem zögern den verbesserten Gregorianischen Kalender, weil das Osterfest in die Berechnungen aufgenommen wurde.
1729 Juli
Stadtmajor Daniel Zollikofer inspiziert die Grenadierwacht unter den Stadttoren und muss den Schibenertorhüter, Sebastian Schobinger, ermahnen, sein Seitengewehr zu tragen. Der Gerügte befolgt den Befehl nicht und beleidigt den Major zusätzlich, was dazu führt, dass er am 12. Juli vor dem Kleinen Rat antreten muss. Dieser verschont ihn zwar von der wohlverdienten Gefangenschaft, befiehlt im aber sich von Trink- und Wirtshäusern fern zu halten und dem Stadtmajor Abbitte tun.
1730 Der zweistöckige Holzerker zum (Disteli), Spisergasse 4, wird erstellt.
1730 Pater Gabriel Hecht zeichnet einen Grenzatlas mit dem Grenzverlauf der Fürstabtei.
1730 Aus dieser Zeit stammt das noch heute bespielbare Örgelchen im Kloster Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg.
1731 Das mächtige Haupthaus des St. Wiboradaklosters in St. Georgen wird seiner Bestimmung übergeben.
1731 6. Juni
Ein Blitzschlag mit anschliessendem Turmbrand zerstört das Dach der Kirche St. Mangen und lässt die Glocken schmelzen, der Glockengiesserei Ernst in Lindau fertigt vier neue Glocken, bei denen auch das Material der geschmolzenen Glocken verwendet wird. Der Turm, jetzt neu mit Kupferhelm, bekommt auch eine Uhr.
1732 Der zweistöckige, hölzerne Erker am Haus zum Engel, Spisergasse 5, wird erstellt.
1732 Der Biersieder Johannes Feurer baut am Roschacher Weg eine Biersiederei, die spätere Brauerei Hock, dessen Gebäude neben dem Rest. Blume jetzt noch steht.
1732 Gründung der Bürgerlichen Witwen- und Waisencassa der Stadt St. Gallen, Domizil, Kugelgasse 16.
1734 Im Kornlager des Gewölbes zu St. Laurenzen machen sich eine Unmenge von Ratten breit, die während des Gottesdienstes für Verwirrung sorgen.
1736 Das Tanzen wird auf behördlichen Erlass bei allen und jeden Hochzeitsmählern verboten.
1738 Das Schloss Roggwil kommt in den Besitz des Klosters.
1739 Nach allzu forschem Vorgehen der preussischen Werbeoffiziere (sogar Entführungen sollen vorgekommen sein) wird das Werben für Solddienste untersagt.
1740 17. November
Salomé Rietmann, Witwe des Daniel Hogguer, verkauft ihre Anteile an der Plantage L’Helvétie in
Berbice. In den Verkauf eingeschlossen sind nebst Grund und Boden auch Kulturpflanzen, Sklaven, bewegliche Güter, Gerätschaften und Tiere.
1740 Die Stadt stellt auf Dreilinden den ersten Bademeister ein, er ist für Sitte und Ordnung zuständig.
1740 1767 Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach.
1741 Gründung der Bank Caspar Zyli durch umittelbare Famliensukzession ab 1893 Wegelin & Co. Sie ist heute die älteste noch echte Privatbank der Schweiz.
1741 Eine Tagebuchnotiz besagt, dass täglich rund 200 Personen im Kloster gegessen haben, Pilger und Arme nicht mitgezählt.
1741 Ein zweirädriges Cabriolet für zwei Personen verkehrt regelmässig zwischen Zürich und St. Gallen.
1742 Die Webereien der Stadt exportieren 38000 Tuchballen a 120 Ellen länge, dass ergibt eine Gesamtlänge von 3000 Kilometer.
1742 Aus dem Kloster wird der Vorwurf laut, dass auf Drei Weihern Leute beiderlei Geschlechts nebeneinander Baden und einige sogar ohne niedere Kleider (Badehosen).
1745 Die St. Galler Stadt Miliz Gesellschaft wird als städtische Militärakademie gegründet, Ziel ist, den Offiziersnachwuchs für die Milizen der Stadt St. Gallen mit Fachwissen und für ehrenvolles Verhalten auszubilden.
1745 Das äbtische Blutgericht in St. Fiden verurteilt Margaretha Suser von Untereggen zum Tod durch Enthauptung.
1745 Etwas nordöstlich der Einmündung Grossacker- in die Flurhofstrasse wird der Langenackerweiher erstellt, er dient als Feuerweiher, das Wasser darf aber auch von der Bleicherei in der Brühlbleiche genutzt werden, auch wird später damit die Eisbahn etwas östlich davon gespiesen.
1746 1748 Im Auftrag von Abt Beda wird in Rorschach, dem wichtigsten Kornmarkt der Eidgenossenschaft, ein Kornspeicher errichtet.
1749 18. Januar
Seine Hochfürstlichen Gnaden, der Bischof von Konstanz und der Fürstabt von St. Gallen genehmigen sich im Festsaal der Pfalz ein Versöhnungsmahl.
1749 Auf Befehl des Offizials Pater Hermann Bautz wird über das hl. Kreuz bei der späteren Wallfahrtskapelle Heiligkreuz ein Dach gebaut.
1750 Die Pflichten der Amtsdiener werden in einer Bestallung niedergelegt.


1751 bis 1800
1752 Die städtische Milizgesellschaft errichtet ein eigenes Handelshaus.
1752 Gründung der obrigkeitlichen Leinwandcassa. Sie gewährte gegen Hinterlegung von Leinwandballen mittelfristige Kredite.
1752/53 Das Tafelzimmer im östlichen Hofteil der Pfalz, wo der Fürstabt hochgestellte Mitarbeiter und Gäste bewirtet, wird mit Stuckmarmor und Deckenstuck ausgeschmückt.
1753 Als neuer Zweig des Textilgewerbes wird durch St. Galler Unternehmer die Stickerei eingeführt.
1754 Das Rathaus an der Marktgasse wird umfassend renoviert. Die reichhaltige Fassadenmalerei, vom Maler Heinrich Tanner, auf der Südseite wird weiss überkalkt.
1755 1769 Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach veranlasst den Bau der barocken Klosteranlage mit der Kathedrale, durch den Vorarlberger Baumeister Johann Michael Beer.
1755 - 1836 24. Februar / 22. Juli
Karl Müller von Friedberg.
1755 Leonhard Hochreutiner eröffnet in der Stadt einen Eisenwarenladen, daraus wächst die heute noch bestehende Debrunner AG.
1755 Fürstabt Cölestin Gugger von Staudach bestätigt die Gemeindeordnung von Gaissau (A) aus dem Jahr 1680, Gemeindebeschlüsse müssen von diesem jedoch weiterhin genehmigt werden.
1755 Schloss Zuckenriet wird Eigentum des Klosters St. Gallen.
1755 Eine nach Cantharidin benannte Affäre der Stadtmilizgesellschaft erschüttert die Stadt. Skandalöse, freiheitliche Exzesse mit genötigten Damen der städtischen Oberschicht in den geheimen Gewölben des Gesellschaftsgebäudes kommen ans Tageslicht.
1756 Eine Untersuchungskommission, die die Ausschweifungen der Milizgesellschaft vom Vorjahr unter die Lupe nimmt, entdeckt eine geheime Pulver- und Waffenkammer mit einer Kanone. Spekulationen den siebenjährigen Krieg betreffend sind darauf hin in aller Munde.
1756 Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach auf offiziellem Staatsbesuch in der Stadt, die hierfür ein grosses Bankett aufstellt.
Ergänzung
1757 Das Kloster St. Gallen kauft für 12000 Gulden das Schloss Wartensee.
1757 Zu aller Vergnügen ist zwischen Stadt- und Klosterrepublik ein Zollvertrag zustande gekommen.
1757 17. Juni
Fürstabt Cölestin Gugger vergibt dem Freiburger Bildhauer Christian Wenzinger die künstlerische Ausstattung von Schiff und Rotunde der neuen Klosterkirche.
1758 Die Renaissance-Bibliothek des Klosters wird abgebrochen, im Lapidarium des Klosters können 12 polychrome Schlusssteine der besagten Bibliothek besichtigt werden.
1758 1767 Abt Cölestin Gugger von Staudach erstellt die neue Stiftsbibliothek.
1759 Der Kaufmann Ulrich de Gaspard Vonwiler gründet in unserer Stadt das erste Stickereiunternehmen der Welt.
1760 Unter der Leitung von Pater Iso Walser vom Kloster St. Gallen wird anstelle eines wundertätigen Wegkreuzes die erste Wallfahrtskapelle Heiligkreuz erbaut.
1762 In St. Laurenzen übernimmt nun eine Orgel den Kirchgesang, sie löst die seit 1722 tätigen Posaunen- und Zinkenbläser ab.
1765 Das Beda-Haus an der Grossackerstrasse, ein barockes äbtisches Landhaus wird erstellt. Beda-Haus genannt weil Abt Beda es später als Sommerresidenz benützte.
1766 Einweihung des neuen Klosters mit der eigentlich am Kloster angebauten Schutzengelkapelle, die Kapelle stand nur durch einen kleinen Durchgang getrennt unmittelbar vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche.
1766 Das prächtige Amts und Schützenhaus, später Gemeindehaus, in St. Fiden wird eingeweiht.
1766 Johann Heinrich Ernst aus Lindau giesst für die Stiftskirche die 1202 kg schwere Schutzengelglocke mit Schlagton f°.
1767 1796 Abt Beda Angehrn.
1767 1796 Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 5400 kg schwere Herz Jesu-Glocke mit Schlagton g° und die 1950 kg schwere Michaels- oder Ave Maria-Glocke mit Schlagton cis'.
1767 Abt Beda Angehrn beginnt seinen Amtsantritt mit der Begnadigung einer zum Tode verurteilten Frau. Sie wird vom Galgenplatz ins Wirtshaus zu St. Fiden zurückgeführt, darf dort eine Suppe essen, dann werden ihr die Adern geöffnet.
1768 Aus dem Nachlass des Schweizer Historikers und Staatsmanns Aegidius Tschudi gelangt der um 1260 geschaffener Codex 857 in den Besitz der Stiftsbibliothek.
1768 Peter Ludwig I. Keiser giesst für die Stiftskirche die 8100 kg schwere Dreifaltigkeitsglocke mit Schlagton e°.
1768 1770 Die Orgelbauer Victor Ferdinant und Karl Joseph Marta Bossard bauen im Kloster auf beiden Seiten des Chores je eine Orgel, sie gehören zu den wichtigsten historischen Chororgeln der Schweiz.
1769 Die Verwaltung des Stiftsgebietes erstellt ein Inventar über alles was in ihrem Gebiet lebt und steht, wie Pfarreien, Kirchen, Gemeinschaften und Institutionen.
1770 Das an einen Galgen erinnernde Bildstöcklein am Gottshusweiher wird durch eine kleine Kapelle ersetzt, sie bekommt den Namen (Maria Einsiedeln) und enthält eine Kopie des Einsiedler Gnadenbildes.
1770 1783 Zollstreitigkeiten zwischen dem Abt und Appenzell, den Transit nach Rorschach betreffend.
1770/71 Die Hungersnot veranlasst den Abt für die Bevölkerung seiner Klosterrepublik in Wien ungarisches Korn und in Venedig ägyptischen Weizen kaufen.
1771 Das den Aposteln Petrus und Paulus geweihte Kirchlein auf Rotmonten wird abgerissen.
1771 In der Stadt lebende Hintersassen können nun auch verbilligtes Korn beziehen, allerdings ist der Preis höher als für die Bürger und die Menge ist beschränkt.
1771 Die schwere Hungersnot veranlasst das Handelshaus Gonzenbach, Schlumpf und Comp. einen Betrag zur Verfügung zu stellen und unter hochherzigen Mitbürgern für die Ärmsten zu sammeln. 160 Bürger können wöchentlich ein Gemüse aus Erdäpfeln, Rüben und Brot gratis entgegen nehmen.
1771 Um der Hungersnot entgegen zu wirken, lässt die Mitbürgerin, Baronesse Locher von Coppet, eine grosse Menge Reis und Geld verteilen.
1772 18. Oktober
Das heilige Kreuz, etwas oberhalb der neuen Kirche im Heiligkreuz stehend, wird in Gegenwart von Fürstabt Beda und zahlreichen Mönchen aus dem Kloster, von vier Männern in die Kirche verbracht.
1772 Johann Leonhard IV. Rosenlächer aus Konstanz giesst für die Stiftskirche die 552 kg schwere Heiligkreuzglocke mit Schlagton a'.
1772 Das Schlössli auf dem Rosenberg kommt in den Besitz der Stadt und dient als Sommersitz für einen der drei Bürgermeister.
1772 Errichtung einer Anstalt unter dem Namen Arbeitskommission, von welcher der unschuldig Arbeitslose in Tätigkeit versetzt wurde und sich Müssiggänger sichtbar als solche bezeichnen mussten.
1774 1778 Abt Beda erbaut die Fürstenlandstrasse.
1774 Abt Beda, erhört die Bitten des Gemeindeammans von Untereggen, Franz Hädener, und Lässt eine Mühle bauen (Lochmühle).
1774 Die übergehende Steinach reisst auf Ihrem Weg von der Mühleck bis zum Lämmlisbrunnen sieben Brücken und Stege mit.
1775 16. März
Der zuvor zum Tode verurteilte Mörder und Leichenschänder, Josef Antoni Egger, ein Bauer aus
Tablat, wird durch Abt Beda begnadigt und zur Galeerenstrafe nach Frankreich geschafft.
1776 1778 Neubau der Kirche St. Fidelis in St. Fiden.
1778 Ein Hochwasser zerstört alle Brücken und Stege längs der Urnäsch, darunter auch den wichtigen Übergang im Kubel.
1778 Abt Beda erstellt bei Kräzern eine Hüslibrücke mit Zollhaus, Bedabrücke genannt.
1778 Schloss Bergsteig in St. Margrethen kommt in den Besitz des Schaffneramtes der Stadt St. Gallen.
1779 Johann Ulrich Schefer von Rotmonten, Bauwart des Klosters, erstellt die Hüslibrücke in der Spisegg.
1779 Nachdem der (wohledle und wohlvornehme Conrad Fehr dem ehrsamen und bescheidenen Meister Johann Ulrich Tobler) einen Acker samt Haus verkauft hat, erstellt der letztere eine Biersiederei, denn späteren (Schützengarten).
1780 Nachdem zwei Jahre zuvor ein Hochwasser sämtliche Brücken über die Urnäsch zerstört hatte baut Hans Ulrich Grubenmann eine neue gedeckte Holzbrücke. Infolge der Inschriften an den Querbalken wird sie (Sprechende Brücke) genannt.
1781 Der Fürstabt lässt im ehemaligen Siechenhaus in Bruggen ein Zuchthaus errichten.
1781 Abt Beda Angehrn, stellt den Benediktinerinnen vom Hlst. Sakrament das dem Stift St. Gallen gehörende Schloss Glattburg bei Oberbüren als Kloster St. Gallenberg zur Verfügung.
1781 Der Rat erlässt ein Verbot für das an Sonn- und Feiertagen so höchstärgerliche als unnötige übers Land gehen (Sonntagsspaziergang).
1784 Josef Moser gründet und eröffnet die Brauerei Stocken.
1784 In Bruggen wird die erste St. Martinskirche erbaut.
1786

* einer der 10 Neubeiträge
30. März
Karl von Schenk, Landvogt von Bregenz, schenkt Fürstabt Beda Angehrn die Gallusglocke.
Ergänzung
1787 An Stelle der erst 1710 erstellten Brücke über die Sitter bei Zweibruggen erbaut Jörg Altherr aus Speicher eine neue Hüslibrücke, die heute noch steht.
1787 Das Kaufmännische Direktorium erwirbt das grosse oder das halbe Haus, ab 1867 Stadthaus, und errichtet darin die erste Poststelle der Stadt.
1787 Johann Martin Reutiner, der 1780 den ersten Buchladen der Stadt mit einer Lesebibliothek eröffnete ist zum katholischen Glauben übergetreten und muss deshalb auf das Bürgerrecht der protestantischen Stadt St. Gallen verzichten. Grund genug, damit auch sein Geschäft aufgeben zu müssen. Aus diesem Buchladen wird schliesslich die Fehr'sche Buchhandlung, die 2005 aufgegeben wurde.
1787 Der Kleine und der Grosse Rat beschliessen, die Holzbrücke beim Brühltor durch eine steinerne Brücke mit Quaderstücken und einem gewölbten Bogen zu ersetzen.
1788 Ein Hausbrand hat zur Folge, dass etwa in der Mitte der Spisergasse der heute noch bestehend Platz entsteht.
1788 Gründung der Mousselinecassa, Vorschusskasse für Baumwollwaren, ab 1800 Mousseline- und Leinwandcassa, 1824 Leinwand- und Anlehenscassa.
1789 Fürstabt Beda Angehrn erbaut in Gossau, Verzweigung Flawil - Wil, ein Zoll- und Lagerhaus.
1789 Die Obervögte des Fürstabtes wohnen auf Schloss Oberberg und halten dort auch Gericht.
1789 Auf dem Salzmarkt, vermutlich am heutigen Bärenplatz, wird der erste öffentliche Briefeinwurf aufgestellt.
1790 Der Scheitlinsbüchel wird bis dato immer noch Linsebühlerweid genannt, sie gehörte zum Besitz des Siechenhauses vom Linsebühl.
1790 Die letzte St. Gallermünze wird geprägt, es ist ein Sechskreuzerstück.
1790 Das lange bewährte (G), ein Qualitätszeichen der Stadt für beste Tücher, wird vom Rat abgeschafft.
1791 Der Altstätter Baumeister Johann Ulrich Haltiner, von Abt Beda beauftragt, kann die Thur-Brücke bei Lütisburg ihrer Bestimmung übergeben.
1791 Das darniederliegende Leinwandgewerbe erlaubt dem Rat erstmals Bleicheboden als Bauland zu vergeben.
1791 Ein als erster behördlicher, im modernen Sinn bewilligter, Überbauungsplan ermöglicht den Bau der Biedermeierhäuser an der Rorschacher Strasse 1 - 25.
1792 Die Stadt verkauft dem Pächter Jakob Ebneter das Löchlebad. Das Restaurant nennt sich nach einem Umbau «Löchlebad Restaurant, Cafe du Pavillon und Mineralbade-Anstalt», der Badebetrieb als solcher muss allerdings wegen mangelndem Besuch bald wieder geschlossen werden.
1792 Mai
Das revolutionäre Frankreich erklärt den Monarchien Österreich und Preussen den Krieg, die an der Nordwestgrenzen der Eidgenossenschaft durch das Kriegsgeschehen bedrohte Eidgenossenschaft beschliesst die Entsendung von Truppen zum Grenzschutz nach Basel. Die Stadt und der Fürstabt entsenden je ein Kontingent.
1792 Die Familie Orlandi aus Bevers (GR) kann mit dem Einverständnis von Abt Beda Angehrn die Burg Mammertshofen erwerben.
1792 Dreikönigstag
Unter dem Motto, Zahl nünt, du bist nünt scholdig, bezahlen die Gossauer dem Abt von St. Gallen keine Steuern mehr.
1793/94 Der Girtannersche Kalender, der schon im 16. Jahrhundert existierte, wird als St. Gallischer neueingerichteter allgemeiner Kalender weitergeführt. Aus diesem erwuchs das «St. Gallische Wochenblatt», das «Tagblatt der Stadt St. Gallen und der Cantone St. Gallen und Appenzell» und schliesslich via «St. Galler Tagblatt» schliesslich das «Tagblatt».
1793 12. August
Die letzte Hinrichtung auf dem äbtischen Richtplatz, dort wo heute die reform. Heiligkreuzkirche steht, gilt dem Tiroler Anton Raschbüheler.
1795 Recht unter revolutionärem Druck stehend, hebt Fürstabt Beda Angehrn die Leibeigenschaft auf. Das Kloster alleine verfügte über ca. 2000 Leibeigene.
1795 Der Ratsherr und Stadtarzt Bernhard Wartmann schreibt über das Brühltor: Wenige Strassen in der Welt werden so stark gebraucht wie die Strasse von St. Gallen bis Rorschach; Tag und Nacht findet man immer auf derselben Menschen, Pferde, Kutschen und Wagen.
1796 1805 Abt Pankraz Vorster.
1796 Der Rat untersagt das Tanzen, egal ob Privat oder in Wirtshäusern.
1797 Abt Pankraz Vorster vollendet die neue Pfalz.
1798 6. Mai
Stadtbesetzung durch französische Truppen, dass Kloster wird zu einem grossen Teil in ein Lazarett umgewandelt.
1798 April
Das Rathaus am Markt, inzwischen zum Gemeindehaus umbenannt, beherbergt eine den Franzosen genehme provisorische Regierung, Munizipalrat.
1798 Nach etlichen Besitzerwechseln ist die Abtei St. Gallen wieder Besitzer der Burg Blatten bei Oberriet
1798 Das Haus zum Schifflin an der Multergasse später Hotel Schiff, wird erstmals in einem Kaufschuldenbrief erwähnt.
1798 Da Abt Pankraz Vorster dem Volk stur keine Rechte abtreten will erklärt sein Landvogt Karl Müller von Friedberg, (Müller-Friedberg genannt) die Toggenburger von sich aus für frei.
1798 Die armen Schwestern zur Gnadenstätte der Mutter vom guten Rat und des heiligen Antonius von Padua in Notkersegg müssen den sie bedrängenden wilden französischen Soldaten den Wein in Kupfergelten und Kübeln reichen.
1798 Nach der Schlacht von Zürich dient beim (Bild) ein Bauernhof als Unterkunft für die sich zurückziehenden Russen.
1798 Die obrigkeitliche Leinwandcassa wird liquidiert.
1798 Die meisten Stimmberechtigten Appenzeller wehren sich gegen den erzwungenen Bürgereid und verbrennen die noch im Frühjahr errichteten Freiheitsbäume. Der helvetische Regierungsstatthalter in St. Gallen lässt daraufhin Appenzell Innerrhoden durch helvetische Truppenverbände besetzen, was deren Widerstand bricht.
1798 Zwischen St. Gallen und Zürich wird eine Fahrpost eingeführt, die auch Personen befördert. Eine Fahrt dauert gut acht Stunden.
1798 Die Gesellschaft zum Notvesten, ein Zusammenschluss von Kaufleuten und anderen Personen, Standeszunft der St. Galler Kaufleute, wird offiziell aufgelöst, eine bestätigende Urkunde fehlt.
1798 Zwei Ratsherren und ein Weibel müssen durch die Gassen patrouillieren um während der Predigten das unzeitige Herumschweifen zu verhindern.
1798 1918 Tablat existiert als politische Gemeinde.
1798 1803 Präsident des Munizipalitätsrats: Kaspar Scheitlin.
1798 Fürstabt Pankraz Vorster flieht mit seinen getreuen in das der Abtei gehörende Schloss Neuravensburg (D).
1798 4. Juli
St. Gallen wird Hauptort des Kantons Sentis, mit Diplomatie wird Appenzell verdrängt, dass eigentlich zuerst als Hauptort vorgesehen war. Das Gebiet besteht aus der Stadt und Fürstabtei St. Gallen, der Landvogtei Rheintal und den beiden Appenzell, die Epoche der Helvetic beginnt.
1798 Die Stadtbehörden überlassen dem Regierungsstatthalter des Kantons Sentis, Dr. Johann Caspar Bolt, das ehemalige Bürgermeisterhaus zur Münze, der dem Haus den Namen (Zur Freundschaft) gibt. Es stand zwischen dem Löchlebad und dem Schibenertor, also da wo später die nun auch schon wieder abgerissene Union gebaut wurde.
1798 30. August
Die Stadtbürger nehmen nach dem Verfassungsschwur auf die Helvetic auf dem
oberen oder kleinen Brühl gemeinsam ein Mal ein.
1799 4. Januar
Die noch verbliebenen
Konventualen des Klosters St. Gallen werden verbannt, indem sie unter militärischer Begleitung bei St. Margrethen auf dem gefrorenen Rhein ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden. Sie finden humanitäre Aufnahme in der Zisterzienserabtei Mehrerau im Vorarlbergischen.
1799 21. Januar
Besatzungsgeneral Lautier Xaintrailles führt mit einem Freiheitsfest und einer feierlichen Truppenparade auf dem Klosterplatz und in der Stadt der Bevölkerung die Vorzüge der neuen Republik vor Augen, er stösst dabei auf offenen Spott und Ablehnung.
1799 Auf Befehl des helvetischen Kommisärs Johann Jakob Erlacher, mit der Konfiszierung des klösterlichen Vermögens beauftragt, werden am Hofportal der Abtei den Statuen von Gallus und Otmar die Köpfe abgeschlagen und in der Stadt sämtliche städtische Wappen entfernt.
1799 15. Februar
Die Munizipalität, später Gemeinderat, wird gewählt. Dieser Tag wird als Geburtstag der Einwohnergemeinde bezeichnet.
1799 2. - 21. Mai
Koalitionskrieg, nachdem es den Österreichern gelungen ist, über den Rhein in die Schweiz vorzudringen, verlassen die Franzosen die Stadt. Die Österreicher werden herzlich willkommen geheissen.
1799 Mit österreichischer Unterstützung kommt Abt Pankraz Vorster noch einmal aus dem Exil zurück. Nach dem Sieg der Franzosen gegenüber der Koalition ist es aber endgültig vorbei mit seiner Herrschaft.
1799 25./26. September
Die Siege der Franzosen bei Zürich und Schänis veranlassen die Koalitionstruppen sich aus dem Raum Ostschweiz zurück zu ziehen, was natürlich das sofortige Nachrücken und die Wiederbesetzung der Stadt durch französische Truppen zur Folge hat.
1800 Der zweistöckige Holzerker zum (Feigenbaum), Webergasse 9, wird erstellt.
1800 Im Kubel wird die Holzbrücke über die Sitter erstellt.
1800 Der zweistöckige Holzerker (zur Engelburg), Brühlgasse 29, wird erstellt.
1800 1839 Der Grüne Turm, an der Einmündung der Gallusstrasse in den Oberen Graben, dient als Zuchthaus für Kettensträflinge.


1801 bis 1850
1801 23. Dezember
Erstmals erscheint das neue «St. Gallische Wochenblatt». Es gilt als eigentliche Vorgängerin des «Tagblatts der Stadt St. Gallen», dem heutigen «Tagblatt».
1801 Der Abt erlaubt der ersten professionellen Theatergruppe, jener von Löhlein aus Deutschland in einer Scheune im Langacker aufzutreten.
1801 Freigabe der Stadtmauer, sie kann jetzt in Privatbesitz übergehen. Häuserbesitzer an der Mauer dürfen nun Fenster einbauen oder unter Umständen sogar Mauerstücke abtragen.
1801 14. Oktober
Nachdem das Provisorium im Langacker nicht genügt, wird der ehemalige
Marstall zum Theater umgebaut. Zur Premiere des ersten St. Gallertheaters führt die Deutsche Löhlein'sche Theatergesellschaft «Die Silberne Hochzeit oder das Glück des zufriedenen Landmanns» von Kotzebue auf.
1801 Der Waadtländer Marc-Antoine Pellis führt in der Spinnerei - Aktiengesellschaft St. Gallen die ersten Spinnmaschinen der Schweiz ein, es handelt sich um englische Spinnmaschinen mit Mules und Göpelantrieb. Die Spinnerei wird im aufgehobenen Kloster installiert.
1801/02 Das neue Haus zum Nothvestein, Bank Wegelin, wird erstellt.
1803 1814 Kaspar Steinlin wird Syndicus.
1803 Rotmonten wird zusammen mit St. Georgen der Gemeinde Tablat zugeteilt.
1803 Die Druckerei Johannes Zollikofer übernimmt das St. Gallische Wochenblatt.
1803 Unter der Leitung des Schaffauser Hauptmann Wipf kämpfen 600 Schweizersoldaten darunter viele Stadt St. Galler auf Saint Domingue für den französischen Konsul der die seit 1797 verbotene Sklaverei wieder einführen will.
Ergänzung
1803 Karl Müller-Friedberg, ehemaliger Statthalter auf Oberberg, erhält von Napoleon den Auftrag eine konstituierende Versammlung einzuberufen.
1803 15. April
Ausrufung des Cantons St. Gallen durch den ehemaligen äbtischen Obervogt Karl Müller-Friedberg. Dieses Datum wird als eigentlicher Gründungstag des Kantons St. Gallen bezeichnet. Die Stadt St. Gallen wird Kantonshauptort.
1803 29. Dezember
Ernennung des in königlich-spanischen Diensten gewesenen Josef Stierli aus St. Fiden zum ersten Kommandanten des neu gegründeten St. Gallischen Landjägerkorps.
1803 1848 In dieser Zeit werden 27 Todesurteile gefällt, 17 davon werden auf der Laimat vollstreckt.
1804 18. Mai
Die kantonale Militärorganisation hält an der bisherigen Verpflichtung fest, Wehrmänner müssen sich die Waffen und die Bekleidung weiterhin selber beschaffen.
1805 8. Mai
Der Grosse Rat beschliesst das Kloster aufzuheben. Die Regierungsmehrheit war der Auffassung, dass das Kloster schon 1798 aufgehoben worden sei, demnach war es eher eine Bestätigung als ein Beschluss. Die undiplomatische und patriarchalische Sturheit von Abt Pankraz Vorster hat sicher seinen Teil zum Ergebnis beigesteuert.
1805 Der erste Landammann des neuen Kantons St. Gallen, Karl Müller-Friedberg, gründet die «Theater-Actionnairs-Gesellschaft», aus dem schliesslich das Theater St. Gallen wird.
1806 Karl Müller-Friedberg, Mitbegründer des Kantons St. Gallen und Gallus Jakob Baumgartner «Kantonsrat» aus Altstätten gründen die Zeitung «Der Erzähler».
1806 Dammbruch am mittleren Burgweiher, dieser muss mit Erde und Lehm neu befestigt werden.
1806 Der Rat lässt zwischen Multertor, via Kugelmoos nach Platten die Plattenstrasse anlegen.
1806 Mit der Klosteraufhebung wird unter anderem auch das bis dahin in dessen Besitz gewesene Schloss Roggwil an Güterhändler verschachert.
1806 25. September
Gründung der Heimatschutzsektion St. Gallen.
1807 31. Juli
Obwohl die Behörden den Einsturz der sich kurz vor ihrem Abbruch befindenden Holzbrücke in Kräzern befürchteten, kann ein Glockentransport (8000 Kg), gezogen von 18 Pferden die Brücke passieren und nach Herisau weitergeführt werden.
1807 Die barocke Schutzengelkapelle vor dem nordwestlichen Eingang zur Stiftskirche wird nach nur 41 Jahren wieder abgerissen.
1807 Bruggen erhält eine eigene, katholische Pfarrei (St. Martin-Bruggen).
1807 8. Mai
Liquidation des Klosters und seines Besitzes, die Besitztümer und Vermögenswerte der Abtei werden zwischen dem Kanton und den Katholiken aufgeteilt.
1808 1810 Bau des heutigen Hochaltars im Kloster.
1808 Baubeginn für das Bleicheliquartier.
1808 Der klösterliche Herrschaftssitz, die Rehburg an der Rorschacherstrasse, wird gebaut.
1808 Der Pulver- oder Ladererturm bei St. Mangen, sowie der Harzturm oben an der Metzgergasse und grosse Mauerteile werden geschleift, die Steine werden für den Bau des neuen Waisenhauses an der Rosenbergstrasse verwendet.
1808 - 1868 16. März / 26. August
Johann Jacob Rietmann. Als begnadeter Zeichnungslehrer ist er auf die verdankenswerte Idee gekommen, die sich vor ihrem Abbruch befindenden sechs Stadttore zu zeichnen und in Kupfer zu stechen, um sie wenigstens als Bild der Nachwelt zu erhalten.
1808 Das um 1150 herum entstandene romanische Kreuz des Klosters St. Gallen bekommt im Kreuzgang des Klosters Maria vom guten Rat und des hl. Antonius von Padua in Notkersegg einen neuen Platz.
1809 Georg Leonhard Hartmann schafft eine Kupferplatte mit den Grundrissen der Stadt St. Gallen, wobei sich die Genauigkeit hauptsächlich auf das Abschreiten des zu skizzierenden Teils beschränkt. Das Original ist im Besitze des Vermessungsamtes.
1809 Abbruch des Michaelturmes zwischen Brühl- und Platztor.
1809 In der Stadt werden 7388 Reformierte und 730 Katholiken, insgesamt also 8118 Personen gezählt.
1809 Das Gymnasium Katholischer Fundation, später Katholische Kantons Realschule, öffnet im ehemaligen Klostergebäude seine Tore.
1810 Aus einem Bauernhaus wird auf dem vormals Himmeliberg, Studegüggi oder Chrützberg genannten Stadthügel, das erste Restaurant Freudenberg. Der Name des Restaurants wird von der Bevölkerung nach und nach für den ganzen Hügel übernommen.
1810 Der zuvor Himmeliberg und Chrützberg genannte Studegüggi mit dem zuoberst vom Baumbestand freien Platz wird von unseren Stadtoberen offiziell in Freudenberg umbenannt. Im Volksmund hörte man noch viele Jahre (Chrützberg), vermutlich zurück zu führen auf ein städtisches Grenzkreuz beim Kreuzweiher.
1810 Der Holzerker, Metzgergasse 7, wird erstellt.
1810 1980

* einer der 10 Neubeiträge
Der um ca. 1518 erstellte Runde Turm neben dem Karlstor, einst Teil der Befestigungsanlagen, wird als Gefängnis genutzt.
1811 Der Turm des Karlstores wird zum Kantonalen Untersuchungsgefängnis umgebaut.
1811 16. Oktober
Die Kräzernbrücke wird eingeweiht, es handelt sich hiermit um die erste Vollsteinbrücke die in derartig enormer Höhe (Zeitchronik), 25m einen Fluss, die Sitter überspannt. Für den Bau, der vier statt zwei Jahre dauerte und fünfmal mehr Kosten verursachte als veranschlagt, wurden auch Sträflinge eingesetzt.
Anekdote
1811 12. Juli
Das neue Waisenhaus am Fusse des Rosenbergs, später Verkehrsschule, östlich vom Haus Washington, kann bezogen werden. Das Fundamentmaterial stammt aus dem abgebrochenen Pulverturm bei St. Mangen und dem Harzturm oben an der Metzgergasse.
1811 Gründung der Zinstragenden Ersparungs-Cassa der Stadt-Gemeinde St. Gallen, ab 1843 Ersparniskasse, ab 1896 Ersparnisanstalt der Stadt St. Gallen, ab 18.12.2006 Vadian Bank.
1811 Das Restaurant der Brauerei Stocken wird eingeweiht.
1812 Das Kaufmännische Direktorium (Handelskammer) stellt in einer Eingabe an die Kantonsregierung fest, dass wegen der französischen Zollpolitik mehrere tausend Menschen bitterste Not erleiden müssen.
1812 Bartholome Rheiner eröffnet in der Spiservorstadt das momentan einzige öffentliche Bad der Stadt.
1812 In der Stadt sind vier Pflastermeister für den Unterhalt von Strassen und Plätzen zuständig.
1619 Der Gefängnisturm auf der Hinterseite des Rest. Hirschen in St. Fiden wird abgebrochen.
1812 Neun Lohnkutschereien unterhalten den Verkehr in der Stadt und der Umgebung.
1812 Die Stadt St. Gallen hat 8900 Einwohner.
1812 Die Buchdruckerei Zollikofer und Züblin an der Neugasse geben das erste Adressbuch von St. Gallen heraus.
1812 Die Klosterfrauen des St. Wiboradaklosters in St. Georgen werden angewiesen keine Novizinnen mehr aufzunehmen, dass Verdikt führt zum Untergang des kleinen Klosters.
1812 Die Besitzer des Geländes, auf dem später der Stadtpark entstehen wird, die Familie Scherer, erbaut einen Pavillon, heute Stadtpark-Pavillon genannt. Vorab die städtische Oberschicht frönt dort dem Badevergnügen.
1812 Eröffnung der Landstrasse vom Schibenertor bis Zürich.
1813 Die Verwaltung der katholischen Kirchengüter wird dem Kath.- Administrationsrat als Rechtsnachfolger der Abtei anvertraut.
1813 - 1898 18. Dezember / 2. November
Johann Christoph Kunkler, Architekt, Erbauer des Bürgerspitals, des Stadttheaters am Bohl, des Alten Museums und des alten Helvetiagebäudes am Helvetiaplatz.
1814 1816 Johann Jakob Mayer wird Syndicus.
1814 Teilweise mit Waffengewalt schafft es Karl Müller-Friedberg, den Mediationskanton St. Gallen gegen partikulare Interessen zu verteidigen.
1814 31. August
Katholischer und Evangelischer Konfessionsteil erlangen öffentlich-rechtliche Anerkennung.
1815 Für die Stadt sind vier Polizeidiener angestellt.
1815 Die ehemaligen Bleichen werden als Pflanzplätze an die Bürger vermietet.
1816 1829 Stadtrats-Präsident: Hermann Fels.
1816 1831 Stadtrats-Präsident: Joachim Steinmann.
1816 Die von den Winterthurer Unternehmer Hans Ulrich Graf und Johann Jacob Rieter erbaute Spinnerei Buchenthal nimmt mit 36 Spinnstühlen den Betrieb auf.
1816/17 Das letzte Mal wo Leute aus unserer Stadt den Hungertod erleiden müssen.
1817 Die Zahl der Polizeidiener wird um eine Person erhöht, es sind jetzt insgesamt deren fünf Mann.
1817 1819 Um die Rissbildung und deren Verbreiterung in den Mauern des Klosters zu eliminieren, werden in den Wänden Balken und Klammern zur statische Sicherungen eingebaut.
1817 17. September
Christoph, der eine Sohn von Anna Maria Högger, fällt in der Neugasse, etwa auf der Höhe von Gerber Scheitlin, an der tiefsten Stelle in den Wasserkanal. Ein anderer Knabe, armer Bursche genannt, rettet ihm das Leben.
1816 Die Hungersnot bewirkt, dass die Hülfsgesellschaft der Stadt St. Gallen wieder ins Leben gerufen wird.
1816 Gemüts- und Geisteskranke Menschen bekommen im Näfenacker eine abgesonderte Unterkunft, ab 1847 werden sie nach Pfäfers abgeschoben.
1816 16. Mai
Gründung der Freimaurerloge (Eintracht Concordia).
1818 Stillegung der Spinnereibetriebe im aufgehobenen Kloster.
1819 Christian Fischbacher aus dem St. Gallischen Toggenburg legt als 16jähriger den Grundstein für eine Textilfirma in St. Gallen die heute weltweit bekannt ist.
1820 An der Wassergasse wird das Fremdenspital eingerichtet, es war zuvor unter dem Namen Seelhaus (Fremdenspital und Pilgerherberge) vor dem Spisertor.
1820 Der Holzerker zur (Klarheit), Webergasse 20, wird erstellt.
1821 Michael Weniger aus Sigmaringen (D) eröffnet in St. Georgen (Schlipf) am Bach eine kleine Giesserei.
1822 Die in der Stadt niedergelassenen Katholiken gründen eine eigene Schulgemeinde.
1823 Die Bulle von Pius VII. bestätigen nun auch die kirchliche Aufhebung des Klosters.
1823 Zwecks Nutzung der Wasserkraft, erstellt Michael Weniger im Philosophental einen Stauweiher (Wenigerweiher).
1823 Die Torbogen der äusseren Vorwerke des Müller- und des Spisertores werden abgerissen.
1824 Das Gregoriusfest wird erstmals Jugendfest genannt, heute Kinderfest. Vorläufer waren die Maifeiern oder die Rutenfeste, wo im Wald die Züchtigungsruten für die Schüler geschnitten wurden.
1824 Der Stadtrat erachtet es als notwendig den Polizeiverwalter anzuweisen, den Harschieren rund um unsere Hauptkirche (St. Laurenzen) ein besseres Benehmen beizubringen.
1824 27. September
Gründung des Doppelbistums von St. Gallen und Chur, Bischof wird Karl Rudolf von Buol-Schauenstein und die Stiftskirche wird Kathedrale.
1824 1841 Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird die Bürgerliche Knabenrealschule eingerichtet.
1825 20. April
Die Finanzkommission im Regierungsgebäude in St. Gallen versteigert die dem Kanton gehörende «Burg Waldegg». Neuer Besitzer ist der St. Galler Kaufmann Johann Jakob Täschler, der darin eine Rotfärberei einrichtet.
1826 In der Multergasse werden die ersten Gaslaternen aufgestellt.
1826 Der Metzger und Wirt Johann Jakob Müller wird Besitzer des einstigen Zunfthauses der Metzger in der Metzgergasse. Er nennt es Restaurant zum goldenen Lamm, 60 Jahre später wird erstmals der Name zum goldenen Schäfli genannt.
1826 Beim Schützengarten wird eine neue Schiessanlage eröffnet.
1827 Der Kunstverein wird gegründet.
1827 Die Durchfahrt beim Spisertor wird erweitert.
1827 Die Leinwandschau, eine einst für die Qualitätstücher unserer Stadt sehr wichtige Kontrolle, wird aufgehoben.
1828 Michael Weniger gründet die Maschinenfabrik St. Georgen, die in der Folge bis zu 420 Arbeiter beschäftigt.
1828 31. März
Im Protokoll der Baukomission heisst es, der Wasserkanal im
Gängli ist in sehr schlechtem Zustand und bedarf dringend einer Wiederherstellung.
1828 Der Tröckneturm wird gebaut, er gehört zu einer Rotfärberei die nach Aufhebung des Klosters in der Burg Waldegg eingerichtet wurde.
1828 Teile der Schiedmauer werden abgerissen.
1828 Das Schuh- und Schmalzhaus an der Marktgasse oben bei der Schiedmauer, wird abgerissen. Im Erdgeschoss wurde Butter und Käse gehandelt und im ersten Stock verkauften die Schuster ihre Schuhe.
1828 Der erste trigonometrisch vermessene Stadtplan wird erstellt.
1829 Der Teil der Schiedmauer südlich vom Schlössli wird abgebrochen, damit wird der direkte Zugang zum Klosterhof möglich.
1829 Über das frühere St. Fiden steht im (Neujahrsblatt) unter anderem folgende Beschreibung: Dieses Dörfchen liegt auf einer schönen Ebene, eine Viertelstunde nordöstlich von St. Gallen, für dessen katholische Bevölkerung es der Begräbnisort ist.
1829 Karl Müller-Friedberg, bittet den einstigen Abt Pankraz Vorster um Verzeihung. Er hatte aus Sicht des Klosters im Toggenburg die Interessen des Klosters verraten. Der ehemalige Abt vergibt ihm mittels eines Briefes.
1829 Bankraz Vorster, der letzte Abt von St. Gallen, stirbt im Kloster Muri AG.
1829 1830 Stadtrats-Präsident: Dr. med. Bernhard Wild.
1830 1831 Stadtrats-Präsident: Karl August Gonzenbach.
1830 Der Brunnen auf dem Brunnenplatz vor der Hexenburg in der Hinteren Lauben wird durch einen neuen aus Eichenholz ersetzt.
1830 27. Januar
Während 6 Tagen wütet an der St. Magnihalde ein Grossbrand dem acht Menschen zum Opfer fallen und 12 Gebäude zerstört werden.
1831 1835 Gemeindeammann: Karl August Gonzenbach.
1831 Johann Jacob Zollikofer wird Bürgerratspräsident.
1831 Eine neue Zeitung kommt auf den St. Galler Pressemarkt. Sie nennt sich «St. Galler Zeitung». Im Jahre 1874 stellt sie ihr Erscheinen aber wieder ein.
1831 Dezember
Der Gemeinderat setzt die Poizeiorganisation fest, da ein eigentlicher Gründungstag offiziell nicht beschrieben ist, wird dies aus heutiger Sicht als Gründungszeit der Stadtpolizei genannt.
1831 12. Januar
Der kantonale Verfassungsrat wird unter Druck gesetzt. Zahlreiche Demokraten aus Altstätten sorgen vor der Türe des Verfassungsrates im Regierungsgebäude für Unruhe, damit dieser das Referendum bejahe, was er unter dem Druck auch macht. Da ja die Sache nun erledigt war, waren die am nächsten Tag zur Unterstützung eingetroffenen ca. 600 Rheintalerbauern vergebens gekommen.
1831 Sein autoritärer, teilweise fast diktatorischer Führungsstiel macht Karl Müller-Friedberg zum Feindbild der radikal-liberalen Opposition, die im Zug der Regeneration seinen Sturz herbeiführt. Karl Müller-Friedberg zieht sich verbittert nach Konstanz zurück wo er seine Erinnerungen zu Papier bringt und dort am 22. Juli 1936 stirbt.
1831 9. Oktober
Die Stadt sieht sich veranlasst, die archivarische Trennung zwischen Ortsbürger- und politischer Gemeinde einzuleiten.
1832 Die «Kranken-, Invaliden und Sterbekasse der Typographen» wird gegründet.
1832 2. April
Die Polizeikommission stellt fest, dass die Brunnensäule des am Tag zuvor neu erstellten Brunnens beim Rathaus an der Marktgasse zu niedrig und zu geschmacklos ist. Die Kommission beantragt dem zustimmenden Gemeinderat die Erhöhung der Säule mittels eines Aufsatzes von zwei bis drei Schuh, so das die Proportionen einigermassen stimmen.
1832 An der Kunst- und Industrie-Ausstellung, die im Spätherbst im Saal «Zum Antlitz» an der Neugasse stattfindet, sind unter anderem auch Radierungen von Jacob Rietmann zu sehen. Jacob Rietmann ist es zu verdanken, dass das Aussehen der Stadttore in die Gegenwart herüber gerettet werden konnte. Siehe
1832 26. Juli
Eine Vereinbahrung regelt die Rechte und Pflichten der Stadtpolizei und der Feuerwehr in dem zu
Tablat gehörenden Stiftsumfang.
1832 Eine Pedition von 102 Bürgern verlangt den Abbruch des Multertores.
1832 Eine Ausscheidungsurkunde regelt zwischen der Politischen und der Genossengemeinde den Besitz der Ortsbürgergemeinde. Das Stadtarchiv wird letzterer übereignet.
1833 Im Hl. Geistspital können arme Menschen eine Nacht gratis übernachten, wer länger bleibt wird auf einer Düngerbrenne aus der Stadt gebracht und von Hof zu Hof verladen bis die Heimatgemeinde erreicht ist.
1833 Peter Ehrenzeller wird Bürgerratspräsident.
1833 Die bischöfliche Kurie enthebt den Pfarrer und Professor Alois Fuchs wegen seines Eintretens für eine demokratische Kirchenverfassung aller seiner Ämter.
1833 Das Gesetz über die Einteilung des Kantons in Ortsgemeinden tritt in Kraft und bestimmt welches Territorium die Ortsbürgergemeinde St. Gallen ausmacht. Dies sind Altstadt, Kreuzbleiche, St. Leonhard, Nest, Bernegg, Mühlegg, Harfenberg, Linsebühl, St. Jakob, Leimat, Rosenberg. Der Gemeinderat mit fünfzehn Mitgliedern und 11 Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat der Ortsbürgergemeinde sind fortan für die Gemeinde zuständig.
1834 Der 1809 abgesetzte König von Schweden, Gustav der IV. kommt nach vielen Jahren unsteter Herumreiserei unter dem pseudonym Oberst G.A. Gustavsson nach St. Gallen wo er im Gasthaus zum «Weissen Rössli» beim Multertor Wohnsitz nimmt und 1837 stirbt.
1834 Das Frauenkloster St. Wiborada in St. Georgen wird aufgehoben und an dessen Stelle ein katholisches Lehrerseminar eingerichtet.
1834 18. Mai
Obwohl an vielen Stellen bereits keine Stadtmauer mehr zu sehen ist, sind des Nachts bis zu diesem Datum noch immer sämtliche Tore geschlossen. Die Stadt macht es sich schwer auf die einträglichen Torzölle zu verzichten.
1834 Hieronymus Wegelin wird Bürgerratspräsident.
1834 Der Würtemberger Matthäus Hipp, entwirft in St. Gallen das elektrische Pendel für Uhren, englisch und französisch.
1834 19. November
Bischof von St. Gallen und Chur, Johann Georg Bossi.
1834 Das Metzgertor, auch Kutzer-, Koster-, Lainbühler- oder Frankentor genannt, wird abgerissen.
1834 Katholisch-Tablat gründet eine Schulgemeinde.
1834 Gegen den Willen der städtischen Obrigkeit, die den Verlust des Aus- und Einlasslohns geltend macht, verfügt der kleine Rat des Kantons St. Gallen, dass das nächtliche Sperren der Stadttore aufgehoben wird.
1835 1839 Gemeindeammann: Dr. jur. Christian Friedrich Fels.
1835 «Der St. Gallische Wahrheitsfreund», eine neue Wochenzeitung in der Stadt, erblickt das Licht der Welt.
1835 Die den Warenverkehr behindernden Flügel der Stadttore werden allesamt an einem einzigen Tag ausgehängt.
1835 Das Kind eines Wiedertäufers wird gegen seinen Willen mit der Polizei zur Kirche gebracht und dort getauft.
1835 Nördlich des Eichweihers am östlichen Waldrand wird der zuerst Todtenweiher genannte, Buchwaldweiher angelegt.
1835 Gründung der «Ersparnisanstalt des Kaufmännischen Directoriums», ab 1966 «Bank des Kaufmännischen Direktoriums».
1835 An Stelle des ehemaligen Schwitz- und Wasserbades Lämmlisbrunn eröffnet die Brauerei Bierhof an der Kreuzung Lämmlisbrunnen- Rorschacherstrasse, zwischen Steinach und Sägebach, seine Pforten.
1836 Das vermutlich nach dem Stadtbrand von 1368 erbaute Müllertor wird abgerissen, und jubelnd wird verkündet, dass nur für Sonne und Licht freier Zugang herrsche.
1836 Am Zusammenfluss vom Rütibach und dem Nottentöbelibächli wird der Rütiweiher erstellt. Mit dem Weiher als Wasserspeicher wird sichergestellt, dass die Wasserwerkbesitzer an der Steinach für ihre Fabrikanlagen immer genügend Wasser haben.
1836 Die Siftsbibliothek kommt in den Besitz einer Mumie. Näheres
1836 Die Hilfsgesellschaft stellt den unbemittelten Mitbürgern einen Armenarzt zur Verfügung, heute Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG).
1836 Das Brühltor wird abgebrochen.
1836 9. Dezember
In der Zeitschrift «Erzähler» ist zu lesen; Auf der Hauptstrasse zwischen Bodensee und Zürich ist endlich das eine der alten unnützen Bollwerke, das Brühltor, ganz abgetragen worden, statt einer unsichern und gefährlichen Schlucht erfreut sich der Verkehr nun einer sehr bequemen und breiten Einfahrt.
1837 Das Schibenertor wird abgebrochen.
1837 Eine Zählung der Hausadressen ergibt, dass jetzt ausserhalb der Ringmauer um die Stadt mehr Häuser vorzufinden sind als in der Stadt.
1837 Gründung der «Bank in St. Gallen», sie gewährt in grossem Stil Investitionskredite.
1837 17. Oktober
Gallus Jakob Baumgartner, Querdenker und Visionär aus Altstätten, stellt im «Erzähler», einer zweimal pro Woche erscheinenden Zeitung fest, dass es zwischen St. Gallen und Rorschach unbedingt eine Eisenbahnlinie braucht.
1837 Stephan Schlatter gründet die Freie Evangelische Gemeinde St. Gallen.
1837 24. November
Der Kantonsrat geht nicht auf das von Kantonsrat Gallus Jakob Baumgartner aus Altstätten geäusserte Begehren ein, eine Eisenbahnlinie zwischen der Stadt und Rorschach zu erstellen und entscheidet sich statt dessen zu Gunsten einer neu zu erstellenden Kantonsstrasse St. Gallen - Rorschach.
1838 1841 Auf der Nordseite des Klosterplatzes entsteht nach den Plänen von Felix Wilhelm Kubly der Zeughausflügel und die katholische Schule.
1838 In der Metzgerei Rietmann an der Engelgasse wird die erste St. Galler-Bratwurst mit der heute noch geltenden Rezeptur hergestellt.
1838 Das Spitztürmchen in der Stadtmauer, dort wo heute die Augustinergasse in den Unteren Gaben mündet, wird abgebrochen.
1838 Die Plattenstrasse nun korrigiert, führt jetzt vom Kugelmoos direkt via Platten bis an die Grenze der Gemeinde Straubenzell, sie wird zur grenzgesetzlichen Gemeindestrasse erklärt
1838 Fabrikanten aus Salerno und englische Partner gründen die Spinnerei Sittertal.
1838 Eidgenössisches Schützenfest auf dem unteren Brühl.
1838/39 Die immer noch vom Erdbeben von 1774 beschädigte St. Mangenkirche wird renoviert, dabei wird die Männerempore im nördlichen Querschiff entfernt.
1839 1860 Gemeindeammann: Albert Kunkler.
1839 Edmund Erpf wird Bürgerratspräsident
1839 Erstausgabe des «Tagblatts der Stadt St. Gallen», heute «St. Galler Tagblatt».
1839 Die Bürgerschaft beschliesst zwischen Brühl- und Spisertor eine Öffnung zum Burggraben zu errichten, daraus entsteht die Glockengasse.
1839 Die Linsebühlkirche wird selbständige evang. Pfarrei.
1839 Der grüne Turm oder Gallusturm, der an Stelle des ehemaligen Gallustores auch Gallitor genannt am Eingang zur Gallusstrasse stand, wird abgebrochen.
1839 Im ehemaligen St. Wiboradakloster in St. Georgen wird ein Priesterseminar eingerichtet.
1839 Obligatorisch müssen St. Galler Postillione nun wieder das schon seit langem verstummte Posthorn blasen.
1839 Abriss des Multertores, wegen der Wirtschaft zum «Weissen Rössli» innerhalb neben dem Tor oft auch Rösslitor genannt.
1839 Auf dem Laimat wird der Galgen abgebaut.
1839 Das Zuchthaus St. Jakob wird seinem Zweck übergeben. Kriminalstrafen und Korrektionsmassnahmen werden nach dem sogenannten Silent System vollzogen.
1840 Die Landstrasse vom Platztor bis zur Thurgauergrenze wird gebaut.
1840/41 Das Hoftor wird abgebrochen.
1840 Der österreichische Eisenbahnpionier, Alois Negrelli, auch Planer des Suezkanals, erstellt die Rorschacher Strasse neu. Bis dahin teilten sich die Wege ab St. Fiden zur Stadt. Die Hauptverbindung führte durch die Brückengasse über den Tempelacker an der alten Linsebühlkirche vorbei zur Spiservorstadt und schliesslich zum Spisertor.
1840 An der Wassergasse entsteht eine «Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder».
1841 Christ. Hier. Girtanner wird Bürgerratspräsident.
1841 Die Landstrasse nach Speicher wird über Tivoli und Notkersegg gebaut.
1841 In der Stadt wird ein Handwerkergesellenverein ins Leben gerufen.
1841 Die Knabenschule im Grabenschulhaus wird in Betrieb genommen.
1841 Dem Anbau des Zeughausflügels an die Pfalz im nördlichen Teil des Klosterhofes muss ein weiterer Teil der Schiedmauer und damit auch das Hof- oder Klostertor weichen.
Ergänzung
1842 In St. Gallen erscheint die erste Ausgabe der «Schweizer Zeitung», vom Alstätter, Gallus Jakob Baumgartner herausgegeben. Nach vier Jahren wird der Titel geändert in «Die Neue Schweiz».
1842 4. August
Das Restaurant Freudenberg fällt einem Brand zum Opfer.
1842 In einem Artikel des St. Galler Tagblattes wird bauwilligen das Recht für einen Erkerbau abgesprochen. Die Strasse gehöre schliesslich der Polizei und Eigentum dürfe nicht von Dritten in der Luft überbaut werden.
1843 Joh. Mich. Scheitlin wird Bürgerratspräsident.
1843 Das Haus Schwertgasse 22 wird gebaut, dort stand zuvor der zur Stadtbefestigung gehörende Miachelsturm.
1843 Anstelle des erst abgebrochenen Richtplatzes auf der Laimat muss für eine letzte Hinrichtung ein provisorischer Richtplatz gebaut werden.
1843 Industrie- und Gewerbeausstellung, 11. Kantone beteiligen sich.
1843 Die «Leinwand- und Anlehenscassa» wird aufgehoben.
1843 Johann Zuber verkauft der Stadt für 25 Gulden den von ihm erstellten trigonometrischen Stadtplan.
1843 29. November
Auf der Leimat wird die letzte Hinrichtung vollzogen. Der Mörder Peter Waser wird durch den bekannten, nun 72 jährigen Scharfrichter Johannes Bettenmann aus Altstätten hingerichtet.
1843 1846 Beim Kloster wird an der Stelle des früheren Bruderhauses die Kinder- und Schutzengelkapelle erstellt.
1843 1847 Die Ärzte Johannes Seitz und Friedrich Vonwiler betreiben an der Ecke Ilgen-, Bogenstrasse eine Nervenheilanstalt die sie Paradies nennen und vor allem Patienten aus gutbetuchten Familien aufnimmt. Nachdem in Pfäffers die kantonal psychiatrische Klinik ihre Tore öffnete, wurde die Nervenanstalt nach nur vier Jahren wieder geschlossen.
1844 1845 Bau der Landstrasse nach Heiden und Rehetobel.
1844 Auf dem Freudenberg wird an Stelle des abgebrannten Gasthauses ein neues erstellt.
1844 Franz Elysäus Rittmeyer richtet an der Webergasse mit 12 Maschinen die erste Stickfabrik ein.
1845 Belegt ist die Hauptwache der Polizei im alten Spitalgebäude des Heiliggeistspitals.
1845 Der die Stunde ausrufende Nachtwächter hat ausgedient, er wird durch eine Polizei-Patroullie ersetzt.
1845 - 1923 13. Juli / 25. August
Gottfried Julius Kunkler, Architekt, Erbauer des Schulhauses Talhof und der Tonhalle.
1845 Eine überbaute Verbindung, die vom Martplatz aus gesehen die ersten Häuser in der Spitalgasse, links die Ilge und rechts das Heiliggeist-Spital verbunden hat, wird abgebrochen. Zeitzeuge; «eine bedenkliche, tunnelartige Passage, für Leute die auf Sauberkeit hielten, nicht gerade einladend.»
1845 In den Spinnereien Buchental und St. Georgen kommen die ersten Dampfmaschinen zum Einsatz.
1845 Im äusseren Klosterhof wird zwischen der Kinderkapelle und dem Schulhaus ein kleiner Brunnen erstellt.
1846 Das Heiliggeistspital zügelt von der Marktgasse in das neue auf der Linsebühlbleiche gebaute Bürgerspital.
1846 15. Mai
Der Steinmetz Wild kann dem Gemeinderat die Erstellung des neuen Brunnens auf dem
Lindenplatz bekannt geben.
1846 Die Der Biersieder Hock erstellt im Krontal das Gasthaus Krone.
1846 Erwähnt wird zu St. Laurenzen eine Turmwache die Feuer und sonstige Vorkommnisse melden muss.
1846 7. Juli
Die Polizeiwache bezieht Räumlichkeiten im Rathaus am Markt.
1846 10. Oktober
Bischof Johann Peter Mirer.
1847 Carl Greith der in München studierte, übernimmt die Leitung der Gesangsgesellschaft und unterrichtet Musiktheorie und Praxis an der Oberstufe.
1847 St. Gallen wird selbständiges Bistum, der Bischof nimmt Sitz im westlichen Teil des Hofflügels.
1847 Die Bank in St. Gallen zieht in ihren Neubau beim Portnerhof an der Bankgasse ein.
1847/48 Bau der St. Georgenstrasse.
1848 Die Stadt übernimmt alle öffentlichen Quellen, Bäche, Brunnen, Weiher, Leitungen und Kanäle von den Ortsbürgern.
1850 Der Musselin wird mit Stickerei veredelt, was schliesslich zum Stickereiboom führt.
1850 Der Brunnen am Übergang von der Bank in die Schmiedgasse, vor der Apotheke im Neubad, wird entfernt.
1850 Die städtische Textilindustrie stellt für Kaiserin Eugénie ein in Alençon-Spitze gefertigtes Ballkleid her.
Ergänzung
1850 1854 Die St. Laurenzenkirche, ein niederer gedrungener Bau, wird während vier Jahren zu einer Basilika im Neugotischen Stil umgestaltet und der neue Turm mit neuem Geläut versehen, gegossen in Konstanz.
1850 1864 Die Handelsniederlassung der 1798 verbotenen Milizgesellschaft der Stadt St. Gallen, beliefert in Shanghai die Truppen des blutigen Taiping-Aufstandes sowie aufständische in Mittel- und Lateinamerika.
1850

* einer der 10 Neubeiträge
Die Brauerei Scheitlin (später Uhler) eröffnet Ihren Betrieb.
1850 Gründung der freien Schule von Evangelisch-Tablat.
1850 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 17'858 Einwohner.
1850 Die Brauerei Schönenwegen übernimmt an der Ecke Zürcher- Rechenstrasse seinen Betrieb.
1850 Im Restaurant Brand wird die (St. Gallische Sektion des östlichen Feldschützenvereins) gegründet.


1851 bis 1900
1852 Eröffnung des Brauereibetriebes der Brauerei Felsenkeller, später Bavaria, an der Speicherstrasse.
1852 Carl Rosenlächer aus Konstanz giesst für St. Laurenzen eine 5.9 Tonnen schwere Glocke mit Schlagton g°.
1852 Evangelisch Tablat gründet eine Schulgemeinde.
1852 Mit der Zusage aus Menzingen, eine Novizin und eine Schwester würden nach St. Gallen kommen, gründet Pfarrektor Popp in der Rehburg an der Rorschacher Strasse in St. Fiden eine Schule und ein Pensionat für Katholische Mädchen. Allerdings zog die Schule schon zwei Jahre später, nun als Meitlirealschule, in das Haus zur Akazie am Bruggraben um.
1852 Erster öffentlicher Telegrafendienst zwischen St. Gallen und Zürich.
1852 Die Zahl der Polizeidiener wird auf 10 Mann aufgestockt.
1853 Die Giesserei von Michael Weniger in St. Georgen wird von Franz Saurer übernommen, von dessen Söhnen Emil und Adolf weitergeführt und schliesslich im Jahre 1912 nach Arbon verlegt, wo später die weltbekannten Saurerlastwagen erstellt wurden.
1853 Spatenstich auf sanktgallischem Terrain für den Bahnbau der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später SBB, der auch die dafür nötigen Exproprirationen einleitet.
1853 Ein Hamburger Geschäftsmann verkauft einem New Yorker Unternehmen eine grosse Menge von Maschinenstickereien die er «Hamburghs» nennt, die aber in Tat und Wahrheit aus St. Gallen stammen. Die New Yorker kommen ihm auf die Schliche und importieren nun selber direkt aus St. Gallen.
1853 Infolge der Säkularisierung werden die Bestände der Klosterbliothek Pfäffers ins Stiftsarchiv von St. Gallen überführt.
1854 7. Dezember
Gründung der «Creditanstalt in St. Gallen», ab 1919 «St. Gallische Creditanstalt».
1854 Die St. Galler Palmsonntagskonzerte finden mit dem Oratorium von Louis Sphor und Felix Mendelssohn ihren Ursprung, die Konzerte werden ab 1859 jährlich durchgeführt.
1854 Der alte Brunnen beim Portnerhof, Ecke Rosengasse, wird abgebrochen.
1854 Der St. Galler Daniel Steinmann gründet in Antwerpen die Auswandereragentur Steinmann und Cie. die in Spitzenzeiten mit über 20 gemieteten Schiffen, Nord- und Südamerika ansteuerte.
1854 Naturheilarzt Theodor Hahn, ein vehementer Gegner der Schulmediziner, er schimpfte sie Medizinpäpste, Pflasterpfaffen, Schmarotzer, gründet in Mörschwil die Kuranstalt «Untere Waid».
1854 An der Plattenstrasse ungefähr hinter dem Haus Nr. 170 ist eine Teuchelrose belegt.
1854 Gründung der Katholischen Mädchenrealschule (Flade), heute Katholische Kantons Realschule. Sie nimmt ihren Schulbetrieb im Haus zur Akazie am Bruggraben auf.
1854 Der Laurenzenbrunnen vor der Kirche St. Laurenzen wird entfernt.
1855 25. Juli, 13:00 Uhr
Ein heftiges Erdbeben erschüttert die Stadt und Umgebung, man befürchtet schlimmes für das sich im Bau befindende Sitterviadukt der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Zum Glück muss aber kein Schaden festgestellt werden.
1855 - 1913 Architekt Wendelin Heene, er erstellte unter vielen anderen auch das an der Rosenbergstrasse gelegene Haus Washington.
1855 Vor der «Bank von St. Gallen», auf dem heutigen Grüningerplatz wird ein Brunnen erstellt.
1855 Nachdem die Mittelschule aus dem ehemaligen Klösterchen St. Katharinen in das neue Kantonsschulgebäude umgezogen ist, scheint das Schicksal für St. Katharinen besiegelt. Sorge bereitet nämlich der Maurer Ambrosius Schlatter, der das Klösterchen als Steinbruch erwirbt. Zum Glück überlegt er es sich anders und stellt es der «Freien Evangelischen Kirche» zur Verfügung.
1855 Mai
Der Gastwirt A. Höchle-Sequin stellt im Tagblatt das Restaurant Tivoli als Molkenkuranstalt mit Sälen, Zimmern und Gartenanlage vor.
1855 Gründung des «Verein gegen Haus- und Gassenbettel» der sich karikative Ziele setzt.
1856 Auf dem Platz St. Gallen erscheint überraschend eine neue Zeitung, das «Neue Tagblatt aus der östlichen Schweiz».
1856 7. April
Die Waisenanstalt Riederenholz wird eröffnet.
1856 Frau Carolina Zollikofer-Bayer eröffnet am heutigen Bärenplatz einen Spielwarenladen (Zollibolli).
1856 Gründung der Kleinen Leihkasse, im Volksmund Schelmenbänkli genannt, 1875 geschlossen.
1856 24. März
Einweihung der 61 Meter hohen, eingleisigen Eisengitter-Bahnbrücke der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB, über die Sitter. Zwei Lokomotiven mit 18 vollbesetzten Personenwagen rollen über die Brücke.
1856 An der Stelle der ehemaligen Reitschule wird der "alte" Bahnhof erstellt, der seine Funktion als solche bis 1913 inne hatte.
1856 Die «Deutsch-Schweizerische Creditbank» wird gegründet, und geht 1889 über in die «Schweizerische Kreditanstalt».
1856 24. März
Eröffnung der Eisenbahnstrecke Winterthur - St. Gallen - der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Krönung der Feierlichkeiten war die Einfahrt des ersten Eisenbahnzuges, dessen Lok den Namen St. Gallen trug, durch eine Ehrenpforte in den Bahnhof St. Gallen.
1856 14. September
Das Volk bestimmt die Einführung der Gasbeleuchtung in den Gassen.
1856 25. Oktober
Eröffnung der Eisenbahnstrecke St. Gallen - Rorschach der Schweizerischen Eisenbahngesellschaft, später
SBB. Die Bahnlinie führte damals noch im Bahngraben auf der Südseite der Grabenturnhalle hindurch, danach auf einem Damm dem Magniberg entlang um dann über die Blumenaubrücke via Haltestelle Schellenacker den Bahnhof St. Fiden zu erreichen.
1856 Gründungsdatum der Vertrags-Kantonsschule die direkt zur heutigen Kantonsschule führt.
1856 Bau der Kavalleriekaserne an der Steinachstrasse.
1856/57 An der Steinachstrasse wird das erste Gaswerk erstellt.
1857 3. September
Im
Hinterespen erblickt Johannes Künzle als jüngstes von 12 Kindern das Licht der Welt, er wird später als Kräuterpfarrer weitherum berühmt.
1857 Die FDP des Kantons St. Gallen wird im Saal der Brauerei Schützengarten ins Leben gerufen.
1857 Der erst 19 jährige Leopold Iklé aus Hamburg bekommt in der Stadt das Aufenthaltsrecht und gründet erfolgreich eine Maschinenstickerei.
1857 1. November
Die Gasbeleuchtung wird in Betrieb genommen, in den Gassen leuchten jetzt insgesamt 212 Gaslaternen.
1857 5. November
Auf dem ehemaligen Areal des Klostergartens von St. Katharinen und des Zeughauses wird das Stadt- und Aktientheater mit der Oper «Don Giovanni» eröffnet.
1858 Unter dem Namen Helvetia wird die erste schweizerische Transportversicherung gegründet.
1858 Die politische Gemeinde übernimmt von den Ortsbürgern das Fremdenspital an der Wassergasse.
1858 1860 An der Steinach wird auf dem Areal des späteren Volksbades wird ein neuer, schon zu Beginn viel zu kleiner Schlachthof gebaut.
1859 Das Turner-Rettungscorps wird gegründet, mit dem Zweck Menschenleben zu retten, Hab und Gut zu bergen und Feuer wirksam zu bekämpfen.
1859 Gründung des Stenographenvereins St. Gallen.
1859 Ludovico Acquelino Maestrani eröffnet in St. Gallen an der Multergasse, im Haus zur Meise, eine kleine Schokolateria.
1859 Der erste Stenographenverein der Schweiz wird gegründet.
1859 9. Mai
Babette Steinmann gründet, durch das Schicksal ihres tauben Bruders angeregt, im Buchental eine
Taubstummenanstalt.
1859 Mit einer recht weitgehenden Entflechtung von Kirche und Staat wird das Staatskirchentum weitgehend aufgehoben.
1860 1861 Gemeindeammann: Gustav Adolf Saxer.
1860 August
August Naef wird Bürgerratspräsident.
1860 Bei der St. Mangenkirche wird der alte Brunnen durch einen neuen gusseisernen Brunnen mit gotischem Spitztürmchen ersetzt.
1860 Um das Jugendfest zu sichern kauft die Stadt die grosse Wiesenfläche am Höggersberg.
1860 Erstmals ist auf einem Plan der früher Spinnerei- oder Beckenhaldenweiher genannte Brandweiher ersichtlich.
1860 Der Schlossermeister Benjamin Kessler baut den Liebeggweiher, auch Riethüsli-, oder Wattweiher genannt.
1860 Der untere Brühl wird ab sofort nicht mehr als militärisches Übungsgelände benützt.
1860 Der Trägerverein der Taubstummenanstalt kauft das Restaurant Kurzenburg auf dem westlichen Rosenberg, dem heutigen Standort.
1860 Dort wo heute der VBSG-Pavillon steht, wird das Kornhaus gebaut, darum der Name Kornhausstrasse, es ersetzt dasjenige vom Rindermarkt.
1860 50.7% der Stadtbevölkerung sind katholisch und 48,7% evangelisch-reformiert, 0,6% gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.
1860/61 Das Postgebäude, das später zum Hotel Walhalla-Terminus umgebaut wurde, wird erbaut.
1861 Gründung des Historischen Vereins.
1861 Trennung der Orts- und Kirchgemeinde.
1862 Da der in die Jahre gekommene morsche Holzbrunnen unten an der Goliathgasse genau in der Mitte bei der Einmündung der Magnihalden dem Verkehr sowieso im Wege stand, wird er abgebrochen. Ein neuer Brunnen aus Stein wird neben dem Eckhaus Goliathgasse/Magnihalden installiert.
1862 Der St. Martinschor Bruggen, ein Chor im Dienste der Liturgie, wird gegründet.
1862 1867 Gemeindeammann: Johann Jakob Züblin.
1863 Der erste von Amteswegen verfügte Stadtplan wird durch den im Januar zum Stadtbaumeister gewählten Ingenieur Johann Jakob Fierz und Ingenieur J. Eugster fertig gestellt.
1863 Gründung der Stadtmusik.
1863 Die Katholische Mädchenrealschule (Flade) zügelt ins «Türmli», einem Anexbau, in welchem einst die Brüder des Klosters wohnten.
1863 11. September
Bischof Karl Johann Greith,
Präkonisierung durch Papst Pius IX.
1863 Die Bank in St. Gallen und Kaufmännischem Direktorium gründen die «St. Gallische Hypothekarkasse», ab 1913 ist sie eine AG.
1863 «Der St. Gallische Wahrheitsfreund», eine Wochenzeitung, verschwindet aus der Presselandschaft.
1864 Das Kornhaus auf dem Marktplatz wird abgebrochen.
1864 Auf dem oberen oder kleinen Brühl wird ein Weiher, 25 m lang und 12 m breit, gebaut.
1865 23. März
Der Lindenplatz wird vom Gemeinderat offiziell zum Gallusplatz umbenannt.
1865 Das Land Appenzell und Hundwil beklagen den schlechten Zustand der Hundwilerleiter.
1865 April
Das Irertor auch Stadt-, Markt- oder Färbertor genannt, wird abgerissen. Es verband die Ober- und die Unterstadt, auch mindere oder Irervorstadt genannt. Das einst die Bohlseite zierende Wappenrelief ist in der Eingangshalle des Stadthauses zu bewundern.
1865 Im Kabenweiher wird eine Mädchenbadeanstalt eingerichtet.
1865 Die Polizeihauptwache und die Post wird im Gredhaus untergebracht, es trägt nun den Namen Kaufhaus, heute Waaghaus.
1865 Westlich der Einmündung der Bachweid-, in die St. Georgen-Strasse wird durch die Maschinenfabrik St. Georgen der Bachweidweiher erstellt, aufgehoben in der 1960er Jahren.
1865 Friedrich Wenner, Sohn eines St. Galler Industriellen, wird zusammen mit drei Angestellten für eine Lösegeldforderung von 200'000 Lire entführt. Täter sind Briganten aus Italien die die Entführten für längere Zeit in den Bergen verstecken.
1865 23. März
Die Zeughausgasse bekommt ihren heutigen Namen, vorher hiess sie «Hinter Mauer».
1865 Der Rathausturm am Rindermarkt wird abgebrochen.
1866 Die Maschinenfabrik St. Georgen zählt um die 300 Arbeiter.
1866 Der Fabrikant Elysäus Rittmeyer kauft für seine Fertigung eine einst mit Wasserkraft betriebene Flachsspinnerei im Sittertal.
1866 Am östlichen Ende des Chrüzweiers wird eine Frauenbadeanstalt eingeweiht.
1866 In einem Mietlokal im Hinterhof des Hauses zum Stein am Bohl wird die erste Synagoge der Stadt St. Gallen errichtet.
1866/67 Im Kloster werden die ursprünglichen Deckengemälde des Malers Josef Wannemacher gemäss dem Zeitgeschmack von Orazio Moretto übermalt.
1867 1873 Gemeindeammann: Dr. jur. Albert Bärlocher.
1867 Das Platztor (Bletztor) wird abgerissen.
1867 1911 Die Steinach wird in verschiedenen Etappen unter die Erde verlegt.
1867 Gründung der spezialisierten Zeichnungsschule für Stickereien, später Textilfachschule.
1867 Gegenüber dem Bürgerspital wird der Bau des Gemeindespitals verwirklicht.
1867 Das grosse, hohe oder halbe Haus an der Gallusstrasse, vormals Postgebäude, wird als Stadthaus zum Verwaltungssitz der Ortsbürgergemeinde und Sitz der Ersparnisanstalt, heute Vadianbank.
1867 1869 Das Gemeindeschulhaus Blumenau wird erstellt, für den Bau wird auch Material des abgebrochenen Platztores verwendet.
1868 Laut Ortslexikon ist Riethäusle eine kleine Häusergruppe mit den Wirtshäusern «Zum Nest» und «Kleines Riethüsli» und gehört zur politischen Gemeinde Tablat.
1868 Der Israelitische Frauenverein wird ins Leben gerufen.
1868 27. Februar
Entgegen der Meinung der evangelischen Kirchenvorsteherschaft, die eine Ausuferung befürchtete, genehmigt der Gemeinderat einen Fasnachts-Kinderball.
1869 Joseph Wyler aus Endingen wird als erstem Juden das St. Galler Bürgerrecht erteilt.
1869 Gründung des Stadtsängervereins Frohsinn, aus dem 2003 der Oratorienchor St. Gallen wird.
1869 27. Januar
An der Marktgasse werden infolge einer Feuersbrunst mehrere Häuser in Mittleidenschaft gezogen.
1867 Die Feldschützen bauen die neue Schiessanlage auf dem Gut der Zollerschen Liegenschaft nächst dem westlichen Dorfteil von St. Georgen im Tal der Demut.
1868 Brand des Waisenhauses an der Rosenbergstrasse.
1869 3. März
Mit der ersten Beisetzung wird der jüdische Friedhof im Hagenbuch
inauguriert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde in Hohenems beigesetzt.
1870 Die Wasserheilanstalt Oberwaid übernimmt ihren Betrieb.
1870 Erstmals führt die Kantonspolizei einen Rekrutenkurs durch.
1870 Die Familie Scherrer vom unteren Brühl, durch Handel und Heirat reich geworden, verkauft der Stadt Ihre Parkanlage, mit dem auf dem Areal stehenden Pavillon, es handelt sich dabei um den heutigen Stadtpark.
1870 Die Textil-Handelsfirma Ulrich de Gaspard Vonwiller kauft das ehemalige Bürgermeisterhaus zur Münze, sowie das ehemalige Hotel du Lion und ein weiteres Haus zwischen Löchlebad und Spisertor und baut die Häuser für ihre Zwecke um. Ab 1892 nennt sich die Firma Hoffmann, Huber & Co. und wird später zur Union AG.
1870 Die Badeanstalt St. Leonhard wird erweitert.
1871 Im Moos wird eine Natureisbahn erstellt.
1871 Eröffnung der Postkutschenlinie St. Gallen - Rehetobel.
1871 5. Februar
Die 90'000 Mann der geschlagenen französischen Bourbaki-Armee werden in der Schweiz verteilt. Die Stadt muss 1'437 Soldaten übernehmen. Als Notunterkünfte dienen die St. Leonhards-, St. Mangen- und Katharinenkirche sowie Tuch-, Kornhaus und die Kavalleriekaserne am Brühl.
1871 Eröffnung der Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden.
1872 1. September
Gründung des
Taubstummenvereins St. Gallen.
1872 Übernahme der Handwerkerbank durch die Creditanstalt in St. Gallen.
1872+ Das obere Prestenhaus wird abgebrochen, es schafft Platz für den Bau des Doppelpfarrhauses an der Steingrüeblistrasse.
1872 9. März
Gründung der Bürgermusik, die sich später «Blechmusikgesellschaft St. Georgen» und heute «Musikgesellschaft St. Georgen» nennt.
1873 1881 Gemeindeammann: Eduard Steiger.
1873 29. Januar
Der Verein
liberale Katholiken wird gegründet.
1873 Gründung des Bürgerturnvereins.
1873 10. Oktober
An der Zwinglistrasse 5 wird der «Fröbelsche Kindergarten» eingeweiht. Er entspricht den Vorstellungen des Pestalozzi-Schülers Friedrich Fröbel.
1873 Im Tuchhaus an der Neugasse, auch Bürgermange genannt, wird erstmals eine ständige Feuerwache eingerichtet.
1873 Der erste Katholik wird in die Bürgergemeinde aufgenommen.
1873 Das «Neue Tagblatt aus der östlichen Schweiz» erscheint zum letzten Mal.
1873 Auf Dreilinden wird das Waisenhaus als Zweiganstalt des Waisenhauses an der Rosenbergstrasse eröffnet.
Ergänzung
1873 Ein Vertrag zwischen der Politischen Gemeinde und dem Kanton führt zur Eröffnung des Kantonsspitals.
1874 3. Januar
Erscheinen der ersten Ausgabe der «Ostschweiz».
1874 Die Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden wird wegen der Rorschach-Heiden-Bergbahn wieder eingestellt.
1874 Laut Dienstreglement haben die Polizeimänner der Stadpolizei eine Dienstzeit von über 14 Std. pro Tag zu absolvieren..
1874 Die «St. Galler Zeitung» stellt ihr Erscheinen wieder ein.
1874 Die Brotlaube mit dem Gasthaus zum Bären, in der sich einst die Leinwandbank befand und durch die ein Durchgang in die Hinterlauben führt, wird abgerissen.
1874 Das Kinderheim Tempelacker entsteht, es beherbergt kranke und vernachlässigte Kleinkinder.
1874 19. bis 27. Juli
Eidgenössisches Schützenfest.
1874 Während der Stickereiblüte wird weit weg von der Stadt, im Vorderfeldgut als grossstädtische Anlage im Stil eines englischen Parks der Friedhof Feldli angelegt.
1875 Das Familienunternehmen Maestrani übernimmt für die Herstellung von Schokolade ein Fabrikgebäude an der Espentobelstrasse, dass es mit modernsten Wasserkraft und Wasserdampf-Maschinen einrichtet.
1875 Erste christkatholische Messe in der St. Laurenzenkirche.
1875 Die Schweizerische Gesellschaft für Localbahnen nimmt das Teilstück von Winkeln via Herisau nach Urnäsch in Betrieb.
1876 September
Mit Hilfe von Spenden und der damals für solche Zwecke zuständigen Polizeikasse kann eine Passarelle über die Ostseite des Bahnhofareals eingeweiht werden. Die Passarelle war quasi die Verlängerung der Schlösslitreppe zum Bahnhofplatz.
1876 Die alte Holzbrücke im Martinstobel wird abgebrochen und durch eine Eisenfachwerkbrücke ersetzt.
1876 13. März
Weil Wasser fehlt zerstört ein Brand das Tivoli bis auf die Grundmauern.
1876 Die Christkatholiken gründen eine eigene Kirchgemeinde.
1876 Auf dem Gelände des Feldlifriedhofes wird eine von Katholiken wie Protestanten genützte Abdankungskapelle erstellt.
1876 Zeitungsartikel zum Besuch der doch recht weit von der Stadt entfernten Eisbahn im Moos.
1876 Die Brücke bei der Nordmühle, die über den Wattbach führt wird erbaut, sie verbindet die Hauteten Stein und St. Gallen-Haggen.
1876 Das Waaghaus wird mit dem charakteristischen Treppengiebel versehen.
1876 An der Museumsstrasse wird das Wohnhaus des Stickereikaufmanns Oberst Paul Kirchhofer (Kirchhoferhaus) gebaut.
1876 1878 Johann Christoph Kunkler und sein Sohn Gottfried Julius errichten das klassizistische Helvetiagebäude am Helvetiaplatz, heute steht dort die Kantonalbank.
1876 19. April
Im Tagblatt der Stadt St. Gallen ist zu lesen; Es gibt wohl wenige Städte in der Schweiz, welche mit so schönen Hügeln und Höhen geziert sind, wie St. Gallen mit seinem Rosenberg und dem freundlichen Plateau gegen Rotmonten hin, sicherlich aber keine, die ihre schönsten Umgebungen in einem so unzugänglichen Zustande lässt, wie St. Gallen den Rosenberg.
1877 Das Naturmuseum (altes Museum) im Neoklassizistischen Stil, erbaut durch Architekt Johann Christoph Kunkler, öffnet seine Tore, jetzt Natur- und Kunstmuseum.
1877 In der Neugasse wird ein Durchbruch realisiert (Neugasse-Durchbruch), er erlaubt nun eine direkte Verbindung zum Oberen Graben und zur Poststrasse.
1877 Gründung des Sinfonieorchesters St. Gallen.
1877 Bei der Spisegg «Filtrox AG» wird eine eiserne Fachwerkbrücke eingeweiht.
1877 Das 300 Jahre alte Rathaus am Markt muss wegen Verlotterung abgebrochen werden. Die Mondphasenuhr und der Dachreiter, sowie dessen Glocke die zu noch früheren Zeiten in St. Katarinen die Stunde schlug, werden auf das Waaghaus gesetzt. Auch die wunderschöne barocke Wandtäfelung der kleinen Ratsstube wird gerettet, wohl weil sie erst 1852/53 renoviert worden ist, sie ist im Historischen und Völkerkundemuseum zu bewundern.
Ergänzung
1878 Dort wo am Marktplatz bis 1877 das Rathaus stand wird eine Parkanlage erstellt, in dessen Mitte etwas nördlich vom heutigen Vadiandenkmal trohnt eine Wettersäule in genau 9° 22' 42" öst. Länge. und 47° 25' 36" nördlicher Breite, die zugleich auch die Mitte der Stadt repräsentiert.
1878 Der Plan, aus dem Seealpsee Wasser für die Stadt zu beziehen, scheitert am Eigentümer des Seealpsees, es ist dies der Kirchenrat Appenzell.
1878 Die Christkatholiken bekommen in der evangelischen Kirche St. Mangen für ihre Messen das Gastrecht.
1878 August
Ruckstuhl gründet die Fuhrhalterei an der Bahnhofstrasse in St. Gallen.
1878 Ein Kondom aus Schafsdarm dient in einem Gerichtsfall gegen Josephine Jucker, die in der Stadt verbotenerweise ein Etablissement betreibt, als Beweisstück.
1878 Prof. Dr. Bernhard Wartmann, Museumsdirektor, gründet nordöstlich des heutigen Natur- und Kunstmuseums einen Botanischen Garten.
1878 Gründung der Strassenbeleuchtungs-Gesellschaft Langgass-Heiligkreuz.
1878 Fertigstellung und Inbetriebnahme der Militärkaserne auf der Kreuzbleiche.
1879 14. Juli
Die Ornithologische Gesellschaft der Stadt St. Gallen wird gegründet, sie stellt im Stadtpark auch gleich die erste
Volière auf.
1879 Stefan Rothenhäusler, ein Bierbrauer, eröffnet an der Hinterlauben 4 das Restaurant Papagei.
1879 Die Städter können an einer Demonstration an der Vadianstrasse erstmals ein elektrisches Licht bestaunen.
1879 31. Dezember
Unmittelbar bei der Vonwilbrücke entgleist ein von Zürich kommender Zug mit zwei Lokomotiven. Die Lokomotiven kommen links und rechts des Bahntrasse zu liegen und die Wagen schieben sich ineinander, der Zugführer stirbt bei diesem Unfall.
1879 19. April
Ehemalige Schüler des Instituts Schönberg in Rorschach, die durch englische Schulkameraden vom Fussballspiel erfahren, gründen im Restaurant Hörnli den FC St. Gallen.
Ergänzung
1879 Das letzte Stadttor, dass Spisertor, wird abgerissen.
1880 Im Zusammenhang mit der Quartierplanung Davidsbleiche wird der St. Leonhardspark erstellt.
1880 Die Brauerei Hirschen öffnet die Tore und produziert Biere nach Münchner- und Pilsnerart.
1880 30. Mai
Die Bürgerschaft beschliesst, die
Gädmen-Quelleitung teilweise als Wasserversorung der Stadt zu benützen.
1880 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 34'265 Einwohner.
1880 Louis Bamberger eröffnet im Tigerhof das erste Warenhaus in der Stadt St. Gallen.
1880 Die Stickereiproduktion der Stadt St. Gallen deckt sagenhafte 20% des gesamten Weltbedarfs.
1881 1901 Gemeindeammann: Jakob Müller.
1881 1912 Eisbahn auf dem Grossacker, sie war Westlich der Schulanlage Gossacker, und wurde mit Wasser aus dem damals noch vorhandenen Langenackerweiher, etwas nördlich der Einmündung Grossacker-, Flurhofstrasse, gespiesen.
1881 26. Februar
Gründung der Standschützen St. Gallen Ost.
1881 Erstmals erscheint der «St. Galler Stadtanzeiger».
1881 Auf drei Linden werden Weiheranteile (Eisrechte) verpachtet um für Kühlzwecke Eis aus den Weihern zu gewinnen. Kunden sind vor allem die zahlreichen Brauereien.
1881 Der einst barocke Grossratssaal wird vom Kantonsbaumeister Theodor Gohl vollständig umgebaut. Die Profanmalereien sind die ältesten, noch in der Leimfarbentechnik erhaltenen im Kanton St. Gallen.
1881 21. September
Einweihung der
Synagoge an der Frongartenstrasse im Bleicheliquartier.
1882 Bernhard Scherrer wird Bürgerratspräsident
1882 Die Brauerei Felsenkeller wird in Bavaria umgetauft.
1882 Der Rechensteg wird erbaut
1882 Um der Wasserknappheit Herr zu werden versucht die Stadt mit Bohrungen auf artesische Brunnen zu stossen, leider erfolglos.
1882 3. Juli
Bischof Augustin Egger,
Präkonisierung durch Papst Leo XIII.
1882 Die Ganggelibrogg wird ihrem Zweck übergeben.
1882/83 Der Spisergassbrunnen wird etwas näher ans Haus Freieck gerückt und mit einem das Kantonswappen haltenden Bären verziert.
1883 1925 Eine Zweispännige Kutsche verbindet nun St. Gallen mit Engelburg.
1883 Der Friedhof St. Georgen wird erstellt.
1883 Den Protestanten steht an der Vonwilstrasse nun ein eigenes, dass Lachenschulhaus zur Verfügung.
1883 Da sich der jüdische Marxist und Kaufmann Bamberger aus Zürich im Stadtanzeiger kritisch über die schweizerische Landesaustellung äussert, kommt es zum sogenannten (Bamberger-Handel).
Ergänzung
1883 Die Zentralstation des ersten Telefonnetzes des Kantons St. Gallen, nimmt im Dachgeschoss des Zeughausflügels des Regierungsgebäudes seine Arbeit mit 66 Anschlüssen auf.
1883 Um den Forderungen der genauen Stadtvermessung gerecht zu werden wird das Vermessungsamt gegründet.
1883 Ein Brauchwasserreservoir am Gallusplatz, die Wetti wird zugeschüttet, sie diente der Flutung der Wasserkanäle in den Gassen, als diese nicht mehr gebraucht wurde benützte man sie auch als Rosswetti.
1883 Erstmals erscheint auf einem Plan eine Teuchelrose auf Dreilinden, sie musste aber schon wesentlich früher entstanden sein.
1883 12. März
Eröffnung des Polizeiaussenpostens im Birkenfeld an der Oberstrasse 23.
1883 1894 Zweite amtliche Vermessung der Stadt St. Gallen, die schon bald die Mängel der amtlichen Vermessung von 1863 bemerkbar machen.
1884 Die Brauerei Hock eröffnet an der Brauerstrasse 25 seine Pforten.
1884 Eröffnung der Städtischen Mobiliar-Leihkasse im Haus Moosbrückestr. 4 (Moosbruggstr).
1884 Auf dem Breitfeld werden die ersten Internationalen Pferdesporttage, Vorläufer des CSIO, durchgeführt.
1884/85 Das Kongresshaus Schützengarten wird erstellt.
1885 Ludovico Acquelino Maestrani installiert in der ehemaligen Spinnerei Weniger, dessen Gebäude zuvor die Klostermühle beherbergte, eine moderne Schokoladefabrik.
1885 Das Löchlebad wird Clublokal des FCSG
1885 Die evangelische Schulgemeinde erstellt das Schulhaus Krontal.
1885 Gründung des Quartiervereins Vonwil.
1885 An der Kugelgasse wird ein Arbeiterinnenwohnheim seinem Zweck übergeben.
1885 Der Schützengartensaal kann eingeweiht werden.
1885 15. Juli
Fünf Sammler gründen den Philatelisten-Club St. Gallen.
1885 Gründung des Turnvereins Tablat.
1885 Gründung der Textilkontrollstelle und der Schweizerischen Versuchsanstalt St. Gallen.
1886 - 1951 23. Oktober / 15. April
Heinrich Otto Henri Kunkler, Konstrukteur, Flugpionier.
1886 Franz Rittmeyer nimmt mit seiner Stickereifabrik auf der Engelwiese in Bruggen den Betrieb auf.
1886 Das im Stil der italienischen Renaissance für das Textilmuseum erbaute «Palazzo Rosso» wird eröffnet.
1886 Erstmalige Ausgabe des Verzeichnisses sämtlicher Hausnummern und Hauseigentümer, mit der um etwa 1850 beschlossenen neuen Strassenbezeichnung.
1886 Eidgenössisches Sängerfest auf der Kinderfestwiese.
1886 Die neue St. Leonhardkirche wird eingeweiht.
1886 Im Gaswerk wird zur Stromerzeugung eine durch einen Gasmotor betriebene Anlage installiert.
1887 Die Brauerei Schönenwegen stellt dem Bürgerturnverein einen Saal als Turnhalle zur Verfügung.
1887 Erste Telefonverbindung St. Gallen - Zürich.
1887 Das noch nordöstlich von der neuen St. Leonhardskirche stehende Kirchlein von 1470 wird abgebrochen.
1887 Auf den Vorsitzenden des Grütlivereins, Eduard Saluz, Wirt im Restaurant Insel an der Goliathgasse, wird ein anarchistisches Attentat ausgeführt, er stirbt an den Folgen.
1887 15 Prozent der städtischen Gebäude besitzen einen direkten Wasseranschluss.
1887 1. Oktober
Die Kantonspolizei zieht vom Regierungsgebäude in den Klosterhof 12 um. Das Gebäude diente einst unter Fürstabt Beda als
Marstall, wurde später zum 1. Stadttheater umgebaut und diente danach als Wagenremise für das Militär.
1887 Im Dienstreglement der Kantonspolizei werden erstmals Detektive erwähnt.
1887 An Stelle der vormaligen Kornhalle wird das neue Postgebäude am Bahnhofplatz, das von 1915 bis 1977 als Rathaus diente, vollendet.
1887 Die politische Gemeinde übernimmt die Gasfabrik. Das Gas wird ausschliesslich für die Strassenbeleuchtung gebraucht.
1888 Die Zunahme der Telefonapparate bedingt, dass für die Telefonistinnen auch ein Nachtdienst eingerichtet werden muss.
1888 Zwischen der Plattenstrasse und der Fellenbergstrasse wird der Plattenweiher aufgehoben.
1888 Gründung des Quartiervereins Rosenberg. Erschliessungsaufgaben für Verkehr, Strassenbeleuchtung, Kanalisation und Begrünung waren Anlass der Vereinsgründung.
1888 Die Hilfeinstitution für gestrauchelte oder kurzfristig in Wohnungsnot geratene Menschen, die Herberge zur Heimat, wird auf die Beine gestellt.
1888 Das Mädchenheim Wienerberg wird gegründet, es ist ein Heim für gefährdete oder erstgefallene Mädchen.
1888/89 Die Reithalle mit Stallungen wird erstellt.
1889 1. Oktober
Die Appenzeller Strassenbahngesellschaft eröffnet die Linie St. Gallen - Gais (
Gaiserbähnli SGA).
1889 Das nach neuesten Erkenntnissen gebaute Schulhaus St. Fiden kann seiner Bestimmung zugeführt werden.
1889 Im Stadthaus wird nebst der engen Wendeltreppe die bis zum Dachboden führt eine neue Haupttreppe erstellt.
1889 Das Ausflugsrestaurant Solitüde übernimmt seinen Betrieb.
1889 Das Klubhaus an der Strasse gleichen Namens wird eröffnet.
1889 An der Bogenstrasse wird anstelle der Bierbrauerei Scheitlin die Brauerei, Conzert und Trinkhalle Uhler eröffnet.
1889 Der Verein der Freundinnen junger Mädchen mietet an der Badstrasse eine Wohnung, Ziel ist die Führung und Erziehung gefährdeter und gefallener Mädchen.
1889 Auf dem Areal der einstigen Stadtvilla «Schenken- oder Freihof» baut die neu gegründete Schweizerische Unionbank als Rechtsnachfolgerin von Jakob Brunner und Deutsch-Schweizerische Creditbank ihren Sitz, 1897 Übergang in den Schweizerischen Bankverein.
1889 Unter der Führung des Stadtrates bildet sich ein Initiativkomitee für eine Bodensee-Toggenburg-Bahn.
1889 - 1946 Robert Gsell, Flugpionier, macht bei Louis Bleriot seinen Pilotenschein, wurde dann Testpilot und Fluglehrer, später Oberexperte des eidgenössichen Luftamtes.
1889 Dr. Schmidt gründet ein Knabeninstitut, das spätere Institut auf dem Rosenberg.
1890 Die Brauerei Bavaria wird Zweigbetrieb der Vereinigten Schweizer Brauereien, Winterthur.
1890 Die Vereinigten Schweizerbahnen erwerben die Geltenwilerbleiche, die ca. 10 Jahre später planiert und darauf der Güterbahnhof erstellt wird.
1890 Der sich an der Verzweigung Multer-, Neugasse befindende (Neugassbrunnen) ist dem Verkehr im Wege und muss entfernt werden. Als Ersatz wird am Eckhaus, der beiden Gassen (an der Westseite am Haus zur Waage) ein Wandbrunnen installiert.
1890 Kantonsschüler gründen den Footballclub Gymnasia, der später in der Umgangssprache zum FC Bühl mutiert, dies weil sie auf dem unteren Brühl, dem heutigen Spelteriniplatz ihrem Sport fröhnten.
1890 Gründung des Quartiervereins Bahnhof-Nest.
1890 1. Mai
Die Arbeiterunion führt mit etwa 1200 Personen das erste Mal eine Mai-Feier durch. Sie findet im St. Leonhardquartier statt und endet nach einem Fackelzug im «Schützengarten».
1890 Konstituierung des St. Galler Feuerbestattungsvereins.
1890 Am Multertor wird durch den Architekten Wendelin Heene die Unionbank, heute UBS, erstellt.
1891 Bezug des Waisenhauses auf dem Girtannersberg.
1891 An der Blumenaustrasse wird das Heilsarmeekorps St. Gallen gegründet.
1891 Der Bahnhof St. Fiden wird eingeweiht.
1891 Gründung des Quartiervereins Langgass-Heiligkreuz.
1891 Die Stickereifabrik von Elisäus Rittmeyer an der Austrasse in Straubenzell muss infolge der Stickereikriese bis zu 300 Beschäftigte entlassen und den Betrieb mit 120 Stickmaschinen schliessen.
1891 Die Musikgesellschaft St. Georgen kauft sich die ersten Uniformen und zwar zum Preis von Fr. 27.--. pro Stück.
1891 Ostschweizer Musikfescht.
1891 1. Januar
Tablat erlässt ein Reglement wonach die Beleuchtung der öffentlichen Strassen und Plätze Sache der Gemeinde sei.
1892 Ein privates Hirschgehege im Schellenacker muss für das neue Tramdepot aufgehoben werden. Die Gelegenheit nutzend gründet der Jäger- und Wildschutzverein Diana auf Initiative von Forstverwalter Martin Wild den Wildpark Peter und Paul, wo die besagten Hirsche ein neues Zuhause finden.
1892 Erstellung der städtischen Telefonzentrale im Postgebäude, dem späteren und inzwischen auch wieder abgerissenen Rathaus, am Bahnhofplatz.
1892 Im Stadtpark wird neben einem idyllischen Weiher eine achteckige Volière erstellt.
1892 Aus der Verschmelzung der beiden konfessionellen Schulgemeinden entsteht in Straubenzell die bürgerliche Schulgemeinde.
1892 Die Katholiken planen auf dem Büchel, gleich über der St. Leonhardskirche, einen monumentalen Kirchenbau. Das dazu benötigte Grundstück ist bereits in ihrem Besitz. Heftiger Widerstand seitens der Reformierten hält sie davon ab und veranlasst sie, einen Bau auf dem Wetzelgut mit der St. Otmarkirche vorzuziehen.
1892 Der Verein der Freundinnen junger Mädchen zügelt ihr Mädchenasyl an die Tannenstrasse. Hier wird die erste Wäscherei und Glätterei eingerichtet, um die jungen Frauen einer als sinnvoll erachteten Beschäftigung zuzuführen.
1892 Der Bau des Bürglischulhauses wird vollendet.
1892 Der Quartierverein Winkeln wird aus der Taufe gehoben.
1892 Der Architekt Wendelin Heene erstellt an der Rosenbergstrasse das Haus Washington.
1892/95 1893 Der Schlachthof Schellenacker an der Notkerstrasse wird erstellt.
1892 Beschlussfassung, der Schlachthof- und die Bahnhaltestelle Schellenacker wird elektrisch beleuchtet.
1893 Eduard Zimmermann, 1852 in Bazenheid geboren, startet mit seinem Ballon, vom unteren Brühl, später Spelteriniplatz genannt.
1893 Inmitten einer ruhigen Wiesenlandschaft wird östlich von der Bildkapelle das Schulhaus Bild eingeweiht.
1893 Der Brunnen an der Ecke Brühl-, Spisergasse wird entfernt.
1893 Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen errichtet auf dem Steingrüebliareal die neue Stadtsägerei, die alte Säge stand zuvor an der Einmündung der Lämmlisbrunnen-, in die Rorschacherstrasse.
1893 Im Haus Tannenbäumle an der Linsebühlstrasse wird ein Polizeiwachtlokal untergebracht.
1893 14. Dezember
Die Mühlenenschlucht wird jetzt mit einer Wassergewichtsseilbahn (
Mühleggbahn) überwunden. Bei Dunkelheit wird sie mit Petroliumlicht und die Stationen mit Gaslicht erhellt.
1894 1937 2. April / 9. Mai
Walter Mittelholzer, am 5. November 1919 gründet er die Comte, Mittelholzer und Co., Luftbildverlagsanstalt und Passagierflüge. 1920 schliesst sich die Firma mit der finanzkräftigeren Ad Astra Aero zusammen. Mittelholzer wird Direktor und Chefpilot der Ad Astra Aero, 1931 wird er technischer Direktor der daraus erwachsenen Swissair. Tod bei einem Kletterunfall an der Stangenwand in der Hochschwab-Gruppe, Steiermark.
1894 Die Feldschützengesellschaft führt auf dem Grossacker das Eidg. Schützenfest durch.
1894 Walter Gsell wird Bürgerratspräsident.
1894 Arnold Billwiller, der Eigentümer und Biersieder vom Schützengarten, erstellt im Erlenholz (Wittenbach) ein eigenes Wasserkraftwerk.
1894 Der Gemeinderat der Stadt St. Gallen bittet den Kanton, einheitlich die MEZ einzuführen.
1894 Ein Offiziersball für den eigens eine Tanzkapelle von 18 Mann der königlich-würthenbergischen Regimentsmusik bestellt worden war erhitzt die Gemüter. Beim spontanen Volksauflauf protestierender auf dem Marktplatz, ca. 1000 Personen, gehen viele Fenster zu Bruch.
1895 1. Mai
Die Stadt wird nebst dem Quell- nun auch mit Seewasser versorgt. Letzteres wird im
Rietli 372 Meter vom Ufer entfernt aus eine Tiefe von 45m dem Bodensee entnommen.
Ergänzung
1895 Arnold Billwiller von der Bierbrauerei Schützengarten bietet der Stadt aus seinem eigenen Wasserkraftwerk 60 Pferdestärken an elektrischer Energie zur Pacht an.
1895 Die christkatholische Gemeinde erwirbt das Konzerthaus an der Dufourstrasse und baut es zur Christuskirche um. Bis zu diesem Datum durften sie in der St. Mangenkirche 18 Jahre lang ihre Messen durchführen.
1895 1897 Die neue Linsebühlkirche mit der ersten elektrischen Beleuchtung im Quartier wird auf dem einstigen Friedhof erbaut und die alte Kirche bald danach abgebrochen.
1896 Die Frauenbadeanstalt auf Dreilinden wird erstellt.
1896 Der Quartierverein Krontal-Neudorf wird aus der Taufe gehoben.
1896 Nach langem streiten seitens der Befürworter in Eggerriet und Grub (AR) wird die Postkutschenlinie St. Gallen - Heiden endlich wieder eröffnet.
1896 Die Städtische Mobiliar-Leihkasse bezieht ihr neues Domizil in der Liegenschaft «zur Hexenburg» Hinterlauben 12.
1896 Die Friedhöfe St. Leonhard und Linsebühl werden aufgehoben.
1896 Zur Erinnerung an die Einweihung der Seewasserversorgung von 1895 wird auf der Linden, anstelle einer grossen Linde vom Toggenburger Bildhauer August Bösch der monumentale Broderbrunnen errichtet.
1897 20. Mai
Erste kinematographische Vorführung. Veranstaltungsort ist das katholische Gesellenhaus, heute Hotel Ekkehard an der Rorschacher Strasse.
1897 20. September
Kinematographische Vorführungen im Hotel Schiff in der Multergasse.
1897 Oktober
Der vom Bildhauer August Bösch entworfene Bachusbrunnen beim Toggenburggässli an der Multergasse wird errichtet.
1897 15. Oktober
Ein Filmzelt ist die Attraktion des diesjährigen Jahrmarktes auf dem Brühl.
1897 Eröffnung des Waisenhauses im Sömmerli, es ersetzt die Zweiganstalt auf Dreilinden. Geführt und finanziert wird das Waisenhaus St. Gallen mit allen Filialen durch die Ortsbürgergemeinde.
1897 19. Mai
Die ersten zwei Linien der St. Galler Trambahn werden eröffnet. Es sind dies, Stocken - Heiligkreuz (6775m) und Bahnhof - Krontal (2517m). Beschäftigt sind 35 Wagenführer und 41 Billeteure, 32 sind auf andere Sparten verteilt. Die geltende Höchstgeschwindigkeit für Tramwagen ist, 12 Kmh im Zentrum und 18 Kmh ausserhalb der Stadt.
1898 Gründung Samariterverein St. Gallen Centrum.
1898 Gründung des Quartiervereins Rotmonten, Gründungshintergrund war ursprünglich die Lösung des Strassenbeleuchtungsproblems.
1898 Hinter dem Stadttheater, heute Mac Donald's wird ein Brunnen erstellt, Theaterbrunnen genannt.
1898 30. Juli
Ausserordentliche Bürgerversammlung in der Reitschule auf der Kreuzbleiche. Tagesordnung war der Kauf des nördlichen Teils der Widackerbesitzung von der Gemeinde
Tablat.
1898 Aus einem Gesangsverein heraus wird der Quartierverein Oberstrasse ins Leben gerufen.
1898 Im Ehemaligen Gebiet des Gübsermösli wird für die SAK der Stausee Gübsen fertig gestellt.
1898 1902 Die Besitzer des Schützengartens, die Familie Billwiler, benützt für den Transport der Biere ein Dampfmobil.
1899 Der Architekt und Kantonsbaumeister, Adolf Ehrenzeller, erbaut das Zeughaus an der Burgstrasse.
1899 Die St. Galler Stadtwerke errichten das Kleinwasserkraftwerk Lochmühle in Untereggen.
1899 Gründung der Höheren Schule für Handel, Verkehr und Verwaltung, die Vorläuferin der heutigen UNI St. Gallen.
1899 Die 1771 nach dem Abbruch der Kapelle Peter und Paul in die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz übernommenen Glocken werden durch neue ersetzt.
1899 Gründung der katholischen Arbeiterbewegung (KAB)
1899 Die Hochschule erfüllt ihre Lehrtätigkeit im Westflügel des Kantonsschulgebäudes.
1899 Der bis dahin bestandene Niveau-Übergang bei der St. Leonhardskirche muss einem Brückenbau (St. Leonhard-Brücke) weichen.
1899 Die Polizeimänner werden vom obligatorischen Militärdienst entbunden.
1899 Im Goldachtobel nimmt das städtische Elektrizitätswerk seinen Betrieb auf.
1900 Hinter der Stadt Genf hat die Stadt St. Gallen die zweitgrösste Bevölkerungsdichte der Schweiz.
1900 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 53'796 Einwohner.
1900 Das Frauenkloster St. Leonhard wird abgebrochen.
1900 Der Orden der «Barmherzige Brüder von Maria-Hilf» nimmt im Krontal einen ambulanten Krankendienst in Betrieb, er ist Vorläufer des Pflege- und Betagtenheims, Josefhaus.
1900 Der Tablater Gemeindeammann Hermann Bernet hält im Restaurant Taube an der Langgasse einen Vortrag, worin er die Notwendigkeit einer Stadtvereinigung erleutert. Das war gewissermassen der Grundstein für die 1918 zur Wirklichkeit geworden Stadtverschmelzung.
1900 An der Geltenwilenstrasse 2 (nahe der späteren Leonhardbrücke) übernimmt die im florentinischen Landhausstil erbaute Unterstation seine Aufgabe.
1900

* einer der 10 Neubeiträge
Bierbrauer J. Uhler stellt seinen Brauereibetrieb ein.
1900 Das Tagblattgebäude an der Kornhausstrasse wird erstellt.
1900 Das lange Badehaus auf der Südseite beim Gemeinschaftsbad (früher Mannenweiher) wird erstellt.
1900 19. Oktober
Inbetriebsetzung des Kraftwerkes Kubel, am Zusammenfluss von Sitter und Urnäsch.
Ergänzung
1900 Um die grasierende Führerflucht etwas einzudämmen wird das lösen einer Fahrradnummer nun zur Pflicht.


1901 bis 1950
1901 Eröffnung der St. Leonhardsbrücke.
1901 Ein Brand zerstört die Burg Waldegg an der Burgstrasse, sie wird mit den noch bestehenden Fundamenten sofort wieder aufgebaut.
1901 28. März
Offizieller Gründungstag des FC Brühl, der auf dem Gelände des heutigen Spelteriniplatzes seine Spiele durchführt.
1901 Einführung neuer Tramwagen mit geschlossener Plattform.
1901 Westlich der Kaserne wird die Militärkantine fertig gestellt, heute Restaurant Kastanienhof.
1901 Der Ostschweizerische Blindenfürsorgeverein nimmt seine Arbeit auf.
1901 Leopold Iklé schenkt dem im Aufbau begriffenen Textilmuseum Teile seiner Textilsammlung.
1901 Gründung Samariterverein St. Gallen West.
1901/02 Der Postweiher zwischen Langgasse, Poststrasse und Rosenheimstasse wird aufgefüllt.
1902 1918 Gemeindeammann, ab 1909 auch Stadtammann, Dr. jur. Eduard Scherrer.
1902 Nachdem die Gasfabrik ins Rietli verlegt wurde, stellt die Stadt im Schellenacker zwei grosse Gaskessel als Speicher auf.
1902 Ende der Bavaria Brauerei.
1902 Ostermontag, ein Rachelüsterner Mitarbeiter verursacht den verheerenden Brand der Zweibruggenmühle westlich unterhalb der heutigen Haggenbrücke an der Sitter, (Ruinenteile noch immer zu sehen).
Ergänzung
1902 Juni
Der Gemeinderat der Stadt St. Gallen befasst sich mit dem Autorennen Paris-Wien, dass mit 133 Fahrzeugen durch die Stadt führen soll. Soweit kommt es nicht, nach zahlreichen Unfällen auf der ersten Etappe wird das Rennen abgebrochen.
1902 15. Juni
Im Saal der Brauerei Schönenwegen wird die evangelische Kirchgemeinde Straubenzell gegründet, was gleichzeitig auch die Trennung von der Kirchgemeinde St. Gallen Centrum bedeutet.
1902 40 edle Waldkircher gründen eine Motorkutschenlinie mit Anschluss ans Tram im Heiligkreuz.
1902 Die Familie Neumann eröffnet an der Ecke Markt-, Spitalgasse «Neumann's Wiener Café». Ein Teil der Kaffeehausfassade ist im östlichen Bereich der Firma «Musik Hug» an der Spitalgasse noch erhalten geblieben.
1902 März
Die Orgel der Linsebühlkirche bekommt einen Elektromotor der die körperlich anstrengende Arbeit des
Kalkanten am Schwungrad ersetzt.
1902 An der St. Jakobstrasse und an der Kirchgasse wird je ein Polizeiaussenposten eröffnet.
1902 Im Wildpark Peter und Paul erstellt der Bildhauer Urs Eggenschwyler den ersten Kunstfelsen.
1902 Im Saal der Brauerei Schönenwegen wird die Evangelisch-reformierte Kirchegemeinde Straubenzell gegründet.
1902 Aus einem Eisenbahn-Comité heraus wird der Quartierverein Nordost gegründet.
1902 1. Dezember
Die Volksküche an der Ecke Bankgasse - Gallusstrasse wird fertiggestellt.
1903 Im Rietli wird für die Stadt St. Gallen ein Gaswerk in Betrieb genommen.
1903 Auf dem Scheitlinsbüchel wird ein Wirtshaus eingerichtet.
1903 Erstellung der Lagerhäuser an der Davidstrasse, Architekt ist Max Hoegger.
1903 Inbetriebnahme der Kehrichtdeponie (Gallemescht genannt) in der Waldau.
1903 Der Friedhof St. Mangen muss der Erweiterung der Kirchgasse zum Unteren Graben und dem Bau der Gewerbeschule weichen.
1903 8. Februar
Das mit Gas betriebene Krematorium im Feldli wird seinem Zweck übergeben.
1903 An der Grünbergstrasse nimmt das Badhaus den Betrieb auf, es dient den Bahnangestellten, die sich nach der schmutzintensiven Arbeit auf den Dampflokomotiven hier waschen können.
1903 Die Postkutsche fährt zum letzten Mal nach Trogen.
1903 Gründung des Puppentheaters, aus dem das heutige Figurentheater wird.
1903 Gründung der Sektion St. Gallen des Verbandes deutsch-schweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit. Heute Evangelische Frauenhilfe St. Gallen-Appenzell.
1903 In Paris wird das vom Solothurner Bildhauer Richard Kissling geschaffene 3.75 Meter hohe Tonmodel des künftigen Vadiandenkmals in Bronze gegossen.
1903 10. Juli
Die Trogenerbahn, die steilste
Adhäsionsbahn der Schweiz, verbindet nach langen Streitigkeiten betreffs Linienführung, die Stadt St. Gallen via Speicher mit Trogen.
1903 16. September
Die
Felsenbrücke über die Mühlenenschlucht übernimmt seine Bestimmung.
1903/04 Der FC St. Gallen ist Schweizermeister.
1904 Der «Blauer-Himmel-Weiher» muss dem Bau der Fellenbergstrasse weichen.
1904 Das Café-Restaurant Tiger an der Ecke Markt-, Spisergasse wird abgebrochen.
1904 Der Bierbrauer J. Uhler und J. Gemper erbauen das Restaurant Scheffelstein.
1904 Erbauung des Bürgerheims für Betagte, heute Seniorenwohnsitz Singenberg.
1904 Zur Zeit sind in St. Gallen 22 Automobile eingeschrieben.
1904 Gründung des Turnverein Rotmonten.
1904 Die Trambahn fährt auf der Stadtstrecke der Trogenerbahn bis zum Schülerhaus an der Speicherstrasse, der Betrieb wird jedoch wegen mangelnder Frequenz nach kurzer Zeit wieder eingestellt.
1904 Geburtsjahr der evangelischen Pflegeheime in unserer Stadt.
1904 Um den alten hilflosen Männern und Frauen ein eigenes Haus zu geben wird das Altersheim Singenberg gebaut.
1904 6. Juni
Der Irabach überschwemmt das gesamte Bahnhofgelände.
1904 16. - 28- Juli
Eidgenössisches Schützenfest im Tal der Demut.
1904 13. August
Artikel im Tagblatt gegen das Peitschenknallen.
1904 Die Nummer 1 des «Vorboten» erscheint, ein Jahr später nennt sich die Zeitung «Ostschweizerische Arbeiterzeitung» und ab dem Jahr 1911 «Volksstimme».
1904 Der unten an der Marktgasse stehende Justitia-Brunnen wird abgebrochen.
1904 FC St. Gallen wird Schweizer Fussballmeister.
1904 Der Brunnen an der Spital-, Kugel- und Brühlgasse wird durch den an der Marktgasse abgebrochenen Justitiabrunnen ersetzt.
1904 Der Quartierverein St. Georgen wird gegründet.
1904 7. Juli
Das Vadiandenkmal, erstellt vom Solothurner Richard Kissling, gestiftet von der Ortsbürgergemeinde, wird eingeweiht.
1904 Gründung der ältesten Wohnbaugenossenschaft der Stadt, an der Flurhofstrasse.
1904 Am Eckhaus Spiser-, Turmgasse werden die zwei charakteristischen Ecktürmchen angebracht.
1905 1913 Bau einer zusammenhängenden Kanalisation, in dieser Zeit wurde ein Kanalnetz von 28 Kilometern länge erstellt.
1905 Auf Dreilinden wird das Schieberhäuschen erbaut.
1905 Eindohlung und Überwölbung der offenen Steinach an der Lämmlisbrunnen- und Rorschacher Strasse.
1905 Die Ortsbürgergemeinde übernimmt das Gasthaus Freudenberg.
1905 Die gesetzlich vorgeschriebene militärische Unterrichtung der Zöglinge von der Kantons- und Knabenrealschule beinhaltet, dass diese ein gemeinsames Kadettenkorps, bestehend aus Infanterie, Artillerie und Musikkorps zu unterhalten haben.
1905 18. Juni
Die St. Galler-Velorennbahn mit Zuschauertribüne und gedeckter Halle wird an der Rehetobelstrasse im Krontal erstellt.
1905 Der Irabach wird saniert, er war einst als offenes Gewässer in den nördlichen Schutz der Stadtmauer integriert. Nach der Überdeckung diente er auch als möglicher Fluchtststollen für die Räte, der direkt vom Rathaus an der Marktgasse betreten werden konnte.
1905 Die Ziegelei Espenmoos wird abgebrochen.
1905 Der Polizeiaussenposten Mühlegg wird eröffnet.
1905 Gründung des politisch und konfessionell neutralen Fürsorgevereins der Stadt St. Gallen.
1905 9. Mai
Auf «Drei Linden» wird von der Schuljugend, zu Ehren des vor 100 Jahren verstorbenen Dichtes, die Schillerlinde gepflanzt.
1905 Der Friedhof Bruggen wird angelegt.
1905 Die Kinder aus dem Wittenbacher Teil des Bruggwald-Quartiers, besuchen die Kindergärten und Schulhäuser der Stadt.
1905 Auf der Güggisbleiche wird ein Wasserturm erstellt, er dient der Speisung von Dampflokomotiven und als Löschwasserreservoir.
1905 Auf der nordwestlichen Seite des Kreuzweihers wird eine Mädchenbadeanstalt gebaut.
1905 Belegt ist im Haus Oceanic an der St. Leonhardstrasse das erste (richtige) Badezimmer der Stadt, dass der Stickereifabrikant Karl Fenkart erstellen lies. Berühmt ist auch das Flachrelief des Bildhauers August Bösch an der Fassade im ersten Obergeschoss.
1906 14. Januar
Die reformierte Kirche in Bruggen wird ihrer Bestimmung übergeben.
1906 27. Januar
Die schikanöse Behandlung der Trambahner durch ihren Depotchef veranlasst sie, einen Verein städtischer Beamter, Angestellter und Arbeiter zu gründen, (heute
VPOD).
1906 Das Projekt einer Bahnlinie, St. Gallen - Ruppentunnel - Altstätten - Feldkirch, wird eingereicht, Ziel ist eine schnelle Verbindung zur Arlbergbahn.
1906 April
Gründung der evangelischen Kirchgemeinde
Tablat.
1906 16. Mai
Bischof Ferdinand Rüegg,
Präkonisierung durch Papst Pius X.
1906 Ein Projekt für eine Strassenbahnverbindung St. Gallen - Eggersriet - Grub - Heiden wird vorgestellt.
1906 Gründung der Naturfreunde Sektion St. Gallen.
1906 Im Schulhaus St. Fiden wird mit 70 Kindern die Italienerschule eingeführt.
1906 Die Schweizerische Kreditanstalt übernimmt die Bank in St. Gallen
1906 Auf der Ostseite des Mannenweihers, beim Nichtschwimmerbad, wird das Badehaus erstellt.
1906 Sangesfreudige Turner vom Turnverein Oberstrasse gründen ein Chörli aus dem durch Fusion mit dem Turnverein Straubenzell der Bürgerturnverein und schliesslich das Bürgerturnerchörli wird.
1906 22. Juni
Nachdem König Umberto III. von Italien sich weigert der Wildparkgesellschaft Steinböcke aus seinem
Jagdreservat zu verkaufen, werden ihm durch Giuseppe Bérard, einem Auftragswilderer, einfach drei Steinkitze (ein Böcklein und zwei Geisslein) geklaut und in den Wildpark Peter und Paul gebracht. Bis 1931 summiert sich die Zahl auf deren 50 Steinböcke. Die Folge daraus, der ausgestorbene Steinbock wird nicht nur in der Schweiz sondern im ganzen Alpenraum wieder heimisch.
1906 18. Oktober
Nach Winterthur wird an Stelle des erst 1858 gebauten Schlachthauses das zweitälteste Hallenbad der Schweiz, dass Volksbad, gebaut von Architekt Albert Pfeiffer, eingeweiht.
1907 Neujahrstag, der 1200 Personen fassende Schützengartensaal mit Theaterbühne wird eingeweiht.
1907 28. Februar
Die Nationalbank ersteht das Bankgebäude am Portnerhof beim heutigen Grüningerplatz.
1907 März
Der Webergasse-Brunnen, im Hofraum der Liegenschaft zum Feigenbaum, wird abgebrochen.
1907 Gründung der «Musikgesellschaft Straubenzell», später wird sie auf «Musikgesellschaft Eintracht», auf «Harmoniemusik St. Gallen-West» und schliesslich auf «Westmusik St. Gallen» umbenannt.
1907 1. Juni
Das Kino Radium, das erste Kino der Stadt, wird an der St. Leonhardstrasse 22 im Merkatorium eröffnet.
1907 Gründung der Sparkasse der Administration des Katholischen Konfessionsteil des Kantons St. Gallen, 1994 Übernahme durch die St. Galler Kantonalbank.
1907 Die Gebäulichkeiten der «Bank in St. Gallen» gehen an die Nationalbank über.
1907 Die Evangelischen Schulgemeinde Tablat nimmt das Gerhaldenschulhaus in Betrieb.
1907 Die Feuerwehr zieht in den Zeughausflügel am Klosterhof ein.
1907 Schliessung des Polizeipostens Birkenfeld und Neueröffnung des variabel besetzten Polizeiaussenpostens Oberstrasse an der Geltenwilenstrasse 19.
1907 Das Hadwigschulhaus übernimmt seine Bestimmung.
1907 Im Wildpark Peter und Paul erstellt der Bildhauer Urs Eggenschwyler einen zweiten Kunstfelsen.
1907 Fünf Landjäger, die in der Strafanstalt St. Jakob in St. Gallen als Aufseher angestellt sind, initiieren den Verband der Kantonspolizei St. Gallen.
1907 6. Oktober
An der Notkerstrasse wird das Gebäude für Archiv und Bibliothek St. Gallen,
Stadtarchiv eingeweiht.
1907 Das Polizeiwachtlokal zieht vom Tannenbäumle an der Linsebühlstrasse 53, ins ehemalige Postlokal an der Linsebühlstrasse 77 um.
1907 1. Juli
Im Heiligkreuz wird das «Ostschweizerische Blindenheim» eröffnet.
1907/08 Bau der Gottfried-Keller-Strasse mit dem im oberen Teil baulich anspruchsvollen Lehnenviadukt.
1908 23. April
Die auf dem Wetzelgut gebaute St. Otmarkirche, im neugotischen Stil errichtet, wird ihrem Zweck übergeben. Ursprünglich war sie auf dem
Büchel oberhalb der St. Leonhardkirche geplant.
1908 An der Golitahgasse wird das Haus in dem sich einst das zum Katharinenkloster gehörende Klostergasthaus befand abgerissen, es muss einem Neubau für die St. Galler Kaffeehalle mit Lesesaal weichen.
1908 Gegründet wird der Schützenverein Winkeln.
1908 Der Bankier Max Wegelin erstellt in der Parkanlage seiner Villa im Schönbühl einen Weiher. Der natürlich wirkende Weiher, vom Bergbach gespiesen, war genau dort wo sich heute der Grünsteifen zwischen Coop und der südlichen Autobahnausfahrt Neudorf befindet.
1908 Gründung der Übungsschule zum Zweck, die angehenden Sekundarlehrerinnen und -lehrer besser auf ihre Aufgabe vorzubereiten.
1908 Das Kirchhoferhaus an der Museumstrasse kommt in den Besitz der Museumsgesellschaft.
1908 Die Verkehrsbetriebe erhalten die Konzession für die Strecke Neudorf - Heiden, dass Vorhaben wird aber immer wieder verzögert und der Ausbruch des 1. Weltkrieges bedeutet schliesslich das endgültige aus.
1908 21. Juli
Die Gemeinnützige- und Hilfsgesellschaft ruft das Brockenhaus ins Leben.
1908 Weit ausserhalb des Siedlungsgebietes wird der Ostfriedhof mit Abdankungshalle erstellt.
1908 7. September
Das zweite Kino der Stadt, die elektrische
Lichtbühne öffnet an der Magnihalden, seine Tore.
1908 Die zur Spinnerei Buchental gehörenden Bachstrasseweiher 1 und 2 werden eingeebnet, sie müssen dem Ausbau des Bahnhofes St. Fiden und dem Bau der Bachstrasse weichen.
1908 27. November
Gründung des St. Galler Berg-Sport-Clubs (BSC).
1908/09 Die Fuhrhalterei Girtanner in St. Josephen bezahlt Fr. 200.-- und bekommt dafür das Recht, in diesem Winter im Nestweiher das Eis abzubauen.
1908 Der Brunnen an der Ecke Augustinergasse Hirschengässlein wird entfernt.
1908 1915 Erweiterung des Bahnhofes St. Fiden.
1909 Eröffnung der Tonhalle.
1909 Auf dem Springbrunnenplatz wird durch den Verkehrsverein St. Gallen eine Wettersäule erstellt, sie steht noch heute dort.
1909 Gründung des Vereins für soziale Fürsorge in der Gemeinde Tablat.
1909 Eine zweite Seewasserleitung wird in Betrieb genommen.
1909 Die Velorennbahn an der Rehetobelstrasse wird abgebrochen.
1909 Auf dem Büchel wird ein Pfarrhaus eingeweiht.
1909 Offiziere des Ostschweizerischen Cavallerievereins organisieren auf der Kreuzbleiche ein Militärreiten. Der grosse Anklang führte noch im gleichen Jahr zur Gründung des Rennklubs, später Reitklub St. Gallen.
1909 5. März
Die politische Gemeinde Straubenzell gibt neue Instruktionen für Ihre zwei Nachtwächter bekannt.
1909 Der Taubstummen - Touristenclub wird gegründet.
1909 Ein veröffentlichter Untersuchungsbericht brandmarkt die Zustände in den von Italienern bewohnten Quartieren Buchwald und Buchental in der Gemeinde Tablat (Kleinvenedig genannt). Auszug aus dem Bericht:
1909 22. Juni, 16:00 Uhr
Auf der Wittenbacher Seite stürzen, weil die Bauleitung an Holzstreben spart, Teile des sich im Bau befindenden Bruggwald-Eisenbahntunnels ein. Sieben Arbeiter werden getötet, ein weiterer Italiener kann von seinen Kumpel-Kollegen nach 11 Tagen gerettet werden.
1909 An der Lindenstrasse wird das katholische Schulhaus Buchental eingeweiht.
1909 17. August
Der Männer-Schwimmclub St. Gallen wird gegründet.
1909 Die Ortbürgergemeinde der Stadt St. Gallen erstellt auf Wittenbacherboden die Armen und Arbeitsanstalt Kappelhof.
1909 Gründung der St. Galler Eisenbahner-Genossenschaft zur Errichtung der Arbeitersiedlung im Schoren.
1909 1912 18. Mai
Frau Dr. Frida Immboden gründet an der St. Leonhard-Strasse 52, dort wo heute der Gaiserbahnhof steht, ein Säuglingsheim, aus diesem erwächst viele Jahre später das Säuglings- und Kinderspital.
1909 Bildung der Berufs-Feuerwehr.
1910 Die Stickereiproduktion hat mit 18% den grössten Anteil an der Schweizer Exportwirtschaft, über 50% Prozent der Weltproduktion kommt aus der Gallusstadt.
1910 Nach 70 Jahren erfolgt die Namensänderung von «Tagblatt der Stadt St. Gallen» in «St. Galler Tagblatt».
1910 Der SV Fides, Handballklub wird gegründet.
1910 Der Damen-Schwimmclub St. Gallen wird gegründet.
1910 Hauseigentümer gründen den Quartierverein Lachen.
1910 Der stattliche Lindenhof an der Lindenstrasse kann eröffnet werden, er dient als Pension für Fremdarabeiter, heute Alters- und Pflegeheim.
1910 Ein Hochwasser zerstört den Hätterensteg, eine Eisenkonstruktion. Ein Notsteg aus Holz wird erstellt.
1910 Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der BT Bodensee-Toggenburg-Bahn, wird auch der Bahnhof Haggen eröffnet.
1910 Die 1846 erstmals erwähnte Turmwache zu St. Laurenzen wird aufgehoben, die beiden Wächter werden in die Feuerwehr übernommen.
1910 Die höchste in dieser Bauart erstellte Eisenbahnbrücke Europas, das 98 Meter hohe Sitter-Viadukt wird dem Verkehr übergeben, sie verbindet die im gleichen Jahr eröffnete BT-Linie St. Gallen mit Herisau.
1910 16. Oktober
Das "schönste" Fussballstadion der Schweiz, dass Espenmoos mit einer Tribüne für 600 Zuschauer und einem 1:0 Sieg gegen Brühl wird eröffnet.
1910 Die Stadt zählt inkl. der später eingemeindeten Gebiete 75'482 Einwohner.
1910 In der Gemeinde Tablat beträgt der Ausländeranteil 40.5%.
1910 27. November
Linienverlängerung der Trambahn, Krontal - Neudorf (750m).
1910 Der Bahnhof St. Fiden übernimmt den Betrieb.
1910 1. Dezember
Die Tramline Bahnhof - Krontal kann jetzt doppelspurig befahren werden.
1911 Erstausgabe der Volksstimme (sozialdemokratische Tageszeitung).
1911 Das Poststrassenviadukt, später auf Splügenbrücke umgetauft, wird realisiert.
1911 Mit einer 500-Franken-Note auf der drei Stickerinnen bei der Arbeit abgebildet sind, würdigt die Eidgenossenschaft die für die ganze Schweiz wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung der St. Gallerstickerei.
1911 Die Spinnereibrücke, durch die SBB erstellt, wird ihrem Zweck übergeben.
1911 Eröffnung des Kinos Capitol an der Kreuzung Kornhaus-, Vadianstrasse.
1911 13. März
Grundsteinlegung für die Eisenbahnersiedlung im Schoren durch die Eisenbahner-Baugenossenschaft St. Gallen (EBG). Die Siedlung entstand weil das mittlere und untere Bahnpersonal die unverhältnismässig hohen Mietzinse in der Stadt kaum mehr berappen konnte.
1911 Ein Zeppelin überfliegt, von der städtischen Bevölkerung jubelnd bestaunt, zum ersten mal die Stadt St. Gallen.
1911 Das Kino Radium wird geschlossen, es war das erste Kino der Stadt.
1911 Auf der Güggisbleiche wird die Lokremise im französischen Rotondentypus fertiggestellt, sie ist das grösste Ringdepot der Schweiz.
1911 30. Oktober
Trambahnverbindung vom Schibenertor (Union) bis zur Hochwacht.
1911 Aus der Zucht von drei Steinwildtieren, vom (Peter und Paul), die ursprünglich aus dem Gebiet vom Monte Paradiso (I) stammen, werden im St. Galleroberland (Weisstannental) die ersten Steinböcke ausgesetzt.
1911 Rekordjahr im Stickereiexport, in diesem Jahr werden 9000 Tonnen Stickereien exportiert.
1911 Juni
Henri Kunkler fliegt mit einem Blériot-Eindecker vom Breitfeld über das Schloss Oberberg nach Gossau und zurück.
1911 Die Handelsakademie, heute Universität, bekommt die Bezeichnung Handelshochschule.
1911 13. August
Hauptmann A. Jucker fliegt mit einem Zweidecker vom Breitfeld nonstop bis zur Kreuzbleiche und zurück.
1911 Die Architekten Pfleghard und Haefeli erstellen die Fabrikantenvilla Hufenus mit Pförtnerhaus, die 1924 zur Privatklinik Notkerianum umgebaut und von Schwestern aus dem Kloster Menzingen geführt wurde, heute Betagtenheim.
1911 1915 Der Bahnhofplatz, wird nach einem Projekt von Heinrich Ditscher realisiert.
1912 Die Restaurants Bierquelle, Signal und Eisenbahn müssen dem Bau der Hauptpost weichen.
1912 Henri Kunkler fliegt mit seiner (Rossier-Kunkler), einem Hochdecker, vom Breitfeld nach Dübendorf. Mit zwei Zwischenlandungen dauerte der Flug zwölfeinhalb Stunden.
1902 Im Wildpark Peter und Paul erstellt der Bildhauer Urs Eggenschwyler einen dritten Kunstfelsen.
1902 Auf dem Ostfriedhof wird eine jüdische Grabkapelle erstellt.
1912 Die Passarelle, die östlich des Hauptbahnhofes über die Geleise führte, wird abgebrochen.
1912 Eröffnung des 1466m langen Eisenbahntunnels nach St. Fiden.
1912 1942 Frau Dr. Frida Imboden zieht mit dem Säuglingsheim, inzwischen Pflegestation, an die Volksbadstrasse 27, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Gasfabrik. Sie verliess den alten Ort weil dieser per Expropriration dem Gaiserbahnhof weichen musste.
1913 Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofes, der an Stelle des Zoll- und Lagerhauses errichtet wurde.
1913 Der neue jüdische Friedhof wird auf dem Gelände des Ostfriedhofes eingeweiht.
1913 Das Union-Lichtspiel-Theater beim Schibenertor wird eröffnet.
1913 Die Familie Neumann verlässt mit «Neumann's Wiener Café» seinen Platz an der Ecke Markt- Spitalgasse und zügelt an die Bahnhofstrasse wo sie das Café zur Hochblüte bringen, später Café Seeger.
1913 19. März
Heinrich Otto Henri Kunkler, Konstrukteur, Flugpionier, überfliegt im März 1913 mit seinem selbstgebauten Flugapparat auf 1500 Meter Höhe als erster Pilot die ganze Stadt St. Gallen.
1913 16. Dezember
Bischof Robert Bürkler,
Präkonisierung durch Papst Pius X.
1913 1. Oktober
Die Linie der Appenzellerbahnen von Winkeln nach Herisau wird stillgelegt. Das Bahnhofsgebäude in Winkeln steht noch heute und das ehemalige Bahntrassee westlich vom Gübsensee bis hinauf zum alten Zoll dient heute als idealer Wanderweg.
1913 Trambahnverbindung Hochwacht - Nest.
1913 Die St. Mangenkirche bekommt ein neues Geläut und eine neue Kirchenuhr.
1913 Arbeiter stossen beim Bau einer Wasserleitung für die Anstalt Kappelhof in Kronbühl auf ein Massengrab. Experten stellen fest, dass es sich um Gefallene der Gefechte vom 16./17. Juni 1405 beim Hauptlisberg. Die Siegreichen Stadt St. Galler verfolgten das geschlagene Heer von Herzog Friedrich IV via Kappel, wo es weitere kleine Gemezel gab, bis hinunter nach Arbon.
1913 Die Glocke des einstigen Turmes vom Multertor, 1625 von Johann Baptist Ernst dem älteren aus Lindau gegossen, kommt in das Türmchen auf dem Haus Rösslitor.
1913 5. Januar
In der Nähe des Pulverturms auf der ehemaligen Staatsdomäne und auf der vormals fürstäptischen Richtstätte auf dem Espen, wird die reformierte Kirche Heiligkreuz, eingeweiht.
1913 Die etwas kleingeratenen Zifferblätter an St. Mangen werden durch grössere ersetzt.
1914 Der neue Nebenbahnhof für die Trogener- und Gaiserbahn kann in Betrieb genommen werden, somit wird die Haltestelle mit Drehscheibe vor dem heutigen Metropol entfernt.
1914 Zwei süddeutsche Dekorationsmaler schmücken im Bahnhofgebäude einen Saal, der dann mit Nussbaummöbel und Kronleuchter ausgestattet wird. Heute wird er Historischer- oder Kronleuchtersaal genannt.
1914 Bis zu diesem Zeitpunkt wird im Gebiet vom Schaugenbädli die Schaugenmühle betrieben.
1914 Der Stadtrat weist ein Begehren zurück in dem der Präsident des Westquartier-Vereins Bürgerratspräsident Walter Christlieb Gsell im westlichen Tal der Demut den Bau einer Eisbahn fordert.
1914 Aus der Steinwildzucht, vom (Peter und Paul), die ursprünglich aus dem Gebiet vom Monte Paradiso (I) stammen, werden im im Gebiet vom Piz Ela, Graubünden, Steinböcke ausgesetzt.
1914 Gegen eine Gebühr von fünf Rappen dürfen die Mädchen der Meitli-Flade auf dem innern Klosterhof in eigens für die Mädchen reservierten Zeiten eine künstliche Eisbahn benützen.
1914 Die Turnhalle Kreuzbleiche mit integrierter Bademöglichkeit, ausgestattet mit 13 Brause und sechs Wannenbäder, wird eröffnet.
1914 Die Tramlinie Langasse-Heiligkreuz wird zweispurig.
1914 4. August
1. Weltkrieg, Mobilmachung auf der Kreuzbleiche, dass Infanterieregiment 33, dem die meisten Städtler zugeteilt sind, wird vereidigt.
1914 Wittenbach will mit der Stadt St. Gallen fussionieren, die Stadt lehnt die Eingemeindung ab.
1914 Der Ausbruch des Weltkrieges, veranlasst ca. 24'000 Italiener unsere Stadt zu verlassen, dazu kommen viele Deutsche und Österreicher die dem Ruf ihres Vaterlandes folgen.
1914 Nach dem Bau des Rosenberg-Eisenbahntunnels hat der Bahngraben beim Grabenschulhaus ausgedient, er wird für Kellereien überdeckt (Grabenkeller), die SBB-Brücke über die St. Jakobstrasse wird abgebrochen.
1914 Der zuvor 1914 an der Landesausstellung im Landidörfli in Bern ausgestellte «Dörflibrunnen» wird in St. Fiden bei der Einmündung der Oststrasse in die Rorschacher Strasse aufgestellt. Heute steht er bei der Busstation St. Fiden.
1914 Die Hauptpost kann ihrem Zweck übergeben werden.
1915 2003 14. Februar / 20. Juni
Prof. Johannes Duft, Stiftsbibliothekar und Erforscher der St. Galler Abteigeschichte, erweckt die Stiftsbibliothek von St. Gallen aus ihrem Dornröschenschlaf und macht sie zu einem Zentrum für Mittelalterforschung in Europa.
1915 SC Brühl St. Gallen wird Schweizermeister.
1915 Wo zuvor ein Niveauübergang über die Geleise führte wird die Leonhardsbrücke eingeweiht.
1915 Das alte Postgebäude auf dem Bahnhofplatz wird zum Rathaus umfunktioniert.
1915 12. Mai
General Wille wohnt in unserer Stadt einer Fahnenübergabe bei.
1915 1979 12. April / 24. März
Kurt Früh, Filmregisseur.
1915 Die Firma Martel errichtet im Grabenkeller neben der Grabenturnhalle ihr Weinlager. Sie kann den Wein direkt von der Strasse durch einen Schacht in den Keller einschlauchen.
1916 7. Januar
Trambahnverbindung Bahnhof - Reitbahn.
1916 14. Februar
Der Fischereiverein St. Gallen nimmt den Nestweiher in Pacht.
1916 Trambahnverbindung Platztor - Brühltor entsteht.
1916 6. Januar
Trambahn-Betriebseinstellung, Union - Reitbahn via Rosenbergstrasse.
1916 17. Oktober
Trambahn-Betriebseinstellung, Marktplatz - Platztor via Goliathgasse.
1916 Der Riederenhofweiher wird gebaut.
1916 Mai
Die mehrheitlich deutschfreundliche Stadt-Bevölkerung begrüsst mit einer riesigen Menschenmenge den Transport von kranken und verwundeten deutschen Kriegsgefangenen aus Frankreich.
1916 Das städtische Tuchhaus, auch Mange genannt, ein mächtiger Bau an der Neugasse, muss dem Amts- und Gerichtsgebäude Platz machen.
1916 August
Das Altersheim Sömmerli nimmt mit dem Stammhaus (Johannes Kessler) den Betrieb auf.
1917 Die Stadt kann die ARA Hofen bei Wittenbach, die erste mechanisch-biologische Kläranlage der Schweiz, in Betrieb nehmen.
1917 Die Brauerei Hock an der Brauerstrasse 25 stellt ihren Betrieb ein.
1917 Der Bundesrat des Politischen Departements, Arthur Hoffmann, ein Stadtbürger, reicht seine Demissionierung ein.
Ergänzung
1917 Die Pfarrkirche St. Maria im Neudorf wird eingeweiht.
1918 1930 Stadtpräsident, Eduart Scherrer (FDP).
1918 Eingemeindung von Straubenzell und Tablat.
1918 Gründung der «neue Bank in St. Gallen», 1922 liquidiert.
1918 Der Bau des Historischen Museums hat zur Folge, dass das Bürgli, dessen Dachreiter über dem Hang der Mühleggbahn-Bergstation als Gartenhäuschen dient, und der (Botanische Garten) weichen müssen.
1918 Die hochgehende Sitter zerstört den Hätteren-Notsteg der 1910 erstellt wurde. Die Sitter hatte damals schon den Eisensteg zerstört.
1918 Unter dem Namen Gesangs-Sektion der Männerriege des Turnvereins Neue Sektion wird ein Jodlerklub gegründet, der sich heute Jodlerclub Stadt St. Gallen nennt.
1918 Eine Grippeepidemie (spanische Grippe) forderte im zweiten Halbjahr allein in der Stadt 327 Tote.
1918 Auch in St. Gallen wird dem Aufruf zum Generalstreik folge geleistet.
Ergänzung
1918 27. Dezember
Eröffnung des Kinos Apollo an der Grossackerstrasse 3.
1919 Februar
Die Polizei bezieht mit der Hauptwache das neu erstellte
Bezirksgebäude.
1919 Die Firma Guyer AG wird offizieller Bahncamioneur für die SBB in St. Gallen.
1919 Die Stadt gelangt mit dem Begehren an Wittenbach, das Blindenheim in die Stadt eingemeinden zu dürfen, was umgehend abgelehnt wird.
Ergänzung
1919 Juli
Nachdem am 11. Mai 82% der Vorarlberger den Beitrittswillen zur Schweiz bekundeten, gründet Dr. med. Ulrich Vetsch, Chefarzt der Augenabteilung im Kantonsspital St. Gallen das Aktionskomitee (Pro Vorarlberg).
1919 An der oberen Marktgasse wird das Haus zum Kamel abgebrochen und der schöne Erker magaziniert.
1919 6. September
Trudi Gerster, Schauspielerin, schweizweit als Märchenerzählerin bekannt.
1920 Die Stadt zählt 69'529 Einwohner.
1920 3. Juli
Walter Roderer, Schweizer Volksschauspieler.
1920 Aus der Steinwildzucht, vom (Peter und Paul), die ursprünglich aus dem Gebiet vom Monte Paradiso (I) stammen, werden im im Gebiet vom Nationalpark, Graubünden, Steinböcke ausgesetzt.
1920 Eröffnung der Postautolinie St. Gallen - Eggersriet - Grub - Heiden.
1920 25. März
Mit viel Pomp und mit dem Film, «Das Karussell im Prater», begleitet vom Orchester Robert Hüttl, wird der grosse Kino Palace eingeweiht.
1920 Der Einwohnerverein Bruggen wird als Antwort auf die Stadtverschmelzung von 1918 gegründet.
1920 Ein Projekt von Architekt Rudolf Pfändler sah vor, im Tal der Demut eine polisportive Olympiaanlage zu erstellen, zusätzlich noch den Bernegghügel abzuflachen und darauf einen Flugplatz zu schaffen.
1921 Das "Neue Museum" an der Museumstrasse 50 öffnet seine Pforten, das seither das Historische und Völkerkundemuseum beherbergt.
1921 Fusion der Quartiervereine Krontal-Neudorf und St. Fiden-Kleinberg zum Quartierverein St. Fiden-Neudorf.
1921 5. März
Im Hinterhaus vom Restaurant Palme an der Oberstrasse 175 wird das Kino «Lichtspieltheater Palme» eingerichtet.
1921 Das reformierte Pfarreizentrum Lachen mit freistehendem Turm wird eingeweiht.
1921 Der Kreuzbleicheweiher an der nordwestlichen Ecke der Kreuzbleiche wird eingedeckt.
1921 Der Architekt Salomon Schlatter (1858 – 1922) stellt dem "Neuen Museum" ein Modell der spätmittelalterlichen Stadt zur Verfügung. Erstellt hat er das Modell auch unter Beizug des Stichs von Matthäus Merian aus dem Jahre 1642.
1922 16./17. Januar
Die Clubhütte bei der Eisbahn im
Moos wird zum Raub der Flammen.
1922 Die Wettersäule ein paar Meter nördlich des Vadiandenkmals, die einst allgemein die eigentliche Stadtmitte symbolisierte, wird entfernt.
1922 23. Februar
An der Winkelriedstrasse wird der Telegraphenbeamte, Bernhard Oertli, erschossen. Die Vermutung liegt nahe, dass der Schustergeselle Anton Kreuzpointner, der Wetterwartmörder vom Säntis, der Täter ist. Leider konnte der Beweis infolge seines folgenden Suizids nie bewiesen werden.
1922 3. März
Die Appenzellerpolizei findet den an der Schlosserstrasse wohnhaft gewesenen Schustergesellen Gregor Anton Kreuzpointner, den Wetterwartmörder vom Säntis, in einer Hütte auf dem Aueli (Schwägalp) erhängt (Suizid).
Ergänzung
1922 Alice Kriemler-Schoch legt mit der Schürzenproduktion den Grundstein für die heutige Akris.
1922 Juli
Eidgenössisches Turnfest auf der Kreuzbleiche. 15'400 Turner sind zum Wettkampf anwesend.
1922 28. November
In Übereinstimmung mit dem Ortsverwaltungsrat St. Gallen bestimmt der Stadtrat die Farben Schwarz-Weiss-Rot in drei gleich breiten Streifen als Stadtfarben. (Auszug aus der Rechtssammlung der Stadt St. Gallen).
1922 August Hardegger (1858-1927), verfasst zusammen mit Salomon Schlatter und Traugott Schiess (Die Baudenkmäler der Stadt St. Gallen).
1923 Zur Errichtung einer Mädchenerziehungsanstalt wird dem Bistum St. Gallen das Schloss Rebstein geschenkt.
1923 Polizeiliche Bekanntmachung: Das Baden an der Sitter in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege, Strassen und Brücken, ist bei einer Busse von bis 300 Franken verboten. Dieses Verbot richtet sich vor allem gegen den Badeplatz am Hätterensteg.
1923 Die Papiermühle Oberkräzern schliesst den Betrieb.
1923 Die erste Nummer der Zeitung «Neue Zeit» kommt auf den Markt. Im gleichen Jahr stellt sie ihr Erscheinen wieder ein.
1923 Der Nellusweiher auf Dreilinden wird aufgefüllt, an dessen Stelle kommt die Liegewiese der Frauenbadi zu liegen, heute Familienbad.
1924 Baubeginn für den Flugplatz Breitfeld.
1924 2008 24. Juni / 23. Juli
Dr. Kurt Furgler, er wird vom 8.12.1971 - 31.12.1986 Bundesrat,
CVP.
1924 Die Schweizerische Christenwehr, eine speziell gegen jüdische Wahlkandidaten agierende Vereinigung, wird gegründet, Hauptexponent ist der Rektor der katholischen Kantonsschule, Josef Böni.
1924 Die Fabrikantenvilla Hufenus wird zur Privatklinik Notkerianum, die Klinik wird von Schwestern aus dem Kloster Menzingen geführt.
1924 Das Waaghaus wird renoviert und gleichzeitig das östlich angebaute Restaurant Schmiedstube abgebrochen.
1924 Gründung des Katholischen Turnvereins St. Otmar.
1925 Regelmässiger Postautokurs zwischen St. Gallen, Spisegg und Engelburg.
1925 An der Böcklinstrasse kann die Amerikanische Glaubensbewegung «First Church of Christ Scientist» ihre Kirche einweihen.
1925 Der Tablätler, Othmar Winterhalter entwickelt ein gekauftes Patent weiter und erfindet den Reissverschluss (RiRi), er beginnt mit der Fabrikation in Wuppertal.
1926 Erstellungsjahr des Wiboradabrunnens bei St. Mangen.
1926 April
Die neue Doppelspurbrücke der
SBB über die Sitter kann nun befahren werden.
1926 Die Stadt kommt dank eines Vermächtnisses in den Besitz der Sturzeneggerschen Gemäldesammlung.
1926 In St. Fiden stellt die Brauerei Hirschen ihren Betrieb ein.
1926 Der Quartierverein Riethüsli-Hofstetten wird gegründet.
1926 Um den Auswirkungen der schwindenden Stickereiindustrie entgegen zu wirken, beschliesst der Gemeinderat die Gründung der «Zentralstelle für die Einführung neuer Industrien».
1926 Das Lichtspieltheater Palme an der Oberstrasse 175 wird geschlossen.
1926 Gründung der Otmarmusik.
1926 Das Fabrikgebäude zwischen der Kapelle «Maria Einsiedeln» und dem Tröckneturm, in dem sich eine Indiennedruckerei und eine Sengerei befand, wird abgebrochen.
1927 1. Januar
Eröffnung der ersten Autobuslinie in der Stadt, sie führt hinauf nach Rotmonten und wird vom Autobusunternehmen Paul Halter Wil betrieben.
1927 4. August
Die Oschweizerische Aero-Gesellschaft startet vom Flugplatz Breitfeld mit fahrplanmässigen Flügen nach Basel, später auch nach Zürich. Der Fahrpreis nach Zürich-Dübendorf betrug 1929 bei einer Flugdauer von 25 Minuten satte Fr. 18.--.
1927 Edmund Fehr, der Besitzer des (Fehr'schen Schlössli) schenkt dieses der Gemeinnützigen und Hilfsgesellschaft, die darin bis 1987 ein Altersheim betrieb.
1927 In der Kirche St. Maria Neudorf wird die im Sinne der (Elsässer Orgelreform) gebaute, grösste Orgel der Stadt eingeweiht.
1927 Erster Autobusbetrieb St. Gallen Abtwil - St. Josefen.
1927 5. Juli
Erstmals seit Beginn des 1. Weltkrieges wird wieder ein Kinderfest durchgeführt. Sensationell war der Überflug des Festplatzes durch den Flugpionier Walter Mittelholzer.
1928 Die Trachtengruppe St. Gallen wird gegründet.
1928 Eine Expertise stellt fest, dass die Tramanlagen ihrem Zweck entsprechen und deshalb der Ersatz durch Autobusse unnötig ist.
1928 29. Mai
Das Union-Lichtspiel-Theater beim Schibenertor schliesst seine Tore.
1928 Der erste Stadtführer geht in Druck.
1928 Die Stadt erwirbt das Kreuzbleiche-Areal.
1928 Ernst und Jakob Schmiedheiny kaufen das Espenmoosstadion und schenken es dem Fussballclub St. Gallen.
1928 10. Juli
Infolge des stetig wachsenden Automobil- und Fahrradverkehrs, wird für die Zeit der grössten Fussgängerdichte an der Multer- und Spisergasse ein Veloverbot eingeführt.
1928 Gründung der Gübsen-Gesellschaft welche sich für die Natur rund um den Gübsensee einsetzt.
1928 30. Juni bis 2. Juli
Der Stadtpolizeimänner-Verein, der Verein der Unteroffiziere und der Verband der Kantonspolizei organisieren die III. Internationale Tagung der Gendarmerie, Landjäger und Polizei der Bodenseestaaten.
1928 1929 Nachdem das Rathaus, dass sich seit 1877 bis 1915 in den Räumen des ehemaligen Hotel St. Gallerhof an der St. Leonhard Strasse 15 befunden hatte, in das alte Postgebäude auf dem Bahnhofplatz verlegt wurde, wird der Umbau des (St. Gallerhofs) zum Verwaltungsgebäude der Technischen Betriebe an die Hand genommen.
1928 1938 Klosterrenovation.
1929 Alfred Ziegler wird Bürgerratspräsident.
1929 Der Brunnen auf dem Brunnenplatz vor der Hexenburg in der Hinterlauben wird entfernt.
1929 Eröffnungsspringen auf der Riethüslischanze, Hans Greiler sorgt bei diesem Anlass für den Rekordsprung von 27 Meter.
1929 Das Tramnetz der Stadt verfügt jetzt über 80 Weichen.
1929 Das Korps der Kantonspolizei nimmt das erste Polizeifahrzeug, einen zweiplätzigen Citroën in Betrieb.
1929 Die Turnvereine Tablat und Rotmonten fusionieren zum Turnverein St. Gallen-Ost.
1929 Die Instituts-Zeitung «Rosenberg» erscheint zum letzten mal.
1929 Erster Migros-Verkaufswagen in der Stadt.
1929 Gründung der Invalida Arbeitsstätte für behinderte Menschen.
1930 Die Stadt zählt 64'079 Einwohner.
1930 Mai
Der Hecht-, auch Neptunbrunnen genannt, wird abgebrochen, eine Kopie der Sockelfigur (Neptun) ist im Ententeich des Stadtparks zu betrachten. Das Original steht im Schlosspark von Marnex, Commugny VD.
1930 1. Juli
Eröffnung der Autobuslinie nach St. Georgen.
1930 28. August
Bischof Alois Scheiwiler,
Präkonisierung durch Papst Pius XI.
1930 1. Juli
Am Marktplatz wird das Film und Varieté-Theater Scala eröffnet.
1930 Das legendäre Luftschiff LZ 127 «Graf Zeppelin» überquert auf dem Weg nach Bern unsere Stadt.
1930 27. August
Grosser Dachstuhlbrand im Hauptbahnhof.
1930 Renovation des Brunnens an der Verzweigung Löwen-, Brühlgasse.
1930 Die Ostschweizerische Radiogesellschaft (ORG) wird gegründet.
1930 Die erste Weihnachsbeleuchtung der Stadt erstrahlt an der Multergasse.
1930 Die Wasserheilanstalt Oberwaid wird zum Kneipp- und Einkehrhaus.
1930 Frau Lily Heer-Huber vermacht das Gelände des Kirchhofergutes auf dem Rosenberg der Stadt.
1930 In St. Georgen wird die Wiboradakirche abgebrochen und an deren Stelle 1932 eine neue Kirche eingeweiht.
1930 1948 Stadtpräsident, Konrad Naegeli (FDP).
1931 Abbruch der Kavalleriekaserne an der Steinachstrasse.
Ergänzung
1931 Die Mädchen-Realschule bezieht das Moosbrugg-Schulhaus.
1931 Anstelle eines Seitengewehres trägt die Kantonspolizei neu einen Gummiknüppel.
1931 Mit dem Kauf der Wohnhäuser an der Moosbruggstrasse ist die Raumnot für die Mädchenrealschule (Flade) behoben und der Weg für das spätere Gallusschulhaus vorbereitet.
1931 Gründung der Hand- und Mundharmonika Jugend-Musik St. Gallen, aus dem später das Akkordeonorchester Nagel hervor geht.
1931 Neuerung in St. Gallertrams, die Glocke mittels ledernen Zugseilen vom Kondukteur bedient, hat ausgedient. Neu zeigt beim Führer vorne ein grünes Lämpchen an wann gehalten oder abgefahren werden kann, dazu muss der Kondukteur einen der mehrfach vorhandenen Hängeschalter drücken.
1931 Das Gaiserbähnli SGA wird elektrifiziert.
1931/32 August
Das Sängerhüsli, ein weit in den Bohl hinein ragendes Haus, Hotel Kinkelin, Restaurant Stadthof und
Synagoge werden durch die Abbruchfirma Honegger dem Erdboden gleich gemacht. An der Stelle wird für viele Jahre die EPA ihr Domizil haben.
1932 Zwischen der Stadt und Romanshorn wird die Linie der BT Bodensee-Toggenburg-Bahn elektrisch betrieben.
1932 7. bis 14. Oktober
Lohnsticker besetzen alle Brücken nach Osten um die Verbindung nach Vorarlberg zu kappen.
1932 Zwischen Linsebühl- und Lämmlisbrunnenstrasse eröffnet in einem Neubau das Kino Säntis seinen Betrieb. In diesem Haus sind auch eine Bar, ein Café und eine Kegelbahn zu finden.
1932 Ein Teil der Motorwagen der Trambahn wird mit Scheibenwischern ausgerüstet.
1932 Auf Dreilinden wird neben der ehemaligen Waisenhausdependanc das Café Dreilinden erstellt.
1932 Die Rediffusion Radibus AG beginnt mit den Installationen für drei Stationen NF- und sechs Stationen HF-Rundspruch.
1932 16. November
An der Lämmlisbrunnenstrasse wird das Kino Säntis eröffnet.
1932 4. Dezember
St. Georgen erhält eine neue katholische Kirche und wird selbständige Pfarrei.
1933 Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft mit Sitz in St. Gallen wird gegründet.
1933 Der Flugplatz Breitfeld wird nach nur sieben Betriebsjahren wieder aufgehoben. Begründung: Für schwere Flugzeuge ist das Gelände ungeeignet.
1933 Die Säule des Justitiabrunnens an der Ecke Brühl-, Kugel- und Spitalgasse wird ersetzt und mit einer Kugel auf der eine Putte sitzt versehen.
1933 Gründung der den Nazis nahestehenden Katholischen Front mit antisemitischem Gedankengut.
1933 Schliessung des variabel besetzten Polizeipostens Oberstrasse an der Geltenwilenstrasse 19.
1933 Eröffnung des mit 5 Mann besetzten Polizeiaussenpostens Vonwil an der Burgstrasse 76.
1933 Gründung der Frauenriege des Bürgerturnvereins.
1933 Der neue Sky-Club St. Gallen (NSC) wird gegründet.
1933 17. Juni
An der ersten öffentlichen Versammlung der
Nationalen Front im (Schützengarten) nehmen etwas über 2000 Personen teil.
1934 Auf dem Rosenberg in der Parkanlage des ehemaligen Kirchhofergutes wird die Sternwarte der Kantonsschule errichtet.
1934 An der Rosengartenstrasse eröffnet Peter Rossner eine Strumpffabrik, die Rossner & Co., die 1940 zur Perosa umbenannt wird.
1934 Das Kirchgemeindehaus Lachen wird eingeweiht.
1934 Der Brand von 1933 im Restaurant Hörnli, 1720 schon unter dem Namen «Taverna zum Posthorn» im Grundbuch erwähnt, ist der Anlass einen Neubau zu erstellen.
1934/35 Die Geschwister Tschudi überschreiben mittels Legat der Stadt das Grundstück zum Melonenhof auf dem später das Tschudiwiesschulhaus erstellt wird.
1935 13. Januar
Das Kirchgemeindehaus Lachen, an der Burgstrasse, wird eingeweiht.
1935 Die beiden Tambourenvereine St. Georgen und St. Gallen-Helvetia fusionieren zum Tambourenverein St. Gallen.
1935

* einer der 10 Neubeiträge
An der Kreuzung Dufour-, Winkelriedstrasse wird durch Bildhauer Max Pfänder ein Brunnen mit der Figur eines Jünglings erstellt.
1935 Brand in der Bank Wegelin.
1935 Der Brunnen hinter dem Stadttheater, heute Mac Donald's, wird durch einen neuen ersetzt.
1935 Grosse Kriese im FC Winkeln, es ist kein Geld in der Kasse, noch Fr.6.45 und Rechnungen von über Fr.25.-- stehen aus. Eine Erhöhung des Monatsbeitrages von 70 auf 80 Rappen wird abgelehnt. Der FC Herisau pumpt einem Spieler Fr.10.-- und stellt dem FCW Rechnung.
1935 Gründung der Pro Senectute Regionalstelle St. Gallen.
1935 Emil Saxer nimmt in einer alten Spinnerei an der Harzbüchelstrasse die Schokoladeproduktion auf, die unter dem Namen Terri bald in die Stadt-Geschichte eingehen wird. Mangelnde Rohstoffe bewirken, dass die Schokolade mit Feigenmus gestreckt werden muss.
1936 Die neue St. Martinskirche kann eingeweiht werden, die alte gleich daneben wird gesprengt.
1936 29. Januar
Der Ableger der
NSDAP der Stadt St. Gallen mietet für einen Anlass den grossen Saal im Schützengarten.
1936 Auf dem Gallusplatz wird ein neuneckiger Brunnen mit einer Figur des heiligen Gallus erstellt.
1937 Die Textilkontrollstelle und Schweizerische Versuchsanstalt St. Gallen wird in die Eidg. Versuchsanstalt integriert, die 1938 zur EMPA, Eidgenössische Material und Prüfungsanstalt umbenannt wird.
1937 31. Oktober
Mit der
Haggenbrücke wird eine Autofreie Verbindung zwischen St. Gallen und Stein hergestellt.
1937 Gründung der ersten Sprachheilschule der Schweiz mit dem Namen «Taubstummen-Anstalt und Sprachheilschule in St. Gallen», heute Sprachheilschule.
1937 1941 Baubeginn für die 60m hohe Fürstenlandbrücke.
1938 Anlässlich einer Gartenbauausstellung wird die jetzt noch bestehende Volière eingeweiht.
1938 Die «St. Gallische Hypothekarkasse» geht über in die «Ersparnisanstalt Toggenburg AG» am Helvetiaplatz.
1938 Die Stadt zählt nahezu 6500 Telefonabonennten.
1938 23. April
Bis auf einen sind alle Bundesräte im Hecht abgestiegen, mit dem Ziel am andern Tag der Landsgemeinde in Trogen beizuwohnen. Als die sechs Magistraten im Hecht auf den Balkon treten werden sie vom Stadtvolk frenetisch begrüsst und spontan wurde die Nationalhymne gesungen. Das Stadttheater, damals gleich nebenan, unterbrach die Vorführung, damit die Zuschauer auch daran teilhaben konnten.
1938 3. Juli
Der Ableger der
NSDAP, die Nationale Front, hält in St. Gallen ihre letzte schweizerische Gautagung ab.
1938 2. August
An der Teufener Strasse 10 wird unter Leitung von
Sidney Dreifuss das Flüchtlingsbüro in Betrieb genommen. Er verteilt die Flüchtlinge auf Privatwohnungen, vor allem ins Linsebühlquartier, in die Pensionen (Walfisch) und (Casino) und auch Ausserkantonal.
1938 26. November
Bischof Joseph Meile,
Präkonisierung durch Papst Pius XI.
1939 Polizeihauptmann Paul Grüninger wird von der St. Galler Regierung fristlos entlassen, trotz schweizerischer Grenzsperre nahm er jüdische und andere Flüchtlinge in St. Gallen auf.
Ergänzung
1939 23. April
Die
LDU, bisher im Gemeinderat nicht vertreten, erringt bei den Gesamterneuerungswahlen gleich acht Mandate.
1939 Übernahme der Hand- und Mundharmonika Jugend-Musik St. Gallen, durch Josef Nagel mit Umbenennung auf «St. Galler Harmonika-Spieler».
1939 9. Oktober
Der am 30. August durch die Bundesversammlung gewählte General, Henri Guissan, besucht auf einer Inspektionsreise unsere Stadt. Eine unüberschaubare Menschenmenge begrüsst ihn vor dem Hecht, ohne Übertreibung die Hälfte der Stadtbevölkerung, wie die «Volksstimme» schrieb.
1940 9. Januar
Ruth Dreifuss, sie war vom 10.3.1993 - 31.12.2002 Bundesrat, SP.
1940 Die Stadt zählt 63'321 Einwohner.
1940 22. Mai
Damit die Kinder notfalls mit den Eltern fliehen können werden die Schulen geschlossen, man ist der festen Überzeugung es stehe ein Angriff durch Nazi-Deutschland bevor.
1940 Erstmals wird ein Automobil für die Kehrichtabfuhr eingesetzt.
1940 1993 11. Mai / 22. September
Niklaus Meienberg, schweizerischer Schriftsteller und Journalist (Suizid).
1940 14. August
An der Kreuzung Vadian - Kornhausstrasse regelt die erste Lichtsignalanlage unserer Stadt den Verkehr.
1940 Polizeihauptmann Paul Grüninger wird wegen Amtspflichtverletzung und Urkundenfälschung verurteilt.
Ergänzung
1940 15. November
Friedrich Traugott Wahlen, Professor für Landwirtschaft an der
ETH Zürich ruft zur Anbauschlacht auf, in der Folge wird auch der Klosterplatz zum Gemüsegarten.
1940 Die Schokoladefabrik Terri zieht an die Rorschacher-, Helvetiastrasse, in das für Fr. 220'000.- gekaufte Gebäude um. Schokolade Terri boomte unter Geschäftsleiter Jürg Ziegler und hatte zur Spitzenzeit ca. 80 Mitarbeiter, bekannt sind vor allem die (Terri-Züngli).
1941 Eine landwirtschaftliche Ausstellung wird organisiert, sie ist Ursprung der zwei Jahre später offiziellen OLMA.
1941 Die reiche Innenausstattung der Linsebühlkirche wird durch Unfähigkeit mit einer vandalisch anmutenden Renovation völlig zerstört.
1941 Der Brunnen an der Verzweigung Löwen-, Brühlgasse erhält eine Blumenschale.
1941 Erster elektrischer Ofen im Krematorium Feldli.
1941 28. September
Im Beisein von Bundesrat Kobelt wird die Fürstenlandbrücke eingeweiht.
1941 Der Volksschauspieler, Heinrich Gretler, spielt im Stadttheater die Rolle des Wilhelm Tell.
1942 Durch die Stromabnehmer wird entlang der Tramlinien der Radioempfang sehr stark gestört, um dies zu verhindern werden die Motorwagen mit Kohleschleifstücken ausgerüstet.
1942 Der 18 jährige  Kurt Furgler (später Bundesrat) gründet den Feldhandballklub St. Otmar, aus dem später der Hallenhandballclub wird.
1942 1966 Das Ostschweizerisches Säuglingsspital wird an der Volksbadstrasse 27 eröffnet.
1943 Die erste eigentliche OLMA wird durchgeführt.
1943 22. Februar und 1. März
Der strenge Winter verursacht einen Mangel in der Elektrizitätsversorung, deshalb muss der Betrieb der Trambahn an bestimmten Sonntagen eingestellt werden.
1943 Der Chrüzweier wird am Samstag und Sonntag als Familienbad freigegeben, an Werktagen gehört er aber weiterhin allein den Frauen.
1943 Noch werden in der Stadt 3 bis 4'000 Nazi-Sympathisanten gezählt die sich regelmässig im Schützengarten treffen.
1943 19. August
Brand des Ausichtsrestaurants «Zum Scheffelstein».
1943 20. August
Der von der kantonalen Gemeindewappen-Kommission vorgelegte Wappen-Entwurf - aufrecht schreitender Bär auf silbernem Schild, die Vorderpranken
heraldisch nach rechts erhoben, mit goldenem Halsband, goldener Bewehrung (Klauen, Zähne, Ohrmuscheln, Augenbrauen), mit roter Zunge und rotem Geschlechtszeichen - wird als Wappen der Stadt St. Gallen anerkannt. (Wortwörtlicher Auszug aus der Rechtssammlung der Stadt St. Gallen).
1944 Die (St. Galler Harmonika-Spieler) erfahren eine Namensänderung in «Nagel's Handharmonika-Orchester St. Gallen».
1944 Der Bach-Chor St. Gallen wird gegründet.
1945 Spatenstich zum heutigen Botanische Garten an der Brauerstrasse.
1945 7. Februar
1200 freigelassene Juden aus Theresienstadt erreichen mit dem Zug unsere Stadt.
1945 8. Mai, 20:00 Uhr
Die Glocken aller Kirchen der Stadt verkünden das Ende des zweiten Weltkriegs, in St. Laurenzen wird ein Dankgottesdienst abgehalten.
1945 Das alteingesessene Camionage-Unternehmen Guyer AG wird von der Ruckstuhl Transport AG übernommen.
1945 Sommer, der Gemeinderat ruft die Bevölkerung auf, dem Stadtrat jene, vor allem Deutsche, Landsleute zu melden, die sich während des Krieges aktiv gegen unser Land vergangen und unser Gastrecht missbraucht haben.
1945 Auf 1000 Einwohner werden 4 Personenwagen und ein Motorrad gezählt.
1945 Nachdem mehrere Versuche, denn Nazi-Ableger der NSDAP Stadt St. Gallen zu verbieten, an der politischen Kompetenz scheiterten, spricht der Bundesrat ein diesbezügliches endgültiges Verbot aus.
1946 Gründung des «Akkordeon-Orchesters Jacques Huber» durch den Akkordeonlehrer Jacques Huber. Nach seinem Tod wurde das Orchester in «Akkordeon-Orchester St. Gallen» umbenannt.
1946 10. Mai
Gemäss Gemeinderatsbeschluss wird der von Paul Halter Wil geführte Stadtomnibusbetrieb von der Stadt übernommen.
1946 14. Mai
Die
OLMA wird vom Gesamtbundesrat offiziell als Schweizermesse anerkannt.
1946 Das Restaurant Scheffelstein wird geschlossen.
1947 Bau der Olmahalle Nr.6, die spätere Nr. 14., an der Steinachstrasse, sie kommt an die Stelle der 1931 abgebrochenen Kavalleriekaserne.
1947 Der Sandsteinbrunnen auf dem kleinen Platz beim Jugendhaus an der Katharinengasse wird entfernt.
1947 Der Kronensaal im Krontal muss aus rentabilitätsgründen geschlossen werden, heute dient er als Pneulager und Tankstellenladen.
1947 Das während des 2. Weltkriegs ausgesetzte Kinderfest wird wieder abgehalten.
Ergänzung
1947 Das 1944 durch ein Feuer teilzerstörte Tivoli stellt den Restaurantbetrieb ein.
1947 Die Evangelische Kirchgemeinde baut an der Demutstrasse ein Gemeindehaus.
1948 1967 Stadtpräsident, Emil Anderegg (FDP).
1948 Gründung der Knabenmusik.
1948 Die Garage der Kantonspolizei an der Moosbruggstrasse 5, später 11, feiert ihre Eröffnung.
1948 Eidgenössisches Musikfest.
1948 Im Wildpark Peter und Paul wird ein Wildschweingehege gebaut.
1949 22. Januar
Auf der Riethüslischanze wird das erste Nachtspringen der Schweiz durchgeführt. Sieger ist Andreas Däscher, der mit 36 Metern zugleich den Schanzenrekord aufstellt.
1949 Der Fischmarkkt- oder Bärlibrunnen, bis 1943 zierte ein Bär die Brunnensäule, wird abgebrochen. Er stand ungefähr in der Verlängerung der Engelgasse zwischen den Marktständen, würde heute genau auf dem Trottoir stehen.
1950 17. Juli
Tramlinie Bahnhof - Nest wird eingestellt.
1950 Sonntag, 23. Juli
Bischof Dr. Josephus Meile von St. Gallen überreicht in
Luxeuil zur Kolumbangedenkfeier der Basilika eine Reliquie des hl. Gallus.
1950 14. November
Tramlinie Bahnhof - Heiligkreuz wird eingestellt.
1950 Die Union und das Löchlebad am Oberen Graben müssen einem modernen Bau weichen.
1950 Die Stadt zählt 68'098 Einwohner.
1950 Die Katholische Dreifaltigkeits-Kirche an der Iddastrasse, erbaut in der Typologie der frühchristlichen Basilika, wird ihrer Bestimmung übergeben.
1950 5. Oktober
Paola Felix-del Medico, Schlagersängerin und Moderatorin.
1950 Die Wasserbetriebene Mühleggbahn wird durch eine elektrische Zahnradbahn ersetzt.
1950 Die Mädchenbadeanstalt am Kreuzweiher wird abgebrochen.


1951 bis 2000
1951 Kurt Buchmann wird Bürgerratspräsident.
1951 Die Hausmann Laboratoires S. A. kaufen das Gelände auf der Halbinsel im Rechen bei Bruggen.
1951 Renovation der St. Otmarkirche wo dann leider auch die zierlichen Fialen entfernt werden.
1951 Der irische Präsident, Eamon de Valera, besucht zum Gedenken des vor 1400 Jahren verstorbenen heiligen Gallus, die Stadt St. Gallen.
1951 16. Mai
Joachim Rittmeyer, bekannter Schweizer Kabarettist.
1951 In Rotmonten wird das Freibad (die Badi) eröffnet.
1951 Die Kantonspolizei nimmt in einem Auto die erste mobile Funkanlage in Betrieb.
1952 11. bis 13. Juni
Eidgenössisches Jodlerfest.
1952 27. September
Am Blumenbergplatz öffnet das Kino Rex seine Tore.
1952 Die ursprüngliche, heimelige Bergstation der Mühleggbahn, Trotzeli, muss einem modernen Zweckbau weichen.
1953 Zwischen dem alten Rathaus und der Hauptpost, genauer an der Ecke Gutenberg-, Zollhausstrasse wird das Hotel Metropol eingeweiht, zuvor stand dort ein Tramwartehäuschen mit Kiosk.
1953 In den Grundmauern des Runden Turmes neben dem Karlstor wird der Staatskeller eingerichtet, dabei stösst man auf Skelette. Vermutung
1953 In der Lachen wird das Restaurant Schönbrunn abgebrochen und ein Neubau mit der Migros-Filiale und dem Restaurant Bajazzo errichtet. Letzteres musste später einer Vergrösserung der Migros weichen.
1953 Die Halle 7 der OLMA, die sich nun «Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft» nennt, wird eingeweiht, sie wird als legendärer Treffpunkt in die Olmageschichte eingehen.
1953 16. Dezember
Geburt des Kinos Hecht am Marktplatz.
1954 Die St. Galler Pferdesporttage werden ins Leben gerufen.
1954 Eidgenössisches Sängerfest.
1954 Der Marktplatz erhält ein sehr bescheidenes Brünneli zwischen den Marktständen zur Strasse hin. Es ist so bescheiden, dass es zumindest in den mit dem Internet zugänglichen Stadtplänen nicht einmal vermerkt ist.
1954 Mit dem Bau des Uniongebäudes wird der Blumenmarkt unterkellert, Taubenloch genannt, es diente der Stadtpolizei als Garage.
1954 Regina Ullmann, Dichterin und Erzählerin, erhält den erstmals verliehenen Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1954 31. Dezember
Mannschaftsbestand der Stadtpolizei St. Gallen, 94 Mann.
1955 10. Juli
Die Bürgerschaft bestimmt an der Urne mit 8565 Ja gegen 5108 Nein, die Einführung des
Trolleybusbetriebes.
1955 Der damals offenbar PP-Mühlegg genannte Quartierpolizeiposten St. Georgen zügelt von der Demutstr. 4 in den Neubau an der Ringelbergstr. 16.
1955 12./13. Juli
Das 1866 erstellte Hotel Walhalla-Terminus wird durch einen Grossbrand zerstört.
1955 29. Februar
Die im Jahre 1839 erbaute Spinnerei St. Georgen im
Philosophental wird durch den Zivilschutz gesprengt.
1955 Das Café-Restaurant Post, dass vom Bohl aus gesehen rechts am Eingang zur Katharingengasse stand, wird abgerissen.
1955 Das Kloster Baldegg (LU) erwirbt das Kneipp- und Einkehrhaus Oberwaid dass sich in der Folge zum Kurzentrum entwickelt.
1955 17. Oktober
König Gustav und Königin Luise von Schweden besuchen die Stadt St. Gallen.
1955 Der «Anzeiger» das Gratisblatt erscheint zum ersten Mal.
1955 Das Textilmuseum kann die Jakoby-Sammlung kaufen, und holt damit gleich auch einen weiteren Teil der Leopold Iklé-Sammlung nach St. Gallen.
1956

* einer der 10 Neubeiträge
10. Februar
Die Stadtbewohner müssen sich mit der rekordverdächtigen Tiefsttemperatur von 24.6° abfinden.
1956 Das Zuchthaus St. Jakob verteilt seine Insassen in verschiedene Anstalten, danach Sprengung und Abbruch.
1956 4. März
Einweihung des Kirchgemeindehauses Grossacker.
1956 19. Mai
Einweihung des Grossackerschulhauses.
1956 Familienbad erstellt, nun ist es offiziell, Frauen und Männer dürfen sich zusammen im Bad aufhalten.
1956 30. August
Luftschutztruppen brennen das Berggasthaus Freudenberg nieder.
1956 7. November
Protestdemonstration gegen den Sowietterror in Ungarn im Klosterhof. Regierungsrat Josef Riederer teilt seine Empörung mit dem Stadtvolk.
1957 28. April
Die Trambahnlinie Schönenwegen - Stocken wird eingestellt.
1957 Mit einem Sieg von 18:17 gegen Young Boys steigen die Feldhandballer von Otmar in die Nationalliga A auf.
1957 Auf der Hochwacht wird die Matzratzenfabrik Fröhlich geschlossen, sie zieht um nach Gossau und trägt heute den Namen Happy AG.
1957 23. Juli, 18:35 Uhr
Bei den Neubauarbeiten für die Hochhäuser an der Südseite der Lämmlisbrunnenstrasse ereignet sich ein schweres Einsturzunglück. Insgesamt werden sieben Arbeiter verschüttet, zwei können sich selber befreien und drei werden durch die Rettungskräfte lebend geborgen. Nach sechseinhalb Tagen ununterbrochenem Suchen müssen am 29. Juli die letzten zwei Vermissten Tot geborgen werden.
1957 Der Quartierverein Notkersegg wird aus der Taufe gehoben.
1957 Die Schulanlage im Feldli wird eingeweiht.
1957 Für die Paketpostkutschen in der Stadt hat nun die letzte Stunde geschlagen.
1957 18. April
Bischof Joseph Hasler,
Präkonisierung durch Papst Pius XII.
1957 30. September
Die letzte Trambahnlinie Schönenwegen - Neudorf wird eingestellt.
1957 5. Dezember
Auf dem Hechtplatz wird eine 50'000 Franken teure Lichtsignalanlage mit diversen Ampeln installiert.
Ergänzung
1958 Das gemütliche Erststockrestaurant Weinfalken, vom Marktplatz aus gesehen rechts am Eingang zur Metztgergasse, wird abgebrochen und durch ein neues Geschäftshaus ersetzt.
1958 Im nun erstellten Glockenturm des Grossackers läuten jetzt die Glocken.
1958 August Steinmann, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1958 Das Gasthaus zum Pfauen an der Torstrasse beim Platztor wird abgebrochen.
1958 28. September
Mit einem knappen Stimmenmehr von 301 Stimmen, retten die Stadtbürger das
Waaghaus vor dem Abbruch.
1958 6. Oktober
Im Hotel Johannes Kessler an der Teufener Strasse findet die Gründung der Pro Senectute Haushaltshilfe statt.
1958/59 Der innere Klosterhof wird neu gestaltet und erhält einen Brunnen (Otmarbrunnen).
1959 19. März
Mit einem Volksfest wird das neu erbaute Hotel Walhalla eröffnet.
1959 30. April
In der Spisergasse wird vor dem Haus zum Freieck der Brunnen mit dem Kantonswappenhaltenden Bären entfernt und durch einen neuen Brunnen, auf dessen Säule zwei Mädchen mit Hund zu sehen sind, ersetzt. Der demontierte Bär ist in einer Mörschwiler Parkanlage untergebracht.
1959 30. April
Gaiserwald stellt ein offizielles Gesuch an die Stadt, in Eingemeindungs-Verhandlungen einzutreten. Die Stadt zeigt wenig Interesse, so wird die Angelegenheit 1975 schliesslich per Volksabstimmung ad acta gelegt.
1959 Gründung der Wohnbaugenossenschaft Lerchenfeld, erster Präsident ist der spätere Bundesrat Dr. Kurt Furgler.
1959 26. September
Aus der ehemaligen
Lichtbühne wird das Kino Storchen.
1959 Die dem hl. Bruder Klaus geweihte Kirche in Winkeln ist fertig gestellt. Im Volksmund als Seelenabschussrampe bezeichnet.
1959/60 Der Besitzer Emil Saxer, der die Terri-Schokoladefabrik verkaufen will und der Betriebsleiter Jürg Ziegler der sie kaufen will, finden keinen gemeinsamen Nenner, Terri schliesst die Produktion und veräussert alle Maschinen.
1960 Im Lerchenfeld wird das Freibad eröffnet.
1960 Die Stadt zählt 75'320 Einwohner.
1960 Auf dem Gelände des einstigen Kirchhofergutes wird mit dem Bau der Handelshochschule (HSG) begonnen.
1960 Das alte Bankgebäude der Schweizerische Kreditanstalt muss einem Neubau weichen.
1960 Die Kleinburg, auch Haus zur Hechel genannt, wird zum Kantiheim.
1960 Der Neubau der HSG erfordert den Abbruch der Sternwarte der Kantonsschule.
1960 1. Juni
Die Blaue Zone wird eingeführt.
1961 Die alte Eisbahn im Moos hat endgültig ausgedient und wird mit einer neuen, auch im Lerchenfeld, ersetzt.
1961 27. Mai
Gründung des Gehörlosen - Kegelclubs.
1961 Die 1. Ostschweizer Camping- und Freizeit-Ausstellung (OCA) findet auf der Kreuzbleiche statt.
1961 Das Pflegeheim Heiligkreuz wird erstellt.
1961 27. Mai
Der gusseiserne Springbrunnen vor dem Kunstmuseum wird durch den von Max Oertli gestalteten Gauklerbrunnen ersetzt.
1961 Auf Dreilinden wird beim Eichweiher die Bubenfischerei, heute Jugendfischerei, bewilligt.
1961 Der TSV St. Otmar eröffnet auf dem Lerchenfeld eine eigene Sportanlage.
1961 Die Weinburg und das Eckhaus zur Hinterlauben wird abgebrochen.
1961 Das Spitalhochhaus I öffnet seine Pforten.
1961 1967 Klosterrenovation.
1962 Erste uniformierte Polizeigehilfinnen.
1962 2. Februar
An der Brühlgasse wird das Kino Corso eröffnet.
1962 Der Bauboom bewirkt das Ende der Riethüslischanze.
1962 Paul Baumgartner, Pianist, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1962 Die Gemeinnützige- und Hilfsgesellschaft (GHG) schafft die CP-Schule Birnbäumen.
1962 Am Unteren Brand wird die neue Sternwarte der Kantonsschule erstellt.
1963 Die Ortsgemeinde Rotmonten schafft sich ein eigenes Wappen an. Auf dem Wappen ist ein Schlüssel und ein Schwert dargestellt, es sind die Symbole für Petrus und Paulus.
1963 20. März
Dort wo vorher das Hotel Rhein stand wird das erste Neumarktgebäude eröffnet.
1964 Die Linsebühlkirche ist in einem derart desolaten Zustand, dass ein Abbruch erwogen und eine Abbruchofferte eingeholt wird, nur denkmalschützerische Gründe verhindern deren Ausführung.
1964 bis 66 Ein ansehnlicher Teil der archäologischen Funde aus der Kathedrale werden vom Ausgrabungsleiter, Professor Hans Rudolf Sennhauser, in sein privates Forschungsatelier nach Zurzach verbracht und nicht mehr herausgerückt.
Ergänzung
1963 Eröffnung des Polizeiaussenpostens Rotmonten an der Guisanstrasse 65.
1963 21. September
Mit einem grossen Fest wird das renovierte
Waaghaus eingeweiht. Nur gerade der knappe Stimmentscheid von 301 Stimmen machte die geglückte Renovation möglich.
1963 Einweihung der Hochschulgbäude hoch über der Stadt.
1963 Das alte Waisenhaus an der Rosenbergstrasse, wo ab 1903 die Verkehrsschule einquartiert war, wird abgebrochen.
1964 Die neue Spiseggbrücke wird dem Verkehr übergeben.
1964 1. Januar
Eröffnung der Programmstelle Radio DRS Regionalstudio Ostschweiz.
1964 Implantation des ersten Herzschrittmachers im Kantonsspital St. Gallen.
1964 TSV Otmar, erstmals Feldhandball-Schweizermeister.
1964 14 verletzte Fahrgäste fordert die Entgleisung und das folgende Umkippen der Trogenerbahn beim Rest. Rank.
1965 27. Februar
Eröffnung der Kellerbühne am Müllertor. Diese wurde in Fronarbeit durch Gewerbeschüler erstellt.
1965 Das an der Oberen Berneggstrasse stehende Restaurant und Pension zum Nest wird abgebrochen.
1965 Das Kirchhoferhaus an der Museumstrasse 27, 1876 durch die Architekten Adolf und Friedrich Brunner für Oberst Paul Kirchhofer erbaut, wird saniert.
Kommentar
1965 Für die ganze Linie der VBSG gilt nun ein Einheitstarif.
1965 27. Juli
Eröffnung der Galgentobelbrücke im Heiligkreuz, 109 m lang.
1966 19. Januar
Einweihung der protestantischen Kirche Rotmonten.
1966 Das Schulhaus Riethüsli wird eingeweiht, der lange Weg ins Tschudiwiesschulhaus gehört nun zur Vergangenheit.
1966 Heftige Proteste retten das überaus kostbare Chorgitter im Kloster vor dem Abbruch. Erstellt wurde es 1772 durch den Hofschlosser Joseph Mayer aus St. Fiden.
1966 Das erste Kriminalmuseum wird im Dachgeschoss des Klosterhofs 12 untergebracht.
1966 Der Liebeggweiher, gespiesen vom Wattbach, muss dem Mehrfamilienhaus Teufener Str. 182 weichen.
1966 Georg Thürer, Dichter und Geschichtsschreiber, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1966 August
Die nicht funktionstüchtige Lichtsignalanlage auf dem Hechtplatz wird stillschweigend abgebrochen, für eine mögliche Weiterverwendung eingelagert und mitte der 70er Jahre schliesslich entsorgt.
1966 Das aus dem Säuglingsheim, St. Leonhard Strasse 52 von 1909 - 1912, aus dem Säuglingsheim, Volksbadstrasse 27 von 1912 - 1942 und aus dem Ostschweizerisches Säuglingsspital, Volksbadstrasse 27 von 1942 - 1966 entstandene Säuglings- und Kinderspital nimmt an der Claudiusstrasse 6 seinen Dienst auf.
1967 Die Abfallbeseitigungsanlage im Sömmerli, im Volksmund Gallemescht, wird aufgehoben und bekommt ihren neuen Platz im Tüfentobel auf Gaiserwalder Boden.
1967 Das Kinderspital übernimmt das Goldbrünneli an der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Martinsbrücke und St. Gallen, bei den Birnbäumen gelegen, mit dem Versprechen es zu schätzen und zu pflegen, leider blieb es beim Versprechen.
1967 1. Juli
Schliessung der Kehrichtdeponie (Gallemescht genannt) in der Waldau und Eröffnung der auf Gemeindegebiet Gaiserwald gelegenen Deponie Tüfentobel.
1967 16. Oktober, Gallustag
Die anno 1866/67 von Orazio Moretto im Kloster übermahlten originalen Deckengemälde von Joseph Wannemacher sind wieder freigelegt.
1967 Die Tagblattdruckerei Zollikofer verlässt die Kornhausstrasse und nimmt ihren Betrieb an der Fürstenlandstrasse 122 auf.
1968 1980 Stadtammann, Alfred Hummler (FDP).
1968 15. März
Das neue Stadttheater wird mit der Oper «Fidelio» eingeweiht.
1968 Über das Martinstobel wird eine neue Brücke ihrer Bestimmung übergeben.
1968 Der monatliche Gratisanzeiger «Der St. Galler Bär» kommt das erste Mal in die Haushalte.
1969 8. Juli
Die Städtische
Brandwache bezieht ihr neues Domizil an der Notkerstrasse.
1969 Der FC St. Gallen ist Schweizer Cupsieger.
1969 Krawallnacht, jugendliche stürmen nach einem Jahrmarktbesuch das Hotel Ekkehard wo das Schweizerfernsehen gerade mit Prominenten eine Direktsendung veranstaltet, Mobiliar geht in die Brüche und Gäste der Sendung werden angegriffen. Die Gruppe zieht danach nach Haggen wo beim Schössli an die 30 Polizisten 44 Verhaftungen vornehmen. Diffuse Begründungen erlauben die Annahme, dass die Jugentlichen etwas verspätet an den 68er Unruhen teilhaben wollten.
1969 Der Metzgergassebrunnen vis a vis des Einganges zur Kirchgasse wird abgebrochen.
1969 Auf Rotmonten wird die katholische Kirche Peter und Paul eingeweiht.
1969 In der Multergasse wird die erste Fussgängerzone unserer Stadt errichtet.
1969 Auf dem Espenmoos wird die neue Haupttribüne eingeweiht.
1969 Die Autobahn, Wängi - Wil - St. Gallen kann dem Verkehr übergeben werden.
1970 Im südlichen Seitenschiff der Kirche St. Mangen wird bei Renovationsarbeiten, unter dem Kirchenboden eine Grube für den Guss einer Kirchenglocke gefunden.
1970 Die «Volksstimme» muss aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben und erscheint zum letzten Mal. Als Nachfolge-Zeitung erscheint die «Ostschweizer AZ, Arbeiterzeitung».
1970 Übernahme der Bank des Kaufmännischen Direktoriums durch die St. Gallische Creditanstalt.
1970 Johannes Duft, Stiftsbibliothekar, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1970 Die Ornithologische Gesellschaft wird in Volière-Gesellschaft umbenannt. Grund dafür war, dass alle Kaninchen- und Hühnerzüchter sich Ornithologische Vereine nennen.
1970 Gründung des NVS, Naturschutzverein der Stadt St. Gallen und Umgebung.
1970 In die Knabenmusik wird eine Majorettengruppe integriert.
1970 Die Stadt zählt 78'999 Einwohner.
1971 25. März
Im bald schon vier Jahre leerstehenden alten Theatergebäude am Bohl bricht ein Brand aus.
1971 Der Vadianbrunnen, einstiger Gautschbrunnen der Zollikofer AG, muss der Überbauung Neumarkt weichen.
1971 Einweihung des Notker-Schulhauses bei St. Maria-Neudorf, Katholische Kantons Realschule.
1971 Im Mannenweier wird das Baden und Schwimmen nun auch für Frauen erlaubt.
1971 Der wunderschöne und heimelige Weiher im oberen oder kleinen Brühl wird im Zuge der Umgestaltung des Parks zugeschüttet.
1971 Ein Aufschrei geht quer durch die Bevölkerung, Grund, die Zürich-Versicherung will das ihnen gehörende altehrwürdige Restaurant zum Goldenen Schäfli, einst Zunfthaus der Metzger, abbrechen. Dank einer Pedition mit 4000 Unterchriften kann dies verhindert werden.
1971 24. Mai
Das alte Stadttheater am Bohl, ein Kunkler-Bau, wird abgerissen.
1971 April
Abbruch des Grabenschulhauses.
1972 8. Januar
In der Multergasse schliesst das Hotel «Schiff» seine Tore und wird abgebrochen.
1972 Der alte Bahnhof wird abgebrochen.
1972 25. Januar
Eine grosse Trauergemeinde nimmt von alt Polizeihauptmann Paul Grüninger Abschied.
Ergänzung
1972 Die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in der Au wird in Betrieb genommen.
1972 24. September
Mit 11216 Ja gegen 10202 Nein heissen die Stimmbürger der Stadt nach einem lebhaften Abstimmungskampf den Beschluss des Gemeinderates über die definitive Verankerung des wöchentlichen Abendverkaufes gut.
1972 Kurt Furgler nimmt sein Amt als Bundesrat auf, er übernimmt von 1972-1982 das Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement, von 1983-1986 das Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement.
1972 Dezember
Das evangelische Pfarramt Achslen (Halden) wird gebildet.
1973 Carl August Scheitlin wird Bürgerratspräsident.
1973 Max Oertli, Künstler in verschiedenen Sparten, wird zum 1. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1973 Gründung der Bank Thorbecke AG.
1973 Die Gallus-Kantorei (Kirchenmusik-Chor) wird gegründet, sie ist in der Kirche St. Peter und Paul in Rotmonten beheimatet.
1973 Oktober
Grundsteinlegung für das Grossackerzentrum auf dem Areal des ehemaligen Stangenlagers der Ortsbürgergemeinde.
1973 Die Brauerei Stocken beendet ihre Tätigkeiten und geht in der Brauerei Schützengarten auf.
1973 Eröffnung von Neumarkt 3. und Einweihung der Oertliplastik auf dem Vadianplatz.
1973 Im Kubel wird eine Brücke zur SAK-Kavernenzentrale erstellt.
1973 Gründung der St. Galler Singschule.
1973 Die Unterführung am Brühltor, sowie die Tiefgarage für 420 Personenwagen wird eröffnet.
1973 Abbruch des Waisenhauses auf dem Girtannersberg.
1973 Dezember
Das Autobahnteilstück St. Gallen - Rheineck wird dem Verkehr übergeben.
1973 19. Dezember
Das Hallenbad Blumenwies öffnet seine Tore.
1973 Eröffnung der Parkgarage am Brühl (420 Parkplätze) und der Brühltorunterführung.
1973 30. April
Schliessung der Polizeiaussenposten Winkeln an der Herisauer Strasse 59, Bruggen an der Zürcher Strasse 257, Langgasse an der Langgasse 91, Rotmonten an der Guisanstrasse 65, des mit 5 Mann besetzten Polzeiaussenpostens St. Fiden an der Rorschacher Strasse 107, St. Georgen an der Ringelbergstrasse 16 und des mit 5 Mann besetzten Polzeiaussenpostens Vonwil an der Burgstrasse 76.
1973 Die telefonzentrale Lachen, dass fernmeldetechnische Zentrum der Ostschweiz wird in Berieb gesetzt.
1974 Die Stadt stellt auf Erdgas um.
1974 Der stattliche Scheitlinsbüchel mit Scheune wird als Flammen- und Sprengopfer dem Zivilschutz zur Verfügung gestellt, er muss einem Neubau weichen.
1974 Johann Linder, Stadtoriginal und Vater der St. Galler Fasnachtsschnitzelbank.
1974 Johannes Fuchs, Domkapellmeister, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1974 Das Gasthaus Krone an der Rorschacherstr. 217 wird abgebrochen.
1974 Die Barrieren beim Bahnhof Winkeln werden abgebrochen. Ein Zeitgenosse
1974 Das Mädchenheim Wienerberg wird zu einem Altersheim umgebaut.
1975 Der Schlachthof wird nach Winkeln verlegt.
1975 Gründung der Neugasse-Gesellschaft, einer Vereinigung von Detailhandelsgeschäften.
1975 Kurt Kern, Vizedirektor Verkehrsverein, wird zum 2. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1975 Einführung der Kehrichtsack-Gebühr.
1975 Der erste offizielle Flohmarkt in St. Gallen wird am Picopello-Platz abgehalten, Initiant ist der Künstler Max Oertli.
1975 Das einstige Mühleggbähnli wird zum Schräglift umgebaut.
1975 Dezember
Errichtung des kath. Pfarr
vikariates Achslen-Halden-Wilen.
1975 Die ersten Pensionäre können in das an der Kirchlistrasse erstellte Altersheim Rotmonten einziehen.
1975 4. bis 7. Dezember
Als Provisorium wird an der Haldenstrasse die ehem. Fastenopferkirche von Neuaffoltern (ZH) aufgestellt. Sie wird an diesem Standort als Johanneskirche der oekumenischen Idee dienen.
1975 Bezug des 2. Kantonsspital-Hochhauses.
1975 Die Vor- und Nachteile abschätzend kamen die Behörden der Gemeinde Gaiserwald und der Stadt zur Überzeugung, dass eine Gemeindefusion Vor- und Nachteile ergebe, was den Abbruch des Projektes zur Folge hatte.
1975 1979 Aussenrestaurierung und Innenausbau des Zeughausflügels.
1976 Aus den Quartiervereinen Bahnhof-Nest und Riethüsli-Hofstetten» wird der Quartierverein Bahnhof-Riethüsli.
1976 1. Januar
Das neu geschaffene Jugendsekretariat nimmt seine Arbeit auf.
1976 Endlich wird, dort wo einst der erste Bahnhof stand, das neue Rathaus bezogen. Das alte baufällige Rathaus, ehemalige Hauptpost, musste mittlerweilen an allen Ecken und Enden mit Holzstämmen gestützt werden.
1976 Léon Strässle, Dr. jur. Rechtsanwalt, wird zum 3. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1976 Im Osten des Zeughausflügels werden massive Mauerreste der einstigen Klosterküferei gefunden.
1976 25. März
Bischof Otmar Mäder,
Präkonisierung durch Papst Paul VI.
1976 Die Rechenwaldbrücke unterhalb der KVA wird erstellt.
1976 Erstes St. Galler OpenAir.
1977 Die Geissbergbrücke wird in Betrieb genommen, sie verbindet die Zürcherstrasse mit Abtwil.
1977 Bei der Verzweigung Hinterlauben wird der Neugasse-Brunnen erstellt. Verwendet wird der Brunnentrog der sich einst bei der Frauenarbeitsschule an der Gallusstrasse befand.
1977 Das Gebäude am Bahnhofplatz, das zuerst als Post gebaut und später als Rathaus seinen Dienst tat, wird abgebrochen. Da mit dieser Baulücke der Bahnhofplatz vergrössert wird, wird auch die Strasse westlich davon, die Zollhausstrasse aufgehoben.
1977 Die erste «Ostschweizer Frühlings Messe», später «Ostschweizer Frühlings - und Freizeit- Ausstellung» wird durchgeführt.
1977 Max Hungerbühler, Kaufmann, Unternehmer, wird zum 4. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1977 Das Kino Säntis an der Lämmlisbrunnenstrasse bekommt den Namen Tiffany.
1977 Das monumentale altehrwürdige Helvetiagebäude wird abgebrochen, für viele Stadtbewohner ein Verbrechen an einem Baudenkmal, heute steht dort die Kantonalbank.
1977 26./27. August
Das St. Gallervolk kann erstmals offiziell das neue Rathaus besichtigen.
1977 Gründung Seniorentheater St. Gallen.
1977 Der Uhler, Conzert und Trinkhalle, wird geschlossen.
1978 25. August
Einweihung des vor dem Katharinenkloster erstellten Brunnens.
1978 Gründung der Musikschule der Stadt St. Gallen.
1978 Hermann Bauer, Dr. phil. Lokalredakteur, Schriftsteller, wird zum 5. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1978 Hans Huber, Professor, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1978 Anlässlich der Bemühungen um eine Buslinie in das Quartier, wird der Quartierverein Dietli-Hölzli gegründet.
1978 Die Institution «Chinderhus Grütli», eine Kinderkrippe die Kinder vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt betreut, wird gegründet.
1978 Die Menzinger Schwestern können gemeinsam mit der heutigen Trägerschaft, Ärzteverein Klinik Stephanshorn, Blumenau-Léonie Hartmann-Stiftung, Stadt und Kanton St. Gallen, die Eröffnung der Stephanshornklinik feiern. Die neue Klinik ist auf die Privatspitäler Blumenau und Notkerianum zurück zu führen.
1978 Die Volleisen-Spinnereibrücke wird abgebrochen.
1979 Der «St. Galler Bär», der monatliche Gratisanzeiger erscheint zum letzten Mal.
1979 1. Mai
Das Restaurant zum Goldene Schäfli an der Metzgergasse, einstmals Zunfthaus der Metzger, kann nach seiner Rettung vor dem Abbruchhammer und nach einer umfassenden Renovation wieder eröffnet werden.
1979 Die Ortsbürgergemeinde übergibt dem Kanton die Stadtbibliothek Vadiana, die sich nun Kantonsbibliothek Vadiana nennt.
1979 Wanda und Herta Bentele, werden gemeinsam zur 6. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1979 Die Museen, bis dahin im Besitze der Ortsbürgergemeinde, werden an die Stiftung der St. Gallermuseen übertragen.
1979/80 Die ehemalige Klinik Notkerianum wird zum Alters- und Pflegeheim.
1979 1982 Erstellung der Anschlüsse Kreuzbleiche und Splügenplatz - St. Fiden.
1979 Die Stadt St. Gallen erhält das Europa Nostra Diplom.
1980 2. Januar
Die Stadtpolizei St. Gallen führt als erste Schweizer-Polizei das System des Kontaktbeamten ein.
Ergänzung
1980 Aus dem einzelnen Kino Rex werden Rex 1 bis 3.
1901 Die Offiziersmesse auf der Kreuzbleiche wird zum privaten Gastronomiebetrieb, Restaurant Kastanienhof.
1980 Das alte schützenswerte Gemeindehaus und alte Post in St. Fiden, wird von der Stadt an private veräussert.
1980 René Gilsi, Zeichner und Maler, wird zum 7. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1980 Die alte Splügenbrücke, die die Lindenstrasse mit der Notkerstasse verbunden hat, wird abgebrochen.
1980 Eidg. Schwing- & Älplerfest auf der Kreuzbleiche - 34'000 Zuschauer.
1980 Die Militärkaserne der Infanterie auf der Kreuzbleiche wird abgebrochen.
1980 Die eiserne Filtrox-Fachwerkbrücke bei der Spisegg wird durch eine neue Betonbrücke ersetzt.
1980 Gründung der Politischen Frauengruppe.
1980 Die Stadt erhält ein Frauenhaus, geführt durch den Verein zum Schutz misshandelter Frauen.
1980 Umfassende Restaurierung des historischen Kantonsratssaales, die auch technische Einrichtungen einbezieht.
1980 Einweihung der Geriatrischen Klinik beim Bürgerspital.
1980 Der Wildpark Peter und Paul erhält ein Luchsgehege.
1980 Die Stadt zählt 71'671 Einwohner.
1981 23. März
Nach der Renovation der St. Mangenkirche wird die Turmkugel mit neuen Dokumenten versehen und wieder auf dem Turm befestigt.
1981 Stadtpräsident, Heinz Christen (SP).
1981 Heinz Christen, Jurist, Stadtammann, wird zum 8. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1981 Erstes Konzert in der zur Aktionshalle umfunktionierten ehemaligen Grabenturnhalle des Grabenschulhauses, jetzt Grabenhalle genannt.
1981 28. April
Die Zustimmung zum Überbauungsplan Bleicheli macht aus dem alten Quartier ein modernes Dienstleistungszentrum.
1981 19. Juni
Beat Breu gewinnt als erster St. Galler die Tour de Suisse.
1981 9. November
Im Estrich des Regierungsgebäudes wird das neue Kriminalmuseum eröffnet.
1981 Die vollständig erneuerte ARA Hofen bei Wittenbach wird in Betrieb genommen.
1982 Die Freie Evangelische Kirche kann ihren neuen Versammlungsort an der Goldbrunnenstrasse einweihen.
1982 Paul Huber, Komponist, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1982 Krematorium-Neubau mit drei elektrischen Öfen.
1982 Martin Furgler, Sportchef Schweizerfernsehen, wird zum 9. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1982 Die «Ostschweizer Frühlings Messe» bekommt den Namen «Ostschweizer Frühlings - und Freizeit- Ausstellung».
1982 Umbenennung des Quartiervereins Bahnhof-Riethüsli in Quartierverein Riethüsli.
1982 Gründung des Ostschweizer Bogenschützenvereins St. Gallen.
1982 August
Die Werkstätten und die Verwaltung der
Valida werden in Betrieb genommen.
1982 Einrichtung eines Lapidariums im westlichen Gewölbekeller der Kathedrale.
1983 Heinz Müller, Zeichnungslehrer, wird zum 10. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch). Die von Max Oertli und René Engeler entworfene Föbü-Kanone wird erstmals zum Verschuss des Ehren-Födlebürgers benützt.
1983 Erste OFFA-Pferdeausstellung.
1983 Der zentrale Platz in St. Fiden muss dem Zubringer für die neue Splügenbrücke und für den Autobahnanschluss geopfert werden, der Dörflibrunnen wird versetzt.
1983 Die Wildparkgesellschaft erstellt auf Peter und Paul einen Informationspavillon.
1983 Eröffnung des Gallusmarktes, Favrestrasse 6.
1983 Die durch Immissionen genervten Anwohner des Grabenkellers, bringen es mit stetem Druck fertig, dass die Feuerwehr dort keine Rauchübungen mehr durchführt.
1983 An Stelle der Friedhofskapelle im Feldli wird nun die neu erstellte Abdankungshalle beim Krematorium benutzt.
1983 Die Taubstummenanstalt erhält einen den Gegebenheiten angepassten neuen Namen nämlich Sprachheilschule.
1983 5. Juli
Schliessung des Kinos Capitol an der Kreuzung Kornhaus-, Vadianstrasse.
1983 Der Pharmabetrieb Galenica übernimmt die Laboratoires Hausmann S. A. im Rechen.
1983 15. Juli
Eröffnung der neuen Splügenbrücke.
1983 Der klösterliche Stiftsbezirk wird als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt.
1983 6. September
Der Stadtrat beschliesst, dass der Platz zwischen Markt-, Spiser-, Multergasse und Hinterlauben nun Bärenplatz heissen soll.
1983 9. Dezember
Eröffnung des Hotel Einstein.
1984 Radio Aktuell, das erste private Lokalradio der Ostschweiz, geht auf Sendung.
1984 Der Pfandleihbetrieb der Städtischen Mobiliar-Leihkasse stellt seinen Betrieb ein.
1984 Franz Jäger, Dr. oec. Hochschulprofessor, wird zum Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1984 Die Rötelibrücke, eine Verbindung zwischen der Kreuzbleiche und den Liegenschaften nördlich der tiefergelegten Rosenbergstrasse (Josefshaus), wird eröffnet.
1984 1. St. Galler Altstadtlauf.
1984 12. März
Tixi, der Fahrdienst für Behinderte wird gegründet.
1984 6. bis 8. Juli
Eidgenössisches Jodlerfest.
1984 Gründung des Seniorenorchesters St. Gallen.
1984 Oktober
Einweihung der Sporthalle Kreuzbleiche.
1985 Die sich im Besitze der Ortsbürgergemeinde der Stadt St. Gallen befindende Armen und Arbeitsanstalt Kappelhof in Wittenbach wird zum Alterszentrum.
1985 Mélanie Rietmann, Wirtschaftsjournalistin, wird zur 12. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1985 14. Juni
Der unter der Autobahnbrücke beim Schiltacker aufgehängte Velo- und Fussgängersteg übernimmt seine Aufgabe.
1985 Das Jodelchöerli St. Gallen Ost wird gegründet.
1985 November
Geschäftshaus und Buchdruckerei Volksstimme an der Moosbruggstrasse wird abgebrochen.
1985 Das einstige Kino Hecht wird umgebaut und in das Kino Scala integriert.
1985 Die Buchhandlung Rösslitor richtet im 1965 geschlossenen Restaurant Peter ihren Universitäts-Bücherladen ein.
1985 Die Kantonspolizei setzt erstmals einen Personalcomputer ein.
1985 2. Oktober
Beim Spiel gegen Inter Mailand (0:0) wird auf dem Espenmoos mit 16'200 Zuschauern ein Zuschauerrekord aufgestellt.
1985 Bauverwaltung überlässt die ehemalige Friedhofskapelle des Feldlifriedhofes der griechisch-orthodoxen Gemeinde als Kirche.
1985 Gründung der ersten verlagsunabhängigen Journalistenschule auf Hochschulniveau in der Schweiz.
1986 Mai
Der Verein Frauenbibliothek und Fonothek
Wiborada wird gegründet.
1986 30. Oktober
Einweihung der Ökumenische geführten Haldenkirche.
1986 Zabi Widmer, Dr. rer. pol. Unternehmer, wird zum 13. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1986 Hans Rudolf Hilty, Schriftsteller, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1986 Der seit 1919 magazinierte Erker des ehemaligen Hauses zum Kamel an der oberen Marktgasse ist jetzt an der Spisergasse zu bewundern. Das einst zwischen den Etagen angebrachte hölzerne Kamel-Relief ist im Historischen Museum zu bewundern.
1986 Die Theatergruppe St. Otmar wird aus der Taufe gehoben.
1987/88 1. September
Im Westen der Stadt wird die Fernwärmeversorgung eingeführt, gespiesen wird sie von der
KVA.
1987 18. Januar
Nachdem die Patres der Schönstatt-Bewegung 1986 an der Langasse 21 ein Haus übernehmen und umbauen konnten, wird durch Bischof Otmar Mäder die Kapelle eingeweiht.
1987 Eine extra gegründete Stadiongenossenschaft kauft für 3.3 Millionen Franken das Espenmoos und rettet damit den Fussballclub St. Gallen vor dem Ruin.
1987 Markus Romer, Lehrer, Gemeinderatspräsident, wird zum 14. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1987 1. Juli
Einweihung der Stadtautobahn, Bild - Neudorf mit dem Rosenberg- 1435m und dem Stephanshorntunnel 570m.
1987 Die Stiftung Suchthilfe beginnt mit dem Betrieb der Gassenküche.
1988 Die Färberei Sittertal schliesst seine Tore.
1988 Das Restaurant Guggeien Höchst, ist nach langen Verlotterungsjahren endlich umgebaut worden und wieder als Ausflugsrestaurant benützbar.
1988 Das Museum im Lagerhaus öffnet seine Tore.
1988 Trudy Hermann, Sozialarbeiterin, wird zur 15. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt.
1988 Die Gaiserbahn SGA fusioniert mit den Appenzeller Bahnen.
1988 25. Dezember
Das seit Monaten leerstehende Hotel Hecht wird besetzt, es soll kulturellen Zwecken dienen.
1988 Am Gallusplatz und in der Webergasse zieht der erste Christkindli-Markt viele Interessenten an.
1989 Hansjörg Werder wird Bürgerratspräsident.
1989 In den Öffnungszeiten des Bades auf Drei Linden, stellt die Stadt einen gratis Badebus, Bahnhof - Drei-Linden zur Verfügung.
1989 Oskar Fritschi, Kaufm. Leiter Stadttheater, wird zum 16. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1989 Aussenrestaurierung der Pfalz und des Hofflügels.
1989 Der Unichor St. Gallen wird gegründet.
1989 Die SGA und die Appenzellerbahn nennen sich nun Appenzellerbahnen.
1989 Die Ausbildungsstätte (Journalistenschule) wechselt unter das Dach des St. Galler Tagblattes und nennt sich jetzt, Schule für Journalismus.
1989 1992 Die Linsebühlkirche wird saniert, der Zustand vor der durch Unfähigkeit vandalisch anmutenden Renovation von 1941 kann detailgetreu wieder rekonstruiert werden.
1990 Die Stadt zählt 70'881 Einwohner.
1990 Beat Breu, Velorennfahrer, wird zum 17. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1990 Die Ersparnisanstalt hat im Haus zur (Grünen Tür) ihren neuen Sitz.
1990 30. Juni
Ein Stück Stadtgeschichte endet mit der Schliessung des Restaurants Solitüde. Versuche das verlotterte Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen scheiterten an der Sturheit des St. Gallisch-Appenzellischen Heimatschutzes.
1990 Niklaus Meienberg, Schriftsteller, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1990 Auf Peter und Paul eine zeitgemässe Bärenanlage zu errichten scheitert an immer neuen Auflagen.
1990 Da der Trog des Neugasse-Brunnens bei der Abzweigung Hinterlauben durch Vandalen (Verbrennen von Altpapier) undicht geworden war, wird er durch einen von der Firma Schmitt AG erstellten Trog ersetzt.
1990 Stadt und Kanton St. Gallen, unterstützt von den städtischen Kirchgemeinden sowie der Pro Juventute St. Gallen, gründen die Stiftung «Hilfe für Drogenabhängige».
1990 Da der Damm des Rütiweihers den Auflagen der Eidg. Talsperrenverordnung nicht mehr genügt muss der Weiher aus Sicherheitsgründen entleert werden.
1991 Gründung der Fasnachtsgesellschaft.
1991 13. September
Beim Vadiandenkmal etabliert sich ein Bauernmarkt.
1991 November
Gründung der Stiftung Hexenburg und die Überführung des Vermögens der ehemaligen Städtischen Mobiliar-Leihkasse in die Stiftung, Ziel ist die Unterstützung gemeinnütziger Hilfswerke sowie hilfsbedürftiger Einzelpersonen und Familien in der Stadt St. Gallen.
1991 Neue Buslinie der VBSG, Neudorf - Universität.
1991 Die Helvetia Versicherung schenkt der Stadtbevölkerung 800`000.- Franken zur Renovation der Volière.
1991 Eröffnung des rund 2.6 km langen Steinachstollens der in fünfjähriger Bauzeit gegraben wurde. Die alte Steinacheindohlung ist nur noch ein Mischwasserkanal der zur ARA Hofen führt.
1991 7. November
20 Jahre nach dem Abbruch des alten Stadttheaters kann an jener Stelle endlich die Eröffnung des «Markt am Bohl» gefeiert werden.
1992 Der Uhlersaal, einst als Konzert und Trinkhalle gebaut, wird abgebrochen.
1992 Öffentlich rechtliche Anerkennung der Israelitischen Gemeinde St. Gallen.
1992 Hubert Schlegel, Polizeikommandant, Stadtrat, wird zum 18. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1992 Die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen VBSG errichten eine Buslinie nach Mörschwil.
1992 13. März
Grossbrand im oberen Teil der Gallusstrasse an der fünf Häuser brennen, leider sind infolge der Rauchentwicklung auch vier Menschenleben zu beklagen.
1992 Die letzten vier Menzinger-Schwestern verlassen altersbedingt das Altersheim Lindenhof an der Lindenstrasse.
1992 Erstmals sind auch Frauen im aktiven Feuerwehr-Einsatz.
1992 St. Gallen erhält den Wakkerpreis.
1993 17. Januar
Gründung des Vereins ASS, aktive Seniorinnen und Senioren der Stadt und der Region St. Gallen.
1993 Liana Ruckstuhl, lic. phil. Lehrerin, Stadträtin, wird zur 19. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt.
1993 30. September
Das Straussengässlein wird mit Stadtratsbeschluss in
Paracelsusgässlein umbenannt.
1993 Mai
Nach aufwändigen Renovations- und Umbauarbeiten kann die 1909 von Gottfried Julius Kunkler erbaute Tonhalle, ein Jugenstilgebäude, als Kultur- und Kongresszentrum wieder eröffnet werden.
1993 Erstes gemeinsames Adventssingen auf dem Klosterplatz.
1994 13. März
Brandstiftung mit Explosionsfolge im Amt für Umweltschutz an der Sternackerstrasse. Es stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter Hugo Märkli, nach Unterschlagungen die Spuren verwischen wollte und nach der Benzindampfexplosion selber ums Leben kam.
1994 Herbert Egger, Redaktor, wird zum 20. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1994 Das Imbodenhaus wird eingeweiht, es bietet körperbehinderten Personen 21 Wohn- und Arbeitsplätze.
1994 Eveline Hasler, Schriftstellerin, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1994 An der der Verzweigung Löwen-, Brühlgasse wird ein neuer Brunnen erstellt.
1994 Ende Jahr, letzter Gottesdienst in der St. Leonhardkirche, mangelnder Kirchgang ist die Ursache.
1994 1997 Bau des Rosenbergstollens vom Hätterenwald bis zum Blumenbergplatz, er dient der Trinkwasserversorgung der Stadt.
Ergänzung
1995 Polizeihauptmann Paul Grüninger wird postum rehabilitiert.
Ergänzung
1995 Walter Eggenberger, Journalist, (10 vor 10), wird zum 21. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1995 29. März
Bischof Ivo Fürer,
Präkonisierung durch Papst Paul II.
1995 Die ersten Doppelstock-Postautos der Schweiz verkehren auf der Strecke St. Gallen - Heiden.
1995 Durch ein Leck in einer Galvanikfirma strömt ein Zyanid-Wasser-Gemisch über einen Seitenbach in die Sitter und vergiftet diese im Bereiche der Stadt bis hinunter nach Bischofszell.
1995 3. Oktober
Die vollständig neu erbaute St. Leonhardsbrücke kann dem Verkehr übergeben werden.
1995 Die Polizeiführung der Kantonspolizei quartiert sich im Haus Zeughausgasse 20 ein.
1995 Das Gebiet Dreilinden / Notkersegg wird unter Naturschutz gestellt.
1995 Der Damm beim Mannenweiher wird infolge der Eidgenössischen Talsperren-Verordnung für 150'000.-- Franken verstärkt.
1996 1. Januar
Der Gehörlosen Sportclub und der Gehörlosenverein fusionieren zum heutigen Gehörlosenclub.
1996 Erstellung der neuen Bushaltestelle am Marktplatz, Calatravahalle genannt, entworfen vom Architekten Santiago Calatrava Valls.
1996 Der TSV St. Otmar-St. Gallen Handball-Frauen wird aus der Taufe gehoben.
1996 Peter Hold, Dr. rer. publ. Bezirksgerichtspräsident, wird zum 22. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1996 20. März
Korporal Rudolf Himmelberger von der Stadtpolizei verfolgt mit einem Kollegen zwei flüchtende Einbrecher. Auf dem Areal der Gaiserbahn wird er von einem der Einbrecher von hinten erschossen. David Limoncelli, wird als Mörder zu 17 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hat immer seine Unschuld beteuert und sich 12 Jahre später in der Zelle das Leben genommen.
1996 An der Lerchenfeldstrasse wird das neue EMPA-Gebäude eingeweiht.
1996 Das Atelier für blinde und sehbehinderte Menschen, an der Schachenstrasse 9, eröffnet seine Türen.
1996 An der Lämmlisbrunnenstrasse 34 wird die neue Garage der Kantonspolizei eröffnet.
1996 Vereinigung der Samaritervereine St. Gallen Centrum und St. Gallen West zum Samariterverein St. Gallen Centrum / West.
1996 30. Dezember
Auch die «Ostschweizer AZ» geht ein. Damit verschwindet die linke Ostschweizer Presse endgültig aus der Zeitungslandschaft.
1997 Der Bürgerrat der Ortsbürgergemeinde, bis anhin durch elf Personen repräsentiert, wird inklusive Bürgerratspräsident auf sieben Personen reduziert.
1997 Alfons Sonderegger, Pfarrer, wird zum 23. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1997 Der schwelende Streit um den wertvollen Globus der von den Zürchertruppen 1712 aus dem Kloster gestohlen wurde, entflammt sich nach einer Rückgabeaufforderung der Stadt St. Gallen erneut.
1997 Die Schule für Journalismus, eingegliedert ins St. Galler Tagblatt, stellt ihren Lehrbetrieb ein.
1997 30. Dezember
Die Zeitung «Ostschweiz» streicht ihre Segel. Sie stand immerhin im 124. Jahrgang und war mitten in den Vorbereitungen zum 125-Jahrjubiläum.
1998 Die Stiftung «Hilfe für Drogenabhängige» wird in «Stiftung Suchthilfe» umbenannt.
1998 Christa Zingg, Lehrerin Geschäftsführerin LC Brühl, wird zur 24. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt.
1998 Der Ausbau des Pfalzkellers fördert 40 frühmittelalterliche Gräber zu Tage.
1998 Der Hauptsitz der Firma Christian Fischbacher Co. AG wird an die Möwenstrasse in Winkeln verlegt.
1998 Roman Signer, Künstler, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
1998 Die Stadtpolizei kann an der Vadianstrasse 57 ihr neues Quartier beziehen.
1998 1. Oktober
Inbetriebnahme des Seewasserwerkes in Frasnacht.
1998 Gründung des Vereins St. Galler Bauernmarkt.
1999 11. Januar
Der 37-jährige Lehrer Paul Spirig, zweifacher Familienvater, wird von Ded Gecaj, Vater einer Schülerin, erschossen.
Ergänzung
1999 Ein Traditionsbetrieb, die Zweibruggenmühle stellt ihren Betrieb ein.
Ergänzung
1999 Christoph Sigrist, Pfarrer, wird zum 25. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
1999 14. August
Feierliche Eröffnung des hauptsächlich von und für die Klubschule der Migros im innern neu gestalteten Bahnhofgebäudes.
1999 Das Gebäude der Brauerei Felsenkeller, später zur Brauerei Bavaria umbenannt, wird abgebrochen.
1999 Die Hungerbühler AG schliesst die Zweibruggenmühle.
1999 Auf Peter und Paul wird ein Wildkatzengehege erstellt.
1999 18. September
Der Brunnen an der Verzweigung Löwen-, Brühlgasse erhält eine Skulptur des Eisenplastikers, Toni Calzaferri aus St. Margrethen, gestiftet von der Studentenverbindung «Alt-Zofingia» St. Gallen anlässlich ihres 175 Jahr Jubiläums.
1999 Oktober
Der aktuell Mannschaftsbestand der Berufsfeuerwehr beträgt inklusive 5 Offizieren 41 Mann.
1999 2. November
Das Kongresshaus Schützengarten wird abgebrochen.
1999 An der Vadianstrasse, früher im Frongarten, wird zwischen dem Textilmuseum und dem Haus Nr. 6, ein Ziehbrunnen aus dem 17. Jahrhundert freigelegt.
1999 Eröffnung des renovierten Pfalzkellers, Architekt ist Santiago Calatrava.
1999 19. Mai
Eröffnung der Kantonalen Notrufzentrale (schwangere Auster genannt), Architekt ist Santiago Calatrava.
2000 Regine Weingart, Schauspielerin, Sängerin, wird zur 26. Ehren-Födlebürgerin (Föbü) ernannt.
2000 Die Ortsbürgergemeinde der Stadt St. Gallen verkauft der Politischen Gemeinde Wittenbach das Alterszentrum Kappelhof.
2000 22. Oktober
Die 47 Jahre alte legendäre Halle 7 der
OLMA wird kurz nach Ausstellungsende bei einem Grossbrand völlig zerstört. Der in der ganzen Ostschweiz bekannte Satz, (am föfi im siebni) ist Vergangenheit.
2000 Der FC St. Gallen ist Schweizermeister.
2000 20. April
Der Neuguss der Figuren am Broderbrunnen wird mittels
Wachsausschmelzverfahren in Bronce realisiert und der Brunnen wieder neu eingeweiht, die Originalfiguren, in Kupfer gefasste Gipsfiguren, sind in Obhut des Historischen Museums.
2000 Die Stadt zählt 69'774 Einwohner.
2000 2003 Aussenrestaurierung der Kathedrale.


2001 bis 2050
2001 Thomas Scheitlin wird Bürgerratspräsident.
2001 Die Verhandlungen mit den Zürchern betreffs der anlässlich des zweiten Villmergerkrieg von 1712 von ihnen gestohlenen Kulturgüter ist Erfolglos. Die St. Galler-Regierung kündigt deshalb an, die Rechtslage durch das Bundesgericht beurteilen zu lassen.
2001 Malcolm Green, Musiker, wird zum 27. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2001 2004 Klosterrenovation.
2002 Endlich wird der sehr baufällige (Neuhof), dass Gebäude bei der Lienhardsbrücke abgerissen und ein Neubau ertstellt.
Kommentar
2002 Walter Tobler, Gastwirt, wird zum 28. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2002 Die Zollikofer AG kann im neuen Druckzentrum, mit der neuen Zeitungsrotation und mit der Spedition in St. Gallen-Winkeln ihre Arbeit aufnehmen.
2002 Im Tierpark Peter und Paul können die Murmeltiere ihr neues Gehege beziehen.
2002 21. Juni
Mit dem Ziel der Dezentralisierung der staatlichen Institutionen hat sich nach dem Ständerat nun auch der Nationalrat für den Bundesverwaltungsgerichtsstandort St. Gallen entschieden.
2002 29. August
Gestützt auf Artikel 44 Absatz 3 der Bundesverfassung bittet St. Gallen beim Bundesrat um Vermittlung. Gegenstand des Zwistes sind der von den Zürchern 1712 gestohlene Globus und diverse Schriften und die Weigerung Zürich zur Rückgabe.
Kommentar
2002 Pic (Richard Hirzel), Clown, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
2002 Die Volièregesellschaft nimmt offiziell die Wildvogelpflegestation in ihre Statuten auf.
2002 Die Stiftung Ostschweizer Kinderspital betreibt im Auftrag des Kantons neben dem Kinderspital und der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege das Kinderschutzzentrum mit Jugendnotruf und Schlupfhuus.
2002 22. September
Der Hospitz-Dienst nimmt seine Arbeit auf.
2003 Auf dem Klosterhof wird bei Freibier und Bratwurst mit einer imposanten Festaufführung vor einer riesigen Volksmenge der zweihundertste Jahrestag des Kantons St. Gallen gefeiert.
2003 Die Kantonalbank übernimmt die Bank Thorbecke AG.
2003 Willy Haag, Regierungsrat, wird zum 29. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2003 28. November
Das Grand Casino St. Gallen eröffnet seine Tore, es steht dort wo einst die St. Jakobskapelle stand.
2003 Gründung der Stiftung Benevol St. Gallen, einer Dienstleistung des Schweizerischen Roten Kreuzes.
2003 Infolge Platzmangels wird die Schokoladenfabrik Maestrani nach Flawil verlegt und dort mit der Firma (Munz) vereinigt.
2004 24. Januar
Fahrzeugbrand in der Tiefgarage des Rathauses, durch die Rauchentwicklung entsteht in allen Etagen erheblicher Sachschaden.
Ergänzung
2004 Peter Stössel, lic. rer. publ. Unternehmer, wird zum 30. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2004 An der Lindenstrasse 139 installiert sich das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits und Sozialberufe St. Gallen, BZGS, mit der Schule für die Grundbildung.
2004 Die Länge des städtischen Kanalisationsnetzes ist ca. 280 Km.
2004 Die OLMA-Halle Nr.14 an der Steinachstrasse wird abgebrochen.
2004 11. September
Durchführung der ersten St. Galler Museumsnacht.
2004 Die OLMA trägt jetzt den Titel «Schweizermesse für Landwirtschaft und Ernährung».
2004 25. Oktober
Die erste Erdgaszapfsäule in der Stadt wird an der Rorschacher-Strasse 271 durch die Stadtwerke offiziell in Betrieb genommen.
2004 5. Dezember, 02:52:48
Ein Erdbeben nördlich vom Freiburg (D) schüttelt auch bei uns viele Menschen wach.
2004/05 Die Kirche St. Maria im Neudorf wird einer umfassenden Renovation unterzogen.
2005 2006 Stadtammann, Franz Hagmann (CVP).
2005 Das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits und Sozialberufe St. Gallen, BZGS, eröffnet an der Grütlistr. 1 die höhere Fachschule.
2005 José Staub, (Retter des Bundeshausplatzes), wird zum 31. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2005 März
Ein Prototyp des neuen Marktstandes namens Klipp-Klapp wird auf gestellt.
Kommentar
2005

* einer der 10 Neubeiträge
3. März
Eröffnung von Coop City am Bohl, er ersetzt das Warenhaus
EPA das dort seit 1931 bestand.
2005 7. März
Abbruch der Liegenschaft Maestrani, der ehemaligen Schokoladefabrik.
2005 Die OFFA bekommt den Namen «Ostschweizer Frühlings – und Freizeit – Messe».
2005 21. April
Die Hochschule für öffentliche Verwaltung in Lausanne, hat Riehen (BS), Zug und an dritter Stelle die Stadt St. Gallen als die Lebenswertesten Städte mit über 10'000 Einwohnern der Schweiz erkoren. Berücksichtigt wurden insgesamt 30 Kriterien wie die Steuerbelastung, die Arbeitslosenquote, Mietzinse, Umwelt, Zukunftsinvestitionen usw. usf.
2005 24. April
Die evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Gallen Zentrum stimmt dem Verkauf der St. Leonhardskirche an einen Winterthurer Architekten zu.
2005 16. Juni
Das Kino Palace wird geschlossen.
2005 15. August
Die
VBSG startet den Busbetrieb nach Oberhofstetten.
2005 3./4. September
Einweihungsfest für die neue Eishalle im Lerchenfeld.
2005 15. September
Symbolischer Baubeginn für das neue Fussballstadion in Winkeln.
2005 15. Oktober
Im Lerchenfeld wird das einzigste Ausseneisfeld der Region eröffnet.
2005 3. November
Im Bleicheliquartier ist die rote Stadtlounge der Künstlerin Pipilotti Rist, gesponsert von der Raiffeisenbank, eröffnet worden.
2005 1. bis 22. Dezember
Erster St. Galler Weihnachtsmarkt.
2005 20. Dezember
Ein erster, alter
Trolleybus, mit einem zweiten Gelenk versehen, mit Niederflurplattform und um 7m verlängert, ist für die VBSG angekommen, es stellt sich heraus, es ist nichts anderes als ein untaugliches Gebastel.
2006 1. Januar
Die städtische Ombudsstelle nimmt ihre Arbeit auf.
2006 28. Januar
Der Bahnhof resp. das Gebäude des Bahnhofs St. Fiden ist ab heute geschlossen, eine Konsequenz der Automatisierung.
2006 26. Januar
Anpfiff zur Euro06 (Europameisterschaft der Handballer) an der die Sporthalle Kreuzbleiche als Austragungsort vertreten ist.
2006 1. Februar
UBA, die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter wird in der Stadt aktiv.
2006 Markus Fuchs, Springreiter, Weltmeister, wird zum 32. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2006 4./5. März
In der Stadt fallen rekordverdächtige 60 cm Schnee.
2006 Das einst im Volk sehr beliebte Ausflugsrestaurant Alt Guggeien, ab 1973 leider als teurer Gourmettempel missbraucht, wird abgerissen.
2006 6. April
König Harald V. und Königin Sonja von Norwegen besuchen die Stiftsbibliothek.
2006 27. April
Der seit vielen Jahren andauernde
Kulturgüterstreit zwischen St. Gallen und Zürich ist nun mittels Schiedsspruch beigelegt.
Kommentar
2006 22. Mai
Nach längeren Um- und Neubauten am Stadion des FC Brühl, kann dieses nun mit seinem neuen Namen
Paul Grüningerstation) wieder seinem Zweck dienen.
2006 23. Juni
Mit Carmina Burana (Lied- und Dramentexte) werden die 1. St. Gallerfestspiele eröffnet.
2006 Juni
Im Riethüsli wird die Turnhalle der gewerblichen Berufsschule eingeweiht.
2006 1. Juli
Die Trogenerbahn fusioniert mit den Appenzeller Bahnen.
2006 5. Juli
Bischof Markus Büchel,
Präkonisierung durch Papst Benedikt XVI.
2006 Übernahme der Badi Rotmonten durch die Stadt.
2006 Silvie Defraoui, Künstlerin, erhält den Kulturpreis der Stadt St. Gallen.
2006 18. November
Der scheidende UNO-Generalsekretär Kofi Annan besucht die Universität St. Gallen (
HSG). Er nimmt den mit 100'000 Franken dotierten 25. Freiheitspreis der Max-Schmidheiny-Stiftung entgegen, dieser Preis wurde ihm zwar schon 2003 verliehen, er konnte diesen damals wegen gesundheitlicher Problem nicht abholen.
2006 5. Januar
In der Stadt wird die erste Homosexuellen-Ehe geschlossen.
2007 Stadtammann, Thomas Scheitlin (FDP).
2007 Arno Noger wird Bürgerratspräsident.
2007 16/17/18. Februar
Einweihung des an Stelle der OLMA-Halle 14 erbauten Athletik-Zentrums mit der Schweizerischen Hallenleichtatletik-Meisterschaft.
2007 Werner Signer, Direktor Stadttheater, wird zum 33. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2007 Mai
Gabi und Heinrich Thorbecke erwerben das Kurhaus Oberwaid. Vormaliger Besitzer war das Kloster Baldegg.
2007 27. April
Einweihung des neu renovierten,
«Alterszentrum, am Schäflisberg».
2007 28. April
Die «Harmoniemusik St. Gallen West» wird auf «Westmusik St. Gallen» umgetauft.
2007 9. Mai
Im Historischen- und Völkerkundemuseum wird ein Kindermuseum eröffnet.
2007 15. Juni
Burgruine Rappenstein, nach der Rodung des Burghügels und zweiwöchigen Sondierungsgrabungen, kann der ganze Grundriss der Burg nachgewiesen werden. Ausserdem scheinen Keramikfunde und starke Brandspuren am Mauerwerk zu bestätigen, dass die Burg, im 12. oder 13. Jahrhundert gebaut und im 15. Jahrhundert von den Appenzellern gebrandschatzt wurde.
Ergänzung
2007 23. Juni
Offizielle Wiedereröffnung des neu renovierten Rathauses. Zu den Feierlichkeiten gehört auch die vom Artist Dimitri durchgeführte 20 minütige Hochseilwanderung vom Postturm zum Rathausdach.
2007 Vakanzen im Klosterbetrieb zwingen die Nonnen vom Notkersegg, auf die Produktion der beliebten Kloster-Chrapfen zu verzichten.
2007 Die CSIO Pferdesporttage werden schweizweit nur noch in St. Gallen durchgeführt.
2007 Aus für die bewährte Übungsschule im Hadwigschulhaus.
2007 22. August
Mit erstaunen, zum Teil erfreut zum anderen Teil etwas besorgt, vernehmen die Stadtbewohner, dass das St. Katharinenklösterchen an das Bankhaus Wegelin verkauft wird.
2007 28. August
Das Stadtparlament beschliesst, für die Sicherheit in der Innenstadt 21 und für die Umgebung der
AFG-Arena 15 Überwachungskameras anzuschaffen.
2007 Das Einkaufszentrum Webersbleiche, erstellt von Architekt Marcel Ferrier, wird eröffnet.
2007 5. Dezember
Im Riethüsli wird die unschöne Passerelle über die Teufenerstrasse eingeweiht.
2007 9. Dezember
Die
VBSG bedient ab sofort auch den Hinterberg.
2007 20. Dezember
Grossbrand in der seit 1995 nicht mehr für Gottesdienste genutzten St. Leonhardkirche, der ganze Dachstock wird zum Opfer der Flammen. Die einstige Kirche diente kulturellen Veranstaltungen.
2008 Der Rettungsdienst des Kantonsspitals fährt neu nicht mehr im Rettungsfahrzeug mit, sondern im eigenen Einsatzfahrzeug.
2008 Bei der Überbauung des Birnbäumenhanges werden Versteinerungen gefunden die bis zu 18 Millionen Jahre zurückdatiert werden können.
2008 In der Sternwarte der Kantonsschule, am Unteren Brand gelegen, wird das nahezu 100-jährige Teleskop ersetzt. Ermöglicht durch eine Spende des (Ehemaligenvereins).
2008 5. Februar
Die Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG) übernimmt von den bisherigen Besitzern, «Barmherzige Brüder von Maria-Hilf» das Pflege- und Betagtenheim Josefshaus.
2008 2. Februar
Die Gebrüder Riklin, Kunstschaffende, werden gemeinsam zum 34. Ehren-Födlebürger
(Föbüs) ernannt.
2008 22. Februar
Das 1885 erstellte Schulhaus Krontal wird nach einer intensiven Renovationsphase wieder seiner Bestimmung übergeben.
2008 6. März
Eröffnung der Shopping Arena in der sich noch im Bau befindenden
AFG-Arena.
2008 5. April
St. Gallen stellt für das laufende Jahr den schönsten Mann der Schweiz, es ist dies der 23 jährige Stephan Weiler.
2008 14. Mai
Eröffnung des Rollparks bei der Kreuzbleiche.
2008 Aus für Radio Aktuell, dass nun zusammen mit Radio Ri zu FM1 mutiert.
2008 10. Mai
Einweihung des bosnisch-islamischen Zentrums mit Gebetshaus in St. Fiden.
2008 20. Mai, 20:00 Uhr
Letzter Anpfiff auf dem altehrwürdigen Espenmoos mit einer Blamage. Der FC St. Gallen verliert in der Barrage gegen Bellinzona 0:2 was den Abstieg in die Challenge League bedeutet. Ein trauriger Abschied vom Spielfeld auf dem seit 1910 gespielt wurde.
2008 29. Mai, 20:00 Uhr
Erster Anpfiff in der
AFG-Arena und 3:0 Sieg der Schweiz gegen Liechtenstein.
2008 28. Juni
Feierlich werden die beiden Quartiervereine Nordost und Langgass-Heiligkreuz zusammengeschlossen, der Quartierverein nennt sich jetzt Nordost-Heiligkreuz.
2008 2. Juli
Gründung der Sektion (Fussverkehr) in unserer Stadt, einer Interessenvertretung für die Fussgänger.
2008 Juli
Der Kanton eröffnet an der Teufenerstrasse, im ehemaligen EMPA Gebäude ein psychiatrisches Zentrum mit Bettenstation.
2008 Nach Max Hungerbühler's Tod schenken dessen Erben der Stadt grosszügig das Rütiweihergebiet.
2008 5. Juli
Offizielle Eröffnung der
AFG-Arena.
2008 7. Juli
Mit 1.3 Gigawattstunden pro Jahr speist nun das neu umgebaute Kleinkraftwerk Burentobel das städtische Netz.
2008 30. August
Eröffnung der neu gestalteten Lämmlisbrunnenstrasse.
2008 Pünktlich zur OLMA-Eröffnung wird die totalsanierte Brühltorunterführung nach einem Jahr wieder dem Publikum zugänglich gemacht.
2008 29. Oktober
In der mexikanischen Stadt San Lui Potosi wird der Stadt St. Gallen der
city people light award für die Beleuchtung auf dem Raiffeisenplatz der dritte Rang zuerkannt.
2008 November
Das Kurhaus Oberwaid schliesst seine Tore, geplannt ist ein Neubau mit neuem Kurkonzept.
2008 4. November
Jetzt ist es offiziell, die St. Galler-Bratwurst steht nun im Register für Ursprungsbezeichnungen, sie darf nur noch im St. Gallischen, im Thurgau und in beiden Appenzell hergestellt werden.
2009 1. Januar
Letzter Auftritt des in der St. Peter und Paul-Kirche in Rotmonten beheimateten Kirchenmusik-Chores, Gallus-Kantorei.
2009 1. Januar
Die Ortsbürgergemeinde Rotmonten schliesst sich derjenigen von St. Gallen an.
2009 4. Januar, 16:30 Uhr
Ein gut wahrnehmbares Erdbeben erschüttert die Stadt. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 4.1 auf der Richterskala lag nach Angaben des Schweizerischen Erdbebendienstes in der Gegend von Buchs.
2009 8. Februar
Als Folge der brieflichen Stimmabgabe findet die erste Abstimmung ohne die immer weniger frequentierten Stimmlokale, Post Winkeln, Schulhaus Boppartshof, Hebelschulhaus, Schulhaus Rotmonten und Post Neudorf statt, einzig das Stimmlokal im Rathaus bleibt aus rechtlichen Gründen noch zugänglich.
2009 21. Februar
Der FC-St. Gallen-Präsident Michael Hüppi wird 35. Ehren-Födlebürger
(Föbüs) ernannt.
2009 24. Februar, ca. 6:00 Uhr
Die Stadt geht knapp an einer Katastrophe vorbei, Dach und Seitenwand der 2006 erstellten Turnhalle der gewerblichen Berufsschule an der Demutstrasse stürzen ca. zwei Std. vor einer Benützung ein.
2009 März
Bei Bauarbeiten an der Gallusstrasse und im Klosterhof werden Teile eines schon zuvor bekannten, beim einstigen Schmalzmarkt gelegenen, ca. 500 jährigen Friedhofs freigelegt.
2009 17. März
Die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen informieren künftig zusammen mit der Tagblatt-Onlineredaktion über Monitore in den Busen über aktuelles.
2009 20. März
Die Stadt St. Gallen erhält die Auszeichnung (European Energy Award Gold), der Preis wird vor allem für das Energiekonzept 2050 ausgesprochen, welches die 2000-Watt-Gesellschaft zum Ziel setzt.
2009 20. April
Die seit 1. Januar vereinigte Bürgerschaft der ehemaligen Ortsbürger von Rotmonten und derjenigen von St. Gallen führt ihre erste gemeinsame Bürgerversammlung in der Kirche St. Laurenzen durch.
2009 4. Juni
Nach vielen Jahre Pause wird die berittene Polizei wieder eingeführt, sie wird vor allem für gewisse Anlässe eingesetzt.
2009 6. Juni
Die
Replik einer Kriegsbeute von 1712, ein wertvoller Globus aus dem Kloster St. Gallen, wird in Zürich ausgestellt. Der Globus der die Zürcher immerhin auf ca. 860'000 Franken zu stehen kommt wird am 21. August offiziell den St. Gallern übergeben.
2009 8. Juni
Die auf
Paul Krüger zurückführende Krügerstrasse wird nach anfänglichem Widerstand offiziell umbenannt. Die Strasse nennt sich jetzt neu Dürrenmattstrasse.
2009 20. Juni
Offizielles Ende der
WG-Schule an der Felsenstrasse. Am Schlussakt zeigt sich der Unmut der Gemeinnützigen- und Hilfsgesellschaft (GHG) über den vor fünf Jahren gefällten, unverständlichen Schliessungsentscheid des Kantons.
2009 4. Juli
Die Badi Rotmonten kann nach einer Totalsanierung wieder ihren Betrieb aufnehmen.
2009 29. Juni
Eröffnung des Vadianweges an der Bernegg, auf seinen ca. 3 Kilometern wird mit Informationstafeln über das Leben Vadians berichtet.
2009 15. Juli
Das St. Galler-Tagblatt stellt fest, die im Norden und Süden der Stadt auf die Hügel führenden Treppen haben eine Gesamtlänge von 8.5 Kilometer.
2009 24. Juli
Die Stadt hat 72'079 Einwohner, Ausländeranteil 19'965 gleich 27.7% aus insgesamt 129 Nationen.
2009 11. August
Da die laufende Rechnung 2008 der Stadt St. Gallen mit einem Überschuss von 1,6 Mio. statt eines budgetierten Defizits von 3,3 Mio. Franken abgeschlossen hat, bekommen alle Bewohner der Stadt einen Fr. 50.-- Gutschein der in Geschäften auf Stadtgebiet eingelöst werden kann.
2009 17. August
Die englischsprachige International School St. Gallen (ISSG) nimmt ihren Betrieb mit 10 Schülerinnen und Schülern auf.
2009 21. August
Der 1595 von Abt Bernhard Müller für die Stiftsbibliothek erstandene und von den Zürchern 1712 als Kriegsbeute gestohlene Globus kehrt als gelungene
Replik nach St. Gallen zurück.
Ergänzung
2009 Die archäologischen Funde von 1964 bis 66 aus dem Kloster, die Professor Hans Rudolf Sennhauser (Ausgrabungsleiter) nach Zurzach verbrachte, werden von ihm in eine Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter eingebracht und so weiterhin dem Zugriff der Kantonsarchäologie und der Katholischen Administration entzogen.
Ergänzung / Kommentar
2009 8. September
Das Einstein-Kongresszentrum wird eingeweiht.
2009 9. Oktober
Aus einer Grube neben dem Tor zum Bischofssitz, wird mit einem Autokran ein Sandstein-
Sarkophag gehoben. Nachträgliche Untersuchungen ergeben, der Sarkophag stammt aus dem Steinbruch Kamelenberg bei St. Georgen.
2009 30. Oktober
Anlässlich des Fussballspiels vom Mittwoch 28. Oktober (FCSG / GC) wird gegen
Hooligans erstmals ein Schnellverfahren wegen Verdachts auf Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Beamte und Landfriedensbruch durchgeführt. Langjährige Verbote für Stationseintritte für Fussball und Eishokey und hohe Bussen wurden verhängt.
2009 5. November
Anlässlich der offiziellen Eröffnung des
Centers for Disability and Integration an der Universität St. Gallen, (CDI-HGG) hält der ehemalige US-Präsident Bill Clinton als Schirmherr der internationalen Stiftung eine Rede.
2009 19. Oktober
Das neue Schulhaus Schönenwegen wird in Betrieb genommen.
2009 6. November
Eine Donatorengruppe schenkt der Stadt eine Skulptur des Bildhauers Peter Kamm. Die Skulptur findet neben der Schillerlinde auf Dreilinden einen Platz.
2009 24. November
Ein Verkehrsflugzeug des Typs
Airbus A330-300 bekommt den Namen unserer Stadt.
2009 7. Dezember
Die Schweinegrippe-H1N1-
Pandemie bedingt, dass am Kantonsspital das nicht geimpfte Personal ab sofort mit Gesichtsmaske arbeiten muss. Auch Privatkliniken wie Stephanshorn schliessen sich diesem Aufruf an.
2009 14. Dezember
Mit dem Fahrplanwechsel wird die Haltestelle Birnbäumen (halt auf Verlangen) der Trogenerbahn in Betrieb genommen.
2009 18. Dezember
Nach acht monatiger Bauzeit wird die totalsanierte
Haggenbrücke wieder eröffnet.
2009 23. Dezember
Die
HSG St. Gallen verzeichnet 6418 Studierende aus insgesamt 80 Nationen.
2010 12. Januar
Der einstige Typograph und Drucker, Raymond Niethammer, schenkt der Kantonsbibliothek Vadiana seine umfangreiche Sammlung an Zeitungsstiteln, darunter viele Erst-, Jubiläums- und Abschiedsausgaben. Nach der bevorstehenden Mikroverfilmung und Digitalisierung wird die Sammlung künftig im Bibliothekskatalog eingang finden.
2010 11. Januar bis 9. April
Mit der Schweizweit grössten seismischen Untersuchung hofft die Stadt einen Standort für ein geothermisches Heizkraftwerk zu finden.
Ergänzung
2010 13.Februar
Thomas Scheitlin, Stadtpräsident, wird zum 36. Ehren-Födlebürger (Föbü) ernannt, (Fasnachtsbrauch).
2010 2. März
Christian Bischofs Bierflaschenmuseum, seit 2001 im Schützengarten untergebracht, wird nun offiziell von der Brauerei übernommen.
2010 30. März
Die Naturwissenschaftliche Untersuchungen durch Spezialisten der ETH Zürich datieren das Skelett, aus dem am 9. Oktober auf dem Klosterhof ausgegrabenen Sarkophag, mit Hilfe der Radiokarbon-Methode auf den Zeitraum zwischen 650 und 700. Historiker kommen zum Schluss, dass es sich bei dem Toten mit grösster Wahrscheinlichkeit um Graf
Talto handeln müsse.
2010 6. April
Im Tagblatt ist zu lesen; Die Stadt hat die Bedeutung der archäologischen Arbeiten im Klosterviertel unterschätzt. Die Kantonsarchäologie soll nun für das laufende Projekt mehr Geld erhalten.
Kommentar
2010 20. April
Grundsteinlegung für die 124 Millionen teure Fachhochschule hinter dem Hauptbahnhof.
2010 17. Mai
Das altehrwürdige Espemoos, einstiges Stadion des FCSG wird nach einer längeren Umbauphase für den Breitensport freigegeben. Die Anlage ist auch Heimat der Frauenmannschaft des FCSG.
2010 Mai
Der TSV St. Otmar-St. Gallen Handball-Frauen wird aufgehoben und von Fides übernommen.
2010 1. Juni
Offizielle Einweihung der Haltestelle Birnbäumen der Appenzellerbahnen.
2010 Juli
Die Neugestaltung des Gallussplatzes (bis 1865 "Im
Loch" oder "Lindenplatz") hat hochmittelalterliche Funde ans Tageslicht gebracht. So wurde unter anderem auch die westliche Mauer der Wetti und ein Prügelweg über eine Senke gefunden.
Ergänzung
2010 Juli
Die Leonhardsbrücke wird von vier auf fünf Spuren ummarkiert.
2010 August
Auf öffentlichem Grund, nicht inbegriffen die Wälder am Stadtrand, werden 9500 Bäume gezählt.
2010

* einer der 10 Neubeiträge
2. September
Lehrermörder Ded Gecaj ist endlich an die Staatsanwaltschaft St. Gallen ausgeliefert worden.
Ergänzung
2010 19. September
Einweihung der in der Schweiz ersten Photovoltaik-Anlage auf einem Kirchendach, es handelt sich dabei um die ökumenische Haldenkirche.
2010 1. Oktober
Die
Hirslandengruppe übernimmt als neue Besitzerin die operative Verantwortung für die Klinik Stephanshorn.
2010 24. November
Einweihung der neuen
Weihnachtsbeleuchtung.
2010 12. Dezember
Eine neue Buslinie, die Nr. 12. mit zwei Niederflur-Midibussen, bedient den Hauptbahnhof, dass Klosterviertel, Lindenstrasse, Bahnhof St. Fiden, Bach-, Pelikan-, Storchenstrasse, Heiligkreuz bis zum Abacusplatz.


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